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Zielgruppenklatsche

Autor: basti
Bewertung: 5,29 | 7 Stimmen
Beschreibung:

Sätze, die offiziell niemand in den Mund nimmt: Berufstätige ziehen über ihre Zielgruppe her

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PR-Stratege - Zielgruppenklatsche
von: basti |  19.03.2009 23:13:00

H I N W E I S : Dieser Text ist rein fiktiv.

Sollten real existierende Personen sich selbst in meinen satirischen Übertreibungen wiedererkennen, dann ist die Wirklichkeit schlimmer, als ich gedacht habe.



Stellen wir uns einmal vor, ich wollte für meinen angeschlagenen Fernsehsender ordentlich Quote machen und ihn langfristig vor der Pleite retten. Ich würde einen Hass kriegen auf die Leute, die in meiner genialen PR-Methode einen Nachrichtenskandal sehen. Dieses hilflose Pack!


Was ist denn verkehrt daran, den Nachrichtensprecher ein bisschen für Werbezwecke einzusetzen? Die Anzugträger aus der Nachrichtenredaktion können auch etwas für die Quote und somit für den Erhalt ihres Arbeitsplatzes tun.


Wenn jetzt da draußen behauptet wird, wir hätten die Glaubwürdigkeit unserer Nachrichtenjournalisten aufs Spiel gesetzt, dann behaupte ich: Viel haben wir nicht riskiert!


Aktuelle Nachrichten, die sind nun einmal nicht unser Flaggschiff. Unsere verschlafenen Nachrichteneulen hatten sich ja nicht einmal gerührt, als am 2. April 2005 der damalige Papst Johannes Paul II. verstarb.1


Aber Serien, das zieht bei uns die Zuschauer an. Diese neue Mystery-Serie, die muss der nächste Knaller werden. Das war uns allen klar. Sonst war das vielleicht die letzte Sendung, die wir frisch von den Amis einkaufen konnten. Die muss es einfach bringen, sonst können wir bald den Laden dicht machen.


Mensch Leute, meint ihr, die Finanzkrise geht spurlos an uns vorbei? Was bringen denn Top-Einschaltquoten, wenn keiner mehr Geld für Werbung ausgibt? Wir sind auch nicht Krösus und im Keller haben wir auch keinen sitzen, der goldene Manschettenknöpfe scheißt! An der Börse kriegen wir auch kein frisches Kapital, der Aktienkurs kann kaum tiefer.


Was her muss, sind noch bessere Quoten, Hammerquoten. Der Sender muss ins Gespräch. Auffallen, um jeden Preis. Es gibt nun mal keine schlechte PR, entweder reden die Leute über einen oder es sieht schwarz aus.


Bei der neuen Sendung geht es um ganz besondere Fälle. Wenn die echt wären, dann würde die ganze Welt drüber berichten, tagein tagaus. Mit normaler Werbung erreicht man ja keinen mehr. Also haben wir berichtet, als seien es echte Fälle.


Natürlich wollten wir, dass die Leute das glauben. Die sollten geschockt sein und wie wild nach Infos darüber suchen. Alle würden sich fragen: Wie viel ist an der Sache dran? Klar, dass einige skeptisch sein würden, aber viele würden suchen und suchen und suchen, um doch noch einen wahren Kern zu finden.


Bei den Dullies, die sich den Quatsch bei uns reinziehen, ist es auch nicht schwer, denen glaubhaft zu machen, so aus dem Nichts wächst ein Baby bis zum ausgewachsenen Mann. Die Idioten glotzen doch auch den Uri Geller und denken, bei Galileo Mystery würden an einem Freitagabend mal eben neue Erkenntnisse zu Phänomen präsentiert, über die sich seit Jahrzehnten Wissenschaftler den Kopf zerbrechen. Mal ehrlich: Wie soll sich der Aiman die Leiche von Area 51 aus dem Ärmel schütteln? Wenn der mal auf was neues stoßen würde... Diese Plaudertasche hat so ein großes Mitteilungsbedürfnis, dass der keine fünf Minuten etwas für sich behalten kann.


Die sind doch selbst Schuld, die Idioten, wenn die so einen Schwachsinn glauben. Hätten die mal in der Schule besser aufgepasst, dann wüssten die, dass Materie nicht aus dem Nichts entstehen kann.


Klar sollten die das glauben. Sonst hätten wir doch in irgendeine Ecke riesengroß WERBESENDUNG geschrieben. Ebenso klar: Zugeben würde das öffentlich nie einer von uns. Sonst kriegen wir doch noch den Ärger, den sich jetzt viele Moralisten da draußen wünschen.


Wenn ich ehrlich sein soll: Ich hatte schon gehofft, dass noch ein paar Hirnies mehr auf unseren Trick reinfallen. Und dass sich eine ganze Ecke weniger aufregen. Wie ein Virus sollte sich die Nachricht verbreiten, dass ein schnell alterndes Kind geboren sei. Und nicht, dass unser Sender mit einer Fake-Sendung Werbung treibt.


Wir haben ganz bewusst die erste Breaking News am Freitagabend gebracht. Da haben alle erstmal Feierabend, so gut wie alle Redaktionen geschlossen. Übers Wochenende sind die Leute etwas verwirrt, suchen nach Infos und landen dann auf unseren Seiten, in unseren Foren. Wir wussten doch, was wir tun, natürlich haben wir vorsorglich unsere Internetseiten mit den passenden Suchbegriffen gespickt.


Wenn die verwirrten Idioten also Infos wollen, die kein anderer hat, die kein anderer haben kann, dann müssen die halt auf unsere Startseite sehen. Und irgendwann muss es dann Klick machen, bei der ganzen Werbung für die neue Serie dort. Haha, reingefallen, kurzer Wutanfall, eine Nacht drüber geschlafen und am Montag wird der interessante Schwachsinn dann gesehen. So war der Plan. Ein Spuk übers Wochenende, am Montag die Quote und den Zeitungen konnte es egal sein.


Aber eines haben wir unterschätzt: Diese Hobby-Sittenwächter aus dem Internet. Vielleicht schauen doch nicht nur Idioten bei uns, ein paar scheinen recht schnell geschaltet zu haben. Grad mal ne halbe Stunde nach dem ersten Fake-Bericht hatten die schon begonnen, das blöde Glotzvieh über unsere geniale PR-Methode aufzuklären.


Diese verdammten Besserwisser! Haben die am Freitagabend nichts besseres zu tun? Was glotzen die denn bei uns? Die sollen sich zu Arte verpissen!


Ich weiß nicht, wie diese Cyber-Junkies das gemacht haben, auf jeden Fall haben dann die die Massen zu sich gezogen. Und gegen uns aufgebracht. Klar, wir hatten und haben Aufmerksamkeit, aber irgendwie hatte ich mir das etwas softer gedacht. Ein bisschen mehr Erster-April-Stimmung.


Die können doch froh sein, dass wir mal ein bisschen Schwung in das Leben von vielen Zuschauern gebracht haben. Was haben die denn sonst vom Leben, wenn die uns nicht hätten?


Aber statt dankbar zu sein und sich über die tolle neue Sendung zu freuen kommen die jetzt mit Beschwerde und Skandal und schämt euch. Naja, macht mal. Ja, es hätte etwas besser für uns laufen können, man hätte uns ruhig das ganze Wochenende über die Nachricht abnehmen können. Leider waren nicht wir es, die das Geheimnis enthüllt haben.


Aber am Ende haben wir ja doch gewonnen. Die Quote war geil! Beschwert euch ruhig. Dann stehen wir eben wieder in der Öffentlichkeit, sobald man uns rügt.


Für mich geht’s jetzt jedenfalls weiter. Al-Dschsira hat schon angefragt. Die wollen auch sowas virales, was sich ganz von alleine verbreitet. Ich dachte da an sowas wie:


Bin Laden droht mit verheerenden Terroranschlägen: “Die westliche Welt wird untergehen! Wenn nicht jeder Ungläubige täglich mindestens 3 Stunden lang meinen Lieblingssender Al-Dschasira sieht, dann wird die Hölle über sie kommen!“


Ich weiß, das ist noch nicht ganz ausgereift, aber das wird einschlagen wie ne echte Bombe, wenn es erst einmal fertig ist. Diese Nachricht wird dann irgendwo in der Wüste auf rauschigen Tonbändern gefunden. Euch kann ich es ruhig erzählen, ihr werdet es zur richtigen Zeit schon glauben. Meine Techniker setzen alles daran.


Ihr seid ja auch nur ein paar Nerds. Sonst würdet ihr nicht hier im Netz eure Zeit verdaddeln sondern Zeitung lesen!


Gut, dass wir uns das jetzt vorgestellt haben. Noch besser, dass ich den Quatsch gar nicht erst am eigenen Leibe erfahren muss! Da vergeht mir schon jetzt die Lust.




 

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satire,zielgruppe,klatsche,pr,werbung,virales,marketing,pro7,pro,sieben,blog,stellungnahme,meinung

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Petitionär - Zielgruppenklatsche
von: basti |  17.02.2009 17:50:52

Stellen wir uns einmal vor, ich wollte das bedingungslose Grundeinkommen einführen. Ich würde einen Hass kriegen auf die Leute, die einfach nicht unterschreiben wollen. Dieses ignorante Pack!


Und noch mehr verabscheue ich die, die die Petition bereits unterschrieben haben, und jetzt alle 5 Minuten die Seite besuchen, um zu schauen, ob die Marke der 50.000 Unterschriften geknackt wurde.


Dieses neugierige, blöde Pack. Die sind sie angeblich Feuer und Flamme für eine Sache, verbauen aber anderen den Weg, um diese Sache erfolgreich werden zu lassen.


Reicht es denen denn nicht, am nächsten Tag aus der Zeitung zu erfahren, ob der Bundestag diese Petition zur Vorlage erhält? Haben die denn nichts anderes zu tun? Da merkt man doch gleich, welches Pack sich das bedingungslose Grundeinkommen wünscht. Dieses monatliche Geld vom Staat, dass ausnahmslos jeder Staatsbürger erhalten soll. Finanziert dadurch, dass alle anderen Sozialabgaben und Subventionen gestrichen werden.


Kein Kindergeld, kein BAFöG, kein Arbeitslosengeld, keine Rente, kein Erziehungsgeld, kein Schlechtwettergeld, kein Wohngeld, kein Kündigungsschutz, keine Steuererklärung...


800 € bis 2000 € Monat für Monat. Für jeden. Ich denke, es würde eine Blütezeit für Kunst und Kultur anbrechen in Deutschland. Und wer sich noch etwas dazu verdienen möchte, der kann das natürlich noch tun. Arbeit bekommt einen ganz anderen Stellenwert. Arbeiten zur Selbstverwirklichung und nicht, um existieren zu dürfen. Welch sinnvolle Projekte würde da entstehen, wenn der Arbeitsmarkt wirklich jedem frei zugänglich wäre.


Welche vielen geilen Ideen würden umgesetzt werden, weil sich Leute mit ihrem Lebenstraum selbstständig machen? Wie viel Mut würden Leute haben, unabhängig vom Geld etwas zu wagen?


Heute ist es doch den meisten verwehrt, frei zu entscheiden, für welche Sache man arbeiten möchte. Da steht man unter dem Zwang, die Arbeit anzunehmen, die das meiste Geld bringt.


Da sitzen nun diese ganzen Hartz IV – Empfänger zu Hause am PC und träumen davon, von nun an mit gutem Gewissen faul zu Hause zu hocken und dennoch mehr Geld zu bekommen als ALG II. Sie können es nicht abwarten, dass die 50.000 Unterzeichnungen voll gemacht werden.


Und dadurch, dass sie so ungeduldig sind, kommt der Server nicht mehr nach. Die Leute, die noch nicht unterzeichnet haben, das aber noch wollen, bekommen kaum Zugriff auf die Seite.


Das ist so, als wenn sich im Schweinestall alle Schweine dicht um den Futtetrrog drängen. Sie wetteifern darum, die beste Stelle am Napf zu erwischen. Jedes fette, sabbernde Schwein will das erste sein, das einen Brocken vom Futter bekommt. Aber sie stehen so, dass sie den Bauern nicht durch lassen, der sie füttern will...


Gut, dass wir uns das jetzt vorgestellt haben. Noch besser, dass ich den Quatsch gar nicht erst am eigenen Leibe erfahren muss! Da vergeht mir schon jetzt die Lust.

 

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petition, bundestag, bedingungsloses, grundeinkommen, GEK, idioten, server, ausfall, chaoten, quatsc

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Typeer-Autor - Zielgruppenklatsche
von: basti |  01.02.2009 22:12:13

Stellen wir uns einmal vor, ich wollte ernsthaft hier vom Schreiben für Typeer.de leben wollen. Ich würde einen Hass kriegen auf die Leute, die mir diesen Traum zunichte machen. Dieses ignorante Pack!


Ich schreib hier meine Texte. Ihr könnt sie kostenlos lesen. Man stelle sich das einmal vor: Hochwertige, gut lesbare Texte. Und ihr müsst nicht einmal einen Cent dafür an mich zahlen, damit ihr sie nach Lust und Laune genießen könnt.


Einzig und allein, dass einer von euch mal auf die hevorragende Idee kommt, einen der rechts stehenden Werbelinks zu klicken spült ein wenig (Trink-) Geld in meine löchrigen Taschen. Klar, dass das zu wenig ist. Vielleicht wird es ja irgendwann einmal mehr.


Aber davon ist ja nicht auszugehen.


Nicht bei euch Deppen da draußen. Ihr könnt ja nicht einmal lesen! Ungefähr jeder zehnte Erwachsene da draußen ist ein funktionaler Analphabet.


Ganz zu schweigen davon, dass ihr versteht, was ich euch mitteilen will, nachdem ihr die Buchstaben entziffert habt.


Soll ich jetzt etwa auch noch wie der Hassberg beigehen und euch meine Texte vorlesen? Warme Worte und bunte Bildchen? Ist das das einzige, was ihr versteht?


Jede Generation bekommt das, was sie verdient. Große Namen gab es da bisher. Ich brauche sie nicht aufzuzählen, entweder kennt ihr sie bereits. Oder ihr werdet sie euch eh nicht merken. Aber welche Literatur verdient eure Generation? Feuchtgebiete? Eine Pussy schneidet sich ins eigene Fleisch?


Wahrscheinlich ging selbst das spurlos an euch vorbei. Ist ja bloß trockene, miefige Literatur. Auch wenn der Titel etwas anderes suggeriert, jedenfalls, was das trockene angeht.


Da sitzt ihr dann im Bahnhof, im Wartetrakt der Arbeitsagentur, beim Mäckes. Und die Standleitung ins Internet benutzt ihr nicht dafür, um die geilen Typeer-Texte hier zu lesen. Nein, aus euren Handys wummern nur die dumpfen Bässe, die euch das Hirn wegdröhnen.


Gut, dass wir uns das jetzt vorgestellt haben. Noch besser, dass ich den Quatsch gar nicht erst am eigenen Leibe erfahren muss! Da vergeht mir schon jetzt die Lust.

 

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SATIRE, schreiben, geld, verdienen, online, text, schreiben, veröffentlichen, buch, kostenlos, lesen

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Banker - Zielgruppenklatsche
von: basti |  29.01.2009 22:41:36

Stellen wir uns einmal vor, ich würde bei einer dieser absatzstarken Privatkundenbanken arbeiten. Ich würde einen Hass kriegen auf die Leute, die einfach nicht unterschreiben wollen. Dieses ignorante Pack!


Da fragen die doch tatsächlich nach, wo mein Angebot einen Haken hat. Als wenn ich euch jeden Nachteil eines Finanzproduktes aufzählen würde, nur weil ihr danach fragt. Wofür haltet ihr euch denn? Für einen Oberlehrer? Und ich bin der Klassenstreber, der euch schön jeden Pferdefuß aufzählt, um eine gute Note zu bekommen? Unterschreibt gefälligst! Mit der Zeit werdet ihr die Nachteile dann schon mitbekommen. Wie diese Dame, die eine sichere Geldanlage wollte und nun Lehmann-Zertifikate im Depot hat. Hätt ja auch gut gehen können, wenn man mich fragt. Man muss ja nicht immer mit dem Schlimmsten rechnen.


Da sitzen diese Leute bei mir am Schreibtisch und ich erfülle Ihnen jeden Ihrer Wünsche. Bei Kaffee und Keksen. Und schreiende Kinder werden mit einem Dauerlutscher ruhig gestellt. Ein neues Auto? Eine größere Wohnung? Einfach mal wieder Ferien? Klar geht das und das Geld dafür geben wir gerne raus. Irgendwie werden wir es ja schon wiederbekommen.


Letztens wieder so ein Oberlehrer. Diesmal so ein echter. Ich glaube, der war wirklich nur da, um seinen Schülern mal aus dem wirklichen Leben berichten zu können. Ansonsten geht das ja vollkommen an denen vorbei.


Der wollte wissen, ob unser Kreditinstitut nicht lieber vorsichtiger in der Kreditvergabe sein sollte. Wenn die Kredite reihenweise ausfielen, dann würden wir ja auch nichts verdienen. Der bekam natürlich nur eine Standardantwort. Nachhaltige Kreditvergabe, blabla, Kundenbindung, bla, Kunden zufrieden stellen, blub, sorgfältige Prüfung vor der Kreditvergabe blablubblub.


Der muss ja nicht wissen, dass wir in den Briefen nicht lügen, wenn wir schreiben, dass erst einmal jeder nen Kredit bekommt, so das zehnfache des Nettogehalts ist erst einmal gar kein Problem. Natürlich, wenn das Girokonto bei uns ist und das Gehalt darauf eingezahlt wird. Girokontoneueröffnung? Da haben wir den wunderbaren Umzugsservice: Neues Konto bei uns, altes wird automatisch dicht gemacht! Kredit-Rate schön hoch und gleich ne ordentlich große KreditSumme. Passt schon. Das Geld kriegen wir schon wieder, da braucht sich der Herr Lehrer keine Gedanken zu machen.


Kommt Gehalt, dann zwacken wir unseren Anteil schon ab. Zwischendurch Job weg? Auch kein Problem, irgendwohin müssen ja auch die Sozialleistungen überwiesen werden. Und son Looser ohne Job, der kriegt auch so schnell kein neues Konto bei einer anderen Bank. Das nenne ich eine nachhaltige, eine langfristige Kundenbindung. Komm zu uns, bleib bei uns, geh nicht wieder weg.


Wir wollen gar keine Millionäre. Die stellen zu hohe Ansprüche. Und ziehen gerne weiter. Die Picken hier und da eine Rosine heraus. Und dabei bleibt es. Die Karawane zieht weiter, der Millionär hat Durst. Gier. Unstillbar.


Da lob ich mir die, die kommen, die die Klappe halten, unterschreiben und von nun an bei uns bleiben. Die wissen meine Leistung zu schätzen. Die kriegen ja auch alles von mir. Erstmal. Und dann holen wir uns wieder, was uns gehört. Die paar Zinsen... Manchmal beschweren die sich ja sogar deswegen. Aber alles hat seinen Preis, auch Geld. Mir egal, wenn die sich beschweren. Wenn die sich beschweren, dann bei meinem Nachfolger.


Dann tröste ich schon die Kunden eines anderen. Und bin zu dem armen Kerl natürlich netter als mein Vorgänger. Währenddessen tröstet mein Nachfolger meine Ex-Kunden. Und er erweckt den Anschein, dass diesmal alles anders ist, weil jetzt er am Schreibtisch sitzt und nicht mehr ich. Guter Banker, böser Banker. Neuer Schreibtisch, neues Glück, neue Glaubwürdigkeit. Vertrauen im Vorschuss. Und dann dreht sich das Karussel aufs Neue.


Der Oberlehrer in Ihnen möchte jetzt natürlich wissen, bei welchem Finanzinstitut ich arbeite. Ich werde nicht den Fehler begehen und jetzt irgendwelche Namen aufzählen. Suchen Sie sich irgendeinen Namen auf und es wird schon was Wahres dran sein. Vielleicht fallen Ihnen noch ein paar mehr ein als GE Money Bank, Royal Bank of Scotland, Santander oder City Bank.


Sie fühlen sich verraten und verkauft? Beratung sieht in Ihren Augen anders aus? Dann lassen Sie sich von einem meiner Kollegen trösten, der sich Berater nennt. Der spielt für Sie den netten Banker. Ich will ehrlich zu Ihnen sein. Ich bin Verkäufer und kein Berater! Wenn Sie beraten werden wollen, dann gehen Sie zu Edeka an die Wursttheke! Jetzt hauen Sie schon ab, Sie unterschreiben ja doch nicht.


Gut, dass wir uns das jetzt vorgestellt haben. Noch besser, dass ich den Quatsch gar nicht erst am eigenen Leibe erfahren muss! Da vergeht mir schon jetzt die Lust.


 

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SATIRE, bank, berater, verkäufer, tricks, finanzen, kredit, schulden, ge, money, city, ki, betrug, S

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