Ich
bin nicht einmal Vegetarier und ich finde es bemerkenswert, dass du
von vornherein mit Anfeindungen von Fleischfressern rechnest.
Was hast du denn von dieser Seite erlebt?
Hat man dich
angegriffen, weil dein aufklärerischer Stil so aufgefasst wurde,
dass du den lieben nicht-Vegetariern den Genuss am Schnitzel
verdirbst?
Meine Meinung ist, dass niemand die Augen
verschließen sollte. Es ist dumm, dich anzugreifen, weil deine
sachliche Wissensvermittlung von einigen als Angriff auf ihren
Speiseplan bewertet wird. Dahinter steckt die Aussage: "Ich esse
Fleisch, weil ich die Augen vor dem Schrecken des Mästens und
Schlachtens verschließe und wenn du mir davon berichtest, zerstörst
du mein gutes Gewissen."
Ich kann nur akzeptieren, wenn
Fleischereikunden sich mit dem Thema auseinander gesetzt haben und es
dann noch immer in Ordnung finden, tierisches auf ihre Speisekarte zu
setzen.
Ich esse sehr selten Fleisch und wenn, dann beziehe
ich soweit möglich Bio-Produkte. Geräucherter Tofu schmeckt mir
ausgezeichnet, kross angebraten mit Gemüse ist das ein höherer
Genuss als Putenbrust. Und wer in seinem Schnitzel weder Knorpel noch
Fettstreifen mag, der kann auch die restlichen Fleischfasern
weglassen und fertig panierte und gut gewürzte Tofu-Schnitzel
besorgen - schmecken mir ausgezeichnet.1
Weniger
Fleisch zu essen kann neben Tierliebe aber auch aus purem Egoismus
erfolgen: Viele, viele Krankheiten2
werden dadurch ausgelöst, dass wir viel zu viele tierische Fette zu
uns nehmen. Herz- Kreislaufkrankheiten, Nierensteine, Krebs,
Allergien, Bluthochdruck, Prostatakrebs... Die Liste ist lang und
lässt sich mit zahlreichen Zivilisationskrankheiten
fortführen.3
Ein
weiterer Aspekt dieser Form des Tierschutzes besteht darin, dass
nicht nur durch das Essen von Fleisch Blut an den Händen der
Menschen klebt und sich auch Veganer "schuldig machen",
wenn sie diese Perspektive außer Acht lassen.
Bestandteile
von Tieren, die unschön gezüchtet und qualvoll getötet sind,
finden sich nicht nur in Nahrungsmitteln, sondern auch in zahlreichen
Industrieprodukten. Am offensichtlichsten ist das wohl beim Leder,
das sich im Sofa, der Geldbörse, Handytasche und Schuhen finden
lässt.
Aber
es geht auch versteckter, denn aus Knochenmehl werden beispielsweise
Leim oder Tapetenkleister hergestellt. Da sitzt der Tierfreund in
seiner frisch tapezierten Küche auf einem verleimten Holzstuhl aus
nachhaltig erwirtschafteter Fichte, ernährt sich vegan und hat dann
doch indirekt den Mord an Tieren auf dem Gewissen.
Sind
rein pflanzliche Lebensmittel tatsächlich frei von der Schuld, dass
Tiere dafür sterben mussten? Hasen, Rehe und Füchse geraten Jahr
für Jahr in großer Anzahl in und unter die Mähdrescher. Sie werden
lebend zerhäkselt wie im Fleischwolf.
Dieser
kleine Ausflug soll keineswegs dazu ermuntern zu sagen: "Na,
wenn das so ist, dann ist Fleisch essen ja gar nicht so schlimm".
Es ist eher eine Forderung, nicht am eigenen Tellerrand halt zu
machen. Es reicht nicht, mit dem Finger auf Fleischesser zu zeigen,
damit sie das Fleischessen sein lassen. Denn Tiere werden auf viele
Arten verwertet bzw, sterben grausam in Form eines
Kollateralschadens.
Nur
darauf zu verzichten, Tiere und deren Produkte zu essen, geht noch
nicht weit genug, auch die indirekte Verwertung tierischer Produkte
sollte ausgeschlossen werden, indem Ersatzstoffe aus möglichst
nachwachsenden, pflanzlichen Rohstoffen gewonnen werden.
Bei
dem Anbau der dafür notwendigen Pflanzen sollte möglichst wenig
Land vernichtet und möglichst nachhaltig bewirtschaftet werden.
Anbau und Ernte sollten ohne Umweltschäden vonstatten gehen, keine
Tiere und keine Menschen sollten dabei zum Kollateralschaden werden.
Eine utopische Forderung? Ich hoffe, dass der Mensch genug
Einfallsreichtum hierfür besitzt!
Sich
vegan oder vegetarisch zu ernähren ist definitiv ein Schritt in die
richtige Richtung aber bei weitem noch nicht genug, wenn man sich
ernsthaft mit dem Thema auseinander setzt.
1Vegetarischem
Essen fehlt der Geschmack? Speisen Sie mal im Restaurant
Hiller (Hannover), Deutschlands erstem vegetarischem Restaurant.
Bei Typeer-Mitglied
PinkHibiskus ist der Geschwisterstreit voll entbrannt: Die
Dreijährige will der Fünfjährigen nicht abnehmen, dass es keine
fliegenden
Teppiche gibt. Ein willkommener Anlass, mich mit dem Wunder des
Fliegens auseinander zu setzen.
Der Mensch hat vor
einigen Jahrzehnten aufgehört, an Wunder zu glauben. Wunder der
Technik traten an die Stelle der Wunder, die keiner Technik
bedurften und einfach funktionierten, weil man an sie glaubte.
Dem Menschen unserer Zeit
fällt es schwer, an Dinge zu glauben, wenn er nicht sehen
kann, wie es funktioniert.
Auch
heute geschehen noch die wunderlichsten Dinge. Wahre Wunder geschehen
in metallenen Kästen, in kleinen Geräten. Heutzutage ist um jedes
Wunder herum eine Maschine gebaut und mit dieser Maschine glaubt der
Mensch, das Wunder zu verstehen.
Und
ich behaupte sehr wohl, dass Teppiche fliegen können. Nur hat man
heutzutage um das Wunder des fliegenden Teppichs wieder einmal eine
Maschine herum gebaut: Flugzeuge, Hubschrauber und wie die fliegenden
Kisten noch so heißen. Ein Flugzeug ist eine geschlossene Röhre mit
Flügeln. In dieser Röhre spürt man den Flugwind nicht und in den
Sitzen ist es bequemer als auf dem Fußboden.
Flugzeuge
fliegen - wer für dieses Wunder eine technische Begründung braucht,
für den ist Aerodynamik
das richtige Stichwort. Propeller oder Turbinen bringen das Flugzeug
auf so hohe Geschwindigkeit, dass an den Tragflächen der Flügel
Luftströmungen entstehen, die für Auftrieb sorgen und das Flugzeug
in die Luft heben.
Aber
es gibt Menschen, die können sich noch von einem echten Wunder
verzaubern lassen. Und für diese Menschen ist ein Flugzeug eine
simple Röhre, die um einen fliegenden Teppich herum gebaut wurde!
Wer
das nicht glaubt, der kann beim nächsten Urlaubsflug in ein
entferntes Land ja mal schauen, ob er im Ferienflieger einen Teppich
findet. Ich bezweifle, dass es überhaupt ein Flugzeug gibt, in dem
es keinen Teppich gibt. Und das wird einen Grund haben. Die Teppiche,
sie fliegen.
Fliegende
Teppiche: Es gibt sie wirklich!
Tags:
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Charlottewho
hat uns in ihrem Thema Musik&Youtube
bereits einige Videos vorgestellt. Unter anderem sehr lustige,
beispielsweise von "DieAussenseiter". Aber im Beitrag
Youtube
Opfer waren Videos dabei, über die ich nicht lachen kann.
Der
Humor funktioniert hier auf der Ebene des Fremdschämens.
"Wie können die sich bloß so zum Affen machen", denkt man
sich zuerst. Es ist wohl richtig, dass die "Opfer" alle
freiwillig diese Videos ins Netz gestellt haben.
Sie alle
haben ihre Meinung per Video in der Öffentlichkeit vertreten. Das
verlangt mir erst einmal Respekt ab. Nicht viele Menschen sind dazu
bereit, für ihre besondere Meinung, die sich von der Masse abhebt
einzustehen. Und dann in so jungen Jahren.
Ich frage mich
nur, ob diese Leute die Reaktion auf ihre Videos richtig eingeschätzt
haben, ob sie einkalkuliert haben, dass sich Leute gezielt auf die
Suche nach solchen Videos machen, um darüber zu lachen. Um sich über
sie lustig zu machen, statt ihr Anliegen ernst zu nehmen.
Das
Problem an der ganzen Sache ist, dass solche Videos nie wieder aus
dem Netz verschwinden. Wenn die hier als "Opfer"
bezeichneten Menschen ihre Ansichten ändern und nicht mehr wollen,
dass ihre Videos im Netz zu sehen sind, dann haben sie kaum eine
Chance, dass sie dort wieder verschwinden.
Bestes Beispiel
ist Video Nr. 1 mit der Tokio-Hotel-Angie. Das Video stammt definitiv
nicht von ihr. In ihre Originalaufnahmen wurde Text hinein
geschnitten, der sie aufs übelste diffamiert. Natürlich wurde
dieses Video nicht von ihr hoch geladen, sondern von dem, der den
Text hinein geschnitten hat. Sie kann es nicht löschen, selbst wenn
sie es wollte.
Ich möchte mich an derartigen Hetz-Kampagnen
nicht beteiligen. Es ist Cyber-Mobbing, das böse Folgen haben kann.
Ich habe zwar keine Statistik zur Hand, aus der hervorgeht, wie viele
Jugendliche wegen Mobbing in der Schule und im Internet jährlich
Selbstmord begehen.
"Sie sind selbst schuld, sie haben
das Video gemacht", mag erst einmal stimmen. Aber dass derartig
auf sie eingeprügelt wird, daran sind sie nicht schuld, denn Mobbing
ist kriminell. Ein Supermarkt hat schließlich auch keine Schuld am
Ladendiebstahl, nur weil der Laden geöffnet hat und sich Waren in
den Regalen befinden. Schuld ist, wer klaut. Oder eben mobbt.
Ich
persönlich kann über die gewollt komischen Beiträge von Coldmirror
oder den Außenseitern auch erheblich besser lachen als über
Jugendliche, die sich ungewollt lächerlich machen - und das
vermutlich bereits bitter bereuen, ohne sich wehren zu können.
Mich
erschreckt außerdem, wie der Begriff "Opfer" Einzug in die
Jugendsprache gefunden hat. Im eigentlichen Sinne sind damit Menschen
gemeint, die durch (Gewalt-)Verbrechen, Unfälle oder
Naturkatastrophen geschädigt wurden. Jugendliche setzen "Opfer"
allerdings mit sozialen Versagern gleich, die schwach und wehrlos
sind. Ihr Opferbegriff ist ohne Mitgefühl.
Sie
machen sich über "Opfer" lustig und verschaffen sich
dadurch die Identität, selbst kein Opfer zu sein, sondern sozial
anerkannt und stark. Diese Abgrenzung der (Cyber-)Mobber zu "Opfern"
lässt eine latente Angst vor sozialem Abstieg, vor der persönlichen
Opferrolle, erkennen: Sich "auf die richtige Seite"
schlagen und andere fertig machen, bevor einem das gleiche geschieht.
Dass
sich daraus ein Teufelskreis ergibt, der ein friedliches
Zusammenleben im Klassenzimmer oder Chatrioom unwahrscheinlich macht,
sollte jedem klar sein. Wer weg schaut oder gar mit Mobbern lacht und
nichts gegen sie unternimmt, macht sich mit schuldig.
Ich danke Manfred für
seinen Beitrag Englische
Musik, in dem er die
Community fragte, weshalb Jugendliche vor allem englischsprachige
Musik hören, ohne die Liedtexte zu verstehen. Eine Steilvorlage,
auf die ich gerne näher eingehen möchte.
Auf den ersten Blick
erscheinen die Charts überfüllt mit Liedern in englischer Sprache.
Radiostationen, Promi-Charts und Hollywoodfilme sind ein beliebter
Kanal, um englischsprachige Musik zu verbreiten. Letztendlich fühlen
sich viele deutsche Jugendliche von ihrem Lebensgefühl her
amerikanischen Jugendlichen näher als deutschen Erwachsenen. Sie
kopieren eher Kleidung und Musikgeschmack der amerikanischen
Jugendkultur als den Lifestyle deutscher Rentner. Das Marketing der
globalen (Musik-)Konzerne tut ihr übriges, um die stark umworbene
Zielgruppe der Jugendlichen für ihre Produkte (=Musik + Kleidung
usw.) einzunehmen.
Gerade in der Pubertät
suchen Jugendliche nach ihrer eigenen Identität. Um sich selbst zu
finden grenzen sie sich erst einmal von den Erwachsenen in ihrer
Umgebung ab. Psychisch ist das gesünder, als sich mit den Eltern und
anderen erwachsenen Vorbildern nicht kritisch
auseinanderzusetzen und eine selbstständige Identität zu
entwickeln.
Weiterhin erscheint es
nur als eine Halbwahrheit, dass Jugendliche ausschließlich Musik in
englischer Sprache hören. Es gibt sehr wohl erfolgreiche Interpreten
mit deutschen Liedtexten. Hier ein paar Beispiele für solche Musik,
die auch bei Jugendlichen gut ankommt:
Auf
der neuen Deutschrock-Welle: Silbermond, Wir sind Helden
Hip Hop: Bushido, Sido
und viele, viele andere, die in deutscher Sprache rappen.
Bushido war tatsächlich
mit einer Neuinterpretation von für immer jung
gemeinsam mit Karel Gott in den deutschen Charts:
Millieuspezifische
Subkulturen
Die Böhsen Onkelz sind
zwar schon seit einigen Jahren von der Bühne getreten, erfreuen sich
aber noch immer großer Beliebtheit:
Deutscher Schlager:
Ballermann-Hits oder Alexander Marcus
Deutsche Schlager sind
gar nicht so unbeliebt. Zumindest nicht am Ballermann oder in
Bierzelten. Alkoholkonsum und Freude am deutschen Schlager scheinen
sich irgendwie zu ergänzen...
Ebenfalls beliebt sind
die Neuinterpretationen von Alexander Marcus:
Dies sind nur einige
Beispiele die verdeutlichen: Es gibt deutsche Interpreten mit
Liedtexten in deutscher Sprache, die bei Jugendlichen gut ankommen.
Nun wird das noch immer
nicht deckungsgleich mit den Schlagern sein, die Manfred zu seinen
Lieblingen zählt.
Es ist gut, dass es
verschiedene Geschmäcker gibt und es keine "Geschmackspolizei",
die uns dazu zwingt, dass alle den gleichen Einheitsbrei hören
müssen. Vorlieben für Musik unterschiedlichster Art sind meiner
Meinung nach nicht altersspezifisch. Es gibt Klassikliebhaber in
Manfreds Alter, die den deutschen Schlager ebenso "zum Kotzen"
finden wie die angesprochenen Jugendlichen. Oder Altrocker, die dem
Schlager ebenfalls nichts abgewinnen können. Und Schlagerfans könten
würgen, wenn sie aus Versehen zum Winterfest der Volksmusik
zappen. Es gibt eben nicht "die Rentner" und "die
Jugendlichen". Wer denkt, dass es diese Schubladen gibt, der
sollte sich vor die Tür begeben und neue Menschen kennen lernen, vor
allem aus anderen sozialen Milieus. Menschen aus ungewohntem Umfeld.
Ich teile die Ansicht
nicht, dass Jugendliche englische Texte nicht verstehen. Das
Einstiegsalter ist von Schule zu Schule unterschiedlich, die ersten
Worte lernen manche sogar schon im Kindergarten. Und selbst wenn sie
in Englisch schlecht sind, ein Argument gegen englische Lieder ist
das nicht. Eher im Gegenteil: Englischkenntnisse werden durch die
Musik unter Umständen sogar verbessert.
Es ist sehr vernünftig
zu fragen, weshalb Jugendliche nicht lieber Musik hören, die sie
verstehen. Ebenso vernünftig ist es zu fragen, weshalb die
Jugendlichen nicht lieber mehr lesen, als Musik zu hören. Aber eben
das ist die Crux.
Vernunft ist bei
Musik eher zweitrangig, Musik ist ein Gefühl, das unsere Seele
berührt. Vor allem die verwendeten Instrumente, der Takt, die
Geschwindigkeit, Rythmus und Melodie sind es, von denen abhängt, ob
uns etwas gefällt oder nicht. Wenn ein neuer Sound von einer Band
entwickelt wurde und "in" geworden ist, dann ist es
authentischer, das Original zu hören. Mit Grauen denke ich an
Versionen englischer Lieder, die miserabel eingedeutscht wurden.
Bei Musik möchten viele
nicht ständig über den Sinn nachdenken, sondern sich fallen lassen.
Einfach mal abschalten - wahrscheinlich geht das tatsächlich besser,
wenn das Lied über den Text eher eine Stimmung transportiert als
einen wortgemäßen Sinn.
Bei dieser Gelegenheit
möchte ich das Buch Axel Hacke: Der weiße Neger Wumbaba
empfehlen. Die These des Autors lautet: "Die besseren
Liedtexte entstehen in den Köpfen der Hörer." Denn Liedtexte
haben gar die Aufgabe, zum Fehlhören zu animieren.
Lieber Manfred, für dich
mein Fazit:
Den Jugendlichen
gibt es nicht, jeder Mensch ist einzigartig und hat einen eigenen
Geschmack. In jeder Altersklasse wirst du Menschen finden, die deinen
Musikgeschmack teilen - oder auch ablehnen. So gibt es tatsächlich
auch Jugendliche, die Lieder mit deutschen Texten hören. Vermutlich
wird dir wiederum diese Musik nicht gefallen.
Aber
wie dem auch sei, Musik ist mehr als Instrumente + Gesang. Musik
transportiert Gefühle, wünsche, Sehnsüchte. Und der Kopf muss
nicht alles verstehen, wenn man mit dem Herzen hört.