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Wechseljahre

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Fundierte Informationen über die Wechseljahre bei Mann und Frau

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Zeit des Wandels - Wechseljahre
von: Redaktionsbüro |  10.06.2008 12:47:40

Zeit des Wandels: Wechseljahre

Die Natur ist einem stetigen Wandel unterworfen. Sie verändert sich – Frühling, Sommer, Herbst und Winter ... alles verläuft in Phasen, hat seinen Sinn und Zweck. Warum sollte es bei uns Menschen anders sein? Auch wir unterliegen ganz natürlichen Veränderungen wie Kindheit, Jugend, Erwachsensein, Alter. Wir werden reifer, erfahrener, oft auch weiser und verständnisvoller. Es ist der natürliche Lauf der Dinge. Genau so wie die Wechseljahre, die zu unserem Leben gehören und die weder eine Laune der Natur, noch eine Krankheit sind.

Die Wechseljahre, das Klimakterium (die „Mitte des Lebens“), ist eine Zeit des Übergangs in einen neuen Lebensabschnitt. Unser Körper sucht und findet in dieser Zeit ein neues hormonelles Gleichgewicht. Wer diesen Wandel bewusst und positiv annimmt, wird nicht nur den gesundheitlichen Aspekt der Wechseljahre sehen, sondern die Chance für eine Um- und Neuorientierung des eigenen Lebens erkennen. Das Ende der Fruchtbarkeit beispielsweise bedeutet für viele Frauen ein Ende der monatlichen Beschwerden und die Befreiung von der Last der Verhütung. Die innere Einstellung ist also wichtig, nicht umsonst heißt es im Volksmund so schön: Man ist immer nur so alt, wie man sich fühlt.

Die Wechseljahre der Frau

Die Wechseljahre der Frau ist die Zeit der hormonellen Umstellung am Ende ihrer fruchtbaren Phase. Sie ist notwendig, weil immer weniger Eizellen in den Eierstöcken vorhanden sind und sich das hormonproduzierende Gewebe langsam zurückbildet. Diese Zeit der Anpassung erfolgt in mehreren Abschnitten und dauert – individuell sehr unterschiedlich – zwischen einigen Monaten und bis zu fünfzehn Jahren. Da die meisten Veränderungen langsam und behutsam erfolgen, bleiben sie anfangs von vielen Frauen unbemerkt.

Das deutlichste Zeichen für die Wechseljahre ist die Menopause, die letzte Monatsblutung – zu diesem Zeitpunkt sind keine Eizellen mehr vorhanden. Sie ist nur im Nachhinein zu erkennen, und zwar nach 12 Monaten ohne Regelblutung. Die meisten Frauen erleben die Menopause zwischen dem 50. und dem 52. Lebensjahr, in Ausnahmefällen kann es aber auch bis zum 58. Lebensjahr dauern. Ebenfalls zu den Wechseljahren gehören:

n         die prämenopausale Phase (ein bis zwei Jahre vor der Menopause, mit unregelmäßiger Regelblutung) und

n         die postmenopausale Phase (die Zeit nach der Menopause).

Wichtiger Hinweis: Kommt es nach der Menopause zu Blutungen, sollten Sie die Ursache ärztlich abklären lassen. Meist sind sie nur die Folge hormoneller Nachschwankungen. In seltenen Fällen könnte aber auch eine ernsthafte Erkrankung die Ursache sein. Deshalb ist ein Arztbesuch unbedingt erforderlich.

Beschwerden

Während der Wechseljahre verändert sich die seit der Pubertät zyklisch verlaufende Hormonproduktion. Die Eierstöcke produzieren immer weniger Östrogen, die Hirnanhangdrüse dagegen erhöht die FSH-Produktion (Follikel stimulierendes Hormon), um die Östrogenerzeugung in den Eierstöcken anzukurbeln. Die Folge: Der Östrogen-Spiegel sinkt und die FSH-Konzentration steigt. Dieses Ungleichgewicht kann zu körperlichen und psychischen Beschwerden führen.

Allerdings ist bis heute nicht eindeutig geklärt, welche körperlichen oder seelischen Veränderungen tatsächlich durch die Wechseljahre erfolgen. Häufig werden in dieser Zeit auftretende Beschwerden lediglich den Wechseljahren zugeschrieben, obwohl ihre Ursache in Veränderungen der Lebensumstände oder dem Älterwerden liegt.

Neuere Untersuchungen belegen jedenfalls, dass die Wechseljahre für die meisten Frauen nicht so krisenhaft verlaufen, wie früher allgemein angenommen wurde. Dies liegt vermutlich mit daran, dass sich in unserer Gesellschaft in den vergangenen zehn Jahren die Bewertung und Einstellung zu den Wechseljahren veränderte. Das Klimakterium wird heute nicht mehr mit dem Verlust von Jugendlichkeit, Attraktivität und Leistungsfähigkeit gleichgesetzt, sondern als Beginn einer neue Lebensphase angesehen, die viele Chancen und Entwicklungspotenziale besitzt.

Rund die Hälfte der Frauen haben den Untersuchungen zufolge keine oder nur geringe Beschwerden, die sie nicht als störend empfinden. Die andere Hälfte hat dagegen – individuell unterschiedlich – stärkere Beschwerden, die mitunter sogar medizinisch behandelt werden müssen.

Zu den häufigsten körperlichen Beschwerden zählen:

n         Hitzewallungen und Schweißausbrüche

n         Schwindel

n         Konzentrations- und Gedächtnisstörungen

n         Schlafstörungen (meist aufgrund von Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen)

n         Kopfschmerzen, oft migräneartig

n         Herzklopfen (Herzjagen)

n         Blasenbeschwerden und Harninkontinenz

n         Hautveränderungen

n         Gelenkbeschwerden

n         trockene Schleimhäute

n         Veränderungen der Sexualität


Zu den psychischen Beschwerden gehören vor allem:

n         Depression

n         Reizbarkeit und Aggressionen

n         labile Stimmungslage

n         nervöse Erschöpfung

Die Beschwerden sind in Stärke und Häufigkeit individuell sehr unterschiedlich. Manche Beschwerden treten einzeln auf, sie können aber auch untereinander verbunden sein oder sich gegenseitig bedingen. Ein Beispiel: Herzjagen beispielsweise ist oft eine Begleiterscheinung von Hitzewallungen. Leidet man nachts darunter, kommt es zu Schlafstörungen, die zu Müdigkeit und Erschöpfung führen und die Betroffenen reizbar und aggressiv machen.

Wichtiger Hinweis: 75 Prozent der Frauen fühlen sich nach den Wechseljahren leistungsfähig und gesund, zum Teil sogar glücklicher und gesünder als zuvor.

Hitzewallungen

Rund die Hälfte der Frauen leidet unter Hitzewallungen. Sie fühlt sich wie eine heiße Welle an, die sich von der Brust ausgehend in Kopf und Oberarme manchmal sogar über den gesamten Körper ausbreitet. Die Haut kann rot werden, oft kommen Schweißausbrüche unterschiedlicher Stärke hinzu. Viele Frauen verspüren zusätzlich Herzklopfen. Dies ist kein Zeichen einer Herzerkrankung, sondern eine normale Kreislaufreaktion. Hitzewallungen dauern etwa ein bis sechs Minuten. In Ausnahmefällen können sie aber bis zu einer Stunde anhalten. Meist verursachen sie allerdings nur geringe Beschwerden. Als Gegenmaßnahme ist es sinnvoll, sich im Zwiebelschalenprinzip  anzuziehen(mehrere Schichten Kleidung). So hat man je nach Bedarf immer etwas aus- oder anzuziehen. Sport, Bewegung und Wechselduschen lindern die Beschwerden. Alkohol, Kaffee und Schwarztee sollten Sie meiden.

 Behandlungsmöglichkeiten

Da die körperlichen und seelischen Probleme während der Wechseljahre durch die Hormonumstellung entstehen, war lange Jahre die Behandlung mit Hormonen (Hormon-Ersatztherapie) die übliche Behandlungsweise bei starken Beschwerden.

Studien belegten aber erhöhte Risiken zu Embolien, Herzkrankheiten, Schlaganfall, Brustkrebs und Gebärmuterkrebs. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) änderte daher im Mai 2004 die Zulassungen zahlreicher Arzneimittel zur Hormonersatztherapie in wichtigen Punkten. Bereits im August 2003 wurde das Anwendungsgebiet „Wechseljahresbeschwerden“ auf die Behandlung ausgeprägter Formen eingeschränkt. 2004 wurde zusätzlich angeordnet, dass diese Arzneimittel nur noch im Ausnahmefall zur Vorbeugung der Osteoporose eingesetzt werden sollen.

Heute besteht daher ein Konsens, dass Frauen in den Wechseljahren keine besondere Behandlung benötigen, sofern keine extremen Beschwerden vorliegen. Auch dies ist ein weiterer wichtiger Schritt weg von der Einstufung bzw. Vorstellung als Krankheit und hin zu einem gelassenen und selbstverständlichen Umgang mit diesem natürlichen, menschlichen Entwicklungsprozess.

Was können Sie selbst tun?

n         Sport und Bewegung an der frischen Luft sind ideal. Bewegung stärkt nicht nur Ihre Knochen und Ihr Herz, sondern beeinflusst auch positiv Ihr Wohlbefinden. Die darauf entstehende Müdigkeit beschert Ihnen eine gute Nachtruhe. Deshalb: Gehen Sie spazieren, machen Sie eine Fahrradtour oder tun Sie einfach alles, worauf Sie Lust haben. Genießen Sie das Leben!

n         Achten Sie auf eine gesunde Ernährung: Optimal ist eine vollwertige Kost mit wenig Fleisch, dafür mit viel Fisch, Gemüse, Obst, Salat und Milchprodukten. Eine gesunde Ernährung ist kalorienarm und hilft Ihnen, Ihr Gewicht zu halten oder zu reduzieren. Wichtig sind zudem regelmäßige Mahlzeiten, denn chaotische Essengewohnheiten erzeugen starke Blutzuckerschwankungen, die Hitzewallungen auslösen können.

n         Pflegen Sie Ihre Haut, denn Östrogenmangel lässt die Haut schneller altern. Produkte für die reifere Haut enthalten deshalb mehr Fett als Feuchtigkeit. Vermeiden Sie zudem alles, was Ihrer Haut nicht gut tut, beispielsweise zu viel Sonne, Solarien, zu viel Alkohol und Rauchen.

 n         Heilpflanzentees können ebenfalls für Linderung sorgen (Anwendung: meist 2 bis 3 Tassen täglich über einen längeren Zeitraum). Herztee bei Herzklopfen, Nerventee bei Nervosität und Salbeitee gegen Schwitzen.

 n         Viele pflanzliche Arzneimittel versprechen bei Wechseljahresbeschwerden Linderung, jedoch gibt es dazu kaum wissenschaftliche Belege.

o        Häufig verwendet wird das Extrakt der Traubensilberkerze Cimicifuga, das pflanzliche Östrogene enthält (Phytoöstrogene). Cimicifuga-Extrakte wirken vor allem gegen Hitzewallungen und Schwitzen.

o        Eine ähnliche Wirkung schreibt man den in Soja enthaltenen Soja-Isoflavonen zu.

o        Extrakte des Mönchspfeffers sollen bei Wassereinlagerungen im Gewebe und Brustspannen helfen.

o        Johanniskraut wirkt stimmungsaufhellend.

o        Medikamente mit beruhigender Wirkung, beispielsweise Baldrian, reduzieren tagsüber die Reizbarkeit und fördern nachts den Schlaf. Gegen Schweißausbrüche hilft Salbei.

Beachten Sie bitte: Es dauert in aller Regel mindestens zwei Wochen bis Pflanzenextrakte anfangen zu wirken. Die vollständige Wirkung entfaltet sich meist erst nach vier bis acht Wochen.

Die Wechseljahre des Mannes

Auch Männer geraten in die Wechseljahre, wenngleich diese nicht so ausgeprägt sind. Man bezeichnet sie als Klimakterium virile, Andropause oder ADAM (Androgen Decline in the Aging Male = Androgenrückgang beim alternden Mann).

Der Hauptunterschied ist: Bei der Frau endet die Fruchtbarkeit, beim Mann bleibt die Zeugungsfähigkeit bis ins hohe Alter erhalten. Die Wechseljahre des Mannes treten etwa zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr, in fast 70 Prozent der Fälle aber erst zwischen dem 50. und 55. Lebensjahr auf. Typischen Symptome sind Abnahme der Muskelkraft, Müdigkeit, Erschöpfungszustände, Abnahme der Libido und Nachlassen der Erektionsfähigkeit. Verursacht wird dies vor allem durch den langsamen aber stetigen Rückgang des männlichen Sexualhormons Testosteron.

Allerdings existieren auch Untersuchungen, die keinen Zusammenhang zwischen dem Testosteronspiegel und den Beschwerden feststellen können. Hierfür gibt es zwei Erklärungsversuche:

n         Das Sozialverhalten des alternden Mannes ändert sich. Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen sinkt, mit Merkmalen wie beispielsweise Ausbruch aus der Familie oder einer erheblich jüngere Gefährtin in einer unverbindlicheren Partnerschaft.

n         Das Klimakterium virile ist ein Marketing-Schachzug der Pharmaindustrie. Die Beschwerden (Depressionen, Schweißausbrüche, Verlust des Sexualtriebs) entstehen durch eine ungesunde Lebensweise, beispielsweise zu viel Alkohol, Rauchen, mangelnde Bewegung und Übergewicht.

Wechseljahre als Konfliktphase zwischen Mann und Frau?

Männer stehen ihren Frauen in den Wechseljahren oft ein wenig ratlos gegenüber. Vieles können sie aufgrund anderer Erfahrungen nicht nachvollziehen oder mitfühlen. Und oft besteht auch die Angst, dass sich die Sexualität, Zärtlichkeit und verändert. Tatsächlich kommt es während den Wechseljahren häufig zu sexuellen Veränderungen. Sie sind aber individuell sehr unterschiedlich: Bei einigen Frauen nimmt das sexuelle Interesse und die Erregbarkeit ab, bei andere dagegen steigt es an. Jedoch haben die hormonellen Veränderungen der Wechseljahre kaum einen Einfluss auf die Sexualität. Lediglich das Austrocknen der vaginalen Schleimhäute könnte zu Problemen führen, hier mildern jedoch hormonfreie Gleitmittel und Feuchtigkeitscremes die Beschwerden.

Vielmehr spielen bei Problemen mit der Sexualität vor allem soziale und psychische Faktoren eine Rolle, das heißt Konflikte in der Partnerschaft und das Altern. Dagegen gibt es wie so oft kein Patentrezept. Hilfreich ist, sich gegenseitig zu achten und zu respektieren, das bedeutet, den Partner mit all seinen Facetten ernst zu nehmen. Ein liebevoller Umgang miteinander und Verständnis wirkt in aller Regel mehr als jede Arznei.

Genießen Sie gemeinsam Ihr Leben. Gehen Sie zum Beispiel ins Theater oder in die Oper. Machen Sie Ausflüge oder ein Liebeswochenende in Venedig. Lachen Sie zusammen – und Sie werden sehen, die Wechseljahre sind nur ein Übergang in eine andere, neue und spannende Lebensphase. Der Beweis: Zahlreiche Frauen (und Männer) erleben nach den Wechseljahren eine glückliche und harmonische Sexualität, Erotik und Zärtlichkeit. Denn die menschliche Fähigkeit, Liebe und Lust zu spüren und zu genießen, bleibt Ihnen Ihr ganzes Leben lang erhalten.

 

 

Tags: 

Klimakterium, Wechseljahre, Mann, Frau

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