72km, 40kg Gepaeck, 3 Naechte, 2 Maenner und eine Menge Blauaeugigkeit: Das waren die Eckpfeiler unserer Wandertour durch den Weltberuehmten Fjordland National Park in Kiwi-Nation.
Nachdem wir erstmal aus dem schoenen Dunedin nach Te Anau getrampt waren (mit ungefaehr 15 Verschiedenen Mitfahrgelegenheiten) war unser naechstes Ziel der Kepler Track am Doubtful Sound. Obwohl er weniger bekannt ist als der weltberuehmte Milford Track ein wenig weiter noerdlich, braucht er sich keineswegs vor seinem "Grossen Bruder" im Milford Sound zu verstecken. Ein bisschen mehr Geheimtipp und daher nicht so überlaufen hat die Kepler Route ein ganz besonderes Flair, die vor allem bei naeherem Kennenlernen so richtig zur Geltung kommt. Aber so ist das ja immer mit den juengeren Geschwistern, richtig?
Voll gepumpt mit Uebermut, nur dem noetigsten Gepaeck auf dem Ruecken ("Jacke?" "Nee, ist doch Sommer!") und Klapperndem Campinggeschirr machten wir auf die Suche nach neuen Landschaftsmotiven. Die sind auf den ersten 5km spaerlich gesaet aber zum warm werden ist die Waldstrecke zu Beginn genau richtig. Wer zu den Leuten gehoert die immer erst NACH einem Anstieg die wohlverdiente Pause einlegen (wir gehoerten dazu) werden am ersten Tag ihre helle Freude haben: knackige 800m geht es hoch, auf 1200m. Alles verpackt in einen einzigen saftigen Anstieg (das Wort saftig bekommt da eine sehr woertliche Bedeutung). Hoehentechnisch ist das mit Abstand der lustigste Teil, aber sein wahres Gesicht Zeigt der Track an Tag 2...
Aus der Luxmore Huette - hier auf jeden Fall die nahe gelegene Hoehle besuchen, ganz mutige machens ohne Taschenlampe - (40 Schleifen die Nacht und dann noch nicht mal Premiere. Frechheit ist das :P ) geht weiter durch den alpinen Teil. Bei ordentlicher Vorbereitung (sprich minimale Investitionen in Regenklamotten) ist schonmal die groesste Gefahrenquelle gebannt: Hyperthermmie. (Knapp auf Platz 2 ist Fingernagelabbrechen). Leider waren wir knapp bei Kasse, da sind solche Dinge nicht drin. Also ging es in Pullover und Shorts(!) durch die Berge (aber erst nachdem wir der Huettenwachterin erklaeren konnten, dass wir nicht glauben zu kalt angezogen zu sein). Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Regen und Wind sorgen nicht gerade fuer wohlige Waerme, soviel hab ich an dem Tag gelernt. Und haette es da nicht eine Notunterkunft nach ca 2 Stunden laufen gegeben... Naja ich wollt eh schon immer mal Helikopter fliegen. Dass die ganze Geschichte nicht mit Waermedecke im oertlichen Hospital geendet hat war reiner Dusel. Aber so ist es nunmal mit dem Gleuck: Es hilft den Wagenden.
Neu eingepackt und von Regen und Wind gelaeutert konnten wir den Rest des Tages in vollen Zuegen geniessen. Die schmalen, gelaenderlosen Wege ueber Windgepeitschte Bergkaemme hielten unser Adrenalin jedoch konstant hoch. Eine wichtige Erfahrung macht man bei solchen Strecken schnell: Niemals laufen UND gucken. Entweder, oder.
Tage 3 und 4 waren gut zum runterkommen, wörtlich und bildlich. Der Track geht unter der Baumgrenze weiter durch dichte Farnwälder und vorbei an reißenden Flüssen. Man genießt einfach die Abwesenheit von Autodonnern und Asphalt. Zumal die Sonne anscheinend ihre gänzliche Abwesehnheit an Tag 2 wieder gut machen wollte.
Es sei ihr verziehen.