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TTTT - Tolle Typen / Tolle Ticks

Autor: basti
Bewertung: 5,25 | 4 Stimmen
Beschreibung:

Diese Leute stehen voll hinter ihrer Sache, sie ziehen ihr Ding durch. Alle anderen schütteln verachtend mit dem Kopf

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Der Sparer - TTTT
von: basti |  28.02.2009 18:05:53

Ich kann mich enthalten. Ich kann mich beherrschen. Ich kann auf vieles eine lange Zeit verzichten. Aber ich bin kein Asket. Ich verzichte nicht für ein höheres Ziel. Ich will mich im Grunde nicht zügeln. Ganz im Gegenteil.


Der Verzicht ist eher ein zur Seite legen. Ich bin ein Freund der Masse. Entweder ganz oder gar nicht lautet mein Schlachtruf. Ich verzichte nicht des Verzichts wegen. Ich staue an, um später umso hemmungsloser über die Strenge zu schlagen.


Ich hasse den Durchschnitt. Ich hasse das dauerhaft portionierte Leben: Ständig von jedem etwas. Lieber breche ich immer wieder daraus aus, um danach in einer langen Periode des Entbehrens von diesen Eindrücken zu zehren.


Lieber gehe ich ein Jahr lang zu Fuß und fahre Fahrrad, um dann mit dem Flieger nach New York düsen zu können.


Mein Leben ist eine Flasche Ketschup. Ich bin die meiste Zeit am Schütteln, aber für einen kurzen Moment der Glückseligkeit ergießt sich in einem großen Schwall alles auf einmal über meinem blanken Teller aus, wofür ich lange Zeit hart kämpfen musste.


Ich könnte es mir gemütlich einrichten. Jeden Tag auf ähnliche Weise verbringen. Aber so ticke ich nicht. Lieber lange Zeit nichts, aber dann alles auf einmal. Die Monate des sich Zurückhaltens vergehen langsam, aber sie vergehen mit der Kraft der Gedanken an das protzende Morgen.


Der Figur wegen könnte man sich jeden Tag eine kleine Süßigkeit gönnen. Das passt in einen abwechslungsreichen Essensplan. Aber so funktioniert das bei mir nicht. Da enthalte ich mich lieber ganz. Aber dann – dann muss es wieder sein: Eine Tüte Gummibären auf einmal! Eine Familienpackung Schokoladeneis.


Sparen, sparen, sparen. Jetzt nur das nötigste an Geld ausgeben, bis der Kontostand siebenstellig ist. Jetzt ist alles egal. Auf dass ich das Morgen erlebe. Erst dann werde ich leben.


 

Tags: 

tolle, typen, wort, meldung, zu wort, sparen, sparen, verzicht, portion, leben, askese, protzen, ang

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Bonze - TTTT
von: basti |  22.04.2009 16:25:43


Ich drück dir meinen Stempel auf


Du bist NICHTS und ich scheiß drauf


Sei zufrieden mit deinem Leben


Mehr wird es für dich nicht geben


Jeden Antrag lehn ich ab


Schaffe was - sei es auch nur dein Grab




Was ich einmal hab, das geb ich nicht wieder her


Du bist nichts, nicht mal irgendwer


Wer arm ist, der soll arm bleiben,


Wir brauchen dich da unten, bleib bescheiden


Scheiße schieben, den kasper machen


Wir haben über dich gut lachen




Willst wer sein, willst angeben


Auf die kacke hauen - fettes leben


Karatekicks, Fäuste,  Knarren sollens richten: als Weg zum Ziel nennst du Gewalt


Richter, Bodyguards, Arbeitsamt, Türsteher, Polizei, Bundeswehr, Staatsanwalt,

Wachschutz, Personenschutz, elektronische Sicherheit habe aber ich bezahlt!


Packst du einen von uns, dann fickt dich das System


Bleib im Ghetto, bleib ein statistisches Problem




Dieser Text wurde inspiriert von PhoenixEnforcer und stellt eine Antwort dar auf seinen Beitrag "Gerecktigkeit". Solange die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht und es keine soziale Gerechtigkeit gibt, kann es mit unserem Land höchstens wirtschaftlich, aber keinesfalls gesellschaftlich bergauf gehen.

 

Tags: 

bonze, gerechtigkeit, ungerechtigkeit, rap, slang, hiphop, gedicht, verarscht,system, sozial,asozial

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Der Opelretter - TTTT
von: basti |  19.05.2009 15:13:00

Kollegen, fürchtet euch nicht. Ich höre euer Wehklagen, ich vernehme euren Ruf.


Opel hat mir viel gegeben, nun will ich wieder etwas zurückgeben. 43 Jahre lang habe ich geschafft für Opel, ich stand in Lohn und Brot. Ich habe dafür gearbeitet, dass auf den Straßen große Autos fahren. In jedem Auto mit dem Blitz steckt etwas von mir.


Nun soll dieser großartige Betrieb untergehen? Ich fahre gerne Opel, und so soll es auch bleiben.


Opel – ich tu was! Egal, ob Geburtstag, Ostern oder Weihnachten: Von mir gibt es dieses Jahr einen Opel! Da kenn ich nix!


Meine Nichte, die studiert. Die meint, mit ihrem Semesterticket käme sie überall hin. Aber wirkliche Freiheit gibt es nur mit einem Opel. Und das soll so bleiben. Auch meine Großneffen sollen noch Opel fahren, und zwar nicht nur als Oldtimer. zu Ostern fragte ich meine Nichte: „Mädel, du möchtest doch auch ein neues Auto? Abwrackprämie kriegste ja nicht, weil du deine Straßenbahn nicht verschrotten kannst. Aber sag mir, wie viel du brauchst und ich gebe es dir.“


Die Familie guckt natürlich nicht schlecht bei meiner Großzügigkeit. Klar, die wundern sich auch, wo ich plötzlich das Geld her nehme. Ich bin ja nicht Krösus. Auf der hohen Kante hab ich es jedenfalls nicht. Nicht mehr. Mein ganzes Guthaben steckt jetzt in Aktien von Opel. Ich rette Opel, das will ich euch gesagt haben.


Aber wenn die Leute sich jetzt wegducken vor der Krise, wenn niemand mehr Geld für irgendetwas aufnehmen will, wenn jeder mit dem Hausbau wartet und für die nächste Reise lieber spart, statt einen Kredit aufzunehmen oder gleich an die Ostsee fährt – in solchen Zeiten bin ich als Rentner mit einer sicheren, monatlichen Pension und einer guten Lebensversicherung selbstverständlich gern gesehener Kunde jeder Bank.


Ich rette Opel, das sollt ihr mir glauben.


Opel, das ist was anderes, als ihr heute gemeinhin glaubt. Die schlechten Jahre unter General Motors müssen wir vergessen und aus unserem Gedächtnis streichen. Da hieß es nur, Kosten zu sparen und Rendite zu machen. Aber das ist nicht Opel, da wurde aus Opel heraus gepresst, was heraus zu pressen ging.


Opel, das ist Technik auf dem neuesten Stand. Deutsche Ingenieurskunst. Eine eingeschworene Gemeinschaft, die zusammenhält. Ein Lebensgefühl.


Ich rette Opel und koste es mich alles, was ich habe. Ich rette Opel und sei es das letzte, was ich tue. Überlebt Opel, dann überlebt etwas, das weit über meinem eigenen Leben steht!


Ihr seid auch nicht mehr wert als Opel. Folgt meinem Beispiel und bewahrt etwas, das euer Dasein rechtfertigt. Gibt es ein Leben nach Opel? Kein lebenswertes in meinen Augen.

 

Tags: 

opel, rettung, retter, gm, general, motors, zulieferer, fiat, privat, investor, krise, finanzkrise

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Der Sado-Maso-Manager - TTTT
von: basti |  25.05.2009 15:58:32


Der Sado-Maso-Manager TTTT


„Bestrafe mich, oh Herrin!“, wenn ich das sage, dann ist es wieder so weit. Dann geht es mir schlecht. Dann bin ich kurz davor, alles hinzuschmeißen. Dann überkommt mich mein schlechtes Gewissen. Dann tut es mir plötzlich leid, dem Müller nach 13 Jahren gekündigt zu haben. Dann geht es mir auf einmal nahe, der Frau Meyer den Urlaub zu streichen, das Urlaubsgeld zu kürzen und ihr die Arbeit vom Müller zusätzlich aufzubrummen – zu unbezahlten Überstunden versteht sich, weil sie sonst Urlaub für immer hat und dem Müller folgen kann, wenn sie sich widersetzt. Dann möchte ich fast schon selbst kündigen.


Aber dann reiße ich mich zusammen. Dann denke ich an die schönen Seiten, dann denke ich daran, wie schön es doch ist. Der Müller ist länger bei der Firma als ich, aber ich schmeiße ihn raus, nicht umgekehrt. Er kann gehen. Ich bestrafe ihn, weil er nicht so gut ist, wie ich. Ich lasse ihn winseln und betteln und nach dem warum fragen, aber ich kenne keine Gnade. Die nötige Kraft hole ich mir von meiner Domina.


Ich sehe die Meyer jetzt jeden Tag leiden. Sie leidet nur, weil sie so schlecht ist. Wäre sie nicht so minderwertig, sie würde die Arbeit bewältigen und dabei lächeln. Aber ich gebe zu, es gefällt mir besser, dass sie nicht lächelt. Ich genieße, dass ihre Augenringe täglich dunkler werden. es ist geil, dass sie vor mir im Büro ist und erst geht, wenn ich schon lange zu Hause bin. Sie verdient es nicht anders.


Jetzt bestrafe mich Herrin! Quäle mich, damit ich weiterhin quälen kann. Mach mich dir zum Sklaven, damit meine Sklaven meinen Befehlen gehorchen. Füge mir das Leid zu, das ich brauche, um andere leiden zu lassen. Ich tue jetzt alles, was du willst! Und aus diesem Grund werde ich schon morgen früh wieder fordern, dass jeder tut, was ich will! Oh Domina, jetzt bin ich nichts, aber morgen sind alle anderen nichts, dann bin ich wieder der Herrscher der Welt.


 

Tags: 

management, schmerz, leid, ego, trip, sado, maso, vorgesetzter, quält, untergebene, bwl, vwl, domina

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