Sonnenstich und Hitzschlag: Die Risiken der Sonne
Bei Hitzschlag ist schnelle Kühlung lebensrettend
Die Sehnsucht des Menschen nach Wärme und Sonne ist
ungebrochen. Sobald im Sommer die heißen Tage auch bei uns für südliches Flair
sorgen, genießen wir das unbeschwerte Leben unter freiem Himmel. Freibäder,
Badeseen, Parkanlagen und Gartenwirtschaften sind gefüllt mit Sonnenhungrigen
jeden Alters. Das Leben ist so schön. Doch Vorsicht! Die Sonne hat auch ihre
Schattenseiten: zu viel Sonne und Hitze kann lebensbedrohlich sein.
20.000 Hitzetote in Europa
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass an der
Hitzewelle im August 2003 etwa 20.000 Menschen gestorben sind. Besonders
gefährdet sind bei Hitze vor allem ältere Menschen, aber auch Säuglinge, Kleinkinder
sowie Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein Risiko besteht aber auch
für jüngere und gesunde Personen, wenn sie bei großer Hitze anstrengende
Sportarten ausüben. Trotz dieser erschreckenden Zahlen, wissen viele Menschen
nicht über die Gefahren und Risiken von Sonne und Hitze Bescheid – geschweige
denn darüber, was im Notfall zu tun ist. Deshalb unser Tipp: Beachten Sie unsere
Informationen und Empfehlungen, dann können Sie den Sommer und die Sonne unbeschwert
und sicher genießen.
Hitzeschäden – eine Übersicht
In der Medizin bezeichnet man als „Hitzeschaden“ eine
Gesundheitsstörung, deren Ursache in einer für längere Zeit erhöhten
Umgebungstemperatur liegt. Die Folgen sind Kopfschmerzen, Schwindel,
Kreislaufprobleme bis hin zum Hitzetod. Im Einzelnen unterscheidet man folgende
Hitzeschäden:
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Sonnenstich
Ein Sonnenstich entsteht durch direkte, lang andauernde und starke
Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nackenbereich. Die Hirnhäute werde dadurch
überwärmt, gereizt und schwellen an. Der Sonnenstich ist damit eine Art
Hitzschlag des Kopfes.
Symptome sind: roter, heißer Kopf, kühle Haut, Kopfschmerzen, Unruhe,
Schwindel, Übelkeit/Erbrechen, Nackenschmerzen bis hin zu Nackensteifigkeit
(Meningismus). In fortgeschrittenem Stadium Bewusstseinsstörungen,
Krampfanfälle und Kollaps. In schweren Fällen kann ein Sonnenstich tödlich sein.
Besonders gefährdet sind Menschen mit Glatze sowie Säuglinge und Kleinkinder,
die hohes Fieber bekommen können, wobei sie auffallend blass werden. Vor allem
bei kleinen Kindern kann ein Hirnödem oder eine lebensbedrohliche
Hirnhautentzündung (Meningitis) entstehen. Falls Kinder einige Stunden nach der
Sonneneinstrahlung hohes Fieber bekommen, rufen Sie sofort einen Arzt.
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Hitzekrampf
Flüssigkeits- und Mineralstoffmangel führt bei großer Hitze zu einem
Hitzekrampf. Vor allem bei Sport und schweren körperlichen Arbeiten verliert
unser Körper durch das Schwitzen viel Flüssigkeit und lebenswichtige
Mineralstoffe.
Symptome: Muskelkrämpfe oder -zuckungen (unwillkürliche Muskelbewegungen) besonders
der Arme, Beine und Bauch.
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Hitzekollaps/Hitzeerschöpfung
Die Gefahr einer Hitzeerschöpfung besteht, wenn man sich bei großer Hitze körperlich
stark belastet (z. B. Arbeit, Sport) und dem Körper nicht ausreichend
Flüssigkeit und Mineralsalze zuführt. Die Hitzeerschöpfung ist eine enorme
Kreislaufbelastung und kann sich bei mangelnder Flüssigkeits- und
Mineralsalzzufuhr auch ohne körperliche Anstrengung über mehrere Tage
entwickeln. Hiervon sind vor allem ältere Menschen betroffen, da sie fast immer
zu wenig trinken.
Symptome: starkes Schwitzen, Frösteln, Kopfschmerzen, blasse Hautfarbe,
Schwäche- und Schwindelgefühl, Übelkeit/Erbrechen bis hin zu einem
Kreislaufzusammenbruch. Flache und schnelle Atmung, der Puls ist schwach und
schnell. Hitzekrämpfe sind möglich, unbehandelt kann sie in einen Hitzschlag übergehen.
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Hitzschlag
Ein Hitzschlag entsteht durch einen Wärmestau im Körper. Das bedeutet, durch
längere Wärmeeinwirkung wurde die Wärmeregulation des Körpers gestört, es gibt u.a.
keine Schweißbildung mehr (Wassermangel). Der Körper ist damit nicht mehr in
der Lage, eine normale Körpertemperatur aufrecht zu erhalten, so dass die
Körpertemperatur schnell auf über 40 °C steigt. Ein Hitzschlag entwickelt sich
entweder aus einer Hitzeerschöpfung oder wenn der Körper keine Körperwärme mehr
abgeben kann, um hohe Außentemperaturen auszugleichen. Dies ist beispielsweise
möglich durch zu warme Kleidung, körperliche Anstrengung oder bei einem Aufenthalt
in überhitzten, geschlossenen Räumen, beispielsweise einem Pkw. Auch
Medikamente wie Diuretika oder Antidepressiva, Neuroleptika und Parkinsonmittel
können die Wärmeregulation stören.
Symptome: heiße, trockene Haut und hochroter Kopf. Stumpfer Gesichtsausdruck, unsicherer
Gang, Schwindel und erhöhter Puls. Verwirrtheit, Übelkeit, schließlich Bewusstlosigkeit
und Hirnschwellung. Körpertemperatur über 40 ºC. Unbehandelt kann ein Hitzschlag
tödlich sein.
Wichtiger Hinweis:
Sonnenstich und Hitzschlag sind lebensbedrohliche Notfälle. Rufen
Sie bei Verdacht daher sofort einen Arzt.
Erste-Hilfe-Maßnahmen
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Als Sofort-Maßnahme legen Sie den Betroffenen in
den Schatten bzw. bringen Sie ihn an einen kühlen Ort. Sein Oberkörper/Kopf
sollte erhöht gelagert sein.
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Öffnen Sie seine Kleidung und kühlen Sie den
überhitzten Körper langsam ab. Bei Hitzeerschöpfung den Körper mit feuchten
Tüchern, besser durch ein kaltes Bad oder Dusche abkühlen. Bei einem Hitzschlag
kann die sofortige Abkühlung mit kaltem Wasser lebensrettend sein! Bei
Sonnenstich Kopf und Nacken mit feuchten Tüchern kühlen, aber keine Eisbeutel direkt
auf den Kopf legen.
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Sofern möglich, dem Betroffenen sofort etwas zu
trinken geben. Ideal sind beispielsweise Mineralwasser, Wasser und verdünnte
Fruchtsäfte (keine alkoholischen Getränke).
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Sorgen Sie für längere Körperruhe.
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Bei Bewusstlosigkeit entsprechende Maßnahmen
durchführen und den Rettungsdienst rufen.
Vorbeugende Maßnahmen
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Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung und
tragen Sie eine leichte und luftdurchlässige Kopfbedeckung (Sonnenhut). Besonders
geeignet sind beispielsweise Strohhüte. Baseball-Kappen sind dagegen nicht zu
empfehlen, da sie die Luftzirkulation am Kopf eher behindern.
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Vermeiden Sie körperlichen Anstrengungen wenn
Sie Fieber haben oder bei Erkrankungen, mit erhöhtem Flüssigkeitsverlust
(Durchfälle, Erbrechen).
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Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeits-
und Mineralstoffzufuhr (2 – 3 Liter). Trinken Sie bei körperlicher Anstrengung
(Sport) pro Stunde generell drei bis vier Gläser.
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Tragen Sie luftige, nicht einengende Kleidung.
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Vermeiden Sie jegliche Überanstrengung. Verlegen
Sie körperliche Aktivitäten in kühlere Tageszeiten.
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Gönnen Sie sich genügend Ruhe in einem kühlen,
abgedunkelten Raum.