Seit einigen Wochen
recherchiere ich im Internet, um herauszufinden, wie andere Frauen zu ihren
Schwiegermüttern stehen. Denn der Alltag sieht noch immer so aus, dass sich die
Schwiegertochter oft wegen ihrer eigenen Gefühle gegenüber der Schwiegerfamilie
skeptisch betrachtet. Es scheint ja so zu sein, dass alle anderen Frauen diese
Probleme nicht haben und so kommt sicher die eine oder andere ins Grübeln.
Ich habe die letzten Tage damit verbracht, verschiedene
Beiträge in Mütter-Foren durchzulesen und stieß dabei auch auf die Thematik der
geizigen und sparsamen Schwiegermutter. Diese Gattung schaut ständig darauf,
wie verschwenderisch ihre Schwiegertochter ist und durchwühlt im Extremfall dafür
sogar Mülltonnen, um die Beweislage zu sichern. Nicht selten gibt sie auch
Kommentare zu den neu gekauften Möbeln, Kleidungsstücken oder Blumenkästen ab,
in der Regel ist der Schwiegermutter kein Thema zu schade, um der
Schwiegertochter klarzumachen, wie wenig sie mit Geld umgehen kann. Übrigens
ist eine artverwandte Kategorie dazu die Schwiegermutter, welche der
arbeitslosen Schwiegertochter Vorhaltungen macht, ihrem geliebten Sohn auf der
Tasche zu liegen oder ihn in den Ruin zu treiben. Das ist dann aber ein neuer
Artikel wert.
Peinliche Geschichten häufen sich da in Familien, vor allem
wenn die Schwiegertochter in das Elternhaus ihres Mannes gezogen ist. Nicht
selten finden sich Kleidungsstücke, die sie in die Altkleidersammlung geworfen
hat, an Nichten und Neffen wieder. Die Oma hat dafür gesorgt, dass die Sachen
weiterverwendet werden, weil sie zum Wegschmeißen zu schade waren.
An und für sich ist diese Geste ja keine schlechte, zeugt
sie doch von Menschlichkeit, aber hätte denn nicht ein Gespräch stattfinden
können, dass die Klamotten noch gebraucht werden? Es ist natürlich auch zu
erwarten, dass die Kleidung ganz sicher mit dem Vermerk weiterverschenkt wurde,
von wem sie weggeworfen worden ist.
Ein anderes zentrales Thema in Richtung Sparsamkeit- oder doch
schon Geiz- ist der Verbrauch von Strom und Warmwasser. Vielleicht manchen
nicht so fremd, zumal die Söhne meist das Verhalten ihrer Mutter übernehmen. Da
steht man im Flur mit dem vollen Wäschekorb und das Telefon klingelt. Man wetzt
in die Wohnung, hebt ab und setzt sich im Wohnzimmer. Das
Gespräch hat vielleicht keine 10 Minuten gedauert, und auf dem Weg zurück in
den Flur oder die Waschküche bricht man sich fast die Knochen. Da ist überall
vorbildlich das Licht ausgeschaltet und wenn es gut kommt, sogar der Stecker
aus der Waschmaschine gezogen.
Nicht selten ist es auch so, dass ein Kommentar kommt, wenn
die Schwiegertochter hier und da mal ein Radio oder den Fernseher laufen
lässt, denn schließlich kostet alles Geld. Hier geht es aber oft nicht um
Schwiegermütter aus der Nachkriegszeit, dieses Exemplar wurde in der heutigen
Zeit, wo Sparen angesagt ist, ganz schnell wieder neu geboren.
Kein Mensch hat etwas gegen das Sparen. Doch wenn es dann
krankhafte Ausmaße annimmt, wird es kritisch für das Zusammenleben.
Die bewährten Tipps dazu sind wie immer: Entweder man lege
sich als Schwiegertochter ein ganz dickes Fell zu, oder man suche schnellstens
räumlich das Weite. Weiterhin erziehe man seinen Mann dahingehend, dass er mit
seiner sparsamen Mutter reden lernt und Grenzen setzt. Sollten diese drei Dinge
bereits eingehalten worden sein, und es handelt sich um vorübergehenden Terror
während eines Besuches von Seiten der Schwiegermutter, so lächle man wie immer
nett und denke sich seinen Teil.
Aber am allerwichtigsten ist, mit jemandem darüber zu reden.
Erstens gerät es so an die Öffentlichkeit und ist kein Tabuthema mehr und
zweitens findet man so am ehesten den wichtigen inneren Abstand und kann dann
seinen Gefühlen wieder zu hundert Prozent vertrauen.
Es taucht in allen Altersgruppen auf, ob
nun frisch verlobt oder lange verheiratet, das Thema um die ungeliebte
Einmischung der Schwiegermutter in Mode- und Erziehungsfragen. Und obwohl es
mehr Schwiegermutter-Witze aus Männer-Sicht gibt, sind es meistens die
Schwiegertöchter, die das echte Problem mit sich herumtragen.
Es gibt das
Exemplar Schwiegermutter, die sich in so ziemlich alles einmischt, was
irgendwie mit ihrem Sohn zu tun hat. Manchmal auch mit der Tochter.
Sie
bemängelt grundsätzlich alles, was die Schwiegertochter tut, selbst wie diese
kocht, was sie für Kleidung trägt und wie sie sich benimmt. Nun kann man ja
aber die gute Frau Schwiegermutter nicht
einfach in irgendeinen Keller sperren.
Viele, viele
Jahre hält sich die Schwiegertochter oft zurück, ihrem Mann und den Kindern
zuliebe. Schließlich interessiert es eh nicht, was die Schwiegertochter so für
eigene Wünsche vom Leben hat. Aber eines Tages wird das Maß voll sein und dann
weht ein ganz kalter Wind.
Dabei gibt es andere Lösungen. Zum Beispiel hilft manchmal
ein Gespräch, schön in Ruhe und mindestens ein halbes Jahr vorher innerlich
geprobt, in dem die Schwiegertochter klipp und klar sagen sollte, was sie
wurmt.
Manchmal
bleibt das allerdings auch gänzlich ohne Erfolg. Das ist auch logisch, weil das
Problem meistens nicht bei der Schwiegertochter liegt, sie aber so hingestellt
wird. Und Schwiegermütter haben ein sagenhaftes Talent, das bis zur Perfektion
auszubauen, ohne dass der Sohn dies wirklich durchschaut. Wie auch- es ist ja
seine Mutter!!!
Manchmal
geht es nicht anders und es hilft nur noch der Kontaktabbruch, zumindest aber
der komplette Rückzug, bis eine kleine Einsicht von der anderen Seite da ist.
Einfach
ignorieren und tun was das Paar für richtig hält, ist sehr effektiv, aber meist
in der Realität schwer umsetzbar. Trotzdem ist bei den Erziehungsfragen der
Kinder wichtig, dass man sich mit seinem Partner einig ist - dann sollten vielleicht
beide gemeinsam klarstellen, wie man sich die Erziehung der Kinder vorstellt.
Das wäre charakterstark und würde Wunder wirken.
Eine weitere Alternative zum Kontaktabbruch wäre, dass der
Sohn mal ein
ernstes Wort mit seiner Mutter redet, vielleicht macht sich dies ja von Sohn zu
Mutter besser. Allerdings ist dies auch keine sonderlich realitätsnahe Lösung,
denn wäre der Sohn reif genug, offen mit seiner Mutter zu reden, wäre er wohl
auch im gesunden Sinne längst von ihr abgenabelt und ergo gäbe es diese
besonders großen Probleme der Einmischung nicht.
Vielleicht
hilft es, die Seite der Schwiegermutter zu durchleuchten. Sie hat Angst, dass
für ihren Jungen und die Enkelkinder nicht gut gesorgt wird und will ja nur das
Beste. Wie immer. Man könnte also versuchen, ihr gerecht zu werden, sich für
die vielen netten Ratschläge bedanken, lieb lächeln und sich innerlich seinen
Teil denken.
Schwiegermütter,
wie hier beschrieben interessieren sich meist mehr für das Leben anderer als
für ihr eigenes. Das betrifft unter Umständen nicht nur die Schwiegertochter.
Wer Langeweile und keine eigenen Hobbies hat, der schaut schon gern mal, was
andere so tun. Vielleicht findet man ja so heimliche Verbündete, die auch schon
lange vom Verhalten der Schwiegermutter genervt sind. Gut, es ist nicht gerade
die fairste Art und Weise, aber doch eine, die ein wenig die Nerven beruhigt
und den Selbstwert wieder aufbaut.
Man könnte
ja diesbezüglich auch Mitleid entwickeln, wenn ein Mensch so wenig eigene
Lebensinhalte hat und die gute Frau Schwiegermutter einmal im Monat zu Kaffee
und Kuchen einladen. Das extra feine Gedeck kann man ja danach wieder zu seiner
Mutter oder Freundin schaffen. So sieht sie, dass der Anlass sehr wichtig ist
und im richtigen Moment kann dann das Gespräch vielleicht doch einmal auf die
Einmischung gelenkt werden, ohne Vorwürfe. Ich persönlich würde so ein Gespräch
keiner Schwiegertochter allein anraten, sondern nur zu zweit, wo der Mann dann
die Gelegenheit nutzen darf, seine Liebe zu seiner Frau noch einmal zu
untermauern.
Schwierigen
Schwiegermüttern wird das aber nicht weiter imponieren, wenn man richtig viel
Glück hat. Entweder an demselben Tag noch oder aber spätestens nach einer Woche
ist die Schwiegertochter wieder ein Mädchen, das nicht in der Lage ist, für den
tollen Mann und die Kinder zu sorgen.
Falls es möglich
ist, sollte man eine größere räumliche Entfernung suchen. Dann wird auch der Mann
erwachsen und lässt sich von seiner Mutter nichts mehr sagen, was anschließend
zwischen dem Paar steht. Bei Frauen, die solche extremen Schwierigkeiten mit
ihrer Schwiegermutter haben, ist der Partner meist nicht in der Lage, seiner
Mutter deutlich zu machen, dass sie sicher eine liebe Mutter ist, er aber nun
erwachsen ist und eine eigene Familie hat, für die er imstande ist, zu sorgen.
Eine weitere
Möglichkeit für die Schwiegertochter wäre, dass nur sie sich zurückzieht und
ihren Mann allein mit den gemeinsamen Kindern zu seiner Mutter gehen lässt.
Damit sind solche Schwiegerdrachen auch tatsächlich meistens zufrieden. Es gibt
nur einen Haken bei der Sache: Die Ehe oder Beziehung wird auf keinen Fall ewig
halten. Eine Ehefrau, die sich verraten fühlt, ist fast genauso schwierig wie
eine Schwiegermutter, die sich immer in alles einmischt.
Das Fazit
ist und bleibt dieses: Entweder der Mann schafft es, reinen Tisch zu machen,
damit seine Frau unkritisiert zu seinen Eltern mitkommen kann, oder die
Schwiegertochter muss etwas anderes unternehmen. Es liegt aber wirklich an dem
Mann, wie es in Zukunft so läuft, denn wenn man als Schwiegertochter im
Alleingang beginnt, die Schwiegermutter zu bekehren, wird diese früher oder später die Einstellung
vertreten, dass ihre Schwiegertochter nicht nur schlecht für ihren Sohn sorgt,
sondern auch noch zänkisch und schlecht erzogen ist. Auf die Dauer sind extreme
Ehe- oder Beziehungsprobleme jedoch immer absehbar.
Ein Mann
wird seine Mutter immer wieder in Schutz nehmen, und das bekommen auch die
Kinder mit. Damit ist die Schwiegertochter letztlich eigentlich immer die Böse.
Die berühmte friedliche Klärung, die sich alle Beteiligten wünschen, gibt es
jedoch nur äußerst selten.
Auch wenn
jede Schwiegertochter mit so einem Schwiegerdrachen an der Backe denkt, es
ginge nur ihr so und allen anderen nicht, so ist das Phänomen doch sehr weit
verbreitet, aber eben ein Tabuthema. Und deswegen schreibe ich hier auch so
offen darüber.
An und für
sich wurden wir alle aber von unseren Omas auch verzogen und verwöhnt. Das darf
man dabei nie vergessen. Vielleicht ist es der Lauf der Dinge und nicht zu
ändern.
Sicher kennt jeder das Gefühl, der mit seinem Freund noch nicht lange zusammen ist: Was schenke meiner Schwiegermutter in spé zum ersten gemeinsamen Weihnachtsfest? Die ersten Hürden sind genommen und das Kennenlernen verlief sehr gut, was ja schon ein Glücksfall ist. Aber trotzdem bleibt das flaue Gefühl im Magen, was bringe ich zu den Festtagen mit? Immerhin kann so ein Geschenk wesentlich zum Familienfrieden beitragen! Da gibt es vielfältige Möglichkeiten, um einen guten Eindruck zu hinterlassen.
Etwas anspruchsvollere Lebensmittel wie z.B. ein tolles Meersalz in einer schönen Verpackung oder ein gutes Olivenöl können schon Sympathiepunkte bringen, wenn die Schwiegermutter gern kocht. Bestellen kann man solche Geschenke bei www.gourmondo.de, da ist man auf der sicheren Seite. Eine weitere Möglichkeit wäre ein Gutschein für ein gemeinsames Essen in einem Restaurant oder eine entspannende Körpermassage. Wer eine besonders anspruchsvolle Schwiegermutter hat, kann sich auf dieser Seite umschauen. http://www.edelight.de, hier gibt es von stilvollem Schmuck über Cashmere-Pullover bis hin zu Obstschalen aus Olivenholz so ziemlich alles, was das Schwiegermutterherz begehrt. Schwiegermütter, die schon etwas älter sind und noch dazu unheimlich mütterlich, freuen sich meist jedoch auch über eine gepflegte Flasche Wein, ein gutes Buch oder Vorlagen zum Sticken und Häkeln. Schön verpackt und mit viel Liebe überreicht, wird aber jedes Weihnachtsgeschenk das passende sein- wenn die Schwiegermutter genauso lieb ist.