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Schlüssel des Lebens

Autor: Lucy-Lee
Bewertung: 5,75 | 4 Stimmen
Beschreibung:

Spannung, Krise Wahrnehmung und dabei noch auf dem Weg zur mir selbst: begleitet mich auf meiner Reise

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Schlüssel des Lebens Teil 1
von: Lucy-Lee |  28.09.2008 20:17:46

Hallo Ihr Lieben,

 
habt ihr noch genug Zeit für euch und eure Gesundheit?

 
An dem Punkt habe ich vor gar nicht all zu langer Zeit gestanden. Ich habe mir keine Zeit mehr für mich genommen, sondern nur noch für die Arbeit und das Wohlergehen anderer meine Zeit geopfert. Mein Körper gab mir in gewisser Weise ein Zeichen. Meine Salben und Medikamente, die mir helfen, die Schuppenflechte so angenehm wie möglich zu gestalten, haben ihre Wirkung verloren und ich war gezwungen zu handeln; und das schnell, denn das Jucken und die Schmerzen wurden langsam zu einer undefinierbaren Qual.

 
Mein Arzt riet mir, meine Lebensweise zu ändern. Da ich aber so in meinem Trott gefangen war, funktionierte es anfangs ganz und gar nicht. Es war mir nicht klar, was es heißen soll, wenn ich Zeit für mich habe. Ich bin doch immer ich und wenn ich Zeit verbringe, dann habe ich doch immer etwas davon. Der Arzt machte mir klar, dass ich Dinge tun solle, die mir Freude machen oder die ich schon lange einmal machen wollte. Dabei war es wichtig, dass es sich nicht um lästige Dinge handelt, die ich seit langer Zeit vor mir her schiebe. Nein, es sollten so zu sagen Wünsche sein, die ich mir vielleicht schon vor langer Zeit auf einer Liste notiert oder sie bereits seit langem in meinem Gedächtnis mit mir herumtrage.

 
Ich ging also erneut an die Umsetzung dieser Vorsätze. Ich fing an, alle mir unbequemen Dinge von mir zu weisen. Den Haushalt gab ich fast komplett an meinen Mann ab, erledigte nur mit Widerwillen den Einkauf und verbrachte fast den ganzen Tag, wenn ich nicht gerade arbeiten musste, vor dem Fernseher. So konnte ich meine Tage schnell und relativ problemlos über die Bühne bringen.  Nachdem ich diesen Lebensstil drei Wochen beibehielt, fing ich an meinen Körper noch abscheulicher zu finden als ich ihn ohnehin schon fand. Ich habe zugenommen und bekam Pickel. Ich ging zu meinem Arzt und versuchte ihm zu erklären, dass ich lieber wieder in meinen „alten“ Trott zurück gehe. Denn die Nebenwirkungen, die es mit sich bringt, wenn ich das tue, wonach mir ist, wäre ja nun offensichtlich. Voller Zorn und Erbostheit berichtete ich ihm meine Erfahrungen und dass es mir jetzt nicht besser geht. Meine Schuppenflechte wurde zu alledem auch noch schlimmer, was sich unter anderem aus meiner Gewichtszunahme begründen ließ, wie ich ebenfalls von meinem Arzt erfahren konnte.

 
Völlig entnervt kam ich wieder zu Hause an. Mein Mann vertiefte sich in seine Arbeit und ich saß wieder einmal vor dem Fernseher. Es kam sogar vor, dass ich vor dem Computer hockte und gleichzeitig den Fernseher laufen ließ. Diesen Luxus wollte ich mir aber aus „stromspartechnischen“ Gründen nicht mehr erlauben.

 
Doch bei all den vielen Programmen, die man ja zwangsläufig zur Auswahl hat, fand ich keine Sendung die meinem momentanen Gefühlschaos gerecht werden konnte. Ich sehnte mich nach einem richtigen Streit, einem Beziehungsdrama, in dem die Frau von ihrem Mann verlassen und zuvor aufs übelste Betrogen wurde. Ich wollte etwas sehen, womit ich mich identifizieren konnte, ich wollte Menschen sehen, die so leideten wie ich.. Doch alles, was ich fand, waren entweder total schnulzige Liebesfilme (man nennt sie auch Daily-Soaps) oder Gerichtsshows, die derart schlecht waren, dass ich anfing mir über die Frisuren der einzelnen Charaktere Gedanken zu machen. Warum hatte die Frau, die eine verwahrloste Person darstellten sollte ausgerechnet, wunderschön glänzende mit, einer Dauerwelle versehene Haare? Und warum trug das Mädchen aus dem Superinternat eine zerrissene Hose, deren Bund nur knapp über ihrem Schambein hing? Das passte nicht und so konnte ich mich auch nicht in die Situation hineinversetzen und entschloss den Fernseher auszuschalten.

Warum versuchte ich mich nicht selbst zu heilen?

 
Wer könnte mir eigentlich besser helfen als ich mir selbst. Schuppenflechte ist eine Krankheit, die aus seelischen und physischen Ursachen bedingt auftritt. Ich musste also erst einmal mein seelisches Problem herausfinden. Eigentlich war das keine große Schwierigkeit, denn ein Teil meiner Verschlossenheit hat auch einen Grund. Nicht nur meine Krankheit sondern auch Ängste haben mein Leben in ihren Bann gezogen. Ich begriff nun langsam, dass es an der Zeit war, mir über einige Dinge klar zu werden. Es hat auch immer einen Grund, warum der Körper, in diesem Fall mein Körper, so reagiert wie er reagiert. Es sind Signale, die entschlüsselt werden müssen. Ich machte mich also auf die Suche nach dem Schlüssel, der es mir ermöglichen sollte, meinen Körper zu verstehen. So ähnlich wie schon viele Entdecker, Fabelwesen und andere waghalsige Menschen versucht haben, ihr Abendteuer zu erleben, machte ich mich daran es, mit dem Finden des Schlüssel zu entziffern. Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Mensch seinen Körper nicht wahrnimmt, um mit ihm eine Symbiose zu bilden, sondern ihn benutzt, ihn auszerrt und permanent verlangt auf höchstem Niveau das zu liefern was wir von ihm erwarten.

 
Kleine Zeichen einer Unstimmigkeit zwischen Seele und Physis sind:

 
Hornhaut an den Füßen

Schatten unter den Augen

Risse und weiße Flecken an den Fingernägeln

 
Ich möchte hier kein Diät-Tagebuch führen, sondern versuchen mich, mit dieser Art der Therapie, nämlich Euch über meine Krankheit zu schreiben, einen Weg zu finden die Beschwerden zu lindern und den eben schon angesprochen Schlüssel entdecken zu können. Ich schreibe frei über das, was ich empfinde und welche schönen aber auch anstrengenden Erfahrungen ich durchlebe. Ich bin der festen Überzeugung dass ich mir in meiner Situation eine Möglichkeit schaffen muss, in der ich einen Schritt auf mich zu mache und nicht darauf warte, dass mir jemand anderes sagt und zeigt was mir gut tun könnte, obwohl er mich vielleicht nur einige Minuten in seiner Praxis vor mir hat.

 
Ich werde hier so eine Art Berichtsheft führen, indem ihr die Möglichkeit habt, meine Geschichte zu verfolgen. Ich habe ein Aufnahmegerät bei mir, in welches ich meine Gefühle, Taten, Erfolge, Misserfolge und meinen Alltag aufspreche, wenn ich mal nicht am Computer sitze, um alles an Euch weitergeben zu können. So habe ich die Möglichkeit verschiedene Situationen zu übermitteln, auch wenn es mir zum Zeitpunkt meines Schreibens bereits besser geht.

 Ich wünsche uns viel Erfolg!

 

Tags: 

Krise, Wahrnehmung, Krank, Schuppenflchte, Psoriasis, Haut, Chronisch, Erfahrungen, Bericht, Blogg,

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