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Schau hindurch

Autor: Lesari
Bewertung: 6,00 | 8 Stimmen
Beschreibung:

Viele Autoren schreiben Kurzgeschichten, in diesem Themenbereich möchte ich sie gerne einmal vorstellen

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Was ist das Leben?
von: Lesari |  17.01.2009 12:05:47

Christopher Coake "Bis an das Ende der Nacht"

ISBN 3-442-31109-8, Goldmannverlag,320 Seiten, EUR 14,95

 

Es ist das erste Buch von dem Autor, und löste bei den Lesern unterschiedliche Reaktionen aus. Die einen mochten es, andere hassen es. Wenn wir den englischen Titel "We`re in Trouble" nehmen, bekommt das ganze  eine ganz andere Aussage.

In den sieben Kurzgeschichten geht es um das Unvermeidliche: den Tod. Es sind Geschichten aus dem Leben, die den Menschen passieren, Plötzlich stirbt jemand, durch einen Unfall oder Krebs. Geschichten die eine tiefe Liebe in uns offenbaren, in der der Tod eine Leere hinterlässt. Christopher Coake durchdringt diese einschneidenden Erlebnisse, einer Wahrheit der wir nicht entrinnen können. Emotionen, die den Menschen gefangen nehmen. Mit klaren Blick zeichnet er die Tragödien nach.

Er schreibt aus der Erfahrung heraus. Seine Frau Joellen erkrankte schwer an Krebs, und als sie dennoch so plötzlich, nach langer Krankheitsphase starb,war es für ihn Schock. Daraus wuchs die Idee dies alles in Geschichten festzuhalten. Die ersten trieften vor Selbstmitleid, doch es wurde sein Ziel mehr daraus zu machen. Richtig konkret wurde es, als Christopher Coake sich an der Ohio State University einschrieb. Hier lernte er das Schreiben richtig. Sicherlich war es schmerzlich für ihn sich damit auseinanderzusetzen, doch er erhielt viel Unterstützung von seinen Lehrer und Mitstudenten.

Ein mühevoller Prozess, obwohl alle Geschichten fiktional geschrieben sind. Christopher Coake schreibt über das was im Leben geschieht. Jede Geschichte,die Euch gleich vorstellen werde, präsentiert eine einzigartige Situation, indem dem das Thema Tod eine Rolle spielt. Nein, er bietet uns in den Erzählungen kein geschlossenes Ende an. Es wird dem Leser überlassen, wie es wohl ausgehen mag. Denn die Lebensschicksale eines Menschen sind im Endeffekt auch nie fertig.

 

- Bis an das Ende der Nacht

- Unterwegs

- Solos

- Im Licht der Not

- Rückhaltlos

- In der Nacht vor dem Christfest

 

 

 

Bis an das Ende der Nacht

Diese Erzählung wird in kleinere Geschichten erzählt, aus der Sichtweise eines Mannes,der  auf diese tragische Ereignisse zurückblickt.

 

I. Fallhöhe

Es dreht sich um ein Liebespaar, das sich gerade kennengelernt hat, und sich gegenseitig ihr  schlimmstes Geheimnis erzählen will.

 

II. Die kleinen Kinder schickt der Himmel.

Es geht um die Frage, warum ein Kind nach einem Unfall sterben muss.

Leseprobe:

"Oder besser noch- Natalie hofft, dass das Mädchen wach war, dass es gelacht und seine Mutter angeschaut hat. Sue hofft, dass die letzten Gedanken des Mädchen gar keine Gedanken waren,  sondern Gefühle: dieses wortlose Aufwallen, das ein Kind spüren muss, wenn es in das liebste  Gesicht von allen blickt, und darin nichts als Gutes sieht, ein Aufwallen vollkommener Zufriedenheit,  vollkommener Liebe, ehe der Himmel sich auftat und das Kind emporflog, hinaus in einem Moment vollkommener Angst."

 

III. Der glücklichste Mensch

Albert ist neunundsiebzig, und er stirbt. Das ist direkte Eingangssatz, was hat man da noch zu verlieren. Er sortiert seinen Papiere, und hat einen Plan.

 

 

 Unterwegs

Ein Mann blickt zurück auf , auf eine seltsame Situation, die er als Neunjähriger erlebt hat.Das Bild des Mannes und dem Jungen, an der Raststätte, ist ihm in Erinnerung geblieben. Christopher Coake schwenkt dann den Blick auf die beiden. Der Mann und der Junge sind auf einem Trip nach  Illionios, Ohio. Eine Fahrt, die für beide anstrengend ist, der Mann weiß nicht so recht, wie er sich mit dem Buben unterhalten soll. Dieser hat Sehnsucht nach seiner Mutter, die angeblich im Krnakenhaus liegt. Und ist der Mann sein Vater,oder nicht?

 

 

 Solos

Eine besorgte Ehefrau wartet auf ihren Nachrichten von ihrem Mann. Der ist Bergsteiger, und erklimmt gerade die höchsten Berge von Nepal. Plötzlich ist er verschwunden, und die Sorgen wachsen über Nacht. Und da ist noch der Schwager, der sich um die Frau und deren Sohn kümmert.

 

 

Im Falle, dass

Wir lernen Danny kennen, ein Musiker, der sein Gitarrenspiel über alles liebt. Plötzlich muss er über Nacht die Verantwortung für ein Kleinkind übernehmen, weil dessen Eltern tödlich verunglückt sind.

 

 

 

Im Licht der Not

Dana, scheint glücklich verheiratet zu sein, wenn ihr Mann nicht so träge wäre. Und da ist auf der  Weihnachtsfeier, der andere nette Kollege von ihm. Tief im Innern trägt sie sich mit dem Gedanken des Ehebruchs.

 

 

 Rückhaltlos
Das war eine besonders traurige Geschichte. Eine junges Liebespaar will das Wochendende in einer Hütte verbringen. Als sie losfahren, ist das  Wetter hervorragend, und sie haben nur leichte Kleidung mit. Die beiden ahnen nicht, das sie von einem Schneesturm in der Hütte überrascht werden.Die Kälte ist durchdringend.

 

 

 

In der Nacht vor dem Christfest

Damals, heute und ein leerstehendes Haus. Sheriff Thompkins fährt immer noch heraus,das ist er den Getöteten schuldig. Ein Mord der niemals aufgeklärt wurde. Nun will eine Bestsellerautorin das ganze in einem Buch wieder aufgreifen, doch das behagt ihm ganz und gar nicht. Er befürchtet das soviel Rummel entstehen könnte. Plötzlich brennt das verfallene Haus nieder. Zufall?

 

Das war die letzte der Geschichten.Ich hoffe ich habe Euch nicht zuviel verraten, denn jede wirkt für sich, und hat ihre eigene Aussage.

 

 

 

Gesamtfazit

Ich möchte ersteinmal auf das deutsche Cover eingehen.

Es ist einfach nicht schön, für mich schlecht gewählt.Vorne auf dem Titelbild sehen wir dicke fette  schwarze Buchstaben, auf einem weißen Hintergrund. Das sagt nichts zum Thema aus.  Auf dem englischen Titel habe ich zwei Cover gefunden. Auf dem einen sind Felsen zu sehen, und davor etwas weißes. Das könnte zu der Geschichte "Solos" passen.Auf dem anderen ist eine Hütte zusehen,mit viel Schnee davor, dahinter der tiefe Wald, das könnte sich auf die Erzählung "Rückhaltlos" beziehen.

Die Idee sieben Kurzgeschichten zu einem Roman zusammenzufügen hat mir gefallen. Ein wenig hatte ich zwischendurch,das Gefühl, das es ein wenig langatmig wird. Vielleicht liegt es nur an der Übersetzung.

Einige werfen dem Autor Klischeehafte Abhandlungen vor. Das mag sein, doch was soll anderes  herausgekommen, wenn die Geschichten aus dem Leben sind? Mir ist das nicht aufgefallen, und läßt sich bestimmt nicht vermeiden.

Es ist ein gutes Buch für diejenigen, die selber schreiben. Eine gutes Lehrstück, wie solche einzelnen Geschichten wirken können.  Christopher Coake will zum Nachdenken anregen, sich mit dem Leben und dem plötzlichen Tod auseinanderzusetzen. Ein nicht immer leichte Lektüre, die auch ein wenig traurig daherkommt.

Dafür verwendet der Autor eine klare und verständliche Sprache. Ohne viel Schnörkel und dick aufzutragen.Ein Buch das zweimal gelesen werden will.

Deshalb bekommt es von mir die volle Empfehlung.

 

 

  Zum Autor

Christopher Coake wurde in Indiana geboren und studierte an der Ohio State University.Erzählungen von ihm erschienen in verschiedenen amerikanischen Literaturzeitschriften, u.a in der renommierten Anthologie "Best American Mystey Stories 2004". Christopher Coake lebt mit seiner zweiten Frau in Reno, wo er an der Universität von Nevada, Englische Literatur und Creative Writing unterrichtet.

(Quelle Random Haus)

 

 

 

Tags: 

Tod, Christopher Coake, Kurzgeschichten

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Schau hindurch
von: Lesari |  14.01.2009 17:15:09

Hallo zusammen,

Memo Anjel hat mich mit seinem ersten Buch "Das Fenster zum Meer" begeistert.

Deshalb habe ich mir ein weiteres vorgenommen und möchte Euch damit ebenso

zum Lesen bringen

 

 

====Memo Anjel "Geschichten vom Fenstersims"====

ISBN 978-388221-110-8, Matthes &Seitz Berlin, 157 Seiten, EUR 16,80

 

 

Die achtundzwanzig Kurzgeschichten sind während seines einjährigen Aufenthaltes

in Berlin entstanden.Memo Anjel war 2005 Gast des Berliner Künstlerprogrammes

des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Es ist eines der international

angesehensten Studienprogramme für Künstlerinnen und Künstler in den Sparten

Bildende Kunst, Literatur, Musik und Film.

In den Geschichten schreibt Memo Anjel über seine Beoachtungen die Stadt Berlin

nieder.Es sind Erzählungen die diesmal viel geraffter ausfallen, oft haben wir den Eindruck,

das sie nur Werkstatt-Charakter haben. Skizzen unserer Alltäglichkeit, die er in einem

700 Seiten Tagebuch festgehalten hat.

Gerade das skurille Verhalten mancher Protangonisten stellen das wohlgeordnete Leben

der Nachbarschaft auf den Kopf. Mit einem Male fallen sie im Wortsinn aus den Rahmen,

wenn sie ihre Wohnung nur noch durch das Fenster verlassen oder bewaffnet nächtliche

Patrouille im Hausflur unternehmen: "Von einem Nachbarn kann man alles erwarten."

Das klingt vielleicht verrückt, doch dann solltet ihr ein wenig die anderen Geschichten

kennen lernen. Es sind manchmal nur ein,zwei Sätze mit denen ich sie beschreiben kann.

 

 

===Inhaltsangabe====

1. DIE FRAU AM MEER

In der ersten Ich-Erzählung kommt eine Frau, in die Wohnung, des Ich-Erzählers, um im

hinteren Zimmer aus dem Fenster zuschauen.

 

2. DER MANN IM PYJAMA

Das war eine Geschichte, in der es um einen Mann geht, der jeden Morgen mit seinen Pyjama

auf den Balkon geht. Ein ungewöhnliches Ende, das der Leser nicht erwartet hätte.

 

3. SCHNEEFALL

Leseprobe:

"Er schaute sich kurz um und konnte drei Frauen ausfindig machen. Eine war dick und schaute

mißmutig.Die andere war mager und sah krank aus. Der dritten Frau war nicht auszusehen, woran

man bei ihr war.Genau diese suchte er sich für seinen Brief aus, weil ihm ihre zierlichen und

weichen Hände gefielen.Also setzte er sich neben sich neben sie, holte das Buch heraus und tat so,

als lese er.

 

 

4. DEAL

Womit wird in Berlin oft gefahren? Mit der Bahn. Auch hier finden wir das Thema, wie in den

anderen Geschichten, wieder.Memo Anjel hat viele seiner Boachtungen beim Zugfahren gemacht.

 

 

5. EINE PIZZA MIT ANGEBRANNTEN RÄNDERN

Memo Anjel schildert nicht nur unser typisches Verhalten, sondern in seinen Streifzügen durch die

Stadt, notiert er auch die verschiedenen Kulturen in sein Heft. In dieser Geschichte dreht es sich um

einen Pizzabäcker und einen Albaner.

 

 

6. DIE LEHRERIN

Der Ich-Erzähler lernt Ulrike kennen, die Deutsch unterrichtet und leidenschaftlich gerne Tango tanzt.

Sie überredet ihn zum wöchentlichen Tangotanzen.

 

 

7. EINE ART HEIM ZU KOMMEN

Das ist die Geschichte, wo der Mann beschließt, seine Wohnung durch das Fenster zu betreten.

Interessant ist dabei, das Memo Anjel gängige Redensarten, wie "Das Glück setzt man nicht aufs

Spiel" verwendet.

 

 

Leseprobe:

"Außerdem sind Nachbarn sehr lernfähig. Er war es ja auch, und wer weiß, wie oft er

schon durch bloßes Abgucken sein Verhalten geändert hätte."

 

 

8. EIN VOGELMENSCH

Eine sehr phantasievolle Geschichte, um einen Mann, der jeden Morgen ausfliegt, und alles umsonst

besorgt.

 

 

9. EINE OPERNGÄNGERIN

Der Ich-Erzähler trifft auf Rahel, die wenig Geld hat, jedoch eine Leidenschaft für die Oper. Sie kennt

alle Namen der Dirigenten, Oper und Komponisten. Eines Tages ist sie verschwunden.

 

 

10. DER MANN IN DER KÜCHE

Anscheinend hat Memo Anjel viele unterschiedliche Frauen kennen gelernt. Auch hier geht es um ein

weiteres weibliches Wesen und einem Fenster. Er schreibt über einen Mann, der morgens immer das

gleiche Ritual durchführt, und dafür von der gegenüberliegendem Fenster Beifall dafür bekommt. Die

Geschichte nimmt eine überraschende Wendung.

 

 

11. DER BAHN DER SCHLÄFER

Das war für mich die beste Erzählung. Eine Bahn, voller anscheinend schlafwandelnder Menschen.

 

 

12. EINE WÜRDIGUNG MIT FEHLGRIFF

Drei sephardische Juden besuchen eine Veranstaltung in denen eine Frau einen Zahn hoch hält, und

ihn angeblich in einem KZ gefunden hätte.

 

Leseprobe:

"Fragen begnügen sich nie mit einer ersten Antwort weil, wie uns beigebracht wurde, sich nichts in

seiner Ganzheit zeigt, weder die Dinge noch die Wörter immer fehlt etwas. Die Welt wird unentwegt

neu erschaffen."

 

 

13. EIN KLEINER UNFALL

Das war eine der wenigen Geschichte, die mir gar nicht so gut gefiel, und wo der Sinn sowie

Witz fehlte.

 

 

14. DIE FRAU MIT DEM KOFFER

Dafür war diese Story wunderbar. Es geht um eine Frau mit einem Koffern, der einmal in die

Vergangenheit nach dem Bombenangriff führt, und das andere Mal in das heute, auf der Suche nach

etwas.

 

 

15. EIN NACHBAR
Wie würdet ihr Euch fühlen, wenn sich Euer Nachbar, um Ende Sorgen macht. Ist etwas passiert, wenn

man sich nicht ständig im Treppenhaus begegnet ? Memo Anjel bringt damit eine alltägliche Situation

auf den Punkt.

 

 

16. DER KLAVIERSPIELER

Leseprobe:

"Die Unterhaltung, die so lange dauerte, bis wir den Kaffee ausgetrunken und eine seiner Kompositionen

gehört hatten, drehte sich um seinen Beruf, die Schönheit der orientalischen Literatur und den Grund für

meinen Aufenthalt in Berlin.Er nickte mir bei jedem Wort erfreut zurück, als überreiche ich ihm ein

Geschenk anstelle von Fakten. Als ich dann aufbrechen wollte, ließ er mich spüren, daß ich nicht gehen sollte."

Auch hier beendet Memo Anjel die Geschichte mit einem überraschenden Ende.

 

 

17.EINE DICKE FRAU

Wieder einmal führt uns der Autor vor Augen, mit welchen Dingen sich originelle Text schreiben lässt. Dafür

nimmt er 49 Stufen eines Jugenstilhauses, die wunderschön mit Kunstschmiedearbeiten verziert ist. Der

Ich-Erzähler verspricht seinen Freund, das seine Mutter, als Gast bei ihm wohnen kann. Nur keiner von

beiden hat daran gedacht, das sie die Treppe nicht bewältigen kann. Und so bleibt sie einfach in der

Wohnung des Ich-Erzählers.

 

 

18. EINE HAUSGEMACHTE ÜBERSCHWEMMUNG
Wer kennt es nicht, wenn das Badezimmer überschwemmt wird, und welche Folgen sich daraus

ergeben können.

 

 

19. ARMUT

Leseprobe:

"In Berlin fällt ein junger Schwarzer sehr auf. Die Farbe, die Art, sich zu kleiden, den Frauenmangel und

das billige Brot, das er ißt, weisen ihn aus. Und machen ihn arm, denn man sieht, daß er Not leidet und

kurz vor einem Wutausbruch steht, aber nicht vor einem gewalttätigen, sondern einem ganz stillen, sich

der Verwahrlosung beugend wie die Pflanzen der Wüstenhitze. Dort, wo er ist, ist er nicht er selbst."

 

 

20. EIN TREFFEN

Hier spielt Memo Anjel seine ganze Erfahrung des Schreibens aus, er wechselt zwischen der Perspektive

des Ich-Erzählers und dem beoachtenden Erzählers.

Der Ich-Erzähler sinniert über eine Frau nach, die anscheindend in der Bahn, nach den Haltestellen sucht;

über ein Cafe mit zwei verschiedenen Ausgängen, und phantasiert in Gedanken eine Geschichte zusammen.

Die Pointe am Schluß war spitze.

 

 

21. EIN MOMENT AUF DEN GLEISEN

Ein Zug ruckelt gemütlich, in der Sommerhitze vor sich hin, plötzlich hält er an.

 

 

22. EIN FERNSEHZIMMER
Memo Anjel erzählt eine Geschichte über einen jungen Mann aus gutem Hause, der als Lektor von zu

Hause arbeitet. Er nimmt immer merkwürdigere Verhaltensweisen an, vor allem bekommt er merkwürdigen

Besuch.

 

 

23. EIN PFÖRTNER

Der Ich-Erzähler schildert seine Betrachtungen über einen Pförtner, der er Tag für Tag ins seinem

Glaskasten, beoachtet, und so einiges über ihn erfährt.

 

 

24. EIN EHEPAAR

Über ein homosexuelles Pärchen, das in der Bahn liebevoll miteinander umgeht, und giftige Blicke auf

sich zieht.

 

 

25. EINE EISVERKÄUFERIN

Auch hier dreht sich die Geschichte um einen Mann und Frau, die nicht zueinanderkommen können,

und er ihr doch hilft.

 

 

26. EIN MANN AN DER AMPEL

Eine humorvolle Erzählung über einen Mann der dem Ich-Erzähler, zeigen will, wie man Frauen an

der grünen Ampel aufgeführt. Das Ende ist eine listige Pointe.

 

 

27. EIN BAU

Die kürzeste Geschichte in dem Buch, vor dem Berliner Mauerfall.

 

 

28. EIN MANN IM DUNKEL

So, ihr habt es geschafft., das ist die letzte Erzählung, vor seinen persönlichen Berlinerfahrungen.

 

Leseprobe:

"Sein Chef haßte, ihn von ganzem Herzen und erteilte ihm stets anspruchlose Aufgaben wie das Erstellen

einfacher Bestandslisten oder die Überarbeitung bereits überarbeiteter Berichte. Deshalb trat

Kestenbaum nie hervor und fiel quasi dem vergüteten Vergessen anheim. Doch das war nicht das Schlimmste."

 

Die restlichen Seiten nutzt der Autor die Möglichkeit seine persönlichen Erfahrungen und Beoachtungen

nieder zu schreiben. Er beschreibt, wie schwierig es am Anfang war, die Worte zu zuordnen, oder einfach

welche erfinden. Wir lernen seine Bilder kennen, die er vor seiner Reise im Kopf hatte.Im Laufe seines

Aufenthaltes begreift er das es wichtig ist, sich Gesichter zu merken, dadurch findet er einen raschen

Zugang zu Berlin.

Immer weiter gehen seine Entdeckungszüge. Hinaus aus seinem Viertel, in S-und U-Bahnen, wo er einen

Teil seiner Geschichten findet. Memo Anjel sieht das Äußere und Innere, Gesellschaftsklassen, Leute die

einander gern haben, und solche denen es eins ist, neben wem sie sitzen. So unterschiedliche Menschen

nutzen die Bahnen.

Memo Anjel saugt dieses Berlin in sich auf, überall sieht er Geschichten, mit schwarzem Humor, sexuellen

Phantasien, philosophischen Betrachtungen und surrealen Motiven.

Ein Autor, der zu einer Gruppe moderner kolumbianischer Schriftsteller gehört, die nicht mehr spezifisch

kolumbianisch denken, sondern universell denken und schreiben.

 

====Meine Meinung===

Memo Anjel begeistert mich mit seinen Kurzgeschichten.Es stecken soviel Beoachtungsgabe darin,

auch wenn so manche ungewöhnlich war.

Geschichten, die plötzlich beginnen, und das Ende offenbleibt. Oft verwendet der Autor eine humorvolle Pointe.

Nicht jeder mag das, doch damit nimmt Memo Anjel etwas aus unserem Alltag. Etwas geschieht, mit einem

Mal, und genauso verschwindet es wieder aus dem Tag.

In einer Kurzgeschichte nehmen die Figuren keine große Entwicklung durch. Sie sind mehr die Statiker für

die Beoachtung, die Memo Anjel, in seinem einjährigen Berlinaufenthalt erlebte. Er hält uns praktisch einen

Spiegel vors Gesicht, um unser Wesen zu zeigen.

Dabei erhebt der Autor nicht den Zeigefinger, sondern erzählt humorvoll. Doch auch traurige Ereignisse fliessen,

in den Erzählungen ein, wie die Geschichte mit den Schwarzen

Ebenso finden wir in diesem Buch, seine Karikaturen, die er passend zu jeder Geschichte gezeichnet hat.

Phantasievoll wie seine Geschichten.

Was mich immer noch beschäftigt, ist die Frage warum Memo Anjel "Gott", ohne "o" schreibt, so: G-tt. Darauf

habe ich noch keine Antwort gefunden.

Ebenso amüsant fand ich wie Memo Anjel die Kälte verarbeitet. Das hat ihn sehr beschäftigt.

Wunderbare Kurzgeschichten, die von mir die volle Empfehlung bekommen. Wer sich auf das Spiel des

Erzählens einläßt, wird viele seltsame Dinge entdecken. Da spürt der Leser sein ganzes Können. Unbedingt lesen,

ihr werdet überrascht sein.

 

 

==Zum Autor===

José Guillermo (Memo Anjel) geboren 1954, in Medellin (Kolumbien), stammt aus einer sephardischen Familie.

Er ist Professur fürs soziale Kommunikation in Medellin. Er veröffentlichte Romane, Erzählungen, Esays und

Comics.Und er schreibt unter anderem eine Kolumne für eine Tageszeitung. In seine Werken geht Anjel der

Frage nach, was es bedeutet, in der heutigen Assimilationskultur ein sephardischer Jude zu sein. Er sieht sich

selbst in der jüdischen Erzähltradition. Er liebt es mit Humor und feinem Gespür für Situationskomik literarische

Figuren zu erschaffem die mit einer blühenden Phantasie ausgestattet sind und einer reichen Vorstellungswelt,

mit der sie sich gegen die Widrigkeiten des Lebens immunsieren.

(erschien auch auf anderen Plattformen)

 

 

Tags: 

Fenster, Meer, Memo Anjel

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Schau hinaus
von: Lesari |  11.01.2009 16:55:09

Kurzgeschichten sind eine Form die nicht jeder Leser liebt, nur wenige

Autoren können mit soviel Pointen schreiben wie Memo Anjel, wer

ihn einmal gelesen hat, wird mehr wollen.

 

===Memo Anjel "Das Fenster zum Meer"====

Rotpunktverlag, 163 Seiten, ISBN 978-3-85869-341-9, EUR 18,00

 

Der Autor sagt Euch nichts? Menmo Anjel wurde erstmalig 2005 ins Deutsche übersetzt,

mit dem Roman " Das meschugge Jahr", und hat wohl einiges Aufsehen erregt.

Nun erschien von ihm der neue Band " Das Fenster zum Meer". In den vierzehn Geschichten

finden wir immer einen Bezug zum Meer, entweder in Hafenstädten oder an Flüssen wie den

deutschen Main.

Wir reisen mit dem Autor um die Welt, sind in Kolumbien oder befinden uns mitten in Paris, dann

wiederum reisen wir durch die Zeit von den 30er Jahren bis in die Jetztzeit und zum guten Schluss

führt die Reise durch verschiedene Kulturen, durch die eigene jüdische des Autors, durch die

mediterrane, die lateinamerikanische und auch durch die deutsche.

Das weckt bestimmt noch nicht so Euer Leseinteresse, oder ihr setzt einen zu hohen Anspruch daran.

Bevor wir uns den einzelen Kurzgeschichten widmen, möchte ich Auszüge aus der Definition von wikiweb,

was eine Kurzgeschichte ausmacht, aufführen.

 

===Was ist eine Kurzgeschichte?===

Eine einheitliche Defintion gibt es eigentlich nicht, es gibt ein Gerüst, das für Kurzgeschichten angewendet wird.

--Erzähltechnik und Sprache--

-Meistens personaler Erzähler, Bericht aus der Distanz, aber auch Ich-Erzähler

- keine oder nur sehr kurze Einleitung, sofortiger Einstieg in die Handlung

- Techniken der Verdichtung durch Aussparungen, Andeutungen, Metaphern und Symbole

- Chronologisches Erzählen, hauptsächlich in Präterium

- Meistens ein Ausschnitt aus dem Leben

- Lakonischer Sprachstil, Alltagssprache, teilweise Verwendung von Umgangssprache, Dialekt oder Jargon

- Doppeldeutigkeit

- Offener Schluss der Pointe

- Vermeiden von Wertungen,Deutungen, Lösungen

 

--Drama, Handlung und Personen---

- Konfliktreiche, häufig skizzenhafte dargestellte Situationen, geprägt von Emotionen

- meistens gibt es nur eine oder Hauptpersonen, meist keine große Entwicklung der Figuren

- Die Geschichte spielt an wenigen Orten

- Ein entscheidender Einschnitt aus dem Leben der handelnden Person oder Figur wird erzählt.

- Einsträngige Handlung

- Wenig Handlung

- Themen sind Probleme der Zeit, Alltäglichkeit des Lebens

 

Damit gelangen wir zur Vorstellung der einzelnen Geschichten, die manchmal nur aus wenigen Sätzen besteht.

 

 

===Inhaltsangabe===

1. HORA CERTA

Ein Mann kommt in ein Hotel, und soll eine bestimmte Aufgabe erfüllen. Michael Roux, so sein Name,

wird laut einer Wahrsagerin, hier an diesem Ort einen Menschen töten. Noch nie hat er so etwas getan,

und alles geschieht anders.

Leseprobe:

"Was hat er an diesem Tag getrieben, der Mann, den eine Handleserin zum Mörder machen wollte? Das konnte

niemanden sagen. Vielleicht war er in der Straße der der Indochinesen gegangen oder hatte eine Frau besucht,

es ist ja bekannt, dass Nähe eines Todes die Leidenschaft entfacht. Oder er hatte nur das Meer betrachtet,

seine weite, sein weniges Wogen. Wer weiß."

 

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2. EINEN TAG FÜR DEN JOHNNY

Eine Geschichte über ein Liebespärchen, das sich in einem Baumwolladen kennenlernt, und sie aus den

Fussnägel die Zukunftvorhersagen kann. Drei Wochen dauert ihre Beziehung, dann ist wegn, und der Plot

eine Wendung.

Leseprobe:

"In deinen Fußnägeln steht geschrieben, dass du mich immer lieben wirst, dass ich die letzte Frau in deinem

Leben bin."

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3.UNSERE HAUSKATZE

Eine super kurze Abhandlung von vier Seiten. Was lässt sich da großartig erzählen, als das in der Ich-Erzählung

die Katze eigentlich keine richtige Katze ist, und mit Tante Josefine verglichen wird.

Leseprobe:

"Die Katze aus Maqal, die Musalad ibn Fasal, ein Physiker aus Farik Al-Busains Schule in Lampedusa, 1923

geschaffen hat, ist immer in unserem Haus in der Kaleja Shishli gewesen."

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4. VOM SCHATTEN, DER VIOLINE SPIELTE

Eine Frau sitzt am Abend immer am Fenster bei ihrer Lieblingslektüre,um auf den Schatten zu warten, damit

er ihr eine Violine spielt. Die Geschichte nimmt eine merkwürdiges Ende.

Leseprobe:

"Einer, der im Schaukelstuhl am Fenster sitzt, das in der Abenddämmerung offen steht, damit die einsetzende

Brise Kühle in die Zimmer bringen kann, wird vielleicht nichts Ungewöhnliches hören."

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5.DIE ZWEI BÜCHER

Das ist die kürzeste Geschichte im Buch, mit zwei Seiten.In der Abhandlung geht es um eine alte Liebschaft, und

ein Geheimnis das in zwei Büchern liegt, der der Liebhaber jedoch nach dem Toder seiner Angebeteten nicht erbt.

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6. DIE STIMME

Wir werden hineingeführt in ein Zirkuszwelt, voll leerer roter Stühle, die nach und nach sehr mit Menschen gefüllt

werden. Dabei lauscht der Ich-Erzähler, einer stimme die etwas vor liest. Als die Lesung zu Ende geht ist alles

verschwunden. Das war für mich die verworrenste Geschichte überhaupt, und gefiel mir gar nicht.

Leseprobe:

"Ich schloss die Augen, damit die Wörter, die die Stimme sagte, durch ihren Klang mir andere Dinge eingabe,

aber sie gaben mir nichts ein, sondern wurde wirklich, dass so viel konnte ich verstehen."

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7. DER ANDERE

Wir erleben einen Erfinder, der seinen Plan verlegt und ihn nicht mehr wiederfindet. Überall sucht er ihn,

fährt sogar in das Schwarzwaldhauses seines Vaters, um dort zu suchen.Dabei kehrt er in die örtliche Gaststube ein,

und lauscht den Gesprächen.Plötzlich fällt ihm ein , wo der Plan geblieben ist. Er fährt wieder nach Hause, holt

den Plan heraus und liest ihn auf verschiedene Weisen. Das war die beste Kurzgeschichte für mich ihm Buch, weil

sie sehr ausgewogen ist.

Leseprobe:

"Als der Erfinder zu Hause den Plan der neuen Maschine anschaute, den er tatsächlich zwischen den Seiten des

Kriminalromans auf dem Nachttisch fand, unendeckt von seiner Frau, die ihn gar nicht erst gesucht hatte, weil sie

aus Ärger über sein plötzliches Verschwinden mit einer Freundin ins Kino gegangen war, stellte er überrascht fest, dass

dieser auf mehrfache Art gelesen werden könnte..."

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8. EINE ADRESSE IN PARIS

In ihrer Erinnerung glaubt eine ältere Frau, das ihr bester Freund, der damals verschwand, irgendwo in Paris

lebt.Das einzige das von ihm geblieben ist, ist eine Flasche Parfüm, wo immer noch einer Unze übrig geblieben ist.

Als sie stirbt, macht sich der Ich-Erzähler, auf den Weg nach Paris, um ihn zu suchen. Seine Geschwister sind erbost

darüber, das er nicht zur Beerdigung seiner Mutter nach Bogota kommt, sondern einem Hirngespinst nachjagt.

Leseprobe:

"Farine war ein nicht wegzudenkender Teil unserer Familiengeschichte:Mit ihm hatte das Leben meiner Eltern in den

Tropen angefangen, Und wenn er uns auch nicht oft besuchte, denn seine Geschäfte sahen ihn viel auf Reisen,war er es,

der als Erster an der Seite meiner Mutter war, als ich geboren wurde, und war er es, der das Schisma Jisrael betete,

als mein Vater starb. Eigenartigerweise verschwand Farine kurz nach dem Tod meines Vaters."

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9. VON DER HAND GOTTES

Auf acht Seiten lamentiert ein Pfarrer in seinem Haus über die gute alte Zeit und das heute nichts mehr ist

so wie es war.

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10. DER LEGUAN

Es ist der Tag einer Erinnerung. Ein Universitätslehrer und eine Pschologin treffen sich vor einem Countryclub,

zum Mittagessen. Sie sind von Leguanen umgeben, die durch das Klopfen auf einen Abfalleimer, angelockt werden.

Sie reden darüber wie sich sie zusammengekommen sind, und schweifen für den Augenblick von ihrem wirklichen

Leben ab.

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11. DER VORLESER

Um die Arbeiter bei Laune zu halten, kommt jeden Abend ein Vorleser, Eines Abend kommt er zu spät, und die

Geschichte nimmt eine überaschende Wendung.

Leseprobe:

"Vor einem Jahr war Lisandro Balsa, den wir die "Fliege" nannten (wegen seiner extremen dünnen Arme und

Beine und weil er immer vor irgendetwas auf der Hut war), in unsere Tabakfabrik gekommen, und zwar nicht als

Arbeiter,sondern als Vorleser von Romanen, was in Kuba ein Beruf wie jeder andere war."

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12. KRANKENHAUS

Ein Vater wartet nervös vor dem Krankenhaus darauf, das seine Tochter die OP gut übersteht. Er weiß nicht so recht,

ob er besser drinnen oder draussen bleibt. Er zündet sich eine Zigarette an, und beschließt ein wenig durch die Stadt

zu fahren. Dabei erzählt er dem Leser, warum er Gabriel heißt, und aus welcher Familie er stammt.Bevor er ausführlich

wird, hält ihn plötzlich ein Mann am Wagen an. Dieser scheint wahnsinnig zu sein, weil behauptet das alle seinen Tod im

Krankenhaus wollen. Trotzdem hört sich der Mann sein Theorie an und hilft ihm.

Leseprobe:

"Während ich zum Krankenhaus zurückfuhr, wo meine Tochter bald aus dem Operationssaal kommen müsste, stellte ich

vor mir, wie der Mann im Mantel und Pyjama jetzt auf den Taxifahrer einredete und ihm dieselbe Geschichte erzählte,

die er mir erzählt hatte, ihm vielleicht mit dem Schlüssel drohte und seinen Taschenspielertrick wiederholte."

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13.ICH HEISSE ISIDORO PAREDES UND SINGE BOLEROS

Eine seltsame Geschichte über einen Zug der ins Gebirge fährt, ohne jemals heraus zu kommen, und mit vier Seiten

auskommt.

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14. Die letzte Geschichte, die den Titel aufgreift

DAS FENSTER ZUM MEER

Eine Mutter sieht mit ihren Kindern hinaus aufs Meer, und erfindet Geschichten über Schiffe und Matrosen.Der

Ich-Erzähler beschreibt das Zimmer, wo sie am Fenster stehen. Darin gibt es Flaschen, die reine Luft enthalten.

Es ist eine Geschichte über Familie, die nach den Prinzipien der Mutter lebt.

Leseprobe:

"Das Fenster zum Meer ist ein Gedenkplatz an ihren Vater und nur der innersten Familie vorbehalten."

 

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Jetzt kommt das allerschwierigste, eine Beurteilung von mir

 

===Meine Meinung===

Ich habe einige Tage hin- und hergeschwankt zwischen lesenwert oder nicht.

Kurzgeschichten lese ich ab und an sehr gerne, und manchmal sind sie von einigen Autoren sehr ausgereift.

Eine Kritik an dem Buch war, das manche Geschichten, nur skizzenhaft geschrieben sind. Das kam mir

zwischendurch auch so vor. Vielleicht liegt es daran das eine Kurzgeschichte manchmal eine Voridee für

einen Roman sind. Deshalb wollte ich nicht jede einzelne beurteilen, weil es im Gesamtfazit auf das selbe

hinausläuft.

Es war mir bewusst, das die Figuren nicht dafür geschaffen wurden, um sich zu entwickeln. Das habe ich

von vorne herein mit ins Lesen hineinbezogen, dadurch war der Anspruch nicht allzu hoch. Allerdings überkam

mich zwischendurch das Gefühl der Kälte in den Geschichten. Das ist eben das Problem, das es keine

Geschichten werden, die vom Autor, wie Roman zum Leben erweckt werden.

Dafür beherrscht  der Autor sehr gut die überraschenden Wendungen, die eine Kurzgeschichte ausmachen.

Sobald der Leser eingetaucht ist in die Handlung, reißt er ihn wieder hinaus, mit einem sehr schrillen wie

auch feinem und philosophischen Humor. Nur das erfordert ein genaues Lesen, um ihn zu finden

Ich finde es macht nicht süchtig, weil Kurzgeschichten ziehen einen viel weniger ins Buch als ein Roman.

Da sollte der Leser von vornherein Abstriche machen.Vom sprachlichen verwendet Memo Anjel, klare

Worte. Er erzählt seine Geschichten ohne viel um Umschweife,und erfüllt somit ein weiteres Merkmal

der Kurzgeschichte, die allesamt fesselnd sind.

 

 

 

 

Tags: 

Meer, Fenster, Memo Anjel

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