Angenommen die
Menscheit verschwindet von einem auf den anderen Tag von unserem Planeten.
Welche Spuren hinterlassen wir auf der Erde? – So steht es auf der
Rückseite des Buches. So weit, so gut. Wie geht es weiter? Alan Weisman
versucht, in diesem Buch zu beschreiben
was von uns übrigbleibt, welche "Errungenschaften" der Menschheit in ein paar
tausend Jahren noch als Überreste die Erde „zieren“, wenn wir plötzlich alle
weg sind…
Das Thema an sich hört sich zunächst ungemein interessant an
und das ist es ohne Frage auch. Die
Kurzbeschreibung läßt eine Vision von der Zukunft erwarten. Allerdings beschäftigt sich dieses Buch sehr häufig mit der Vergangenheit und der Gegenwart
unseres Planeten.
Das Buch hinterlässt daher
leider einen zwiespältigen Eindruck. Nicht weil der Autor am Thema vorbei
schreibt, nein, weil sich das Buch beim lesen teilweise wie Kaugummi zieht. Man
merkt Weisman durchaus an das er für das Buch gründliche Recherchiert hat, aber
die Lebensgeschichte irgendwelcher Wissenschaftler oder Ingenieure interessiert bei der Thematik wirklich
niemanden. Auch der Schreibstil erinnert oft an Marketing Broschüren
mittelständischer Unternehmen, „behauptet X“, „erklärt Y“ oder „erläutert Z“.
Gerade die Tatsache dass die Welt „ohne uns“ beschrieben werden soll, gerät noch weiter in den Hintergrund wenn die Entstehungsgeschichte
von Manhatten, dem Central Park etc. lang und breit erläutert werden. Auch die Tatsache
das Manhattan ein unglaubliches Problem mit dem Wasser hat ist sicherlich
interessant, aber so detailiert wie z.B. diese Problematik beschrieben wird,
wäre es für das eigentliche Thema nicht notwendig gewesen.
Trotzdem, lässt man sich auf dieses Buch ein und überwindet
die längen, offenbart sich ein hoch interessantes Gedankenexperiment darüber wie eine
Welt ohne uns aussehen könnte. Deshalb ist das Buch mit Abstrichen durchaus für
den geduldigen Leser zu empfehlen.