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Autor: Netty
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Briefmarkesammler sind so etwas wie "Die letzten Mohikaner". Früher hatte jeder ein Album. Heute ist es ein verdammt teures Hobby.

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von: Netty |  07.10.2008 21:16:49

Von der Sammelleidenschaft gepackt

Nauener Philatelisten treffen sich einmal im Monat zum Tausch

 

Annett Lahn

 

Sammeln ist ein Hobby für das man geboren sein muss – darüber sind sich die Mitglieder des Nauener Briefmarkensammler-Klubs einig. Zum Fachsimpeln und Austauschen treffen sich die zehn Herren regelmäßig. Sie beurteilen den Wert einzelner Marken, prüfen ihre Echtheit, blättern in der Fachzeitschrift „Philatelie“ und versuchen durch Vorträge und Präsentationen ihr eher stilles Hobby in dem 1953 gegründeten Verein mit Leben zu erfüllen.

    Zu DDR-Zeiten nahmen die Briefmarkenfreunde regelmäßig an Bezirks- und Landesausstellungen teil und gewannen Gold- und Silbermedaillen. Heute wie damals hat jeder Philatelist sein Spezialgebiet. Der Sammler geht auf Reisen in fremde Länder oder entscheidet sich für bestimmte Motive. Die Nauener Philatelisten, die wegen des Wertes ihrer Sammlungen nicht namentlich genannt werden möchten, widmen sich beispielsweise Themengebieten wie Eisenbahngeschichte, Weltall oder Landwirtschaft. „Bei den Olympischen Spielen der Neuzeit kommen ständig neue Marken hinzu. Ich beschränke mich auf die Serien des Austragungslandes, um die Chance auf Vollständigkeit zu erhöhen“, beschreibt ein Herr seinen Fokus. Die Sammlung zu komplettieren sei das aktuelle Ziel. An Ausstellungen beteiligen sich nur noch zwei der zehn Vereinsmitglieder, die allesamt Rentner sind. „Die Anforderungen sind sehr hoch seit die andere Hemisphäre dazu kam“, sagt ein Sammler über die stärkere Konkurrenz nach der Wende. „Als die Marken noch um die 20 Pfennig kosteten, hatten alle noch zehn Sätze abonniert“, erinnern sie sich. Auf die Preissteigerung führen sie auch zurück, dass Jugendliche heute nicht mehr von der Sammelleidenschaft gepackt werden. Ihr Hobby sei sehr teuer und für junge Menschen kaum noch finanzierbar. „Nachwuchs erwarten wir keinen, nur Sammler, die bisher nicht zu uns gefunden haben, würden wir gern begrüßen“, so der Vereinsvorsitzende Jürgen Nickel. Man könne dann sicherlich, die eine oder andere Marke im Album ergänzen. Außerdem werden an Mitglieder Briefmarkenkataloge verliehen sowie Marken geprüft und beurteilt.  

    Zur 700-Jahr-Feier der Stadt Nauen 1992 hatte der Klub eine Briefmarkenschau mit etlichen Sammlungen organisiert. Damals mit dabei waren auch Philatelisten aus Nauens Partnerstadt Kreuztal – eine Verbindung, die bis heute gepflegt wird. „Wir besuchen uns gegenseitig alle zwei Jahre. Erst im Juni dieses Jahres waren die Briefmarkenfreunde aus dem Siegerland zu Gast, um sich von uns auf  Fontanes Spuren bis nach Neuruppin führen zu lassen“, erzählt Jürgen Nickel von den erlebnisreichen Tagen. „Wir sind zwar nur ein kleiner Kreis, aber dennoch hat es ein Sammlerfreund geschafft im spanischen Malaga 2006 eine Goldmedaille zu gewinnen“, berichtet er weiter und gibt endlich die für Sammler wohl typische Bescheidenheit auf.

 

Treffpunkt der Nauener Sammler ist an jedem ersten Montag im Monat das Altstadtcafé „Nickel“ ab 17 Uhr. Die nächsten Tauschtage sind in diesem Jahr der 6. Oktober, 3. November und der 1. Dezember 2008.

 

Tags: 

Philatelie, Sammelleidenschaft, Alben, Briefmarke, Kataloge

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