Prostatakrebs: Vorsorge rettet Ihr Leben
„Was ein richtiges Mannsbild ist, geht auch zur
Krebsvorsorge.“
Sepp Maier, ehemaliger Fußball-Nationaltorwart
Wie die meisten
seiner Geschlechtsgenossen kümmerte sich Hartmut K., 62, nie viel um seine
Gesundheit. Ernsthaft krank werden sowieso nur „die anderen“. Deshalb ging er
auch nie zu einer Vorsorgeuntersuchung – ein geradezu fahrlässiger Leichtsinn, der
beinahe ins Auge gegangen wäre. Doch Hartmut K. hatte Glück: Beim Herumtoben
mit seinen Enkeln verletzte er sich den Knöchel. Wohl oder übel musste er
seinen Hausarzt aufsuchen. Der nutzte die Gelegenheit und checkte ihn gründlich
durch – inklusive Blutuntersuchung und allem Drum und Dran. Sogar den PSA-Wert
(prostataspezifisches Antigen) ließ Hartmut K auf eigene Kosten bestimmen, sein
Arzt hatte ihn überzeugt. Wenige Tage später eröffnete ihm sein Arzt, dass der
PSA-Wert erhöht sei und daher ein etwa 20-prozentiges Risiko für Prostatakrebs
bestehe.
Hartmut K. hatte großes Glück, dass sein erhöhter PSA-Wert rechtzeitig
aufgefallen war. Der Urologe, zu dem ihn sein Hausarzt überwiesen hatte, stellte
nämlich fest, dass er tatsächlich an Prostatakrebs erkrankt war. Der Krebs
befand sich aber noch im Anfangsstadium und konnte ohne Komplikationen operiert
werden. Hartmut K wurde vollständig geheilt. Und das ist keine Ausnahme:
Prostatakrebs im Frühstadium ist zu 90 Prozent heilbar, und fast immer ohne
Nebenwirkungen.
Bei vielen anderen Männern kommt die Diagnose allerdings zu
spät. Wie etwa beim Ehemann der Bestseller-Autorin Diane Beate Hellmann (Zwei
Frauen), die in ihrem kürzlich erschienenen Roman „Aus Liebe zu ihm“ den langen
und schließlich verlorenen Kampf ihres Mannes gegen den Krebs beschreibt. Oder
bei Uwe Peters, der im Internet die Kontakt-, Informations- und
Selbsthilfestelle Prostatakrebs – kurz KISP aufbaute. Er starb nach
vierjähriger Krankheit.
Prostatakrebs: häufigste Krebserkrankung des Mannes
Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, gehört zu den
inneren Geschlechtsorganen des Mannes. Sie liegt im Becken direkt unter der
Harnblase und umschließt ringförmig die Harnröhre. Sie bildet einen Teil der
Samenflüssigkeit und sorgt so vor allem für die Beweglichkeit der Spermien. Während
die meisten Männer in jungen Jahren keinerlei Probleme mit ihrer Prostata
haben, steigt das Risiko einer Erkrankung mit zunehmendem Alter. Besonders
häufig sind
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die gutartige Vergrößerung der Prostata, woran
etwa 50 Prozent aller Männer über 60 Jahre leiden,
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die akute oder chronische Prostataentzündung
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der Prostatakrebs.
Prostatakrebs ist in Deutschland mit rund 50.000
Neuerkrankungen im Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Und mit ca.
11.000 Todesfällen im Jahr steht der Prostatakrebs nach Lungenkrebs an zweiter
Stelle bei den krebsbedingten Todesursachen. Betroffen sind vor allem ältere
Männer: Mehr als 90 Prozent der Patienten sind zum Zeitpunkt der Diagnose über
60 Jahre alt. Insgesamt bekommen rund 13 Prozent aller Männer im Laufe ihres
Lebens einen Prostatakrebs, der behandelt werden muss.
Krankheitsverlauf
Prostatakrebs gehört zu den sehr langsam verlaufenden
Krebsarten. Die bösartigen Wucherungen im Drüsengewebe der Prostata entwickeln
sich in der Regel über viele Jahre hinweg und breiten sich zunächst innerhalb
des Organs aus. In dieser Phase verursacht der Krebs keinerlei gesundheitliche
Beschwerden. Er lässt sich dennoch frühzeitig entdecken, mittels PSA-Test und,
wenn er schon etwas größer ist, auch mit Hilfe der Tastuntersuchung durch den
Arzt.
Im weiteren Krankheitsverlauf kann der Tumor jedoch die
bindegewebige Kapsel durchbrechen, die die Prostata umgibt. Er dringt in das
benachbarte Gewebe ein und wächst dort weiter. Hat das Krebsgeschwür die
Prostatakapsel überwunden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich in anderen
Körperregionen Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden. Davon sind vor allem die
Lymphknoten des Beckens sowie die Knochen (Wirbelsäule, Rippen- und
Beckenknochen) betroffen. Möglich sind Metastasen aber auch in Leber, Lunge und
in anderen Organen.
Ursachen und Risiken
Die Krankheitsursache ist bisher noch weitgehend unbekannt,
man kennt jedoch einige Risikofaktoren, vor allem:
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Das Alter
Das Hauptrisiko tragen Männer ab 75 Jahren. In diesem Alter tritt ein
Prostatakarzinom 12mal häufiger auf als zwischen 45 und 59 Jahren und fast
doppelt so häufig wie zwischen 60 und 74 Jahren.
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Hormone
Es ist noch nicht ganz klar, welche Rolle die Hormone spielen. Sie gelten aber als
ein wesentlicher Faktor bei der Krankheitsentstehung. Ohne das männliche
Geschlechtshormon Testosteron, das für die Funktion der Prostata notwendig ist,
kann sich jedenfalls kein Prostatakrebs entwickeln.
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Erbliche Veranlagung
Prostatakrebs ist zumindest teilweise genetisch bedingt. So ist das Risiko
eines Mannes, dessen Vater oder Bruder Prostatakrebs haben, ebenfalls an Prostatakrebs
zu erkranken, etwa doppelt so hoch wie der Durchschnitt (etwa 13 Prozent). Sind
zusätzlich weitere Verwandte betroffen, erhöht sich das Erkrankungsrisiko sogar
auf bis zu 50 Prozent. Zudem steigt auch die Wahrscheinlichkeit, Prostatakrebs
in einem relativ frühen Alter zu bekommen.
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Ernährung
Zahlreichen Studien und Beobachtungen
zufolge spielt auch die Art der Ernährung eine Rolle. So fördert eine fettreiche, ballaststoffarme
Kost mit einem hohen Anteil an rotem Fleisch die Entstehung eines Tumors. Vor
allem der Verzehr von tierischen Fetten und ungesättigten Fettsäuren erhöht das
Krebsrisiko deutlich. Eine fettarme, balaststoffreiche Kost mit viel Obst und
Gemüse senkt dagegen das Risiko.
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Mangelnde Vitamin D-Versorgung
Möglicherweise beeinflusst auch der Vitamin D-Spiegel im Körper die Erkrankung.
Vitamin D ist ein Hormon, das für seine Krebs eindämmenden Eigenschaften
bekannt ist. Seine Bildung im Körper hängt wesentlich von der ultravioletten
Sonnenstrahlung ab. Tatsächlich hat sich gezeigt, dass an Orten mit hoher
Sonneneinstrahlung die Zahl an Prostatakrebsfällen geringer ist als an Orten
mit niedriger Sonnenstrahlung. Weitere Untersuchungen sind allerdings
notwendig, um diese Theorie zu bestätigen.
Wichtiger Hinweis:
Eine gesunde,
abwechslungsreiche Ernährung mit einem möglichst geringen Anteil an gesättigten
Fettsäuren und tierischem Fett kann das Risiko deutlich senken, an
Prostatakrebs zu erkranken. Neueren Untersuchungen zufolge haben auch das
Spurenelement Selen und so genannte Phytoöstrogene schützende Wirkung. Letztere
finden sich in Gemüse, Getreide, Soja, grünem Tee, Hülsenfrüchten und Leinsamen.
Regelmäßiger Sport könnte ebenfalls dabei helfen, sich vor Prostatakrebs zu
schützen.
Erste Anzeichen
Prostatakrebs kann sich über viele Jahre vollkommen ohne Beschwerden
oder andere Auffälligkeiten entwickeln. Schmerzen oder Symptome wie Blut im
Urin oder in der Samenflüssigkeit treten meist erst auf, wenn der Tumor weit
fortgeschritten ist. Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder vermehrter
Harndrang zeigen sich ebenso erst, wenn der Tumor bereits auf die Blase oder die
Harnröhre drückt. Haben sich Metastasen gebildet, kann es zu Schmerzen im
unteren Rückenbereich, im Becken, an den Hüften oder den Oberschenkeln kommen. Ein
verminderter Sexualtrieb oder Erektionsprobleme können ebenfalls auf einen
Prostatakrebs hindeuten.
Haben Sie solche Beschwerden, sollten Sie sofort Ihren
Hausarzt oder Urologen aufsuchen. Stecken Sie nicht den Kopf in den Sand. Die
Vogel-Strauß-Taktik kann tödlich sein. Viel wichtiger ist aber, dass Sie sich
vermutlich völlig grundlos sorgen und ängstigen. Warum? Weil alle diese
Symptome auch andere, vergleichsweise harmlose Ursachen haben können.
Beispielsweise entstehen Probleme beim Wasserlassen in den allermeisten Fällen durch
eine gutartige Prostatavergrößerung. Nur in etwa 10 Prozent der Fälle steckt
tatsächlich ein Prostatakrebs dahinter. Deshalb, machen Sie sich nicht selbst
das Leben schwer. Lassen Sie sich untersuchen, wenn Sie Beschwerden haben. Oder
noch besser: Gehen Sie regelmäßig, am besten jährlich, zur
Vorsorgeuntersuchung.
Früherkennung rettet Ihr Leben
Männer ab 45 Jahren sollten jährlich einmal zur
Früherkennung zum Arzt gehen. Diese Untersuchungen werden von uns bezahlt und geben
Ihnen die Chance, einen möglicherweise vorhandenen Krebs in einem sehr frühen
Stadium zu entdecken. Tatsächlich sind die deutschen Männer jedoch regelrechte
„Vorsorgemuffel“. Nur etwa 18 Prozent der über 45-Jährigen nutzen die unter
Umständen lebensrettende Chance.
Wichtiger Hinweis:
Wissenschaftler der University of Birmingham fanden Folgendes
heraus: Bei vielen Männern führt Angst davor, was die Symptome von
Prostatakrebs bedeuten könnten, dazu, dass sie nicht zum Arzt gehen. Hinzu
kommt das Motiv, dass es nicht männlich sei, Hilfe zu suchen.
Das bedeutet: Männer ignorieren weder die Symptome noch
gehen sie sorglos mit ihrer Gesundheit um. Sie sind einfach extrem ängstlich.
Die Angst vor den Auswirkungen einer Erkrankung und einer Behandlung beeinflusst
ihre Entscheidung am stärksten. Geht es Ihnen ebenso? Dann denken Sie um. Sie
bewirken sonst genau das Gegenteil: Meist sind die Symptome harmlos. Sie
ersparen sich also in aller Regel viele schlaflose Nächte, wenn Sie zur
Vorsorgeuntersuchung gehen. Und: Findet Ihr Arzt doch etwas, ist die Behandlung
immer einfacher und problemloser, je früher die Krankheit entdeckt wird. Denken
Sie an Sepp Maier: „Was ein richtiges Mannsbild ist, geht auch zur
Krebsvorsorge.“
Tipp:
Informationen und die richtige Klinik sind wichtig. Eine
gute Anlaufstelle für Informationen ist eine Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe,
die es in vielen Städten gibt. Gute Kliniken sind die seit Ende 2007
zertifizierten Prostatakarzinomzentren. Diese müssen mindestens folgende
bildgebenden Methoden anbieten: konventionelles Röntgen, CT, MRT; (fakultativ:
MR-Spektroskopie, MRT endorektal). Ob auch die fakultativen
Zertifizierungsvoraussetzungen MR-Spektroskopie und MRT endorektal angeboten
werden, sollten Sie ggf. telefonisch erfragen. Die Adressen der zertifizierten
Prostatakarzinomzentren erhalten Sie beispielsweise über http://www.krebsgesellschaft.de
Die Diagnose
Mit den folgenden Methoden kann Ihr Arzt feststellen, ob Sie
Prostatakrebs haben, und wenn ja, wie weit dieser fortgeschritten ist:
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PSA-Test
Eine Methode, mit der auch schon sehr frühe Krebsstadien entdeckt werden
können, ist die Messung des PSA-Wertes im Blut. PSA steht für „prostataspezifisches
Antigen“, einen Tumormarker. Dabei handelt es sich um ein Eiweiß, das fast
ausschließlich in der Prostata gebildet wird und in geringen Mengen auch ins
Blut übertritt. Stellt das Labor eine erhöhte PSA-Konzentration im Blut fest,
könnte dies auf Prostatakrebs hindeuten, aber auch auf eine gutartige Prostatavergrößerung
oder auf eine Entzündung. Allgemein anerkannt ist der Schwellenwert von 4,0
ng/ml (Nanogramm pro Milliliter). Die Wahrscheinlichkeit, ein Prostatakarzinom
zu entdecken, liegt bei PSA-Werten unter 4 ng/ml bei zehn Prozent, bei Werten
zwischen 4 und 10 ng/ml bei 25 Prozent und
bei einer Konzentration über 10 ng/ml bei bis zu 50 Prozent. Ein erhöhter
PSA-Wert allein reicht aber für eine sichere Diagnose nicht aus. Weitere
Untersuchungen sind erforderlich.
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Tastuntersuchung
Beim Abtasten der Prostata über den Enddarm untersucht der Arzt die
Prostata auf Unregelmäßigkeiten der Oberfläche und Verhärtungen.
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Ultraschall-Untersuchung
Die transrektale Ultraschall-Untersuchung (TRUS) liefert ebenfalls wichtige
Hinweise. Eine Sonde im Enddarm gibt dabei Einblick auf die Lage und Größe der
Prostata. Liegt ein Karzinom vor, ist es in vielen Fällen auf dem Monitor
erkennbar. Drei Viertel der Prostatakarzinome sind im Bild dunkel (echoarm),
während ein Viertel nicht zu sehen ist weil sie die gleiche Binnenstruktur und
Helligkeit haben wie normales Gewebe. Die Sonografie ist schmerzfrei und kann
beliebig oft wiederholt werden, da sie nicht strahlenbelastend ist.
Ergeben sich beispielsweise beim PSA-Test oder beim Abtasten
Auffälligkeiten, wird der Arzt zur Sicherung der Diagnose an mehreren Stellen
der Prostata eine Gewebeentnahmen (Biopsie) durchführen. Das entnommene Gewebe
wird anschließend im Labor untersucht und liefert dem Arzt wertvolle Hinweise
auf das Krankheitsstadium, das für die weitere Behandlung von größter
Wichtigkeit ist.
Durch neue bzw. verbesserte Untersuchungsverfahren lässt
sich oft die für Patienten nicht besonders angenehme Punktion vermeiden. Hierzu
zählen vor allem:
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Magnetresonanz-Verfahren
(MRT)
Eine genauere Untersuchung als TRUS erlaubt das Magnetresonanz-Verfahren
(MR-Tomographie, MRT). Damit lässt sich die Prostata so genau darstellen, dass
feinste Strukturdetails der Drüsenläppchen diagnostiziert werden können.
MRT-Untersuchungen der Prostata sind in vielen ambulanten Radiologie-Praxen
möglich. Eine entsprechende Abfrage ist per Telefon kein Problem.
Beachten Sie aber, dass sowohl bildgebende Verfahren wie MRT und TRUS, als auch
die Tastuntersuchung einen frühen Prostatakrebs nur schwer oder gar nicht
entdecken können. Daher sind immer mehrere Verfahren erforderlich, um eine
sichere Diagnose zu stellen.
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Magnetresonanz-Spektroskopie
Die konventionelle MR-Tomographie bzw. Kernspintomographie bietet eine hohe
Treffsicherheit um den Grad der Bösartigkeit eines Prostatakarzinoms
einzustufen. Eine noch höhere Genauigkeit bei der Einschätzung von gut- und
bösartigen Veränderungen der Prostata liefert die neue
Magnetresonanz-Spektroskopie. Die MR-Spektroskopie ermöglicht Aussagen über die
Konzentration von Metaboliten (Substanzen, die für den Stoffwechsel unentbehrlich
sind) in verdächtigen Gebieten der Prostata. So weist z.B. eine
Konzentrationsverschiebung im Prostatagewebe zugunsten des Gallenwirkstoffs
Cholin auf ein Prostatakarzinom hin. Kombiniert mit der konventionellen Bild
gebenden Magnetresonanz- bzw. Kernspintomographie ist mit der MR-Spektroskopie
ein nicht invasives, nicht durch Strahlung belastendes und damit grundsätzlich
beliebig oft wiederholbares Untersuchungsverfahren der Prostata verfügbar.
Wird schließlich tatsächlich Prostatakrebs diagnostiziert, führt
der Arzt in der Regel weitere Untersuchungen durch, wie etwa eine so genannte
Skelett- oder Knochenszintigraphie. Sie dient dazu festzustellen, wie sehr sich
der Krebs ausgebreitet hat, ob die Lymphknoten bereits befallen sind und ob
sich schon Metastasen gebildet haben.
Behandlungsmöglichkeiten
Es gibt verschiedene, zum Teil gleichwertige Behandlungsmöglichkeiten.
Welche davon eingesetzt wird, sollten Arzt und Patient in Ruhe und gemeinsam
entscheiden.
Welche der Behandlungsformen überhaupt in Frage kommen,
hängt zunächst davon ab, ob der Tumor noch auf die Prostata begrenzt ist. Hat
er bereits die umgebende Kapsel durchbrochen und Metastasen gebildet, sind
andere Behandlungsformen erforderlich. Das Alter des Betroffenen und die
Geschwindigkeit, mit der sich der Krebs voraussichtlich weiter ausbreitet,
spielen für die Art der Behandlung ebenfalls eine Rolle. Ferner sind auch die
möglichen Nebenwirkungen der verschiedenen Therapieformen zu bedenken.
Folgende Behandlungsformen stehen zur Verfügung:
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Abwarten und Beobachten
Bei Männern im
fortgeschrittenen Alter (ab etwa 75 Jahren) und wenn es sich bei dem
festgestellten Krebs um einen noch kleinen, langsam wachsenden Krebs handelt,
empfiehlt sich häufig, zunächst einfach einmal abzuwarten. Dabei wird durch
regelmäßige PSA-Tests kontrolliert, ob und wie schnell sich der Tumor
entwickelt.
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Operation
Die operative Entfernung des Tumors (und der Prostata) ist die häufigste
Behandlungsform, sofern der Krebs auf die Prostata begrenzt ist und der
Allgemeinzustand des Betroffenen den Eingriff zulässt. Mit der Entfernung des
befallenen Gewebes wird in der Regel eine vollständige Heilung erzielt.
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Strahlentherapie
Die Strahlentherapie ist eine gleichwertige Alternative zur Operation, wenn
diese vom Patienten nicht gewünscht oder nicht mehr sinnvoll ist, weil sich
bereits Metastasen in anderen Körperregionen gebildet haben. Die Bestrahlung
kann entweder von außen oder von innen erfolgen. Im letzten Fall werden
radioaktive Jodteilchen direkt in die Prostata eingesetzt.
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Hormontherapie
Hat der Krebs zum Zeitpunkt der Diagnose bereits gestreut, wird zusätzlich
oder im Anschluss an die Strahlenbehandlung eine Hormontherapie mit
Medikamenten durchgeführt. Ziel der Therapie ist es, die Bildung bzw. die
Wirkung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron zu hemmen, da dieses das
Krebswachstum anregt. In den meisten Fällen lässt sich so das Tumorwachstum für
einige Monate oder sogar Jahre zum Stillstand bringen.
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Chemotherapie
Leider ist die Hormontherapie nicht auf unbegrenzte Zeit wirksam. Wenn die
Krebszellen sozusagen immun geworden sind und auf die Behandlung nicht mehr
ansprechen, kann eine Chemotherapie zum Einsatz kommen. Dabei werden Medikamente
verabreicht, die das Zellwachstum hemmen. Ziel der Behandlung ist wiederum eine
Verzögerung des Krankheitsverlaufs und eine Verbesserung der Lebensqualität des
Patienten.
Mögliche Folgen der Behandlung
Trotz stetig verbesserter Operations- und Bestrahlungstechniken
lassen sich einige unerwünschte Folgen der Behandlungen nicht immer vermeiden.
Die häufigsten Folgen sind:
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Verlust der Erektionsfähigkeit (Impotenz)
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Ungewolltes Wasserlassen (Harninkontinenz)
Während es durch eine Strahlentherapie eher selten zu einer
Harninkontinenz kommt, geschieht dies durch Operation relativ häufig. Denn
dabei wird der Schließmuskel fast unweigerlich in Mitleidenschaft gezogen. In
den meisten Fällen handelt es sich dabei jedoch um eine vorübergehende
Erscheinung, der durch ein spezielles Training des Schließmuskels begegnet
werden kann. Bei etwa 5 bis 10 Prozent der Patienten kommt es jedoch zu einer
bleibenden Inkontinenz.
Wie der Schließmuskel, befinden sich auch die Nerven, die
für die Erektionsfähigkeit verantwortlich sind, in unmittelbarer Nähe der
Prostata. Je nachdem, wie groß der Tumor bei der Operation ist, kann es so
durch Verletzung dieser Nerven zu Einschränkungen oder zu einem Verlust der
Erektionsfähigkeit kommen. Davon sind etwa 20 bis 50 Prozent der Patienten
betroffen.
Tipp:
Lassen Sie sich Zeit mit der Entscheidung, welche Behandlungsform
Sie möchten. Prostatakrebs wächst in der Regel sehr langsam, es kommt auf ein
paar Wochen nicht an. Informieren Sie sich umfassend, sprechen Sie mit Ihrer
Frau und vielleicht mit anderen Betroffenen und wägen Sie das Für und Wider
aller Möglichkeiten sorgfältig ab.
Informieren Sie sich
Infos im Internet:
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http://www.medizinfo.de/krebs/prostatakrebs/
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Krebsinformationsdienst des Deutschen
Krebsforschungszentrums Heidelberg: http://www.krebsinformationsdienst.de/Krebsarten/prostatakrebs.html,
Telefon-Hotline: 08 00 - 4 20 30 40 täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr, Hilfe per
E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de
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Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.: http://www.prostatakrebs-bps.de/,
Alte Str. 4, 30989 Gehrden, Telefon: 0 51 08/92 66 46
r
Diskussionsforum: http://forum.prostatakrebs-bps.de/
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Kontakt-, Informations- & Selbsthilfe-Stelle
Prostatakrebs (KISP): http://www.prostatakrebse.de/
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Deutsche Krebsgesellschaft e.V.: http://www.krebsgesellschaft.de/prostatakrebs,4277.html
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Deutsche Krebshilfe e.V.: Buschstr. 32, 53113
Bonn, Telefon: 02 28/7 29 90–0, E-Mail:
deutsche@krebshilfe.de, Internet: http://www.krebshilfe.de/
Kostenlose Broschüren:
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„Prostatakrebs – auf den Punkt gebracht“: Zu
bestellen unter info@prostata.de oder
Download der PDF-Datei unter http://www.krebsgesellschaft.de/index.php?seite=wub_broschueren_krebsarten&navigation=984
r
„Prostataerkrankungen – GBE-Heft 36“. Im Januar
2007 in der Reihe „Gesundheitsberichterstattung des Bundes“ beim
Robert-Koch-Institut erschienen. http://www.rki.de/cln_049/nn_199850/DE/Content/GBE/Gesundheitsberichterstattung/Themenhefte/prostata__inhalt.html
r
„Prostatakrebs“. Erschienen in der Reihe „Die
blauen Ratgeber der Deutschen Krebshilfe“. Zu bestellen per E-Mail an deutsche@krebshilfe.de, unter der
Rufnummer 02 28/7 29 90-0 oder im Internet https://www.krebshilfe.de/online-bestellung.html. Download als PDF: http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/017_prostata.pdf