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Prostatakrebs

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Fundierte inforamtionen über Prostatakrebs

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Prostatakrebs - Vorsorge rettet Ihr Leben
von: Redaktionsbüro |  10.06.2008 12:37:01

Prostatakrebs: Vorsorge rettet Ihr Leben

 „Was ein richtiges Mannsbild ist, geht auch zur Krebsvorsorge.“

Sepp Maier, ehemaliger Fußball-Nationaltorwart

Wie die meisten seiner Geschlechtsgenossen kümmerte sich Hartmut K., 62, nie viel um seine Gesundheit. Ernsthaft krank werden sowieso nur „die anderen“. Deshalb ging er auch nie zu einer Vorsorgeuntersuchung – ein geradezu fahrlässiger Leichtsinn, der beinahe ins Auge gegangen wäre. Doch Hartmut K. hatte Glück: Beim Herumtoben mit seinen Enkeln verletzte er sich den Knöchel. Wohl oder übel musste er seinen Hausarzt aufsuchen. Der nutzte die Gelegenheit und checkte ihn gründlich durch – inklusive Blutuntersuchung und allem Drum und Dran. Sogar den PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen) ließ Hartmut K auf eigene Kosten bestimmen, sein Arzt hatte ihn überzeugt. Wenige Tage später eröffnete ihm sein Arzt, dass der PSA-Wert erhöht sei und daher ein etwa 20-prozentiges Risiko für Prostatakrebs bestehe.

Hartmut K. hatte großes Glück, dass sein erhöhter PSA-Wert rechtzeitig aufgefallen war. Der Urologe, zu dem ihn sein Hausarzt überwiesen hatte, stellte nämlich fest, dass er tatsächlich an Prostatakrebs erkrankt war. Der Krebs befand sich aber noch im Anfangsstadium und konnte ohne Komplikationen operiert werden. Hartmut K wurde vollständig geheilt. Und das ist keine Ausnahme: Prostatakrebs im Frühstadium ist zu 90 Prozent heilbar, und fast immer ohne Nebenwirkungen.

Bei vielen anderen Männern kommt die Diagnose allerdings zu spät. Wie etwa beim Ehemann der Bestseller-Autorin Diane Beate Hellmann (Zwei Frauen), die in ihrem kürzlich erschienenen Roman „Aus Liebe zu ihm“ den langen und schließlich verlorenen Kampf ihres Mannes gegen den Krebs beschreibt. Oder bei Uwe Peters, der im Internet die Kontakt-, Informations- und Selbsthilfestelle Prostatakrebs – kurz KISP aufbaute. Er starb nach vierjähriger Krankheit.

Prostatakrebs: häufigste Krebserkrankung des Mannes

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, gehört zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes. Sie liegt im Becken direkt unter der Harnblase und umschließt ringförmig die Harnröhre. Sie bildet einen Teil der Samenflüssigkeit und sorgt so vor allem für die Beweglichkeit der Spermien. Während die meisten Männer in jungen Jahren keinerlei Probleme mit ihrer Prostata haben, steigt das Risiko einer Erkrankung mit zunehmendem Alter. Besonders häufig sind

r        die gutartige Vergrößerung der Prostata, woran etwa 50 Prozent aller Männer über 60 Jahre leiden,

r        die akute oder chronische Prostataentzündung sowie

r        der Prostatakrebs.

Prostatakrebs ist in Deutschland mit rund 50.000 Neuerkrankungen im Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Und mit ca. 11.000 Todesfällen im Jahr steht der Prostatakrebs nach Lungenkrebs an zweiter Stelle bei den krebsbedingten Todesursachen. Betroffen sind vor allem ältere Männer: Mehr als 90 Prozent der Patienten sind zum Zeitpunkt der Diagnose über 60 Jahre alt. Insgesamt bekommen rund 13 Prozent aller Männer im Laufe ihres Lebens einen Prostatakrebs, der behandelt werden muss.

Krankheitsverlauf

Prostatakrebs gehört zu den sehr langsam verlaufenden Krebsarten. Die bösartigen Wucherungen im Drüsengewebe der Prostata entwickeln sich in der Regel über viele Jahre hinweg und breiten sich zunächst innerhalb des Organs aus. In dieser Phase verursacht der Krebs keinerlei gesundheitliche Beschwerden. Er lässt sich dennoch frühzeitig entdecken, mittels PSA-Test und, wenn er schon etwas größer ist, auch mit Hilfe der Tastuntersuchung durch den Arzt.

Im weiteren Krankheitsverlauf kann der Tumor jedoch die bindegewebige Kapsel durchbrechen, die die Prostata umgibt. Er dringt in das benachbarte Gewebe ein und wächst dort weiter. Hat das Krebsgeschwür die Prostatakapsel überwunden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich in anderen Körperregionen Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden. Davon sind vor allem die Lymphknoten des Beckens sowie die Knochen (Wirbelsäule, Rippen- und Beckenknochen) betroffen. Möglich sind Metastasen aber auch in Leber, Lunge und in anderen Organen.

Ursachen und Risiken

Die Krankheitsursache ist bisher noch weitgehend unbekannt, man kennt jedoch einige Risikofaktoren, vor allem:

r        Das Alter
Das Hauptrisiko tragen Männer ab 75 Jahren. In diesem Alter tritt ein Prostatakarzinom 12mal häufiger auf als zwischen 45 und 59 Jahren und fast doppelt so häufig wie zwischen 60 und 74 Jahren.

r        Hormone
Es ist noch nicht ganz klar, welche Rolle die Hormone spielen. Sie gelten aber als ein wesentlicher Faktor bei der Krankheitsentstehung. Ohne das männliche Geschlechtshormon Testosteron, das für die Funktion der Prostata notwendig ist, kann sich jedenfalls kein Prostatakrebs entwickeln.

r        Erbliche Veranlagung
Prostatakrebs ist zumindest teilweise genetisch bedingt. So ist das Risiko eines Mannes, dessen Vater oder Bruder Prostatakrebs haben, ebenfalls an Prostatakrebs zu erkranken, etwa doppelt so hoch wie der Durchschnitt (etwa 13 Prozent). Sind zusätzlich weitere Verwandte betroffen, erhöht sich das Erkrankungsrisiko sogar auf bis zu 50 Prozent. Zudem steigt auch die Wahrscheinlichkeit, Prostatakrebs in einem relativ frühen Alter zu bekommen.

r        Ernährung
Zahlreichen Studien und Beobachtungen zufolge spielt auch die Art der Ernährung eine Rolle. So fördert eine fettreiche, ballaststoffarme Kost mit einem hohen Anteil an rotem Fleisch die Entstehung eines Tumors. Vor allem der Verzehr von tierischen Fetten und ungesättigten Fettsäuren erhöht das Krebsrisiko deutlich. Eine fettarme, balaststoffreiche Kost mit viel Obst und Gemüse senkt dagegen das Risiko.

r        Mangelnde Vitamin D-Versorgung
Möglicherweise beeinflusst auch der Vitamin D-Spiegel im Körper die Erkrankung. Vitamin D ist ein Hormon, das für seine Krebs eindämmenden Eigenschaften bekannt ist. Seine Bildung im Körper hängt wesentlich von der ultravioletten Sonnenstrahlung ab. Tatsächlich hat sich gezeigt, dass an Orten mit hoher Sonneneinstrahlung die Zahl an Prostatakrebsfällen geringer ist als an Orten mit niedriger Sonnenstrahlung. Weitere Untersuchungen sind allerdings notwendig, um diese Theorie zu bestätigen.
 

Wichtiger Hinweis:

Eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung mit einem möglichst geringen Anteil an gesättigten Fettsäuren und tierischem Fett kann das Risiko deutlich senken, an Prostatakrebs zu erkranken. Neueren Untersuchungen zufolge haben auch das Spurenelement Selen und so genannte Phytoöstrogene schützende Wirkung. Letztere finden sich in Gemüse, Getreide, Soja, grünem Tee, Hülsenfrüchten und Leinsamen. Regelmäßiger Sport könnte ebenfalls dabei helfen, sich vor Prostatakrebs zu schützen.

 

Erste Anzeichen

Prostatakrebs kann sich über viele Jahre vollkommen ohne Beschwerden oder andere Auffälligkeiten entwickeln. Schmerzen oder Symptome wie Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit treten meist erst auf, wenn der Tumor weit fortgeschritten ist. Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder vermehrter Harndrang zeigen sich ebenso erst, wenn der Tumor bereits auf die Blase oder die Harnröhre drückt. Haben sich Metastasen gebildet, kann es zu Schmerzen im unteren Rückenbereich, im Becken, an den Hüften oder den Oberschenkeln kommen. Ein verminderter Sexualtrieb oder Erektionsprobleme können ebenfalls auf einen Prostatakrebs hindeuten.

Haben Sie solche Beschwerden, sollten Sie sofort Ihren Hausarzt oder Urologen aufsuchen. Stecken Sie nicht den Kopf in den Sand. Die Vogel-Strauß-Taktik kann tödlich sein. Viel wichtiger ist aber, dass Sie sich vermutlich völlig grundlos sorgen und ängstigen. Warum? Weil alle diese Symptome auch andere, vergleichsweise harmlose Ursachen haben können. Beispielsweise entstehen Probleme beim Wasserlassen in den allermeisten Fällen durch eine gutartige Prostatavergrößerung. Nur in etwa 10 Prozent der Fälle steckt tatsächlich ein Prostatakrebs dahinter. Deshalb, machen Sie sich nicht selbst das Leben schwer. Lassen Sie sich untersuchen, wenn Sie Beschwerden haben. Oder noch besser: Gehen Sie regelmäßig, am besten jährlich, zur Vorsorgeuntersuchung.

Früherkennung rettet Ihr Leben

Männer ab 45 Jahren sollten jährlich einmal zur Früherkennung zum Arzt gehen. Diese Untersuchungen werden von uns bezahlt und geben Ihnen die Chance, einen möglicherweise vorhandenen Krebs in einem sehr frühen Stadium zu entdecken. Tatsächlich sind die deutschen Männer jedoch regelrechte „Vorsorgemuffel“. Nur etwa 18 Prozent der über 45-Jährigen nutzen die unter Umständen lebensrettende Chance.

Wichtiger Hinweis:

Wissenschaftler der University of Birmingham fanden Folgendes heraus: Bei vielen Männern führt Angst davor, was die Symptome von Prostatakrebs bedeuten könnten, dazu, dass sie nicht zum Arzt gehen. Hinzu kommt das Motiv, dass es nicht männlich sei, Hilfe zu suchen.

Das bedeutet: Männer ignorieren weder die Symptome noch gehen sie sorglos mit ihrer Gesundheit um. Sie sind einfach extrem ängstlich. Die Angst vor den Auswirkungen einer Erkrankung und einer Behandlung beeinflusst ihre Entscheidung am stärksten. Geht es Ihnen ebenso? Dann denken Sie um. Sie bewirken sonst genau das Gegenteil: Meist sind die Symptome harmlos. Sie ersparen sich also in aller Regel viele schlaflose Nächte, wenn Sie zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Und: Findet Ihr Arzt doch etwas, ist die Behandlung immer einfacher und problemloser, je früher die Krankheit entdeckt wird. Denken Sie an Sepp Maier: „Was ein richtiges Mannsbild ist, geht auch zur Krebsvorsorge.“

Tipp:

Informationen und die richtige Klinik sind wichtig. Eine gute Anlaufstelle für Informationen ist eine Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe, die es in vielen Städten gibt. Gute Kliniken sind die seit Ende 2007 zertifizierten Prostatakarzinomzentren. Diese müssen mindestens folgende bildgebenden Methoden anbieten: konventionelles Röntgen, CT, MRT; (fakultativ: MR-Spektroskopie, MRT endorektal). Ob auch die fakultativen Zertifizierungsvoraussetzungen MR-Spektroskopie und MRT endorektal angeboten werden, sollten Sie ggf. telefonisch erfragen. Die Adressen der zertifizierten Prostatakarzinomzentren erhalten Sie beispielsweise über http://www.krebsgesellschaft.de

Die Diagnose

Mit den folgenden Methoden kann Ihr Arzt feststellen, ob Sie Prostatakrebs haben, und wenn ja, wie weit dieser fortgeschritten ist:

r        PSA-Test
Eine Methode, mit der auch schon sehr frühe Krebsstadien entdeckt werden können, ist die Messung des PSA-Wertes im Blut. PSA steht für „prostataspezifisches Antigen“, einen Tumormarker. Dabei handelt es sich um ein Eiweiß, das fast ausschließlich in der Prostata gebildet wird und in geringen Mengen auch ins Blut übertritt. Stellt das Labor eine erhöhte PSA-Konzentration im Blut fest, könnte dies auf Prostatakrebs hindeuten, aber auch auf eine gutartige Prostatavergrößerung oder auf eine Entzündung. Allgemein anerkannt ist der Schwellenwert von 4,0 ng/ml (Nanogramm pro Milliliter). Die Wahrscheinlichkeit, ein Prostatakarzinom zu entdecken, liegt bei PSA-Werten unter 4 ng/ml bei zehn Prozent, bei Werten zwischen 4 und 10 ng/ml  bei 25 Prozent und bei einer Konzentration über 10 ng/ml bei bis zu 50 Prozent. Ein erhöhter PSA-Wert allein reicht aber für eine sichere Diagnose nicht aus. Weitere Untersuchungen sind erforderlich.

r        Tastuntersuchung
Beim Abtasten der Prostata über den Enddarm untersucht der Arzt die Prostata auf Unregelmäßigkeiten der Oberfläche und Verhärtungen.

r        Ultraschall-Untersuchung
Die transrektale Ultraschall-Untersuchung (TRUS) liefert ebenfalls wichtige Hinweise. Eine Sonde im Enddarm gibt dabei Einblick auf die Lage und Größe der Prostata. Liegt ein Karzinom vor, ist es in vielen Fällen auf dem Monitor erkennbar. Drei Viertel der Prostatakarzinome sind im Bild dunkel (echoarm), während ein Viertel nicht zu sehen ist weil sie die gleiche Binnenstruktur und Helligkeit haben wie normales Gewebe. Die Sonografie ist schmerzfrei und kann beliebig oft wiederholt werden, da sie nicht strahlenbelastend ist.

Ergeben sich beispielsweise beim PSA-Test oder beim Abtasten Auffälligkeiten, wird der Arzt zur Sicherung der Diagnose an mehreren Stellen der Prostata eine Gewebeentnahmen (Biopsie) durchführen. Das entnommene Gewebe wird anschließend im Labor untersucht und liefert dem Arzt wertvolle Hinweise auf das Krankheitsstadium, das für die weitere Behandlung von größter Wichtigkeit ist.

Durch neue bzw. verbesserte Untersuchungsverfahren lässt sich oft die für Patienten nicht besonders angenehme Punktion vermeiden. Hierzu zählen vor allem:

r        Magnetresonanz-Verfahren (MRT)
Eine genauere Untersuchung als TRUS erlaubt das Magnetresonanz-Verfahren (MR-Tomographie, MRT). Damit lässt sich die Prostata so genau darstellen, dass feinste Strukturdetails der Drüsenläppchen diagnostiziert werden können. MRT-Untersuchungen der Prostata sind in vielen ambulanten Radiologie-Praxen möglich. Eine entsprechende Abfrage ist per Telefon kein Problem.
Beachten Sie aber, dass sowohl bildgebende Verfahren wie MRT und TRUS, als auch die Tastuntersuchung einen frühen Prostatakrebs nur schwer oder gar nicht entdecken können. Daher sind immer mehrere Verfahren erforderlich, um eine sichere Diagnose zu stellen.

r        Magnetresonanz-Spektroskopie
Die konventionelle MR-Tomographie bzw. Kernspintomographie bietet eine hohe Treffsicherheit um den Grad der Bösartigkeit eines Prostatakarzinoms einzustufen. Eine noch höhere Genauigkeit bei der Einschätzung von gut- und bösartigen Veränderungen der Prostata liefert die neue Magnetresonanz-Spektroskopie. Die MR-Spektroskopie ermöglicht Aussagen über die Konzentration von Metaboliten (Substanzen, die für den Stoffwechsel unentbehrlich sind) in verdächtigen Gebieten der Prostata. So weist z.B. eine Konzentrationsverschiebung im Prostatagewebe zugunsten des Gallenwirkstoffs Cholin auf ein Prostatakarzinom hin. Kombiniert mit der konventionellen Bild gebenden Magnetresonanz- bzw. Kernspintomographie ist mit der MR-Spektroskopie ein nicht invasives, nicht durch Strahlung belastendes und damit grundsätzlich beliebig oft wiederholbares Untersuchungsverfahren der Prostata verfügbar.

Wird schließlich tatsächlich Prostatakrebs diagnostiziert, führt der Arzt in der Regel weitere Untersuchungen durch, wie etwa eine so genannte Skelett- oder Knochenszintigraphie. Sie dient dazu festzustellen, wie sehr sich der Krebs ausgebreitet hat, ob die Lymphknoten bereits befallen sind und ob sich schon Metastasen gebildet haben.

Behandlungsmöglichkeiten

Es gibt verschiedene, zum Teil gleichwertige Behandlungsmöglichkeiten. Welche davon eingesetzt wird, sollten Arzt und Patient in Ruhe und gemeinsam entscheiden.

Welche der Behandlungsformen überhaupt in Frage kommen, hängt zunächst davon ab, ob der Tumor noch auf die Prostata begrenzt ist. Hat er bereits die umgebende Kapsel durchbrochen und Metastasen gebildet, sind andere Behandlungsformen erforderlich. Das Alter des Betroffenen und die Geschwindigkeit, mit der sich der Krebs voraussichtlich weiter ausbreitet, spielen für die Art der Behandlung ebenfalls eine Rolle. Ferner sind auch die möglichen Nebenwirkungen der verschiedenen Therapieformen zu bedenken.

Folgende Behandlungsformen stehen zur Verfügung:

r        Abwarten und Beobachten
Bei Männern im fortgeschrittenen Alter (ab etwa 75 Jahren) und wenn es sich bei dem festgestellten Krebs um einen noch kleinen, langsam wachsenden Krebs handelt, empfiehlt sich häufig, zunächst einfach einmal abzuwarten. Dabei wird durch regelmäßige PSA-Tests kontrolliert, ob und wie schnell sich der Tumor entwickelt.

r        Operation
Die operative Entfernung des Tumors (und der Prostata) ist die häufigste Behandlungsform, sofern der Krebs auf die Prostata begrenzt ist und der Allgemeinzustand des Betroffenen den Eingriff zulässt. Mit der Entfernung des befallenen Gewebes wird in der Regel eine vollständige Heilung erzielt.

r        Strahlentherapie
Die Strahlentherapie ist eine gleichwertige Alternative zur Operation, wenn diese vom Patienten nicht gewünscht oder nicht mehr sinnvoll ist, weil sich bereits Metastasen in anderen Körperregionen gebildet haben. Die Bestrahlung kann entweder von außen oder von innen erfolgen. Im letzten Fall werden radioaktive Jodteilchen direkt in die Prostata eingesetzt.

r        Hormontherapie
Hat der Krebs zum Zeitpunkt der Diagnose bereits gestreut, wird zusätzlich oder im Anschluss an die Strahlenbehandlung eine Hormontherapie mit Medikamenten durchgeführt. Ziel der Therapie ist es, die Bildung bzw. die Wirkung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron zu hemmen, da dieses das Krebswachstum anregt. In den meisten Fällen lässt sich so das Tumorwachstum für einige Monate oder sogar Jahre zum Stillstand bringen.

r        Chemotherapie
Leider ist die Hormontherapie nicht auf unbegrenzte Zeit wirksam. Wenn die Krebszellen sozusagen immun geworden sind und auf die Behandlung nicht mehr ansprechen, kann eine Chemotherapie zum Einsatz kommen. Dabei werden Medikamente verabreicht, die das Zellwachstum hemmen. Ziel der Behandlung ist wiederum eine Verzögerung des Krankheitsverlaufs und eine Verbesserung der Lebensqualität des Patienten.

Mögliche Folgen der Behandlung

Trotz stetig verbesserter Operations- und Bestrahlungstechniken lassen sich einige unerwünschte Folgen der Behandlungen nicht immer vermeiden. Die häufigsten Folgen sind:

r        Verlust der Erektionsfähigkeit (Impotenz)

r        Ungewolltes Wasserlassen (Harninkontinenz)

Während es durch eine Strahlentherapie eher selten zu einer Harninkontinenz kommt, geschieht dies durch Operation relativ häufig. Denn dabei wird der Schließmuskel fast unweigerlich in Mitleidenschaft gezogen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei jedoch um eine vorübergehende Erscheinung, der durch ein spezielles Training des Schließmuskels begegnet werden kann. Bei etwa 5 bis 10 Prozent der Patienten kommt es jedoch zu einer bleibenden Inkontinenz.

Wie der Schließmuskel, befinden sich auch die Nerven, die für die Erektionsfähigkeit verantwortlich sind, in unmittelbarer Nähe der Prostata. Je nachdem, wie groß der Tumor bei der Operation ist, kann es so durch Verletzung dieser Nerven zu Einschränkungen oder zu einem Verlust der Erektionsfähigkeit kommen. Davon sind etwa 20 bis 50 Prozent der Patienten betroffen.

Tipp:

Lassen Sie sich Zeit mit der Entscheidung, welche Behandlungsform Sie möchten. Prostatakrebs wächst in der Regel sehr langsam, es kommt auf ein paar Wochen nicht an. Informieren Sie sich umfassend, sprechen Sie mit Ihrer Frau und vielleicht mit anderen Betroffenen und wägen Sie das Für und Wider aller Möglichkeiten sorgfältig ab.

Informieren Sie sich

Infos im Internet:

r        http://www.medizinfo.de/krebs/prostatakrebs/

r        Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg: http://www.krebsinformationsdienst.de/Krebsarten/prostatakrebs.html, Telefon-Hotline: 08 00 - 4 20 30 40 täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr, Hilfe per E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de

r        Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.: http://www.prostatakrebs-bps.de/, Alte Str. 4, 30989 Gehrden, Telefon: 0 51 08/92 66 46

r        Diskussionsforum: http://forum.prostatakrebs-bps.de/

r        Kontakt-, Informations- & Selbsthilfe-Stelle Prostatakrebs (KISP): http://www.prostatakrebse.de/

r        Deutsche Krebsgesellschaft e.V.: http://www.krebsgesellschaft.de/prostatakrebs,4277.html

r        Deutsche Krebshilfe e.V.: Buschstr. 32, 53113 Bonn, Telefon: 02 28/7 29 90–0, E-Mail: deutsche@krebshilfe.de, Internet: http://www.krebshilfe.de/
 

Kostenlose Broschüren:

 r        Prostatakrebs – auf den Punkt gebracht“: Zu bestellen unter info@prostata.de oder Download der PDF-Datei unter http://www.krebsgesellschaft.de/index.php?seite=wub_broschueren_krebsarten&navigation=984

r        „Prostataerkrankungen – GBE-Heft 36“. Im Januar 2007 in der Reihe „Gesundheitsberichterstattung des Bundes“ beim Robert-Koch-Institut erschienen. http://www.rki.de/cln_049/nn_199850/DE/Content/GBE/Gesundheitsberichterstattung/Themenhefte/prostata__inhalt.html

r        „Prostatakrebs“. Erschienen in der Reihe „Die blauen Ratgeber der Deutschen Krebshilfe“. Zu bestellen per E-Mail an deutsche@krebshilfe.de, unter der Rufnummer 02 28/7 29 90-0 oder im Internet https://www.krebshilfe.de/online-bestellung.html. Download als PDF: http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/017_prostata.pdf

 

 

Tags: 

Prostata, Prostatakrebs, Vorsorgeuntersuchungen, Krebs, Männerkrankheiten

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