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Privater Kindergarten

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In Falkensee eröffnete der erste private Kindergarten - nagelneues Ambiente, Essen vom Biocaterer und doppelte Gebühren.

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Privater Kindergarten
von: Netty |  28.08.2008 21:16:45

Gefragtes „Wölkchen“

 

Private Kita eröffnet am 1. September, viele Familien schnupperten schon rein

Von Annett Lahn 
Trotz des enormen Andranges beim Tag der offenen Tür der ersten privaten Kindertagesstätte in Falkensee war Ilona Ademi frustiert. „Man freut sich über die Nachfrage, aber kann ihr nicht gerecht werden“, sagte die Leiterin der Kita „Wölkchen“, nachdem sie am Sonntag die Anträge der Eltern entgegen genommen hatte, die ihre Sprösslinge gern in der Finowstraße unterbringen würden. Doch es gibt nur 30 Plätze.
Einen davon bekam Arne Rudolph. Seit zwei Monaten wohnt er in Falkensee. Die nagelneuen, hellen Räume des Doppelhauses nahm er sofort unter die Lupe. „Unser Sohn fühlt sich wohl. Komm’ wir gehen und holen ihn heute Abend ab“, scherzten die Eltern erleichtert, denn andere Kitas waren belegt. Eine Tagesmutter sei nur eine Zwischenlösung. „Hier kann unser Sohn bleiben, bis er in die Schule kommt“, sagten Julia und Gerhard Rudolph.
Begeistert sind sie von den Öffnungszeiten der Kita, die erst um 20 Uhr schließt. „Die Unwägbarkeiten des Alltags werden dadurch aufgefangen“, so der Vater. Dass die Betreuung bei „Wölkchen“ doppelt so viel kostet wie in kommunalen Einrichtungen stört ihn nicht. „Das schockt uns nicht. Wir kommen aus Baden-Württemberg. Da habe ich für drei Stunden Betreuung 250 Euro bezahlt. Zudem ist hier alles neu. Das ist für uns eine Investition in die Zukunft.“
Die Mutter von Mia und Kira Fleck sieht das genauso. Nachdem sie für ihren ältesten Sohn Nils einen Platz bei „Wölkchen“ ergattern konnte, hatte sie gestern ihre neun Monate alten Zwillinge auf die Warteliste setzen lassen. Sie hofft, dass es am 1. April 2009 klappt. Dann läuft die Elternzeit ab und sie muss wieder auf ihrem Arbeitplatz bei Siemens in Spandau erscheinen. Wenn das nicht klappt, geht die Suche nach einer geeigneten Tagesmutter los. Doch die Mutter hofft weiter, „weil die Geschwister dann hier zusammen sind“.
Auch wenn sie mit dem Slogan „Anderskindergarten“ wirbt, möchte sich die Leiterin Ilona Ademi nicht von anderen Einrichtungen abgrenzen. Anders heißt für sie neben den flexiblen Öffnungszeiten und dem höheren Erziehungsschlüssel beispielsweise die umweltbewusste Orientierung, das Halten von Kleintieren in der Kita und die Versorgung mit Biokost. „In der Zeit der Lebensmittelskandale wollen wir den Eltern und ihren Kindern die Gewissheit geben, gesund versorgt zu werden.“ Auch auf Süßigkeiten soll weitgehend verzichtet werden.
Ines Bertram als eine der vier fest angestellten Betreuerinnen kümmert sich um das Erlernen erster englischer Sprachkenntnisse. „Demnächst soll ein Muttersprachler dabei helfen“, kündigte sie an.
„Wir müssen uns nach dem 1. September erstmal beweisen. Wir sind aber keiner Kirche oder der Gemeinde unterworfen und können uns den Bedürfnissen der Jungen und Mädchen eher anpassen“, sagte Ilona Ademi. Vieles finde sich erst, wenn mit den 30 Kindern Leben ins Haus kommt. Der gestrige Tag war eine gute Übung.

 

Mein Kommentar:

über die große Nachfrage nach Kitaplätzen in Falkensee

Die Werbung für ihren ersten privaten Kindergarten in Falkensee hätte sich Ilona Ademi sparen können. Die zehn Plätze in der Gruppe der unter Zweijährigen waren schon in der Bauphase vergeben. Beim gestrigen Tag der offenen Tür der Kita „Wölkchen“ gab es nur noch einige Plätze für Drei- bis Sechsjährige. Der Andrang interessierter Eltern war dennoch enorm, die Leiterin überrascht und glücklich über diese große Nachfrage. Mit ihrem Team versuchte sie alle Fragen zu beantworten und berichtete ausführlich über die vielen schönen Extras ihres Hauses. Am Ende des Vormittags mischte sich aber bei Ilona Ademi Frustration in die Freude über den Er- folg ihres Unternehmens. Ihr wurde klar, dass sie von den vielen begeisterten Kindern, die sie begrüßte und deren hoffnungsvolle Eltern einen Aufnahmeantrag stellten, nur wenige aufnehmen kann. Das Haus fasst nur 30 Kinder.
Die neue Kita hilft zwar die alarmierend langen Wartelisten in Falkensee zu verkürzen, aber bleibt nur ein Wölkchen am Himmel. Eltern wie Kinder könnten noch mehr findige Geschäftsfrauen gebrauchen, die dem Vorbild von Ilona Ademi folgen und selbst was auf die Beine stellen. Auf diesem Wege unterstützen sie Mütter und Väter dabei, Familie und Beruf zu vereinbaren.

 

 

Tags: 

privat, Betreuung, Kleinkinder, Zwillinge, Kindergarten

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