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Old Men in New Cars

Autor: lastrammbock
Bewertung: 5,00 | 1 Stimme
Beschreibung:

Eine Rezension des dänischen Films

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Old Men in New Cars
von: lastrammbock |  23.08.2008 12:06:14

Old Men in New Cars


Ist es eine Waffe oder eine elektrische Zahnbürste, das Gerät, das der Knastbruder Harald verdächtig im Waschbecken bedient? Und warum hat er eine „Léon-der-Profi“-Topfpflanze für Arme dabei, als er das Gefängnis verlässt?


Die Geschichte: Harald braucht Geld, nachdem er freigelassen wird. Zum einen, um seine Schulden bei ungeduldigen serbischen Kleinmafiosi zu bezahlen, und zum anderen, um eine neue Leber aus Ecuador für seinen todkranken Ziehvater Munken zu kaufen... außerdem hat Munken einen letzten Wunsch: seinen leiblichen Sohn Ludvig kennenzulernen. Der wiederum hat ein Problem erstens mit Gewalt und zweitens mit Frauen – er kommt immer wieder zu dem Punkt, wo er etwas... „tun muss“ – und sitzt in einem Hochsicherheitsgefängnis. Um ihn zu befreien, braucht Harald die zwei harmlosen Angestellten seiner Scheinbäckerei (der Alptraum jedes Lebensmittelkontrolleurs), Martin und Peter, die eigentlich nur davon träumen, mit ihren geheimen Hefezopf-Rezept die dänische Backmeisterschaft zu gewinnen. Und da wäre noch Mille, die schöne Todessehnsüchtige, die nichts mehr zu verlieren hat und sich auch dementsprechend verhält, und Vuk, der Elektriker aus Sarajevo, dessen Hauptaufgabe darin besteht, Haralds Tobsuchtanfälle zu überleben und, nebenbei, ein ganz neues – funktionsunfähiges – elektrisches System für die Bäckerei zu entwickeln. 


„Old Men in New Cars“ ist ein anarchistischer Film über Leichen im Kühlhaus, durch die Luft geschleuderte Polizeihunde und gebratenes Sushi, an Reichtum an ironischen Pointen und Liebe für Details kaum zu überbieten; ein Film, in dem man sich nicht fragt, ob die auf den ersten Blick schwachsinnigen Befreiungs- oder Raubüberfallpläne gelingen werden – man zweifelt keine Sekunde daran – sondern wie; eine harte Komödie über das Nichteinhalten der sozialen und logischen Gesetze des Zusammenlebens, und nicht einmal der Gesetze des Gegeneinanderlebens, in der mit Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit über gespaltene Persönlichkeiten erzählt wird; eine surreale Mischung aus schwarzem Humor und stilisiertem Quentin Tarantino über Anderstickende, die die verschiedensten Psychosen mit sich herumschleppen, Antihelden, die dank großartiger schauspielerischer Leistung glaubwürdig wirken. Dazwischen eine zarte und sehr labile Liebesgeschichte.


Der Regisseur Lasse Spang Olsen zeichnet Figuren, ohne sie überzuzeichnen, schafft 95 Minuten, die von mit Sarkasmus angehauchter Action nur so strotzen, und bei der man zwischen den Gags kaum Zeit zum Verschnaufen hat. Ein Film, der das Zeug dazu hat, zu einem Kultfilm zu werden.


„Old Men in New Cars“, Dänemark 2002, 95 Min.

Regie: Lasse Spang Olsen

Buch: Anders Tomas Jensen

Darsteller: Kim Bodnia, Tomas Villum Jensen, Ilben Hjelje, Nikolaj Lie Kaas, Torkel Petersson.

 

Tags: 

Film,Dänemark,Schwarz,Komödie,Kim Bodnia,Chaotisch,Lasse Spang Olse

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