jaa..ähh....neee.. doch ..
Hier ist wieder Euer Hausmeister Heinrich Bloch,
also also ich noch jung war .. und Bertha (Meine Ehefrau) noch gar nicht kannnte, da ist mir was passiert..
Ich wollte mein Zimmer .. also meine Junggesellenbude streichen... doch was passiert ist.. lest selbst..
Nachbarschaftshilfe..
oder
Renovieren ist ganz einfach...
Im Grunde genommen ist renovieren ganz
einfach. Deswegen habe ich mir nun auch vorgenommen meinen Wohnzimmer
zu renovieren.. also zu mindestens eine neue Tapete, sollte es
sein... diese soll die 20 Jahre alte Tapete ablösen, Sie hat Ihren
Zweck erfüllt.. . Obwohl bei genauerem hinsehen, würde ein
Anstrich mit einer schönen Farbe reichen. Das spart ja auch Kosten..
und man muss die Möbelstücke nur in die Mitte des Zimmers stellen
und gut mit Abdeckfolie abkleben...und dann kann man streichen. Ich
guckte mir die Tapete noch mal genauer an und stellte mit
fachmännischer Miene fest, das diese Tapete noch mindestens fünf
weitere Jahre weiter leben kann, wenn Sie fachgerecht und sorfältig
gestrichen wird........ .. Eine fröhlichere Farbe muss her.... Es
ist ja Frühling und da erscheint ja alles in einem Neuen Kleide..
Frühling lass dein blaues Band.. Es ist Frühling. Die Vögel
zwitschern, die Mücken stechen, die Kirschen glänzen hellrot an den
Bäumen und schmecken zuckersüß, die Erdbeeren, frisch gepflückt
aus dem Garten, werden zu Erdbeerkuchen verarbeitet. Es ist Frühling
!!
...nun ja, der Fachkundige Leser, der
sich ein wenig mit Biologie und Agrarkultur auskennt, hat es
vielleicht bemerkt, es ist nicht mehr ganz Frühling .. also
mittlerweile ist es schon Spätsommer... aber im Frühling wollte
ich mit dem steichen anfangen, doch dann kam die Sache mit dem
Telefonwechsel zu einem anderen Anbieter dazwischen, die hat etwas
länger gedauert und ist auch noch nicht ganz abgeschlossen, („Im
Winter wird es dann hundertprozentig klappen“ sagte der
Telefonhändler mit vollstem Vertrauen, „Dann haben Sie wieder
Ihren alten Anschluss, mit Ihrer alten Telefonnummer.. das klappt..
hat bis jetzt immer geklappt..Darauf haben Sie mein Wort“… doch
davon berichte ich aber lieber ein andermal, denn diese Geschichte
ist, wie gesagt, noch nicht ganz abgeschlossen), jedenfalls wegen dem
Telefon hatte ich ein wenig Lauferei.... und musste einiges in die
Wege leiten.. und konnte somit leider nicht eher mit dem streichen
anfangen. ..
Es ist also Spätsommer und ich fange
nun an das Wohnzimmmer zu streichen. Die goldene Sommersonne strahlt
hell. Der blaue Himmel hoch über meinem Kopfe, lädt mich ein auch
etwas Farbe in die Wohnung zu bringen. Ja, hier muss mal etwas neue
Farbe an die Wand. Also eilte ich schnell in das Malereifachgeschäft
und besorgte mir alles was ich fürs streichen benötigte und radelte
fröhlich vergnügt nach Hause und pfiff mir ein Lied. Die
Möbelstücke, hatte ich einen Tag vorher schon mit Freunden in die
Mitte plaziert und mit Folie abgedeckt. So das ich eigentlich sofort
mit dem streichen beginnen konnte... das Wohnzimmer ist nicht groß.
Am Abend wollte ich fertig sein ..
Ich traf meine Nachbarn, Herrn und Frau
Noffgerofff, als ich die Haustür aufschließen wollte zufällig im
Hausflur und sagte Ihnen das ich nun etwas Farbe in mein Leben
bringen werde.. und mein Wohnzimmer schnell mal eben streiche..und
wollte eilig an Ihnen vorbei die Treppen hochrennen und anfangen zu
streichen.. doch da hatte ich nicht mit meinen Nachbarn der Familie
Noffgeroff gerechnet.
Herr Noffgeroff stellte sich in den
Weg, Er musterten mich von oben bis unten und fragten mich, da beide
meine Wohnung kannten, (wir saßen Sylvester immer zusammen, -
jedenfalls bis zu dem tragischen Missgeschick 1987 als sich die
Perücke von der Schwester meiner Nachbarin in der Tischrakete, die
ich gezündet hatte verfing und mit explodierte...- Herr Noffgeroff
fragte mich, wie ich denn streichen würde, da doch alles voller
Möbel wäre... Ich sagte kommen Sie mal mit. Her und Frau Noffgeroff
folgten mir in meine Wohnung. Ich präsentierte Ihnen stolz den mmit
Abdeckplane abgedeckten Möbelberg in der Mitte des Raumes.
Sie begutachteten ihn beide, mit
ernster Miene, rüttelten ein wenig daran und meinten das diese Möbel
sicher verstaut sind, das da sicherlich nichts passieren würde.. und
meinten, wenn ich schon die Wände streiche, ob ich dann nicht auch
gleich einen neuen Teppichboden,...oder besser noch
Laminat...verlegen möchte.. das würde viel besser zu der Farbe
passen, die ich mitgebracht habe..( Eine kleine Anmerkung sei mir
hier noch gestattet, die Farbe die vorher an der Wand war, ist beige
gewesen, und die neue Farbe hatte genau den gleichen Farbton.) . ,
und hier der Fensterrahmen, sagte Frau Noffgeroff, könnte auch mal
wider gestrichen werden.. und im Klo.. die schönen herrlichen grünen
Fliesen könnten auch mal ausgebessert werden, und wenn ich schon mal
dabei bin, so sagten Herr und Frau Noffgeroff fast gleichzeitig ,
könnte ich auch gleich mal den Wäscheschrank durchschauen, und die
Wäschestücke, die ich nicht mehr gebrauchen kann einfach mal zur
Altkleiderspende geben, und das Treppenhaus bräuchte noch Licht,
Frau Noffgeroff ging in Ihre Wohnung und holte Kugelschreiber und
Zettel und fing an eine Liste zu erstellen, Die Steinplatten im
Vorgarten würden ein wenig lose sitzen ob ich nicht, ein wenig
danach schauen könnte und wenn man nicht aufpasst könne man
stürzen, ...und wenn ich schon dabei bin, die Platten neu zu
verlegen könnte ich auch gleich noch das Dach, vom Gartenhäusschen
reparieren, da regnet es nämlich schon seit Monaten durch, apropos
Regen... Die Hausgemeinschaft wollte doch schon immer einen kleinen
Teich, im Garten haben, ob ich den nicht vorrangig erstellen könnte,
weil dann hätte auch die Hausgemeinschaft etwas davon, wenn wir
abends zusammen am Teich grillen... Ach du liebe Güte der
Grillplatz sagte Frau Noffgeroff der Grillplatz müsste auch noch
mal wieder rundum erneuert werden, die Steine sind marode und
morsch.. wenn da jetzt jemand ein Feuer macht, würde wahrscheinlich
das ganze Haus abbrennen... ich müsste bevor ich den Grill
repariere, auf jeden Fall einen erste Hilfe Kurs bei der zuständigen
Feuerwehr belegen, und mir vor Ort eine Bauanleitung für einen Grill
geben,.. nicht das noch was passiert... so ging es dann noch ungefähr
eine Stunde lang weiter.. mittlerweile hatten sich noch ein paar
Hausbewohner dazugesellt, die Herrn und Frau Noffgeroff auch noch ein
paar Dinge sagten, die unbedingt noch erledigt werden sollten.... und
die unbedingt noch auf die Liste von Frau Noffgeroff mussten.. .
Drei Stunden später überreichte mir
Herr Noffgeroff mit einem hartem Händedruck, das ich meine Hand
nicht mehr spürte.. sichtlich Stolz über die Gute Nachbarschaft und
die Nachbarschaftshilfe, die wir alle zusammen im Hause haben, die
Liste. Seine Frau hat diese in der ganzen Zeit während des
Gespräches in meiner kleinen 20 Quadratmeter großen Wohnung
geschrieben. Er sagte es täte ihm sehr leid, das er mir bei den
Kleinigkeiten die auf der Liste, standen ( Sie ist übrigens 8 DIN A
4 Seiten lang geworden), nicht helfen könne und seine Frau auch
nicht, da sie beide an einer ganz seltenen Krankheit leiden, die
sobald sie anfangen würden zu arbeiten, sich auf andere übertragen
könne.. und das wollten Sie niemanden zumuten.. )
Ich dankte allen Nachbarn aufs
Herzlichste für Ihr kommen, - es waren mittlerweile über 200
Menschen in meiner kleinen 20 Quadrat meter großen Wohnung
versammelt..auch Nachbarn aus der Nebenstraße sind gekommen und aus
einem ganz anderen Stadtteil, ja sogar aus anderen Städten und
Gemeinden..einer war sogar aus Übersee zufällig in der
Nähe......und alle hatte noch eine Kleinigkeit zu reparieren. - ich
bedankte mich und geleitete Sie alle bis zur Tür.... und schloß
diese hinter Ihnen zu.
Morgen, werde ich den Wecker ganz früh
stellen, und mich heimlich aus dem Hause schleichen... ich werde zum
Flughafen fahren... und mir eine Flugkarte besorgen... Egal wohin ..
bloss ganz weit weg. Ich suche mir eine Hütte am Strand auf einer
verlassen Insel. Ohne Nachbarn. Vielleicht komm ich auch gar nicht
mehr wieder...
P.S. ( ich konnte übrigens nach diesem
Händedruck, drei Monate nicht mehr einen Löffel festhalten... Herr
Noffgeroff war früher von Beruf Schmied... ,dort wo man das Wasser
zum schmieden im Winter noch aus dem zugefrorenen Flüssen
herbeibrachte...)