Heute geht es um einen Mensa-Testbericht, genau genommen um die Mensa der Fachhochschule Gelsenkirchen, Abteilung Bocholt, welche ich im Zeitraum von mehreren Jahren besucht habe, um dort zu Mittag zu essen.
Ursprünglich schrieb ich diesen Bericht in der Erstfassung schon 2005/06, damals erschien er unter meinem alten Account (nur) bei ciao.de. Diese neue Version von 2009 erscheint nun bei preisvergleich.de und typeer.de. Da ich auch in den Jahren 2006 bis 2009 weiterhin regelmäßig diese Mensa besucht habe, hat der Bericht nichts an Aktualität verloren.
WO FINDET MAN DIE MENSA (bzw. die Hochschule)?
Bocholt liegt im westlichen Münsterland (NRW, Kreis Borken), ca. 85 km von Münster und ca. 50 km von Duisburg/Oberhausen entfernt, nahe der holländischen Grenze. Seit 1992 ist Bocholt Standort einer Fachhochschule, und zwar ist das eine Zweigstelle der Fachhochschule Gelsenkirchen.
Das neue Fachhochschulgebäude wurde 1998 in Betrieb genommen und ist zu finden an der Münsterstr. 265, das ist am Ortsausgang in Richtung Rhede/Borken (B 67).
Dort angekommen, geht man über die lange Brücke bis zum Eingang des Hochschulgebäudes. In der Eingangshalle geht man sofort nach rechts, dann die Treppe nach unten. Man steuert schon geradeaus auf den Eingang der Mensa zu.
BESCHREIBUNG DER MENSA
Die Mensa sieht natürlich modern aus, da das Gebäude ja erst wenige Jahre alt ist. Auch macht sie einen im Großen und Ganzen ziemlich sauberen Eindruck.
Ist man durch die Eingangstür gegangen, muss man sich ein Tablett nehmen, sowie Besteck und eine Serviette (in Stoßzeiten kann es vorkommen, dass keine Servietten mehr vorhanden sind). Dann stellt man sich ggf. an der Schlange an (je nach Uhrzeit ist es verschieden, wie viele Leute die Mensa besuchen) und hält sich rechts, wo eine große Theke steht.
Wer Salat wünscht, kann sich nun selbst bedienen, es stehen täglich mehrere Salate zur Auswahl.
Was ich nicht so gut finde ist, dass sich die Salattheke VOR der Essensausgabe befindet. Da hier Selbstbedienung ist, kommt es oft zum „Stau“. Und man bedenke, dass vielleicht nur jeder zweite Mensagast Salat wünscht. Trotzdem muss man sich stets in der Schlange anstellen und kann kaum „vorgehen“ direkt zur Essensausgabe, wenn man keinen Salat wünscht. Sonst könnte es nämlich zu „Reklamationen“ kommen. Manche Salat-Fans sind freundlich und lassen schon mal jemanden vor, der keinen Salat will, andere fangen dann schon mal an zu „meckern“, ich habe beide Sorten von Mensagästen schon kennen gelernt.
Ist man am Salat-Bereich nun vorbei, dann stehen hinter der Theke (Essensausgabe) zwei bis drei Damen oder Herren, bei denen man die Bestellung des Hauptgerichtes durchgibt. Es sind immer zwei Menüs zur Auswahl, plus ein vegetarisches Gericht. Die Bezeichnungen aller drei Gerichte sind auf „Displays“ mit jeweils einem in großer Schrift bedruckten Zettel pro Menü vermerkt, diese „Displays“ stehen gut sichtbar auf der Theke. Wenn es ein Gericht ist mit Fleisch und Beilagen getrennt, dann werden die Preise auch getrennt angegeben. Das ist ein Vorteil, wenn jemand z.B. keine Kartoffeln mag, kann er auch nur das Fleisch nehmen – und bezahlt auch nur das Fleisch (was nur fair ist, in regulären Restaurants habe ich es auch schon anders erlebt). Allerdings werden die Beilagen oft trotzdem serviert, in einer separaten Schüssel und nicht auf dem Teller selbst. Die Schüssel wird automatisch neben den Teller auf die Theke gestellt, das geht dort zu wie am Fließband, vor allem in Stoßzeiten. Aber das ist kein Problem, da man eine unerwünschte Beilage einfach auf der Theke stehen lassen kann, der nächste Kunde kann sie dann einfach mitnehmen.
Die warmen Essen werden grundsätzlich bereits vorgefertigt angeliefert, denn ansonsten wäre das bei dieser hohen Nachfrage ein zu hoher Aufwand fürs Küchenpersonal.
Nachdem man nun seinen Teller (und ggf. Beilagen) aufs Tablett gestellt hat, geht man ein Stück weiter und kann sich nun ein Getränk nehmen. Natürlich gibt es nur alkoholfreie Getränke. Zum einen kann man sie an einem Automaten in einen Becher füllen (z.B. Cola, Fanta), aber es werden auch 0,5l-Flaschen angeboten. Diese sind allerdings nicht gekühlt, und außerdem sind die Getränke sehr teuer in Relation zum Essen. Aus diesem Grund bringen viele Studenten ihre eigenen Getränke mit (das ist auch prinzipiell erlaubt).
Das Ende dieser langen Theke besteht schließlich aus dem Kassenbereich. Dort sitzt eine Kassiererin oder ein Kassierer, und hier müssen Studenten ihren Studentenausweis vorzeigen. Dann bekommen sie den günstigeren Studentenpreis berechnet. Ich erwähne das, da auch sehr viele „Externe“ diese Mensa besuchen, denn in der Nähe ist ein Industriegebiet, und manche Berufstätige verbringen ihre Mittagspause in dieser Mensa. Sie bekommen die Speisen zu einem höheren Preis (zu den Preisen komme ich später).
An der linken Seite befindet sich eine zweite, etwas kleinere Theke, diese dient der Selbstbedienung. Hier kann man Snacks, belegte Brötchen (z.B. Käse, Salami, Schinken), Süßwaren und ähnliches für den kleineren Appetit bekommen. Auch gibt es noch einen weiteren Selbstbedienungs-Automaten für Getränke. Zu Stoßzeiten sollte hier auch eine zweite Kassiererin bzw. ein zweiter Kassierer sitzen. Manchmal klappt das auch gut, aber an manchen Tagen ist auch bei viel Betrieb nur eine Kasse belegt, was wiederum zu „Stau“ führen kann (und im „worst case“ kommt man dann zu spät zur nächsten Vorlesung).
Hat man nun bezahlt, so nimmt man sein Tablett wieder und sucht sich an den Tischen einen freien Platz. Die Mensa bietet Platz für schätzungsweise ca. 150 bis 200 Personen. So kann es vorkommen, dass schon mal alle Plätze besetzt sind. Vor allem zwischen 11.30 und 12.15 Uhr kann hier schon mal ein Chaos herrschen, da „alle“ in die Mensa wollen. Ein Tipp: Bevor man sich an die Schlange anstellt, kann man sich schon mal einen Platz „reservieren“, indem man seine Tasche und seine Jacke auf dem Stuhl platziert und sich danach erst anstellt (natürlich sollten Wertsachen wie Notebooks, Handys etc. nicht „allein“ gelassen werden). Sonst steht man nachher da mit seinem Tablett in der Hand und bekommt keinen freien Platz mehr.
Schließlich werden in den Wintersemestern im Durchschnitt 600 Essen pro Tag verkauft. Im Sommersemester sind das etwas weniger, da mehrere Studenten ihr Praxis- oder Diplom- bzw. Bachelorarbeitssemester absolvieren oder auch einige nach dem ersten Semester die Hochschule verlassen, weil das doch nicht die richtige Wahl war. Außerdem ist das Sommersemester kürzer (Vorlesungszeit), d.h. die Prüfungsphase beginnt früher.
Die Tische sind so angeordnet, dass zwischen 2 und 10 Personen in einer Reihe nebeneinander sitzen. Für die gegenüberliegende Seite der Tische gilt noch mal dasselbe.
Ist man mit dem Essen fertig, so stellt man sein Tablett auf ein Laufband, welches sich an der hinteren Wand des Speisesaals befindet. Nicht immer ist das Laufband in Betrieb. Aus diesem Grund findet man daneben auch noch ein paar Gestelle, in die man die Tabletts ebenfalls „hängen“ kann. Außerdem findet man noch Getränkekisten, in die man die leeren Flaschen stellt.
Zwei Wände des Speisesaals haben sehr große Fenster, so dass der Raum insgesamt sehr hell ist. In der dunklen Jahreszeit sorgt eine ausreichende Neonbeleuchtung für eine ebenfalls komplette sehr helle Ausleuchtung des Raumes.
AUSWAHL UND QUALITÄT DER SPEISEN
Bocholt ist nur ein kleiner Hochschulort, keine „klassische“ Studentenstadt wie z.B. Münster. Daher ist das Speisenangebot auch etwas „auf Sparflamme“, im Vergleich mit größeren Mensen anderer Hochschulen. Und das hat den Nachteil, dass man nicht unbedingt jeden Tag etwas findet, was einem auch schmeckt.
Es werden täglich zwei Menüs angeboten, plus ein vegetarisches Menü, sowie ein täglich angebotenes Nudelgericht mit Bolognese-Soße. Weiter unten in diesem Bericht nenne ich eine Stichprobe aus typischen angebotenen Menüs. Einiges davon ist brauchbar (also von „sehr lecker“ bis „geht so“), anderes gar nicht. Häufig wiederholen sich bestimmte Gerichte auch jede Woche oder alle zwei Wochen.
Eins der beiden Hauptmenüs enthält kein Schweinefleisch, damit auch moslemische Studenten ohne Benachteiligung in der Mensa essen können.
Der Speiseplan wird wöchentlich neu erstellt. Er wird montags vor der Mensa und im Foyer der Hochschule ausgehängt und ist außerdem im Internet verfügbar.
Eine Neuerung seit der Erstveröffentlichung dieses Berichts ist die Tagessuppe, die man bestellen kann wenn gewünscht. Meine Erfahrung ist, dass mehr als zwei Drittel dieser Suppen sehr lecker und somit empfehlenswert sind. Hier sind die Suppentassen (im Gegensatz zu manch überteuertem Restaurant) auch immer voll bis zum Rand, und die Suppen sind sehr heiß.
Leider gibt es nur maximal zwei Beilagen zur Auswahl (variiert), und dabei hat die klassische Kartoffel einen besonders hohen Stellenwert. Obwohl Kartoffeln nicht besonders beliebt sind bei den jungen Studenten, werden sie weiterhin als häufigste Beilage angeboten. Das fängt an mit den Salzkartoffeln, manchmal sind es auch Kartoffelwürfel oder Kartoffelecken. Das hört sich etwas „moderner“ an, ist aber im Prinzip dasselbe, nur sind die Kartoffeln anders geschnitten. Bratkartoffeln und Kartoffelpüree sind noch die anderen beiden Varianten, die immer wieder angeboten werden.
Warum so oft diese „langweiligen“ Kartoffeln? Nun, die Kartoffeln stammen aus biologischem Anbau. Vor Jahren gab es mal Studenten-Umfragen, und bei denen war das Ergebnis, dass die meisten Studenten verstärkt Bio-Produkte wünschten. Aber so ganz aktuell ist dieses Ergebnis nicht mehr. Bei jüngeren Umfragen (2005, 2008) standen schließlich die Pommes frites an allererster Stelle! Trotzdem änderte sich das Angebot bisher nicht.
Pommes frites gibt es natürlich auch mal, aber leider nur etwa einmal pro Woche im Durchschnitt (in manchen Wochen auch gar nicht). Und da sich alle Studenten darauf stürzen, ist der Andrang dann natürlich besonders groß! Es kam schon vor, dass sie schon nach der ersten Öffnungsstunde ausgegangen sind, so dass spätere Besucher wohl oder übel auf die zweite Alternative ausweichen müssen (vor allem in den ersten Jahren, in denen ich die Mensa besucht habe). Gleiches gilt, wenn das Fleischgericht ebenfalls sehr beliebt ist (z.B. Curry- oder Bratwurst, Schnitzel). Aber inzwischen wurde dies schon verbessert, indem einfach mehr Pommes auf Vorrat besorgt und frisch nachträglich zubereitet werden.
Auch Kroketten (wenn sie mal angeboten werden) sind sehr beliebt und schmecken auch gut.
Schließlich gibt es gelegentlich auch noch Nudeln und/oder Reis als Beilage, eigentlich sogar nach den Kartoffeln als zweithäufigste Beilage. Hierbei sind die Spätzle und Spaghetti noch am leckersten. Einziger Nachteil ist, dass oft nicht ausreichend Soße vorhanden ist für die Nudeln oder den Reis. Aber so etwas habe ich auch schon in einem bekannten und teuren Restaurant erlebt, sogar noch extremer. Werden Spiralnudeln angeboten, so kann man sie mit ausreichend Soße zwar auch einigermaßen genießen, aber diese haben manchmal einen leicht bitteren Beigeschmack (da in diesen riesigen Mengen natürlich nicht immer ganz frisch zubereitet). Bei Reis fehlt oft die ausreichende Menge an Soße. Da ich diesen „nackten“ Reis nicht mag, habe ich diesen dann oft mit einem oder zwei kleinen Tütchen Ketchup verfeinert. So ist der Reis dann auch ganz gut genießbar, zumindest der „normale“ Reis.
Zu den Soßen allgemein: Man kann hier natürlich auch keine feinen selbst gemachten Soßen erwarten. Manche Soßen sind gut genießbar, andere aber gar nicht. Besonders negativ habe ich eine bestimmte Zigeunersoße in Erinnerung, die sehr sauer war (einige Gaststätten scheinen aber genau dieselbe Soße zu verwenden, über ein bestimmtes Lokal dieser Art berichtete ich hier erst in jüngerer Zeit). Etwas säuerlich erschien mir auch eine Tsatsiki-Soße. Auch habe ich negative Erinnerungen an eine bestimmte Soße mit Tomatenstücken drin, das ist auch nicht jedermanns Geschmack. Es ist in der Regel so, dass man nur eine „Kelle“ Soße auf das Fleisch aufgegeben bekommt, einen Nachschlag bekommt man normalerweise nicht. Versuchen könnte man das nur mal, wenn man ziemlich allein in der Mensa ist, also außerhalb der Stoßzeiten. Dann hat auch das Bedienpersonal weniger zu tun.
Apropos Nachschlag: Allgemein ist so etwas in der Regel nicht möglich, da die Portionen anscheinend „abgepasst“ sind, und was soll man auch meckern bei den kleinen Preisen. Zum „Sattwerden“ ist die Mensa weniger geeignet, die Portionen sind oft relativ klein. Z.B. ist eine Pizzaschnitte vielleicht so groß wie eine normale Postkarte, und die an sich sehr leckeren Hähnchenbrustfilets sind wohl die kleinste Variante des „Stück Fleisch“.
Jedoch ist es kein Problem, eine Beilage doppelt zu bestellen (eignet sich bei Pommes frites und Kroketten). Man zahlt die Beilage natürlich dann auch zweimal. Bei Reis und Nudeln empfiehlt sich das mangels Soße weniger, aber die Pommes und Kroketten sind hier wirklich lecker! Da auch hier für eine doppelte Portion nicht genügend Soße vorhanden ist, kann man auf Ketchup oder Mayonnaise ausweichen. Dieses gibt es in kleinen Tütchen (siehe Thema „Reis“), allerdings ist der Preis von 10 Cent pro Tütchen auch verhältnismäßig hoch in Relation zur Portion Pommes/Kroketten (eine Beilage kostet 45 Cent, dazu später noch).
Sollten an einem Tag zwei verschiedene Beilagen angeboten werden, z.B. Menü A ist mit Salzkartoffeln ausgewiesen und Menü B mit Kroketten, dann kann man auch Menü A mit Kroketten bestellen – aber nur solange Vorrat reicht!
Oft wird auch eine zweite Beilagenart zusätzlich angeboten, in Form eines Gemüses. Das sind z.B. Erbsen, Möhren, Blumenkohl, Rosenkohl, Sauerkraut, gemischtes Gemüse. Im Allgemeinen ist es genießbar, schmeckt aber nicht so gut wie frisches Gemüse, wie man es von zu Hause oder aus dem Restaurant kennt. Diese zweite Beilage kostet natürlich auch extra und ist ebenso freiwillig wie die erste (getrennte Schüssel). Noch etwas seltener wird eine Salatbeilage angeboten, die schon in einer kleinen Schale „abgepackt“ ist. Ein solcher Salat hat nichts mit dem Salatbüffet zu tun, sondern ist zu einem Festpreis erhältlich.
Um nun mal einen genaueren Einblick zu verschaffen, was in dieser Mensa alles so angeboten wird, habe ich jetzt mal eine Stichprobe der in knapp 3 Wochen verfügbaren Gerichte (war mal ein Mensaplan im Jahr 2005, allerdings muss ich sagen, dass sich am Angebot auch vier Jahre später rein gar nichts geändert hat, von daher noch brandaktuell) hier aufgeschrieben. Ich machte mir auch mal Gedanken über eine Bewertung dieser Menüs (spitze, gut, OK, geht so, schlecht, sehr schlecht). Aber da alles Geschmackssache ist, habe ich meine Beurteilung hier nicht sichtbar gemacht. Denn bei jedem Leser gibt es wieder andere Favoriten und weniger beliebte Speisen.
Dies ist eine Stichprobe aus 3 Wochen, 28 verschiedene Gerichte:
- Schweinegulasch "Südländische Art" dazu Makkaroni und bunten Salat
- Hähnchenschnitzel mit einer Sauce Bernaise, Kroketten und Brokkoli
- Westfälischer Grünkohleintopf mit einer Geflügelfrikadelle
- Kotelett mit einer Zwiebelsauce, dazu Salzkartoffeln und Wirsinggemüse
- Kasselerbraten mit einer Biersauce, dazu Kartoffelpüree und Sauerkraut
- Hähnchenspieß "Madras" mit einer Fruchtcurrysauce, Röstiecken und Salat
- Currywurst mit einer roten Currysauce, dazu Pommes Frites und Salat
- "Nasi Goreng" zartes Hühnchenfleisch, Reis und frisches Gemüse
- Gefüllter Pfannkuchen mit einer Vanillesauce
- Weißfischfilet mit einer Tomaten-Mozzarella-Auflage, dazu Tomatensauce, Reis und Salat
- "Tortellini al` Gorgonzola" mit Fleisch gefüllte Tortellini in Gorgonzolasauce, dazu einen bunten Salat
- Riesen-Rinderhacksteak mit einer Pfeffersauce, Herzoginkartoffeln und Gemüse
- Paniertes Schweineschnitzel mit einer Tomatensauce, Spaghetti und Tomaten- Gurkensalat
- Westfälischer Eintopf mit einer Mettwurst
- Ofenfrische Hähnchenkeule mit einer Paprikasauce, Pommes Frites und Salat
- Hirschgulasch mit Zwiebeln und Mischpilzen geschmort, Preiselbeersauce, Spätzle und Rosenkohl
- Fischfilet mit einer Remouladensauce, dazu Salzkartoffeln und Salat
- Pizza reichlich belegt dazu einen bunten Salat
- Putengeschnetzeltes "Indische Art" dazu Reis und Gemüse
- Schweineschnitzel mit einer Zigeunersauce, Pommes Frites und Salat
- Spießbraten mit Zwiebelbraten, dazu Kartoffelpüree und Krautsalat
- Vegetarische Champignon-Pizza dazu einen bunten Salat
- Westfälischer Bohneneintopf mit einer Krakauerwurst
- Putenschnitzel dazu eine Fruchtcurrysauce, Butterreis und Erbsengemüse
- Bratwurstspieß mit Speck- und Zwiebelstücken dazu Sauce, Makkaroninudeln und Bohnengemüse
- Putengyros dazu Tsatsiki, Pommes Frites und einen Rahmkrautsalat
- "Bami Goreng" Bandnudeln, Hähnchenfleisch und frischem Gemüse
- Merlanfilet paniert, dazu eine Kräutersauce, Salzkartoffeln und Salat
Meine positiven Bewertungen überwiegen (ca. 60%), allerdings fielen diese nicht gerade spitzenmäßig aus (meist „nur“ OK, öfter „gut“, einmal „spitze“, und zwar für die Currywurst). Aber es ist nun mal eine Mensa und kein Sterne-Restaurant!
Zu den beliebten Gerichten, die besonders nachgefragt werden (z.B. Schnitzel), muss ich auch sagen, dass diese (für Mensa-Verhältnisse) oft sehr lecker sein können. So wurden diese auch bisher in Studenten-Umfragen oft beurteilt.
Auffällig ist auch noch, dass es freitags gar kein Fleisch gibt. Meistens bekommt man Fisch mit Kartoffeln, aber auch mal einen Pfannkuchen oder Milchreis mit Zucker und Zimt. Freitags ist die Mensa häufig auch entsprechend leer, Platzprobleme sind dann selten. Zum einen liegt das wohl daran, dass freitags weniger Veranstaltungen stattfinden und viele Studenten das Wochenende schon vorziehen, aber auch weil freitags das Speiseangebot relativ unattraktiv für Studenten ist.
Es gab auch schon mal andere, hier nicht aufgelistete Gerichte. Positiv in Erinnerung habe ich Hähnchenbrustfilets, Putengeschnetzeltes ist auch noch brauchbar (überhaupt ist das Fleisch häufig von der Pute), Bratwürste sind immer empfehlenswert (auch wenn die Beilagen manchmal nicht so toll sind, ich meine aber jetzt nur die Wurst an sich), sehr beliebt sind natürlich immer die Schweine- und Putenschnitzel.
Drei Highlights, an die ich mich besonders erinnere und die auch nur einmal bis wenige Male im Jahr angeboten werden, waren Spare Ribs (nur 2x in den letzten 6 Jahren), Entenkeule (nur 1x in derselben Zeit) und Tintenfischringe (habe ich vielleicht 5-6x gegessen). Bei solchen Highlights ist die Mensa natürlich besonders überfüllt.
ÖFFNUNGSZEITEN
Die Mensa ist von Montag bis Freitag zwischen 7.30 und 14.30 Uhr geöffnet. Warme Küche gibt es jedoch nur von 11.00 bis 14.00 Uhr. Vormittags kann man ansonsten nur belegte Brötchen, Süßwaren und Getränke kaufen.
Zwei Problematiken habe ich während meiner Studienzeit wiederholt erleben müssen: Zum einen die erwähnten Stoßzeiten, z.B. zwischen 11.30 und 12.00 Uhr, wenn alle Semester und alle Studiengänge anscheinend gleichzeitig Mittagspause haben. In dieser Hochschule werden normalerweise die wirtschaftlichen Vorlesungen im 90-Minuten-Takt abgehalten (mit jeweils 30 Minuten Pause dazwischen). Belegt man jedoch technische Vorlesungen (ich belegte einen Misch-Studiengang), die oft mit Pflicht-Praxisaufgaben (Teilnahmenachweis) verbunden sind, so können diese auch mal 3 bis 5 Zeitstunden (in einem Ausnahmefall auch mal 8 Zeitstunden) am Stück dauern (inkl. WC- und Zigarettenpausen, mehr gibt es da aber nicht). Im „worst case“ gehen diese Vorlesungen über die Mensa-Öffnungszeiten hinaus, oder man hat erst um 13.45 Uhr die Gelegenheit – wenn die guten Speisen schon ausverkauft sind. Pech gehabt! Das kommt aber eher selten vor, in der Regel betrifft das (wenn überhaupt) nur 1 Semester und 1 Tag pro Woche. Dann gilt an diesem Tag einfach nur „Augen zu und durch“.
PREISE
Eine warme „Standardmahlzeit“ (z.B. Fleischgericht) kostet für Studenten ca. 0,75 €. Wünscht man eine Beilage (z.B. Pommes, Kartoffeln, Kroketten, Nudeln, Reis), dann kostet diese 0,40 bis 0,60 € zusätzlich, gleiches gilt für eine Gemüsebeilage, falls angeboten. Wird zu einem Hauptgericht ein Salat als Beilage angeboten, kostet dieser 0,35 € extra.
Dies gilt nicht für das schon zu Anfang beschriebene Salatbüffet, hier wird nach Gewicht des Salats abgerechnet. Eine Waage für den Salatteller befindet sich vor der Kasse. Pro 100 Gramm zahlt man 0,60 €.
Sonderfälle sind auch Eintopfgerichte (1,55 €), Aufläufe (1,25 €) und das Nudelgericht (1,25 €).
Eine Suppe kostet in der Regel 0,50 €.
Somit kann man sich für bereits unter 2 Euro eine akzeptable Mahlzeit zusammenstellen. Ich persönlich bestellte meist „nur“ ein Fleischgericht, plus 1-2 Beilagen, bei Pommes vielleicht auch noch mit Ketchup dabei, hin und wieder eine Suppe – und kam somit mit unter 2,50 Euro aus.
Diese Preise gelten nur in Verbindung mit Vorlage des Studentenausweises. Für Gäste ist jede Speisenart genau einen Euro teurer!
Mal zum Vergleich: Eine Flasche Cola/Fanta (0,5l) kostet hier immerhin 1,20 €. Dafür kann man auch schon eine ganze Mahlzeit bekommen.
FÖRDERUNG
Zuständig für diese Mensa ist das Akademische Förderungswerk (AKAFÖ) in Bochum. Es ist eins der Studentenwerke (Dienstleister mit sozialem Auftrag). Diese Studentenwerke sind im Dachverband des Deutschen Studentenwerks organisiert und betreuen die deutschen Hochschulen. Das Akademische Förderungswerk ist zuständig für die Hochschulen in Bochum und Gelsenkirchen nebst Zweigstellen (Bocholt, Recklinghausen). Das Förderungswerk kümmert sich um Gastronomie, Wohnen, Finanzierung, Kultur, Internationales, Kinderbetreuung, Behindertenberatung und Service (z.B. Bafög-Beratung).
ALTERNATIVEN?
Was ist, wenn man nun bei Menü 1 z.B. die Beilage nicht mag, und Menü 2 ist z.B. ein Eintopf, den man auch nicht mag? Oder die Mensa ist überfüllt oder bereits geschlossen? Oder man hat einfach nur Sinn auf ganz was anderes?
Nun ja, richtige Alternativen hat man eigentlich nicht. Vor allem, wenn man nur 30 Minuten bis zur nächsten Vorlesung hat.
Ist die Zeit dazwischen aber länger (Freistunde), oder man hat nur vormittags Vorlesung, dann kann man natürlich auch z.B. ein (Schnell-) Restaurant besuchen. Hier gibt es vier, die von der FH innerhalb von 5 bis 10 Minuten mit dem Auto zu erreichen sind: die Imbissstube „Truck Stop“ an der Münsterstraße (nächste große Kreuzung stadteinwärts), das China-Restaurant „Jade“ ebenfalls an der Münsterstraße (rechte Seite, kurz vor Ende der Straße in Richtung Innenstadt, mittags gibt es dort Büffet), und schließlich das McDonald’s und das Burger King (jeweils Im Königsesch). Bei allen vier Restaurants gibt es eine Gemeinsamkeit: Die „kleinsten“ Mahlzeiten plus 1 Getränk kosten schon schnell zwischen 5 und über 10 Euro – das ist im Vergleich zur Mensa schon ein gewaltiger Unterschied! Ich habe jedoch alle Alternativen schon mal genutzt (eher selten, meistens war ich dann bei BK, wenn es entsprechende Sonderangebote gab).
EIGENE MEINUNG
Es ist nun mal nur eine kleine Hochschule (ca. 1400 Studenten) und eine kleine Mensa. Daher kann man natürlich nicht erwarten, dass täglich 3 bis 5 Menüs und ebenso viele verschiedene Beilagen verfügbar sind. Die Portionen könnten auch größer ausfallen, aber einerseits wäre dann das Essen nicht mehr für so wenig Geld zu bekommen, und andererseits würde die Gefahr bestehen, dass die Studenten übersättigt sind und in der nächsten Vorlesung einschlafen. So gesehen ist bei diesen Punkten nichts einzuwenden.
Ich hätte es jedoch besser gefunden, wenn die klassische Kartoffel als Beilage seltener angeboten würde – oder mit mindestens immer einer „gefragteren“ Alternative, denn nicht nur ich allein habe Abneigung dagegen. Erfahrungsgemäß werden nur wenige (Salz-) Kartoffelbeilagen verkauft, während die Nachfrage an Pommes oder Kroketten „rekordverdächtig“ ist. Eintöpfe sind auch nicht so der Hit, aber bei den älteren Gästen (auch aus den umliegenden Industriebetrieben) sind diese wiederum beliebt. Wenn ein Student aber dann das andere Menü auch nicht mag, dann hat er ein Problem. So richtige Alternativen zur Mensa gibt es ja nicht, es sei denn man hat eine Freistunde (und entsprechend Geld).
Geschmacklich sind die Speisen manchmal sehr lecker, manchmal aber auch genau das Gegenteil, es kommt darauf an, was angeboten wird. Die Qualität der Schweine- und Putenschnitzel ist durchgehend gut, auch mit Hähnchenfleisch kann man nichts verkehrt machen. Sehr empfehlenswert ist auch alles, was mit „Hacksteak/Frikadelle“ zu tun hat (Hackbraten, Hackbratenröllchen, Schweine-, Rinder-, Geflügelhacksteak, Frikadellen). Die meisten Soßen sind auch genießbar, lediglich mochte ich persönlich nicht die Zigeuner- und auch nicht die Tsatsiki-Soße (beides zu sauer). Die Pommes frites und Kroketten sind durchgehend gut, Nudeln und Reis sind immerhin OK, aber richtig schmecken tun sie nur mit Soße, und davon gibt es leider oft etwas zu wenig.
Ich gebe insgesamt eine mittelmäßige Bewertung. Aber ob ich eine Empfehlung geben soll? Eigentlich ist meine Meinung dazu unentschieden. Es hängt von der Qualität der aktuell angebotenen Menüs ab, und die kann mal sehr gut und mal sehr schlecht sein.
Sicher ist diese Mensa kein Sternerestaurant (das ist wohl keine deutsche Mensa), außerdem gibt es mit Sicherheit „bessere“ Mensen (größer, mit mehr Auswahl, längeren Öffnungszeiten), aber für Bocholter Studenten hat diese Mensa nahezu Monopolstellung – und man muss ja wirklich sagen, das Preis-Leistungsverhältnis ist ausgezeichnet!
PRO:
-
sehr niedriges Preisniveau
-
gelegentlich sehr leckeres Essen
-
die Suppen
-
helle, saubere Atmosphäre
-
Nähe zu einem bestimmten Gewerbegebiet
CONTRA:
-
viel zu häufig gibt es nur Salzkartoffeln als Beilage, oder auch Eintöpfe (falsche Zielgruppe???)
-
kleine Portionen
-
zu wenig oder nicht schmeckende Soße
-
häufig gibt es nur nicht schmeckende Menüs
-
viel Stau und Platzmangel zu Stoßzeiten
-
Salatbüffet VOR der Essensausgabe (zusätzlicher Stau)
-
manche FH-Veranstaltungen (z.B. technische Praktika) sind länger als die Öffnungszeiten der Mensa --> Benachteiligung einiger Studiengänge
-
freitags kein Fleisch