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Martin Seligman - Pessimisten küsst man nicht

Autor: ingoa09
Bewertung: 6,00 | 10 Stimmen
Beschreibung:

An alle, die mehr über die Ursachen pessimistischen Denkens erfahren möchten und gezielt das lösungsorientierte und positive Denken erlernen möchten

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Martin Seligman - Pessimisten küsst man nicht
von: ingoa09 |  27.11.2008 18:23:02

Martin Seligman - Pessimisten küsst man nicht

 

 

An alle, die mehr über die Ursachen pessimistischen Denkens erfahren möchten und gezielt das lösungsorientierte und positive Denken erlernen möchten, das vor allem in manch belastenden Lebenssituationen beherrscht werden sollte, damit alle Energie auf das zielgerichtete Handeln zur Verbesserung der eigenen Situation gelegt werden kann und es erst gar nicht zu unnützen negativen Grübeleien kommen kann, die das eigene Glücksempfinden extrem belasten und innere Blockaden verursachen können und keinesfalls zu irgendeiner konstruktiven Problemlösung beitragen können.

 

 

Die Inhaltsangabe:

 

 

Im Taschenbuch „Pessimisten küsst man nicht“, vom US-amerikanischen Psychologen Martin Seligman, das erstmals im Jahre 1990 im Knaur-Verlag erschienen ist, geht es um die Erkenntnis eigener vorhandener negativer Denkweisen, die mithilfe dieser praktisch orientierten Lektüre mit positiven Denk- und Verhaltensmustern ersetzt werden sollen.    

 

Mit dieser praktisch orientierten Lektüre aus dem Bereich der positiven Psychologie können Sie lernen auftretende negative Denkweisen gezielt aufspüren, negative Gedanken zu analysieren und alternative positive Bewertungsmuster einüben, die zu handlungsfreudigem Verhalten führen und einem die Kontrolle über Gestaltung des eigenen gewünschten Schicksals zurückgeben können.

 

Wenn man die behandelten schriftlich durchführbaren Methoden regelmäßig einübt, vor allem dann, wenn bestimmte Problemsituationen auftreten, die einen negativen Grübelprozess einleiten lassen können, sollte sofort eine Analyse der eigenen Gedanken erfolgen und mit sich selbst disputiert werden, ob es konkrete Beweise für die eigenen Annahmen gibt, ob es nicht auch alternative, realistischere Erklärungen geben kann, wodurch ein Sachverhalt mit anderen Augen betrachtet werden kann.

 

 

Ein einfaches Beispiel:

 

 

Wenn z.B. jemand aus dem beruflichen Umfeld unfreundlich zu einem selbst gewesen ist und beispielsweise abfällige Bemerkungen gemacht haben sollte, so sollte zunächst einmal hinterfragt werden, warum dieser so schlecht gelaunt ist, anstatt die Schuld gegebenenfalls bei sich selbst zu suchen und sich dabei unnötigerweise über diese Person zu ärgern und sich den Tag wegen solch einer Lappalie versauen zu lassen.

 

Mit einer externalisierenden Erklärung, dass dieser Probleme in seinem privaten Umfeld haben könnte und die unfreundliche Handlung somit begünstigt haben könnte, kann ein unnützer Grübelprozess gestoppt werden und der eigene positive Energiefluss aufrecht erhalten bleiben.

 

 

Der wesentliche Aufbau und die zentralen Aussagen des Buches:

 

 

Im ersten Teil des Buches wird der Leser in die Thematik des optimistischen und pessimistischen Denkens eingeführt. Anhand von interessanten Fall-Beispielen werden die gegensätzlichen Denkweisen anschaulich gegenübergestellt und voneinander abgegrenzt.

Anschließend wird nach der Ursache pessimistischen Denkens gesucht, wobei die erlernte Hilflosigkeit als zentrale Ursache für pessimistische Denk- und Verhaltensweisen im Vordergrund der Thematik steht, die auch mithilfe zahlreicher tierischer und menschlicher Experimente untersucht wurde. Der Glaube, dass das eigene Verhalten keinen Einfluss auf die Verbesserung der eigenen Situation haben würde, ist eine zentrale Aussage des Buches, die schlüssig argumentativ und anhand von zahlreichen Beispielen untermauert wird.

 

Dabei werden pessimistische Denkmuster vor allem in der Kindheit erlernt: Denn ein kleines Kind hört ganz genau hin, wie die Eltern, und dabei vor allem die eigene Mutter, mit der Bewertung von Problemen umgehen. Wird eine Problemstellung als dauerhaft schlimmes Ereignis angesehen und darüber hinaus das gesamte Leben negativ global abgewertet und dabei auch noch die Schuld und Unfähigkeit bei einem selbst gesucht, so werden gravierende pessimistische Denkmuster für das Kind angelegt mit der deutlich erhöhten Gefahr später an Depressionen zu leiden, als wenn Eltern neutralere oder positivere Problembewertungen an den Tag legen würden. Bei der Erziehung des Kindes sollten Eltern folglich den souveränen Umgang mit Problemen und mit negative auftretenden Ereignissen erlernen, damit das Kind eine positivere Lebenseinstellung gewinnen kann, die in unbewussten Denkmustern des Kindes eingespeichert wird. Bei jeder Problembewertung hört das Kind im Falle der Anwesenheit die Glaubenssätze der Eltern genau mit, weshalb sich die Eltern ihrer besonderen Verantwortung bewusst werden und ihrem Kind eine positive Lebenseinstellung vermitteln sollten.

 

Anhand eines Fragebogens mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten, die angekreuzt werden können, kann der Lesende dabei übrigens die eigene geistige Haltung testen, ob man eher pessimistische oder optimistische Erklärungsmuster erlernt hat, also ob man eher Pessimist oder Optimist ist.

 

 

Im 2.Teil  des Buches werden die Auswirkungen pessimistischen und optimistischen Denkens im gesellschaftlichen Leben untersucht. Dabei wird ganz deutlich herausgestellt, dass Optimisten wesentlich größere Chancen haben, erfolgreich im Berufsleben zu sein. Positiv eingestellte Menschen sind allgemein glücklicher als Pessimisten und haben somit durch ihre positive Denkweise mehr Kraft und Elan, um gerade in Krisenzeiten einen Ausweg aus einer negativen Situation finden zu können. Während Pessimisten häufig zum Aufgeben und zur Passivität neigen, neigen Optimisten dazu, sich mit einer negativen Situation nicht einfach abzufinden, sondern für das eigene Glück zu kämpfen. Während Pessimisten sich zu lange und zu negativ mit negativen Ereignissen beschäftigen, sind Optimisten deutlich handlungsfreudiger, da ihre Denkweise auf Lösungen hinarbeitet. Dabei soll nicht jedes Problem oder Unglück verharmlost werden und ein blauäugiges Leben mit einem Blick durch die rosarote Brille geführt werden. Optimismus wird hier als eine Art des genauen und zielgerichteten positiven Denkens definiert, welches sinnvolle Lösungen anstreben soll, wobei Gefahrensituationen keineswegs fahrlässig beiseite geschoben werden sollten.

 

Dennoch gibt es insgesamt auch Vorteile pessimistischer Denkweisen:  Da das Problembewusstsein bei Pessimisten deutlich stärker ausgeprägt ist als bei Optimisten, können Gefahren wesentlich besser erkannt werden, während Optimisten diese häufig übersehen. Diese These wird in zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen durchweg bestätigt.

 

Dennoch sollte das optimistische Denken erlernt werden, vor allem wenn man bei dem Selbsttest schlecht abgeschnitten hat und als typischer Pessimist herausgestellt wurde:

Denn Pessimisten sind durch ihre vornehmlich negative Einstellung sehr häufig unglücklich, haben häufiger Probleme mit anderen Menschen umzugehen, haben weniger Erfolgsaussichten im Beruf ganz weit nach oben zu kommen, da die eigene Begeisterungsfähigkeit und der Glaube an sich selbst massiv begrenzt wird. Diese pessimistischen und unbewusst erlernten Denkmuster, die vor allem in der frühen Kindheit erlernt worden sind, sollten folglich mit positiven Denkmustern ersetzt werden, damit ein möglichst sorgenfreies und unbeschwertes Leben geführt werden kann.

 

Besonders interessant ist zudem die Feststellung, dass der Mensch zum Überleben in der prähistorischen Zeit relativ feste Tageszeiten erlernt hat, zu denen er eher optimistisch oder eher pessimistisch denkt. Gegen ca. 16 Uhr bis zum Abend liegt es auch heute noch in der Natur des einzelnen Menschen, dass er in dieser Zeitspanne besonders zu pessimistischem Denken neigt. Denn noch bevor der Abend und die Dunkelheit eintreten wird, sollte die eigene Umgebung und die eigene Familie sicher vor den Angriffen anderer Menschen oder von Tieren geschützt werden. Deshalb ist in dieser Zeit das problem- und risikobewusste Denken biologisch bedingt stark ausgeprägt, um sich auf potenzielle Bedrohungen und Gefahren besser konzentrieren zu können und entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen zu können, um das eigene Überleben und das der Familie adäquat schützen zu können. Diese innere Uhr als „Gefahrenwächter“ ist innerhalb des circadianen menschlichen Zyklus auch bis in die heutige Zeit im Menschen tief verwurzelt. Die optimistischste Tageszeit des Menschen dauert hingegen ungefähr vom frühen Morgen bis zum Mittag und vom späten Abend bis in die Nacht an. In diesen Zeitspannen lebt der Mensch im Allgemeinen am glücklichsten und ist für die Entwicklung neuer und gegebenenfalls riskanter Pläne am erfolgreichsten.

 

 

Im 3. und letzten Teil des Buches geht es um das Erlernen positiver Erklärungsmuster vor allem beim Auftreten negativer Ereignisse und Unglücke:

 

Dazu wird das ABC der Reaktionen bezüglich auftretender unglücklicher Ereignisse erlernt:

 

An erster Stelle steht das negative Ereignis. Das A steht für „Adversity“, das mit „Unglück“ oder „negatives Ereignis“ übersetzt werden kann.

 

An zweiter Stelle stehen die „Beliefs“, also die Meinungen und Überzeugungen, die unbewusst abgerufen werden, sobald ein negatives Ereignis eintritt. Diese Erklärungsmuster, die maßgeblich in der Kindheit erlernt worden sind, werden in solchen Situationen automatisch aktiviert.

 

An dritter und letzter Stelle stehen die Auswirkungen der eigenen Glaubenssätze, die „Consequences“. Wenn die negativen Denkweisen unmittelbar durchbrochen werden können, was in diesem Kapitel ausführlich beschrieben wird, dann lassen sich die Handlungen zielgerichteter durchführen und die eigenen Gefühle sind bei positiven Gedanken logischerweise von größerem Glücksempfinden und von größerer innerer Harmonie geprägt, als im Falle negativer Denkweisen und Bewertungen.       

 

 

Mein Fazit:

 

 

Da in diese Lektüre außerordentlich interessant geschrieben wurde, die Inhalte zwar auf hohem Niveau, jedoch in sehr verständlich geschriebener Sprache beschrieben und mit zahlreichen Beispielen versehen worden sind, kann ich diese ausdrücklich allen Interessenten weiterempfehlen, die glücklicher Leben und mehr über diese Thematik erfahren möchten. Mit diesem Buch lernen Sie bei konsequenter Anwendung der dargelegten Methoden, die eigene Denkweise vor allem in auftretenden Problemsituationen positiver auszurichten. Dabei kann eine optimistischere Denkweise in jedem Lebensalter nach Auffassung der allgemein anerkannten Kognitiven Psychologie erlernt werden.

 

Die Ausgabe in Höhe von 8,90 Euro, die ich vor circa 3 Jahren im örtlichen Real-Markt getätigte habe, habe ich bis heute keinesfalls bereut. Eine solch interessante und nutzenstiftende Lektüre aus dem Bereich der positiven Psychologie hat aus meiner Sicht die vollen 5 möglichen Sterne verdient, da sie das Bewusstsein des Lesenden nachhaltig positiv beeinflussen kann, wenn man die Inhalte logischerweise konsequent wiederholt, um vorhandene unbewusste negative Denkweisen langfristig mit positiven Denkmustern ersetzen zu können.    

 

 

Pro: Sehr interessante Lektüre, anspruchsvolle Inhalte, aber sehr verständlich geschrieben, auf das praktische Handeln ausgerichtet.   

 

Contra: Bislang habe ich mit dieser Lektüre durchweg positive Erfahrungen gemacht.

 

Tags: 

Martin Seligman, Pessimisten küsst man nicht, Pessimismus, Optimismus, Optimisten, Bücher, Knaur

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