Viele Typeer-Autoren
geben sich redlich Mühe bei der Erstellung ihrer Texte. Einige Zeit
wird dafür verwendet, klar und deutlich zu schreiben,
Rechtschreibfehler zu vermeiden und den Text nach etwas aussehen zu
lassen. Da ist es doch nett, neben Lob für einen guten Text auch
eine finanzielle Aufwandsentschädigung in Form der monatlichen
Ausschüttung zu erhalten.
Aufwandsentschädigungen
kennen wir von der Erwerbsarbeit, dort ist der Stundenlohn die Regel.
Als Arbeitnehmer verkaufen wir unsere Arbeitsleistung an das
Unternehmen und erhalten für jede absolvierte Zeiteinheit eine
entsprechende Vergütung. Auch selbstständige Handwerker rechnen
neben dem verbrauchten Material ihre Arbeitszeit in Stunden ab und
setzen dies ihren Kunden auf die Rechnung.
Ich kann mir vorstellen,
dass viele mit einer ähnlichen Vorstellung an typeer.de herantreten.
Wenn jemand in einem Monat beispielsweise 15 Stunden damit verbracht
hat, um 10 Texte zu schreiben und zu Beginn des Folgemonats in seinem
Autorenkonto seinen Anteil der Ausschüttungssumme in Höhe von 5 EUR
vorfindet, dann freut er sich vielleicht sehr darüber, mit seinem
Schreib-Hobby ein Trinkgeld verdient zu haben. Vielleicht ist er
jedoch enttäuscht, weil es „nur“ 5 EUR sind. Vielleicht fragt er
sich auch, wozu er sich die Mühe gemacht hat, wenn sein Stundenlohn
für diese Textarbeit 0,33 EUR entspricht.
Vorsicht!
Das ist der falsche Ansatz!
Ich bin der festen
Überzeugung, dass ein Stundenlohn der falsche Ansatz ist, um die
Typeer-Ausschüttung zu bewerten.
Ein Stundenlohn wird
einmalig für eine einmalig erbrachte Leistung gezahlt. Der
Stundenlohn ist der Preis für
eine Stunde, in der ich meine Arbeitsleistung für fremde Zwecke zur
Verfügung stelle. Wenn ich nicht arbeite, dann erhalte ich diesen
Lohn nicht.
Bei Typeer ist es dagegen
so, dass ich erst arbeite, indem ich einen Text schreibe. Während
ich das tue verdiene ich nichts. Wenn ich den Text bei Typeer
veröffentliche, dann erhalte ich von Typeer zu Beginn eines Monats
meinen Anteil aus dem Ausschüttungstopf, der im vorherigen Monat
durch Werbeeinblendungen und Werbeklicks zusammengekommen ist. Je
höher die Anzahl meiner Leser war, desto höher ist mein
Ausschüttungsanteil.
Aber: Das Ergebnis meiner
Arbeitszeit, nämlich der Text, den ich geschrieben habe, bleibt mir
erhalten. Das ist nicht der Fall, wenn ich als Fliesenleger ein Bad
saniere. Die Arbeitszeit und die verbrauchten Fliesen kann ich dem
Kunden nur einmal in Rechnung stellen. Was ist die
Typeer-Ausschüttung also, wenn es sich nicht um einen Stundenlohn
handelt?
Wenn die Typeer-Ausschüttung kein Stundenlohn ist, was ist sie dann?
Wenn ich als Autor
einen Text auf typeer.de veröffentliche, dann behalte ich erstens
das Urheberrecht. Nur ich darf den Text veröffentlichen. Neben
typeer.de kann ich diesen Text auch auf anderen Plattformen
veröffentlichen. Oder ihn als Buch oder ebook herausbringen und
verkaufen.
Zweitens bringt mir
dieser Text regelmäßig Einnahmen, ohne selbst dabei verbraucht zu
werden. Auch wenn ich im März keinen einzigen Text veröffentliche,
so werde ich im März dennoch Einnahmen haben, weil auch im März die
Texte gelesen wurden, die ich bereits im Februar oder Januar
veröffentlicht habe.
Auch wenn ich nicht aktiv
bin, sondern mich passiv verhalte, bekomme ich Geld. Deswegen ist
nicht der Stundenlohn das richtige Instrument, um die
Typeer-Ausschüttungen zu bewerten. Andere Formen eines
Passiveinkommens sind besser dazu geeignet.
Beispielhaft für ein
Passiveinkommen wäre zum Beispiel ein Versicherungsmakler, der sich
einen Bestand an Sachversicherungen aufgebaut hat. Ohne dass dieser
neue Verträge abschließt zahlen die bisherigen Kunden regelmäßig
ihre Versicherungsbeträge und der Versicherungsvertreter bekommt
einen Teil davon ebenso regelmäßig als Provision1.
Ein Beispiel gibt der Landwirt ab, der seine Felder nicht mehr selbst
bewirtschaftet, sondern verpachtet hat und regelmäßig den Pachtzins
erhält.
Um ein passives Einkommen
handelt es sich auch, wenn Geld angelegt wurde und daraus
Zinseinnahmen entstehen. Weil sich mit Geld besser rechnen lässt als
mit Versicherungsverträgen oder Ackerflächen, möchte ich die
Zinsen aus der Geldanlage heranziehen, um die Typeer-Ausschüttungen
zu bewerten.
Der Grundgedanke dabei
ist: Wie viel Geld hätte ich anlegen müssen, um als Zins den Betrag
zu bekommen, den typeer.de mir ausgezahlt hat.
Dazu habe ich einen
Rechner entwickelt, den sich jeder Neugierige als
Tabellenkalkulationsdokument gerne HIER
kostenlos herunterladen kann.
Auf den folgenden Seiten meines Themas Tutorials stelle ich die Funktionen des Rechners vor: [Hier klicken]
1Im
Gegensatz zu Personenversicherungen, denn dort erhält der
Versicherungsvertreter einmalig bei Vertragsabschluss eine (größere)
Provision aber keine laufenden Zahlungen. Aber auch das kann von
Versicherung zu Versicherung variieren. Um ein passives Einkommen
handelt es sich aber nur bei dem oben im Fließtext geschilderten
Fall, weil nur dort regelmäßig Zahlungen erfolgen, auch wenn der
Vertreter nichts tut.
Diese Woche
besuchte ich mit meiner Freundin die Infa
in Hannover. Es gab wieder einmal zahlreiche Stände, z.B. mit
Küchenutensilien, Wellnessartikeln, aber auch die üblichen
Fressbuden waren vertreten. An einer dieser Fressbuden belauschte ich
ein älteres Ehepaar.
Er regte
sich sehr darüber auf, dass ihn der Eintritt zu dieser Werbe- und
Verkaufsveranstaltung immerhin 10 € Eintritt gekostet hatte.
Im Kaufhaus
zahle er ja auch keinen Eintritt, war eines seiner Argumente. Seiner
Meinung nach sei es kein besonders schönes (Einkaufs-) Erlebnis,
wenn er erst 5 € für den Parkplatz und dann 10 € Eintritt für
jede Person zahlen müsse. Und letztendlich stünde ihm an jedem
Stand ein eifriger Geschäftsmann gegenüber, der nichts zu
verschenken habe, sondern seine Waren zu mehr oder weniger normalen
Preisen verticken möchte. Die Zeiten, dass auf dieser
"Hausfrauenmesse" etwas kostenlos zu holen sei, seien nun
einmal vorbei und umso weniger könne er verstehen, dafür Eintritt
zu zahlen.
Auch ich
hatte das Gefühl, dass "Beutelratten"1
auf der Infa nicht auf ihre Kosten kommen. Dennoch möchte ich allen,
die sich über den Eintrittspreis aufregen, erklären, warum das so
ist und nicht anders. Auf der Infa fehlte mir die Zeit dazu, meine
Freundin war schon auf dem Weg zum nächsten Stand.
Grundsätzlich
kann ich wirtschaftlich, aber auch sozial begründen, weshalb für
diese Messe Eintritt verlangt wird.
1.
wirtschaftlich
Die
Veranstalter der Messe müssen ihre Kosten (Miete der Messehallen,
Werbungskosten, Gebühren, etc.) decken und wollen einen Gewinn
erwirtschaften. Die Veranstalter können Einnahmen erzielen, indem
die Standbetreiber eine Gebühr für ihren Stellplatz bezahlen oder
eben die Gäste Eintritt bezahlen. Der Eintritt kann generell für
den Besuch der Messe kostenpflichtig sein und / oder der Veranstalter
nimmt zusätzlich noch Geld ein, indem er sich den Toilettengang,
Infobroschüren, Personenbeförderung auf dem Messegelände, den
Parkplatz etc. extra bezahlen lässt.
Bei
der Preisgestaltung ist Fingerspitzengefühl gefragt. Sind die
Standgebühren zu hoch, bleiben die Aussteller weg, die Hallen leer.
Die Aussteller jedoch sind die Besuchermagnete und wenn die Besucher
ausbleiben, ist die ganze Messe ein Flop.
Die
Besucher werden durch hohe Eintrittspreise ebenfalls abgeschreckt.
Bei
der Infa hat man sich offensichtlich für eine Mischkalkulation
entschieden. Standbetreiber zahlen eine mäßige Gebühr, die
Besucher zahlen einen gemäßigten Eintrittspreis. Dafür erhalten
sie kostenlose Infobroschüren, finden Übersichtstafeln in den
Hallen, können die Toiletten und eine Bimmelbahn, welche die
fußmüden Besucher von Halle zu Halle transportiert, kostenlos
benutzen. Allerdings gilt die Eintrittskarte NICHT alles Ticket für
den öffentlichen Nahverkehr und der Parkplatz für den Pkw kostet
ebenfalls extra.
In
diesem Mix tragen die Eintrittspreise zur Kostendeckung des
Veranstalters bei, sie generieren Einnahmen in Abhängigkeit von der
Anzahl der Besucher.
2.
sozial
Wie
oben beschrieben schrecken hohe Eintrittspreise Besucher davon ab,
eine Messe zu besuchen.
Dieser
abschreckende Effekt kann durchaus von den Messebetreibern gewollt
sein, um bestimmtes Klientel fernzuhalten. Der Erfolg einer Messe
wird zwar an der Besucherzahl gemessen, aber in erster Linie soll
eine Einkaufsmesse, wie die Infa eine ist, zahlende Kunden anziehen
und nicht bloß neugierige Menschen, die auf Schnäppchen aus sind
und am liebsten alles geschenkt haben wollen.
Drastisch
ausgedrückt ist der Eintrittspreis wie eine unsichtbare Mauer, die
Zahlungsunfähigen den Zutritt verwehrt.
Ist
eine Messe trotz des Eintrittspreises gut besucht, dann wäre sie
wahrscheinlich stark überlaufen, würde der Besuch weniger oder gar
nichts kosten. Die Menschen, die tatsächlich etwas kaufen wollen,
müssten sich in den Gängen und an den Ständen den Platz mit Leuten
teilen, die zwar kein Geld in der Tasche, aber eine leere Tasche
dabei haben, die sie mit kostenlosen Geschenken füllen möchten.
Dies könnte die zahlende Klientel sogar ganz abschrecken.
Es
ließe sich also durchaus eine andere Mentalität der Messebesucher
feststellen. Am ehesten wäre es dann wohl wie auf einem Flohmarkt,
wo gegenwärtig jeder am liebsten alles geschenkt haben möchte.
Mit
dem Eintrittsgeld verdient der Veranstalter Geld und hält ohne
Türsteher und Gesichtskontrolle HartzIV-Empfänger fern, die einen
Teil ihrer Ernährung über Verkostungsproben an den Messeständen
decken wollen.
Der
Eintrittspreis kommt einer Bonitätsprüfung gleich. Wer den Zehner
für den Eintritt im Portmonee hat, der hat dort vermutlich noch
mehr. Und wird gewillt sein, dieses Geld auch auszugeben. Schließlich
muss sich der Besuch und die Investition des Eintritts auch lohnen.
Denn
rein psychologisch wäre das Eintrittsgeld falsch investiert, würde
man die Messe mit leeren Händen verlassen.
Wie man das
Eintrittsgeld persönlich bewertet, bleibt Ansichtssache. Ich möchte
lediglich den Mechanismus des sozialen Ausschlusses aufzeigen, der
hinter dem Eintrittsgeld steckt. Letztendlich bleibt es jedem selbst
überlassen, für eine Verkaufsveranstaltung Eintritt zu zahlen.
1Beutelratten:
Besucher einer Messe, die in erster Linie darauf aus sind,
Werbetüten mit Geschenkartikeln zu erhalten und diese im Verlauf
des Messebesuchs mehr und mehr mit Werbeartikeln, Gratisproben, etc.
zu füllen.
Volkswagen hat einen
Wettbewerb ausgeschrieben, bekannte Filmszenen nachzuspielen.
Grundsätzliche Bedingung: Im fertigen Film soll ein Volkswagen zu
sehen sein.
Bei bestem Wetter sind
wir dem Ruf des Konzerns gefolgt. Viel hatten wir vor. Aber leicht
wird unterschätzt, wie viel Arbeit so ein Film doch macht; wie lange
es doch dauert, bis jede Szene, jeder Dialog, wie gewünscht im
Kasten ist. Vom Schneiden und editieren ganz zu schweigen.
So blieben die Ideen für
das Wagenrennen aus Ben Hur,
die Tauchszene aus Das Boot
und die „Lauf Forrest, lauf!“-Autojagd
aus Forrest Gump erst
einmal unverwirklicht.
Unseren
Favoriten, die Orgasmusszene aus Harry & Sally,
haben wir aber innerhalb eines Nachmittages fertig bekommen. Die
Szene kann sich durchaus sehen lassen, wie ich finde. Aber vielleicht
ist das auch nur der subjektive Eindruck eines Beteiligten, der sein
„eigenes Kind“ immer liebt.
Hier
könnt ihr euch erst einmal ein eigenes Bild von dem Film machen,
bevor ich mit meinem Bericht über unseren Filmdreh fortfahre:
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Szene gefällt euch? So könnt ihr uns unterstützen: