Kötermama,
Köterpapa,…
Kennt Ihr das auch?! Schon wieder so ein Köterpapa oder eine
Kötermama! Restlos begeistert von ihrem kleinen Liebling, der gerade am Auto
des Nachbarn sein Beinchen hebt! „Ach, wie niedlich! Komm mal zu Frauchen,
kriegst auch ein Leckerli!“
Das einzige Gesprächsthema ist Bello, es wird ein beinahe unanständiges Gewese
um den Köter gemacht, jede Lautäußerung wird mit Beifall aufgenommen und
häufiges Bellen erfreut zur Kenntnis genommen. Der Hund erfährt mehr
Aufmerksamkeit als die menschlichen Familienmitglieder! Beim Spazierengehen
hält die Prozession eine ritualisierte Reihenfolge ein: zuerst der Hund, danach
Herrchen – vom Hund vorwärts gezogen – zum Schluss Frauchen. Die hat auch am
wenigsten in der Familie zu sagen. Die
Reihenfolge der Prozession entspricht der Rangfolge in der Familie! Köter mit Gefolge!
Kein Wunder, dass sich der Hund benimmt, als wäre er das Leittier, anstatt sich
ganz hinten unter das geringste menschliche Familienmitglied einzuordnen! Hunde
sind dazu nämlich bereit, sie müssen nur richtig erzogen werden! Nur leider ist
von Erziehung in diesen Fällen meist gar keine Rede! Bello hat
selbstverständlich Narrenfreiheit!
Wie unverständlich aber auch, wenn das ewige Gebell
irgendwann uns genervte Nachbarn auf den Plan ruft, die das nicht länger dulden
wollen! Ist doch ganz klar, wo Bello nächstens immer sein großes Geschäft
machen wird! Und das bleibt natürlich schön liegen, damit jeder sieht, wie
köterunfreundlich der Nachbar ist. Die Wurst bleibt liegen als Ärgernis und als
Andenken an den lieben Hundepapa! Und wenn wir uns darüber beschweren: Bello
ist unschuldig! Das arme Tier muss sich doch auch erleichtern! Und dieser Haufen
da ist nicht von Bello! Bellos heilige Hinterlassenschaften würden vom letzten
Mitglied der Prozession immer aufgehoben!
Unwillkürlich frage ich mich, ob die Nachbarn einen heiligen
Schrein für die Häufchen errichtet haben, einen Hausaltar, auf dem immer die
aktuellen Verdauungsprodukte des Tieres ausgestellt werden!
Und anderen Tölenbesitzern gegenüber werden dann die berühmten Aussagen
getroffen: „Ach, mein Hund hat mich noch nie enttäuscht! Menschen kann man ja
nicht trauen, aber mein Hund, der versteht mich!“
Zur Weihnachtszeit wird auch wieder gespendet – natürlich nur an Tiere in Not!
Menschen und ihre Nöte zählen bei diesem misanthropischen Menschenschlag ja
nicht! Und sollte sich Bello dahingehend vergessen, indem er nach den Beinen
anderer Leute schnappt, dann ist Bello natürlich auch völlig schuldlos! „Er ist
ja auch provoziert worden! Das Kind hat ihn schon öfters geärgert, und als er
das Kind auf der Straße gesehen hat, da ist es eben mit ihm durchgegangen! Muss
man ja auch verstehen! Wir würden uns ja auch nicht alles gefallen lassen…“
Wohl verstanden, ich habe bestimmt nichts gegen Hunde! Aber
von dieser falsch verstandenen tierliebe halte ich rein gar nichts!