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Kindergeschichte

Autor: Cyborg
Beschreibung:

Eine kurze Geschichte, die den Kindern beim Einschlafen helfen soll. Aber nicht nur das, sie soll den Kindern auch beim Träumn helfen.

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Traumlehrling Henry
von: Cyborg |  24.10.2008 19:58:50
Traumino ist eine Stadt aus der die Träume kommen. Warum, fragst du? Weil dort die Traummeister mit ihren Gehilfen und Lehrlingen leben. Die Traummeister helfen den Menschen durch wundervolle Träume eine gute Nacht zu verbringen. Die Gehilfen dürfen sie dabei begleiten. Nur die Lehrlinge müssen in Traumino bleiben, um sich dort ihrer Ausbildung zu widmen. Henry war einer dieser Lehrlinge, und er war fleissig, lernte jeden Tag. Doch manchmal war er voller Ungeduld und fragte ständig seinen Ausbilder, wann er denn endlich zu den Menschen dürfte. Er wollte sie auch durch lebendige Träume begleiten. Sein Ausbilder vertröstete ihn und erklärte ihm, dass er doch nur noch ein Jahr warten müsse, denn dann käme seine Prüfung, und wenn er die bestehen würde, wäre auch er ein Gehilfe, der einem Traummeister zur Seite stehen würde. Aber ein Jahr ist lang, und Henry hatte doch so viele Ideen für neue Träume. Da saß Henry nun in dem großen Saal vor der riesigen Traumkugel. Die Traumkugel fing immer dann an zu funkeln, wenn irgendwo in der Welt ein Mensch nicht gut einschlafen konnte, oder gerade einen bösen Alptraum hatte. Dem Funkeln in der Kugel folgte dann das Bild des Menschen und sofort wurde ein Traummeister mit seinem Gehilfen losgesandt, um diesem Menschen zu helfen. Während Henry nun da saß und nicht gut gelaunt war, fing auf einmal die Kugel an zu funkeln. Er war alleine in dem großen Saal und aufmerksam betrachtete er die Kugel, bis das Bild eines kleinen Jungs erschien. Dieser kleine Junge hieß Elias und er konnte nur sehr schwer einschlafen, denn er war so aufgeregt, weil er morgen das erste mal in den Kindergarten musste. In seinem Bett wälzte er sich hin und her und ihm war ganz warm vor lauter Aufregung. Dem Jungen muss man sofort helfen, dachte sich Henry, aber es war ja kein Traummeister da, denn alle hatten viel zu tun, reisten in der Welt umher. Also beschloss Henry kurzerhand die Sache selber in die Hand zu nehmen, auch wenn er das eigentlich noch gar nicht dürfte. Henry traute sich das zu und es musste ja keiner von seiner kleinen Reise erfahren. Er musste jetzt nur noch seine Hand auf die Kugel legen, dann wäre er schon bei Elias und könnte mit ihm gemeinsam einen wirklich großartigen Traum erfinden. Henry überlegte nicht lange und seine Hand glitt langsam über die Kugel. Es zischte und in einer Sekunde war Henry nicht mehr in dem großen Saal, sondern befand sich auf einmal in einer ganz anderen Welt. Nun wurde ihm doch etwas mulmig im Bauch und auch wenn er schon sehr viel gelernt hatte, so war die Wirklichkeit doch ganz anders. Um ihn herum war es dunkel und kalt. Wo war er nur? „Jetzt immer ruhig bleiben und nachdenken,“ dachte sich Henry und er ging im Geiste noch mal das durch, was er bei seinem Ausbilder gelernt hatte. Henry kam nun zu dem Entschluss, dass er in Elias Traum bzw. dessen Kopf war, und da Elias ja nicht einschlafen konnte, weil er so aufgeregt war, waren die Bilder in seinem Kopf auch dunkel und kühl. „ Das muss ich ändern,“ sagte sich Henry, und er überlegt, welcher Traum Elias wohl helfen könnte, eine ruhige Nacht zu verbringen und so morgens gut gelaunt aufzustehen. Endlich hatte Henry eine Idee, und der Traum, den er sich ausdachte, fing an in Elias Kopf Bilder zu zaubern. Je mehr Henry sich anstrengte, umso schöner und lebhafter wurden die Bilder. Elias war nun der Pilot eines knallroten Doppeldeckers und er flog über sein Haus hinweg. Dort unten im Garten sah er seine Eltern und seinen kleineren Bruder. Sie winkten ihm zu und lachten fröhlich. Nun wollte Elias mal über seinen neuen Kindergarten hinweg fliegen. Er flog einen schnittigen Bogen und düste in die Richtung des Kindergartens. Der sah aber schön aus von hier oben. Im Hof stand eine Rutsche, auf der die Kinder hinab glitten und ein großer Sandkasten war auch da. Viele Kinder liefen umher, lachten als sie das rote Flugzeug am Himmel sahen und winkten Elias zu. Er freute sich auch die Kinder zu sehen und war auch gar nicht mehr aufgeregt darüber, dass er nun auch bald dort hin ging und seinen Vormittag dort verbrachte. Am nächsten Morgen wachte Elias ganz entspannt auf und hatte richtig gute Laune. Er freute sich auf den ersten Besuch im Kindergarten, aber vor allem auf die Kinder, die dort mit ihm spielen. Henry war nun auch wieder zurück in Traumino. Er war ja so stolz auf sich und seinen ersten Traum, den er gestaltet hatte. Leider konnte er niemandem davon erzählen, denn es war ihm ja eigentlich verboten als Lehrling, Menschen beim Träumen zu helfen, und so behielt er es für sich und träumte selber von seinem nächsten Einsatz als Traumhelfer.
 

Tags: 

Traum, Traumwelt, Kinder, Einschlafen, Geschichte, Vorlesen

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