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HiFi-Klassiker (Vintage HiFi) - Testberichte

Autor: mg2009
Bewertung: 6,00 | 11 Stimmen
Beschreibung:

Bestimmte HiFi-Geräte aus den 60er bis frühen 90er Jahren werden auf dem Gebrauchtmarkt immer beliebter. Ein paar dieser Geräte werden hier mal vorgestellt.

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Vollverstärker - Yamaha A-500
von: mg2009 |  23.02.2010 21:43:30

Weiter geht’s in meiner Vorstellungsreihe klassischer HiFi-Komponenten, diesmal um den Verstärker, den ich die längste Zeit meiner Jugend besessen und benutzt habe: den Yamaha A-500.

 

Dieser Bericht wurde von mir bereits ab 2004 unter noch anderem Usernamen bei ciao.de, yopi.de und mymeinung.com veröffentlicht. Diese neu überarbeitete Version erscheint nun bei preisvergleich.de und typeer.de. Das ist übrigens mein letzter meiner HiFi-Berichte aus meiner früheren Ciao-Ära, die ich auf die von mir aktuell genutzten Autorenplattformen übertragen habe.

 

Meine zukünftigen HiFi-Berichte sind dann also ganz neue, und sie werden nur noch sehr sporadisch erscheinen, es liegt daran wie ich gerade Zeit habe (mache "hauptberuflich" was anderes).

 



DER VOLLVERSTÄRKER „YAMAHA A-500“

Relativ häufig sind Vollverstärker dieses Typs bei eBay im Angebot. Da es heute noch so viele dieser Verstärker gibt, ist das Gerät damals anscheinend recht häufig verkauft worden. Außerdem kann man daraus schließen, dass es sich um sehr langlebige Geräte handelt.


Der Yamaha A-560 wurde zwischen 1983 und 1984 hergestellt, war damals ein Vollverstärker der gehobenen Mittelklasse, direkter Nachfolger des hier bereits von mir vorgestellten A-560. Und der Nachfolger des 500ers war ab 1985 der A-520, den man bei eBay auch sehr häufig findet und der eine sehr ähnliche Optik hat. Ich habe Ende 1984 für den A-500 stolze 669,- DM bezahlt, das sind umgerechnet ca. 335 Euro. Erhältlich war das Gerät in Schwarz oder in Silber, wobei ich, wie damals bevorzugt, die schwarze Ausführung gewählt habe.

Der A-500 war „der“ Verstärker meiner Jugend, schließlich hatte ich ihn immerhin zwischen 1984 und 1991, und er war in dieser Zeit mehrere Stunden täglich in Betrieb.

 

DIE OPTIK

Das schwarze Modell hatte den Vorteil, dass ich das Gerät beliebig mit neueren Komponenten kombinieren konnte. Zur damaligen Zeit ging der Trend ganz klar in Richtung Schwarz, was bis ca. Ende der 90er Jahre anhielt. Danach waren die Geräte ja wieder öfter in Silber, was in der Zeit vor dem A-500 auch schon mal in der Mode war (aktuell bevorzuge ich auch silberne HiFi-Klassiker von Yamaha). Während die meisten Gebrauchten der Vorgängerreihe x60 (frühe 80er) in Silber bei eBay angeboten werden, sind beim A-500 und A-520 die Chancen etwa gleich hoch, ein silbernes oder schwarzes Modell zu erwischen, denn Schwarz als Gerätefarbe setzte sich damals nach und nach durch.

Das Gehäuse ist natürlich noch dem Baujahr entsprechend überwiegend (!) aus Vollmetall, auch die Drehregler. So etwas findet man leider heute gar nicht mehr. Dementsprechend ist dieses Gerät wertiger als heutige moderne Verstärker und Receiver. Das Gewicht des Verstärkers beträgt 7,3 kg. Die Abmessungen sind 43,5 x 11,2 x 32,5 cm, also das übliche Format heute noch moderner HiFi-Komponenten.


DIE ANSCHLÜSSE

Dieses Gerät verfügt selbstverständlich schon über Cinch-Buchsen, das war 1984 längst auch in Deutschland üblich (Anmerkung: viele noch ältere Verstärker und Receiver haben teilweise noch DIN-Buchsen). Diese Cinch-Buchsen befinden sich wie üblich an der Rückseite des Gerätes, welche auch aus Metall besteht.
Man kann folgende Geräte an den A-500 anschließen:

2 x TAPE (beides Aufnahme/Wiedergabe)
Die damals gängigste Kombination war 2 getrennte Kassettendecks. Eine solche Kombination setzte ich damals auch ein, da die Kassette damals das Hauptmedium bei (nicht nur) Jugendlichen war. Es wurde oft vom Radio aufgenommen, dann von Kassette auf Kassette überspielt, auch unter Freunden wurden Kassetten ausgetauscht. Meine beiden Kassettendecks K-320 waren in den 80er Jahren in Kombination mit diesem Verstärker regelrecht im Dauereinsatz! Und schließlich war der zweite Tape-Anschluss auch der Grund, weshalb ich damals vom A-460 auf den A-500 wechselte, obwohl der A-500 für mein Jugendzimmer und die vorhandenen Boxen eigentlich überdimensioniert war (dazu gleich noch).
Selbstverständlich kann man heute stattdessen auch einen CD- oder MD-Recorder, einen HiFi-Videorecorder oder auch die Soundkarte eines PC anschließen. Oder wer es passend zum Verstärker ganz klassisch mag, z.B. 1 Kassettendeck und 1 Tonbandgerät.
Sind zwei Aufnahmegeräte angeschlossen, so ist es auch möglich, auf beide gleichzeitig dieselbe Quelle aufzunehmen (z.B. ein Radioprogramm vom Tuner).

1 x PHONO
Dieser Anschluss eignet sich nur für Plattenspieler mit Magnetsystem. Wer heute also noch ein solches Gerät hat und diesen Verstärker nutzen möchte, kann den Plattenspieler direkt an den A-500 anschließen, ohne dass extra ein Phono-Vorverstärker verwendet werden muss. Das gilt natürlich nicht für die heute noch erhältlichen (Einsteiger-) Plattenspieler mit eingebautem Vorverstärker bzw. Keramiksystem. Von denen ist dem echten HiFi-Fan sowieso eher abzuraten, aber das ist ein anderes Thema. Ich gehe hier von einem üblichen HiFi-Plattenspieler aus, wie man ihn in den 80er Jahren meist verwendete.
Eine Besonderheit gibt es beim A-500 noch: der Phonoeingang kann zwischen dem (Standard-) MM-Tonabnehmersystem (moving magnet) und dem selteneren (aber auch oft besseren und wesentlich teureren) MC-Tonabnehmersystem (moving coil) umgeschaltet werden. So etwas gab es bei den Nachfolgegeräten und auch den kleineren Yamahas (z.B. die 400er-Reihe) schon nicht mehr.

1 x TUNER
Hier kann ein Tuner, d.h. ein separater Radiobaustein, angeschlossen werden. Das kann aber rein theoretisch auch jede beliebige andere Komponente sein (außer Plattenspieler), z.B. ein DVD-Player oder der Fernseher, aber der Verstärker hat so viele Eingänge, dass man diese Komponenten an DAD/AUX anschließen kann.

1 x DAD

DAD? Was ist das denn? Mit „Vater“ hat das rein gar nichts zu tun! Ich vermute mal, das hieß „Digital Audio Disc“. Man beachte das Erscheinungsjahr 1983 (kann auch schon sein, dass die ersten A-500 schon Ende 1982 erhältlich waren, denn 1982 wurden die letzten A-560 verkauft). Da standen noch mehrere Systeme als Nachfolger der analogen Schallplatte in Konkurrenz zueinander. Und Sieger war 1983 schließlich die CD, etwa zeitgleich mit dem Erscheinen dieses Verstärkers.

Also kurz zusammengefasst: hier schließt man normalerweise den CD-Player an! Beim Nachfolger A-520 wurde die Bezeichnung auch schon durch „CD“ ersetzt, denn da hatte sich die CD als LP-Nachfolger durchgesetzt.


1 x AUX
Hierbei handelt es sich um den üblichen „Hilfseingang“, den man nutzen könnte, wenn die anderen Eingänge belegt sind, z.B. für einen Fernseher oder (heute) DVD-Player, PC-Soundkarte zur reinen Wiedergabe, Mischpulte etc., aber auch so einen erwähnten Plattenspieler mit eingebautem Vorverstärker.

Wie man sieht, sind bei diesem Gerät also reichlich Anschlussmöglichkeiten vorhanden. Davon können sich manche modernen Verstärker von heute eine Scheibe abschneiden.

 

Außerdem kann man zwei Boxenpaare anschließen, die entsprechenden Klemmanschlüsse findet man ebenfalls an der Geräterückseite. Und die Erdungsklemme für den Plattenspieler darf natürlich auch nicht fehlen, wenn schon ein Phonoeingang vorhanden ist.


An der Frontplatte befindet sich schließlich noch eine 6,3mm-Klinkenbuchse zum Anschluss eines Kopfhörers.


DIE REGLER UND SCHALTER

Als erstes komme ich mal zu den vier kleineren Drehreglern (aus Alu), wie auch schon bei den Vorgängermodellen bekannt.

BASS: Regulierung der Bässe

TREBLE: Regulierung der Höhen

BALANCE: Man kann hier den Verstärker so einstellen, dass entweder der linke oder der rechte Lautsprecher lauter ist als der andere. Empfehlenswert z.B. wenn man in Nähe einer Box sitzt, die andere aber sehr weit entfernt ist, oder bei Bandaufnahmen, bei denen die Kanäle unterschiedlich ausgesteuert sind.

LOUDNESS: Hier kann man eine Lautstärke voreinstellen, die man gern im „Normalbetrieb“ wünscht (gehörrichtige Lautstärkeregelung, Zimmerlautstärke). Möglicherweise stellt man diesen Regler in einem kleinen Zimmer recht niedrig ein, in Partyräumen entsprechend hoch. Diese Funktion war damals typisch für Yamaha, heute hat Yamaha sie aber bei den meisten neueren Geräten wieder eingespart.

Als nächstes dann die Quellenwahlschalter (INPUT):

Hier merkt man deutlich die ersten Sparmaßnahmen von Yamaha! Während die Vorgängermodelle noch einen Drehregler aus Alu für die Quellenwahl hatten, sind hier nun zum ersten Mal sechs Drucktasten aus Plastik eingesetzt worden. Diese sind rein mechanisch, und man kann wie bei alten Radios nur jeweils 1 Taste drücken, die dann einrastet. Nach Drücken einer Taste springt die zuvor eingerastete Taste heraus. Umschalten kann man hier natürlich wieder zwischen Tape 1, Tape 2, Phono, DAD, AUX und Tuner. Eine grüne LED über der jeweiligen Taste zeigt an, welche Quelle gerade gewählt ist.

 

Mit dem REC OUT Drehregler (dieser ist noch in seiner alten Form wie bei den Vorgängern) wählt man die Aufnahmequelle, und zwar separat von der aktuell gehörten Quelle.
Man kann z.B. nun eine Schallplatte auf Kassette oder heute auch auf CD/MD/PC aufnehmen, stellt hierbei natürlich den Drehregler auf „Phono“. Will man aber nun die Nachrichten im Radio hören, ist das kein Problem: man drückt die TUNER-Taste (INPUT). Trotzdem wird im Hintergrund weiterhin die Platte aufgenommen und nicht die Nachrichten! Das ist sehr praktisch, da das Aufnahmeprogramm schon mal „langweilig“ sein kann, man muss also die aufzunehmende Quelle nicht ständig mithören. Leider findet man diese Funktion fast nicht mehr bei moderneren Verstärkern.

Lautstärkeregler:

Ganz rechts findet man einen „überdimensionalen“ Drehknopf. Wie kann das auch anders sein, dieser ist für die Lautstärke. Aufgrund seiner Größe ist der Lautstärkeregler leicht zu finden und zu bedienen.

Weitere Druckschalter:

Ganz links findet man den EIN/AUS bzw. POWER-Schalter. Bei eingeschaltetem Gerät leuchtet über dem Schalter eine rote LED. Außerdem leuchtet zusätzlich immer eine der 6 grünen LEDs für die gewählte Quelle.


Direkt daneben befinden sich die Druckschalter für die Boxen. Mit diesen kann man die Lautsprecherpaare ein- und ausschalten, und zwar beide anschließbaren Boxenpaare getrennt. Sind beide Boxenpaare ausgeschaltet, kann man natürlich weiterhin Musik über Kopfhörer genießen und die Lautstärke dabei auch wie gewohnt regulieren.

Rechts von den beiden Lautsprecherschaltern findet man den MUTING-Knopf. Wird dieser gedrückt, leuchtet zum einen wieder eine LED, und zum anderen wird die Lautstärke extrem niedrig geschaltet. Das ist recht hilfreich, wenn z.B. das Telefon klingelt und die Musik beim Telefonat sonst stören würde. Schaltet man das MUTING wieder aus, hört man die Musik in der ursprünglich eingestellten Lautstärke weiter. Diese Funktion findet man bei neueren Verstärkern auch nur noch selten, wenn überhaupt. Der Vorgänger A-560 hatte diese Funktion auch noch nicht.


Zwischen den Reglern (unten) sind noch drei weitere Druckschalter. Zum einen der SUBSONIC FILTER. Mit diesem lässt sich Rauschen (z.B. von Kassette, Schallplatte, UKW) ein wenig reduzieren. Zum anderen der Umschalter fürs MM- oder MC-Tonabnehmersystem, wie bereits erwähnt. Und schließlich kann man mit dem dritten Schalter die Wiedergabe zwischen Stereo und Mono umschalten! Das ist mal ganz was Neues, was ich sonst bei Verstärkern noch nie gesehen habe. Zuerst erscheint dem Leser/Benutzer diese Funktion sicher eher sinnlos. Wenn man eine Stereoanlage kauft, will man auch Stereo hören!

Aber ich habe diesen Knopf doch öfter auf „Mono“ gestellt. Damals hörte ich ja überwiegend noch Kassetten, und da waren bei einigen nicht beide Kanäle gleich laut ausgesteuert. Außerdem hatte ich auch mal Kassetten von Bekannten, die waren komplett nur auf einem Kanal aufgenommen. So etwas klingt vor allem über Kopfhörer furchtbar!

Eine Fernbedienung war zu der damaligen Zeit noch nicht üblich, also gibt’s hier auch keine!


DIE ANZEIGEN

Dazu habe ich eigentlich schon alles gesagt. Erstmals wurden bei diesem Modell LEDs als Leuchtanzeigen eingesetzt. Die Vorgänger hatten noch Glühbirnchen (die allerdings auch eine extrem lange Lebensdauer haben). Was nun besser ist oder schöner aussieht, ist alles Geschmackssache. Insgesamt sind 8 LEDs an Bord: 6 grüne für die verschiedenen Quellen, 2 rote, einmal für „Power“ und einmal für „Muting“.



DER KLANG

Wie man es von Verstärkern dieses Alters noch erwarten sollte, hat auch dieses Modell wirklich einen sehr dynamischen, angenehmen Klang. Wesentlich angenehmer, als was ich z.B. in Kaufhäusern und Elektronikläden schon mal von nagelneuen (Plastik-) Verstärkern und Receivern gehört habe.
Wie die Aufschrift dieses Verstärkers schon sagt, „Natural Sound“ eben. Vielleicht klingt dieser Verstärker etwas analytischer als andere Fabrikate, das wird dem Yamaha-Klang oft nachgesagt, aber mir hat's relativ gut gefallen.

 

Die Lautstärkeeigenschaften sind überraschend! Ich hatte ja damals noch ausschließlich mein Jugendzimmer und zwei 80-Watt-Regalboxen von ITT, und da brauchte ich den Regler nur auf ca. 10% der maximal möglichen Lautstärke zu drehen, und schon hatte ich eine ausreichende Zimmerlautstärke. Bei 35 bis 40% musste man schon Angst um seine Boxen haben, so einen Krach kann der A-500 machen!

Dieser Verstärker sollte schon nach Möglichkeit mit größeren Boxen betrieben werden als ich damals hatte. Außerdem eignet sich dieser Verstärker mit Sicherheit auch für etwas größere Partys, denn er ist ein regelrechtes Kraftpaket.



DIE WICHTIGSTEN TECHNISCHEN DATEN (laut Beschreibung)

Mindest-Ausgangsleistung: 20 bis 20.000 Hz
Sinusleistung an 8/4/2 Ohm 91/110/108 Watt

Impulsleistung an 4 Ohm 2 x 100 Watt

Minimaler Lastwiderstand 2 Ohm

 

Das sind Werte, die in den Vorgängerserien erst vom nächstgrößeren Modell (z.B. A-760) erreicht wurden.

 


DIE „ROBUSTHEIT“ DES VERSTÄRKERS

Allgemein zählt dieser Verstärker noch zu den alten schweren Boliden. Vieles ist auch tatsächlich noch aus Metall, und durch das zarte Alter von derzeit ca. 26-27 Jahren und seine damalige Beliebtheit hat der A-500 auch schon Klassiker-Status. Wenngleich 1983 für viele HiFi-Liebhaber eher eine Übergangszeit vom Klassiker zur Moderne bedeutet.

 

Allerdings haben die sechs „Druck-Wahlschalter“ für die Quellen einen sehr negativen Eindruck auf mich hinterlassen. Dabei hat mich weniger gestört, dass der Drehregler durch Plastiktasten ersetzt wurde, sondern eher die Haltbarkeit!

Im Alter von 5 bis 6 Jahren fing es an, dass die Musik immer häufiger auf nur einem Kanal hörbar war. Der andere Kanal blieb entweder stumm, oder hin und wieder „brummte“ er ein wenig mit (Kratzgeräusche). Abhilfe war, indem man einfach einige Zeit auf den 6 Tasten abwechselnd „herumklimperte“, quasi „Klavier spielte“ und dann irgendwann wieder die gewünschte Quelle anwählte. Nun hatte ich den Ton wieder auf beiden Boxen, die Frage war nur: wie lange noch! Und dann ging das Spielchen von vorne los.

Darüber habe ich auch schon in verschiedenen HiFi-Foren gelesen, einige User haben dieses Problem als „die Yamaha-Krankheit“ bezeichnet.

Im Jahr 1991 (letztes Nutzungsjahr) öffnete ich mal den Verstärker und versuchte, die Kontakte zu reinigen. Das Problem verschwand nur kurzzeitig.

Und das war schließlich auch der Grund, weshalb ich den Verstärker Ende 1991 nach 7 Jahren in den Ruhestand schickte.

 

Ich verkaufte damals das Gerät an einen Bekannten (natürlich mit Fehlerangabe), der es noch weitere ca. 10 Jahre lang nutzte (aber nicht so häufig wie ich es damals machte). Auch bei ihm traten trotz weiterer Reparaturversuche diese Probleme immer mal wieder auf.

 

Ansonsten hatte ich keine weiteren technischen Probleme mit diesem Verstärker. Mein Bekannter hat damals bei eBay nach 17 Jahren auch noch einen ordentlichen Preis für das Gerät bekommen (natürlich als teildefektes Bastlergerät), vielleicht „lebt“ mein Exemplar heute noch und spielt irgendwo!

Da ich gerade beim Thema eBay bin: um die 50 bis 70 Euro sollte man schon für ein 100% funktionsfähiges und gepflegtes Gerät einplanen, damit meine ich auch ein Exemplar ohne diese erwähnten Kontaktprobleme. Das ist der Preisrahmen, in dem der A-500 derzeit (2009/10) überwiegend gehandelt wird.



EINSATZGEBIETE

Es handelt sich um einen reinen Vollverstärker, also kein Dolby Surround oder Dolby Digital (das gab es damals auch noch nicht). Dieser Verstärker eignet sich sowohl für den Einsatz in der Wohnung (am besten größere Wohnzimmer, fürs Jugendzimmer war er eher zu groß) als auch auf größeren Partys. Auf jeden Fall sollte man nicht gerade die kleinsten Boxen verwenden, auch in der Wohnung nicht.

Wer viele Komponenten anschließen möchte (speziell Plattenspieler, CD- und DVD-Player, mindestens 1 Aufnahmegerät, vielleicht auch ein zweites), wird hier bei 6 Eingängen normalerweise keine größeren Probleme bekommen.

Vom Alter und „Kultstatus“ her ist dieses Gerät auch schon bestens für den Freund alter HiFi-Klassiker geeignet.

 


DIE BEDIENUNGSANLEITUNG

Hierbei handelt es sich, wie bei allen Yamaha-Geräten aus dieser Zeit, um ein DIN A 4-Heft im Querformat. Die Anleitung ist mehrsprachig, wobei die verschiedenen Sprachen nicht abschnittsweise zu lesen sind, sondern jeder einzelne beschriebene Punkt wird nacheinander in einer anderen Sprache beschrieben, beim nächsten Punkt geht’s wieder von vorne los. Dadurch ist die Anleitung etwas unübersichtlich. Ich habe das Heft zwar nicht mehr vorliegen (dafür aber von anderen Yamaha-Komponenten aus der Zeit), aber es kann schon mal zu Rechtschreib- und Übersetzungsfehlern kommen.


(MIR BEKANNTE) ALTERNATIVEN

Yamaha A-560: Der direkte Vorgänger des A-500. Nicht ganz so ein Kraftpaket, hat einen Eingang weniger (aber dennoch reichlich), machte auf mich einen noch etwas wertigeren Eindruck und hat optisch einige noch klassischere Stilelemente.

Yamaha A-760: Eine Nummer größer als der A-560, dürfte von den Leistungsressourcen in etwa dem A-500 entsprechen. Ist noch eine ganze Spur klassischer und auch noch wertiger verarbeitet, was sich leider auch im Preis widerspiegelt.
Yamaha A-460: Eine Nummer kleiner als der A-560 (es gab übrigens auch einen A-400 als Nachfolger), weniger Leistung und nur 4 Eingänge (darunter 1x Phono MM). Ein solcher A-460 war bei mir mehr als zwei Jahrzehnte im Einsatz und somit mein bisher am längsten an einem Stück genutztes Gerät.
Yamaha A-520: Der Nachfolger des A-500 (ab 1985): sehr ähnliches Design und in etwa auch derselbe Funktionsumfang. Auch heute noch sehr häufig zu findendes Gebrauchtgerät. Selbst habe ich keinen A-520 besessen.

Yamaha AX-500: Der Nachfolger des A-520 (ab 1987): den hatte ich ebenfalls selbst nicht, aber dürfte auch sehr ähnlich sein.


FAZIT

Alt, aber immer noch sehr beliebt! Das sieht man auch an den zahlreichen eBay-Verkäufen. Meistens ist mindestens ein A-500/520 irgendwo in einer Auktion zu finden, sowohl in Silber als auch in Schwarz findet man die Geräte häufig. Klanglich ist das Gerät auch gut bis sehr gut, so wie alte Verstärker der frühen 80er halt klingen (sehr viele Hörer ziehen diese „Oldies“ den moderneren Verstärkern vor, ich auch). Sowohl für die Hauptanlage als auch für Nebenanlagen einsetzbar, sogar partytauglich! Wer Wert auf einen langlebigen Klassiker legt, könnte den A-500 in die engere Auswahl nehmen. Jedoch ist darauf zu achten, dass die Quellenwahlschalter einwandfrei funktionieren (die typische Yamaha-Krankheit).

 

Das Gerät ist zwar sehr alt, hat jedoch nicht mehr alle Stilelemente eines „wahren“ Klassikers. Wie gesagt merkt man auch technisch und qualitätsmäßig den „schleichenden Beginn der Plastik-Ära“ anhand der Plastikschalter mit dem Risiko der Kontaktprobleme. Aufgrund dieser Problematik gebe ich als Gesamtbewertung nur drei Sterne - und Empfehlung nur sehr knapp!

 

 

Zum Schluss wieder wie gehabt die Vor- und Nachteile:

 

PRO:

  • Alu-Front und Metall-Gehäusedeckel
  • sehr hohe Leistungsreserven, kann sehr laut sein!
  • (noch) guter, dynamischer Klang
  • kann man noch zur Klassiker-Ära zählen
  • viele Eingänge
  • zwei Ausgänge
  • REC OUT Schalter
  • zwei Boxenpaare getrennt schaltbar

 

CONTRA:

  • erste Verarbeitungsmängel, nicht mehr so wertig wie Vorgänger
  • häufig Kontaktprobleme des Quellen-Umschalters
  • schon einiges an Plastik wurde verwendet
  • auf dem Gebrauchtmarkt nicht unbedingt als Schnäppchen zu haben

 

 

 

Tags: 

vollverstärker, yamaha, a 500, hifi, vintage, kontaktprobleme, klassiker

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Kassettendeck - Denon DRS-810
von: mg2009 |  11.01.2010 20:58:48

Heute gibt es einen weiteren Bericht in meiner "Lieblingskategorie", es geht also wieder um was HiFi-Technisches. Diesmal möchte ich eins meiner Kassettendecks vorstellen, die ich in den 90er Jahren genutzt habe. Es geht diesmal um das Denon DRS-810.

 

Diesen Bericht schrieb ich bereits 2003 und stellte ihn damals, noch unter anderem Benutzernamen, bei ciao.de, yopi.de und mymeinung.com ein. Für die jetzige Veröffentlichung bei typeer.de und preisvergleich.de überarbeitete ich den Bericht.

 

Selbstverständlich ist das Denon DRS-810 heute nur noch gebraucht erhältlich, z.B. über eBay, aber es ist auch heute nach über 15 Jahren noch sehr beliebt und auch sehr häufig noch zu finden. Es zählt sogar bereits zu den großen Kult-Kassettendecks. Manchmal kann der Kauf eines Kassettendecks auch heute noch erforderlich sein, z.B. wenn man noch eine große Kassettensammlung besitzt und ein "neues" Gerät zum Abspielen benötigt. Außerdem gibt es auch heute noch Freunde der Analogtechnik, die immer noch Aufnahmen auf Kassetten anfertigen.

 

Da die Kassette ein aussterbendes Medium ist, ist es oft sinnvoll, nicht mehr all zu viel Geld in ein Kassettendeck zu investieren. Häufig ist ein gutes gebrauchtes Deck besser als ein neues, da bei aktuellen Modellen jetzt besonders gespart wird, was Verarbeitung und Funktionen betrifft. Sofern es überhaupt noch neue Kassettendecks gibt…

 

 

DAS KASSETTENDECK „DENON DRS-810“

 

Das Denon DRS-810 war fast die gesamten 90er Jahre im Handel erhältlich (1991-98), was für ein HiFi-Produkt ein überdurchschnittlich langer Zeitraum ist. Es handelte sich um das absolute Flaggschiff in der jeweils aktuellen Modellreihe (Neupreis in den 90er Jahren: 800 DM, das sind umgerechnet ca. 400 Euro). Ein sehr bekanntes Gerät, das unter HiFi-Fans gern als „das Deck in CD-Player-Optik“ oder „das Deck mit der Schublade“ bezeichnet wurde, denn schließlich sieht es von vorne so aus wie ein CD-Player (passt am besten optisch in eine Anlage mit Denon CD-Player, so war es bei mir auch zeitweise der Fall). Aber war diese Schubladen-Technik doch eigentlich nur ein optischer Gag? Das werde ich in diesem Bericht später noch näher erörtern.

 

Ich kaufte dieses Gerät im Februar 1995 nach einem „Trauerfall“. Mein Yamaha K-560 (bis heute bestes Deck, das ich jemals hatte) gab seinen Geist nach 14 Jahren auf. Da bei meinem Händler die Reparaturkosten sehr hoch waren, entschied ich mich für ein Ersatzgerät, die Wahl fiel auf dieses Denon. In fast täglicher Benutzung war das Denon bis Ende 2002, dann verkaufte ich es wegen Aufgabe meiner Kassettensammlung. Das macht eine Nutzungsdauer von knapp 8 Jahren.

 

Wenn man dieses Gerät heute bei eBay ersteigert, muss man meistens zwischen 30 und 50 Euro einplanen, je nach Zustand des Gerätes.

 

 

DIE VERARBEITUNG

 

Auffällig ist die recht schwere und solide Bauweise, die bei Geräten ab ca. 1985 leider immer seltener wurde und wo dann Metall meist durch Plastik ersetzt wurde. Dieses Denon ist noch ein richtig massives Gerät mit Metallfront, was schon fast untypisch für die 90er Jahre ist, auch in dieser Preisklasse. Der Gehäusedeckel ist auch aus Vollmetall, allerdings schon deutlich dünner als bei HiFi-Geräten, die 10 oder mehr Jahre früher auf den Markt kamen.

Da ich das Gerät zwischenzeitlich verkauft habe, kann ich leider nicht mehr präzise Angaben zu den Abmessungen und zum Gewicht machen. Ich schätze das Gewicht aber zwischen 5 und 8 kg, denn ein Leichtgewicht war mein Gerät nicht. Die Denon HiFi-Komponenten aus der Zeit sind 43,4 cm breit, das gilt auch für dieses Deck (ich hatte das Deck auch mit Komponenten von Akai, Pioneer und Yamaha kombiniert, da gab es nirgendwo nennenswerte Abweichungen). Die Tiefe schätze ich auf 25-30 cm, auf jeden Fall sehr tief für ein Kassettendeck (ist evtl. wichtig, wenn man das Gerät in einem Schrankfach aufstellen will und sich dahinter vielleicht sogar noch Steckdosenleisten befinden).

Erhältlich war das Gerät in Schwarz oder Champagnerfarben, wobei die schwarze Variante verbreiteter ist.

 

Es handelt sich um ein Dreikopf-Gerät mit Hinterbandkontrolle und Doppel-Capstan-Antrieb – so etwas sollte man in der Preisklasse schließlich auch erwarten.

 

Eine Fernbedienung ist nicht im Lieferumfang enthalten, diese konnte man aber als Zubehör nachkaufen. Ich selbst verzichtete damals darauf.

 

DIE FUNKTIONEN

 

Im rechten Drittel der Frontblende findet man die üblichen Funktionen, welche per elektronische Tipptasten (diese sind aus Plastik) angesteuert werden:

  • Play/Start (eine besonders großflächige Taste)
  • Stop
  • Schneller Vorlauf
  • Schneller Rücklauf
  • Pause (bei Wiedergabe und Aufnahme möglich)
  • Aufnahmebereitschaft: Einmal gedrückt, geht das Gerät in Aufnahmebereitschaft, was auch im Display angezeigt wird. Drückt man nun die Play-Taste, beginnt die Aufnahme. Wenn man nun die Pausentaste drückt, stoppt die Aufnahme, aber die Aufnahmebereitschaft bleibt bestehen. Drückt man auf Stop, so erlischt die Aufnahmebereitschaft.
  • Tape Monitor: Da das Gerät mit 3 Tonköpfen ausgestattet ist, kann man hier wählen, ob man die Aufnahmequelle oder aber das Band der gerade verwendeten Kassette anhören will. Das dient zum qualitativen Vergleich zwischen Aufnahmequelle und der tatsächlichen Aufnahme. Man kann also das soeben aufgenommene Material sofort akustisch begutachten!

 

Man beachte, dass dieses Gerät eine Pausentaste hat. So etwas gab es meistens nur früher bei den mechanisch gesteuerten Bandgeräten. Hierbei wurde nur die Andruckrolle vom Band zurückgezogen, was bei Aufnahmen sehr präzise Schnitte ermöglichte. Bei diesem Denon wird natürlich auch die Pausenfunktion elektronisch gesteuert, und sowohl bei Pause als auch bei Stop beginnt anschließend der Bandtransport niemals an exakt derselben Stelle wieder, wenn man auf Play drückt, einen Verlust von ein paar Millisekunden gibt es bei jeder Funktion.

 

Das Gerät verfügt über einen Titelsuchlauf. Bei diesem kann man aber nur das direkt folgende Lied anwählen, also nicht z.B. das dritte Lied direkt. Außerdem sollten die Pausen zwischen den Liedern schon mindestens (!) 5 Sekunden lang sein, da der Suchlauf ansonsten nicht präzise funktioniert.

Unten an der Gerätefront befindet sich eine Klappe (ebenfalls aus Metall), hinter der weitere Bedienungselemente verborgen sind. Darunter sind Dolby-Schalter, Schalter für Restbandanzeige, Zählwerk-Rückstellungsknopf etc., also auch einige häufig benötigte Funktionen.

 

Die Bandsortenerkennung erfolgt automatisch. Geeignet ist das Gerät für Kassetten vom Typ I (Normal, Ferro), II (Chromdioxid) und IV (Reineisen).

 

Es ist mittels eines Reglers hinter der Klappe möglich, Veränderungen am Bias (Kalibrierung) vorzunehmen. Dieses kann nur manuell geschehen, und zwar macht man das am besten nach Gehör. Ich habe den Regler meistens auf Mittelstellung gelassen, denn eine Änderung war nicht nötig, vorausgesetzt ich benutzte hochwertige Kassetten (z.B. neuwertige Maxell XL II-S). Mich erstaunte schon, dass diese Bias-Justierung nur manuell möglich ist, denn von meinen anderen 90er-Jahre-Kassettendecks in ähnlicher Preisklasse bin ich entweder ein automatisches Einmess-System gewohnt (z.B. Yamaha KX-690, Pioneer CT-449) oder aber eine optische Kalibrierungsanzeige (Akai GX-75/67).

 

Hinter der Klappe befindet sich auch noch ein Kopfhöreranschluss (6,3mm Klinke) mit Lautstärkeregelung. Einen kleinen Balance-Regler für die Aufnahmeaussteuerung findet man hier auch noch. Die Aussteuerung an sich erfolgt mit dem großen Drehregler, der sich ganz rechts an der Front befindet.

 

DAS KASSETTENFACH UND DAS LAUFWERK

 

Die Front ähnelt sehr einem CD-Player, denn die Kassette ist nicht senkrecht im Schacht, sondern waagrecht in einer Schublade! Man legt die Kassette in die Schublade ein, mit dem vollen Bandwickel nach rechts und den Bandführungsöffnungen nach hinten.

Das sieht ganz nett aus, hat aber mehr Nachteile als Vorteile. Denon tat sich keinen großen Gefallen mit diesem neuen Design!

 

So ist das Reinigen der Tonköpfe mit Wattestäbchen und Alkohol bzw. Reinigungsflüssigkeit nicht möglich, da man ja nicht an die Köpfe herankommt. Natürlich kann man eine Reinigungskassette verwenden, aber ich hatte bei anderen Decks bessere Ergebnisse, wenn ich die Köpfe „manuell“ reinigte. Bei vielen HiFi-Fans sind diese Reinigungskassetten auch ziemlich umstritten (oft sollen sie alles Mögliche bewirken, nur nicht reinigen).

 

Was man ebenfalls bei diesem Gerät nicht kann, ist die Spurlage des Tonkopfes (Azimut) korrigieren, zumindest nicht ohne den Gehäusedeckel abzunehmen. Decks mit senkrechtem (normalem) Kassettenfach haben die Möglichkeit, dass man mit Drehen einer kleinen Schraube unterhalb des Tonkopfes dessen Einstellung während der Wiedergabe einer einwandfreien Kassette nach Gehör nachjustieren kann. Bei meinem DRS-810 wäre das nach ca. 5 Jahren dringend notwendig gewesen. Denn selbst bei ausgeschaltetem Dolby klangen meine letzten Kassetten (die neuesten waren mit einem neuwertigen Yamaha KX-690 aufgenommen) fast so, als sei die Musik mit dem eingebauten Mikrofon eines kleinen tragbaren Kassettenrecorders aufgenommen worden, ein einzig dumpfes und unausgewogenes Ergebnis war das nur noch. Genießbar war die Wiedergabe nur noch bei extrem niedriger Lautstärke. Zu gern hätte ich den Tonkopf mal nachjustiert. Da muss sich im Laufe der Jahre etwas „verstellt“ haben.

 

Und aller „guten“ Dinge sind drei! Es gab noch ein weiteres Problem. Nicht nur der Tonkopf verschmutzte im Laufe der Zeit, sondern auch die Andruckrollen und Tonwellen. In meinem letzten Nutzungsjahr kam es deswegen öfter zu Bandsalat, ganz besonders bei uralten Kassetten, aber auch seltener bei neuwertigen. Bei den uralten Schätzchen war es sogar so, dass sich das Band hinter der Tonwelle „verhakt“ hatte. Da man keinen Zugang zu Andruckrolle und Tonwelle hat, musste ich das Band durchschneiden, „ausfädeln“ und anschließend wieder zusammenkleben.

 

Einen weiteren allerdings kleineren Nachteil gibt es noch. Man sieht nämlich das Sichtfenster der Kassette nicht, hat dafür aber eine digitale Restbandanzeige im Display (ich persönlich zog das Sichtfenster immer vor, da man das Restband einfach genauer gesehen hat).

Analog-Puristen sehen oft auch gern die Kassette, während sie abgespielt wird („das Auge hört mit“). Für diese Zielgruppe wird das DRS-810 wohl langweilig wirken, denn es sieht so aus wie ein CD-Player.

 

 

DIE ANZEIGEN (DISPLAY)

 

In der Mitte der Gerätefront findet man das hellblau leuchtende Display. Selbstverständlich hat auch dieses Gerät eine Aussteuerungsanzeige für Aufnahme und Wiedergabe in Form der beiden zu dieser Zeit generell üblichen LED-Ketten.

In diesem Display befindet sich außerdem ein digitales Echtzeitzählwerk. Bei Kassetten ist das immer so eine Sache. So ein „Echtzeitzählwerk“ kann hier niemals so präzise funktionieren wie bei einem digitalen Format (CD, DVD, MD, MP3…). Man kann auch auf Restzeitanzeige umschalten (Tasten unter der Frontklappe). Hierzu muss man erst einmal die Bandlänge wählen (C-30, C-46, C-60, C-64, C-74, C-90, C-100). Durch Lichtschranken wird dann die ungefähre (!) Restzeit ermittelt. Systembedingt ist das wieder nur ein sehr ungenauer Wert.

Teilweise sind schon einige „exotische“ Formate dabei (C-64; AGFA hatte früher mal Kassetten mit „60+6“ und „90+6“ Minuten im Angebot), und die Formate C-110 und C-120 sind gar nicht vorhanden. Allgemein wird von fast jedem Hersteller von der Verwendung solcher Bandlängen abgeraten, da das Band extrem dünn ist und zu Bandsalat neigt. Ich verwendete allerdings auch einige wenige dieser Kassetten mit Überlänge und hatte eigentlich nie Probleme damit. Nicht zu vergessen die sog. Kaufkassetten, also die industriell bespielten, die haben alle eine "exotische" Länge (abhängig vom aufgezeichneten Material).

Im Display sieht man dann schließlich noch die gewählte Betriebsart (Wiedergabe, Aufnahme, Aufnahmebereitschaft, Vor- oder Rücklauf, Pause), die Bandsorte (I, II oder IV) und den aktiven Dolby-Modus in Form von LED-Anzeigen.

 

 

ANSCHLÜSSE AUF DER RÜCKSEITE

 

Auf der Geräterückseite findet man das Netzkabel sowie 2 Cinchbuchsen für den Eingang (Aufnahme) und 2 Cinchbuchsen für den Ausgang (Anschluss an Verstärker). Entsprechende Cinchkabel lagen dem Neugerät bei.

 

 

QUALITÄT DER AUFNAHME

 

Positiv zu bewerten ist die Aufnahmequalität, die bekommt von mir ein glattes "gut". Ein „sehr gut“ kann ich nicht vergeben, da mein „Referenzgerät“, das Yamaha K-560, noch zu deutlich besseren Aufnahmen in der Lage war. Auch war mein Yamaha KX-690 aus den späten 90ern dem Denon in Sachen Aufnahmequalität noch leicht überlegen. Aber das Denon braucht sich auch nicht zu verstecken, ich war stets sehr zufrieden mit den Aufnahmen (der erwähnte „verstellte“ Tonkopf ist eine altersübliche Entscheidung). Die besten Erfahrungen machte ich mit der Kassette „Maxell XL II-S“.

 

Das Gerät verfügt über Dolby B/C und HX-Pro. Dolby S war zum Zeitpunkt der Erstauslieferung noch relativ unbekannt, ich vermisste es aber ebenso wenig wie die automatische Bandeinmessung (die Bias-Kalibrierung kann nur manuell erfolgen über einen Regler) - auch ohne diese beiden Features war ich immer sehr mit den Aufnahmen zufrieden.

 

 

QUALITÄT DER WIEDERGABE

 

Vorausgesetzt der Tonkopf ist „sauber“ (gleiches gilt für Capstanwellen und Andruckrollen) und auch korrekt eingemessen, so ist das DRS-810 zu einer sehr klaren und detailgetreuen Wiedergabe in der Lage.

Die Kassette muss natürlich exakt auf dieses Gerät eingemessen sein, so bekommt man das optimale Klangergebnis. Wenn die Aufnahme mit demselben Gerät auf hochwertiges (mindestens) Chromdioxidband erfolgt ist, sind sehr gute Wiedergabeergebnisse möglich.

Problematischer sind schon ältere Kassetten und/oder Fremdaufnahmen (also mit anderem Gerät bespielte Kassetten). Da kann es im ungünstigsten Fall schon zu einer schlechten Wiedergabe kommen. Leider kann man den Klang älterer und fremdbespielter Kassetten nicht nachkorrigieren bei diesem Modell, was schade ist. Yamaha hatte zu dieser Zeit schon die sog. „Play Trim“ Funktion zur Höhenoptimierung, selbst bei Mittelklassegeräten.

Da die Wiedergabequalität zwischen „gut“ und „miserabel“ sein kann (Voraussetzung: eine Kassette, die irgendwann mal wirklich in HiFi-Qualität bespielt wurde) und es keine Höhenoptimierung gibt, habe ich den Klang insgesamt mit „befriedigend“ bewertet. Allerdings mit deutlicher Tendenz nach oben!

 

Erwähnen möchte ich noch, dass die Wiedergabe für einen Bruchteil von einer Sekunde aussetzt, sofern man während der Wiedergabe den Dolby-Modus verändert (z.B. von B auf C wechseln oder Dolby ein- oder ausschalten). Dies jedoch nur am Rande erwähnt, der Vollständigkeit halber.

 

 

DIE BANDFÜHRUNG

 

Was ich positiv finde ist der gute, relativ stabile Bandlauf. Meine zuletzt benutzten Kassetten waren schon 15-30 Jahre alt, und so kam es schon vor, dass manch anderes ebenso teure Gerät einfach schlapp machte bei der Wiedergabe, denn mit den Jahren wird manche Kassettenmechanik schwergängiger. Das Denon dagegen transportiert auch bei vielen (nicht bei allen) Kassetten dieser Generation das Band kräftig weiter, und das sogar ohne zu leiern! Voraussetzung sind natürlich einwandfreie Bandführungselemente (das Reinigen ist ja leider schwierig bei diesem Gerät).

Ein Schwachpunkt ist aber, dass der schnelle Vor-/Rücklauf sehr langsam ist (ich glaube, bei einer C60-Seite sind es um die zwei Minuten). Da waren die meisten anderen Decks schon schneller, die ich mal hatte (sogar Modelle der Einstiegsklasse wie z.B. Grundig CR 485).

 

 

FAZIT UND EIGENE EMPFEHLUNG


Empfehlenswert kann das Deck für alle sein, die noch mal was Solides für die kommenden Jahre haben (und damit auch noch aufnehmen) wollen. Für "Gelegenheitsbenutzer" reicht mit Sicherheit auch ein kleineres Deck. Wenn die Kassetten, die man noch mal gern hören will, schon älter sind, ist eher eins der kleinsten Modelle anderer Hersteller zu empfehlen, die über Höhenoptimierung (Play Trim) verfügen. Dasselbe gilt, wenn man gerne alte Kassetten auf CD brennen will. Dafür fand ich das Denon eher ungeeignet, da es mit alten Aufnahmen nicht so harmoniert.

Analog- und Nostalgiefans rate ich auch eher zu einem anderen Deck mit normalem Kassettenfach, da bei diesem Denon die Kassette nicht sichtbar ist. Dadurch erinnert das "Feeling" beim Hören eher an einen CD-Player als an ein Kassettendeck.

Wer nach wie vor nur auf Kassette aufnimmt, hat auch sicher eine gute Wahl (Verwendung möglichst neuer Kassetten vorausgesetzt). Brilliante Aufnahmen ohne viel "Arbeit" vorher, sprich bei einer guten Kassette ist vorheriges Einmessen nicht nötig.

Zu meiner Bewertung:
Eigentlich ist das ja ein gutes Gerät, das viele Anforderungen für möglichst optimale Kassettenaufnahmen erfüllt: Dolby HX-Pro, Bias-Kalibrierung, Hinterbandkontrolle, dazu noch das schwere Gehäuse. Aber den ersten Punkt ziehe ich ab, weil ältere bzw. fremdbespielte Kassetten häufig sehr unbefriedigend klingen, was den Hörgenuss trübt. Den zweiten Punkt ziehe ich ab, weil der schnelle Vor-/Rücklauf zu langsam und das optisch zwar tolle Schubladen-Kassettenfach sehr hinderlich für die Wartung ist (diese beiden Punkte führen zur Abwertung des Kriteriums "Bedienung"). Das macht also insgesamt eine durchschnittliche Bewertung.

Obwohl es sicher ein recht gutes Deck war, spreche ich aus heutiger Sicht keine Kaufempfehlung mehr aus wegen der geschilderten Nachteile. Da gibt es sicher so einige mindestens gleich gute Gebrauchtgeräte mit „richtigem“ Kassettenfach (oder gar mit noch besseren Aufnahme- und Wiedergabeeigenschaften) auf dem Gebrauchtmarkt. Und diese sind in der Regel auch wesentlich leichter zu warten…

 

Wie immer, auch am Schluss dieses Berichtes die Vor- und Nachteile im Überblick.

 

PRO:

  • sehr gute Verarbeitung, was für diese Zeit schon unüblich ist
  • gute bis sehr gute Aufnahmequalität
  • Dolby HX-Pro vorhanden
  • Dreikopf- und Doppel-Capstan-Technik
  • nur wenig Probleme mit schwergängigeren Kassetten
  • Echtzeitzählwerk mit Restzeitanzeige
  • heute auf dem Gebrauchtmarkt sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • noch relativ hohe Verbreitung
  • regelbarer Kopfhörerausgang
  • recht edles Design (Schubladensystem aber Geschmackssache)

 

 

CONTRA:

  • man sieht die eingelegte Kassette nicht
  • Laufwerk ist nicht bzw. nur sehr schlecht zu warten (Reinigung etc.)
  • Wiedergabe fremdbespielter Kassetten oft nur mäßig (sehr empfindlich gegen Azimutfehler)
  • noch kein Dolby S (hätte man in den 90ern und bei dieser Preisklasse schon erwarten können)
  • Fernbedienung nur optional gegen Aufpreis erhältlich
  • BIAS-Kalibrierung zwar vorhanden, aber nur manuell nach Gehör möglich
  • "schneller" Vor- und Rücklauf nur sehr langsam

 

 

Tags: 

kassettendeck, denon, drs 810, capstan, hx pro, schublade, cd player design

Kommentare (1)
CD-Player - Yamaha CDX-510
von: mg2009 |  21.12.2009 22:13:14

Wie einige vielleicht schon wissen, beschäftige ich mich gern mit alten aber noch beliebten HiFi-Geräten. Einige der Geräte, die in den letzten knapp 30 Jahren bei mir gekommen und teils auch gegangen sind, stelle ich hier nach und nach vor. Die meisten Altgeräte begeistern mich auch heute noch (und viele andere HiFi-Fans auch, es gibt dafür einen entsprechenden Markt) und erbringen sogar teils bessere Leistungen als Neugeräte in ähnlicher Preisklasse. Aber eben nicht alle! In diesem Beitrag geht es nun wieder mal um ein Produkt, das für heutige Anforderungen wohl eher enttäuschend sein sollte. Aber seht selbst!

 

Konkret geht es heute um einen CD-Player von Yamaha, aus einer Zeit, als die CD es gerade geschafft hatte, die Schallplatte (und MusiCassette) so langsam vom Markt zu verdrängen.

 

Die Urversion dieses Berichtes schrieb ich schon 2003 unter meinem damaligen Benutzernamen für ciao.de und yopi.de. Diese neue Version von Ende 2009 erscheint bei preisvergleich.de und typeer.de und ist komplett überarbeitet. Zwischenzeitlich hatte ich auch noch mal ein zweites Exemplar dieses CD-Players hier. So hat sich auch meine Gesamtbeurteilung für dieses Gerät geändert.



DER YAMAHA CDX-510

Der Yamaha CDX-510 war mein allererster CD-Player, den ich mir Ende 1988 als Schüler zugelegt hatte. Viele meiner Klassenkameraden hatten damals schon einen, und gerade ich als HiFi-Fan kam erst recht nicht drum herum. Nicht nur wegen meines damaligen "Status" als Musikfreak in meiner Jahrgangsstufe, aber auch weil es doch so verlockend war: Ich suchte immer wieder neue Musik, und in einem kleinen Laden hier in der Stadt konnte man diese begehrten Silberscheiben leihen, so wie Jahre vorher schon bei den Videos der Fall. Die CDs überspielte man sich auf Kassette (!) und brachte sie wieder zurück. So wuchs meine Kassettensammlung rapide an, so dass sich der Player sicherlich nach einem halben Jahr schon rentiert hatte bei mir. Anmerkung: Rechtlich gesehen war das damals bei weitem nicht so schlimm wie heute zu Zeiten der MP3-Tauschbörsen, es war ganz was Normales, wenn man sich für den Privatgebrauch Kopien auf Kassette anfertigte.

Da der überwiegende Teil meiner bisherigen Komponenten auch von Yamaha war und ich bis heute mit diesem Hersteller sehr zufrieden bin, wurde es auch diesmal wieder ein Yamaha, und zwar der CDX-510, der damals zur oberen Mittelklasse gehörte und stolze 698,- DM kostete (heute umgerechnet ca. 350 Euro). Was ich aus heutiger Sicht sehr teuer finde. Ende der 90er Jahre konnte man zum selben Preis schon in die Oberklasse einsteigen. Immerhin war das Gerät 11 Jahre lang in meinem Besitz, hat sich somit auf jeden Fall rentiert.

Der CDX-510 wurde zwischen 1988 und 1989 hergestellt, also noch eine der ersten Generationen von CD-Playern. Das Gerät war der Mittelklasse zuzuordnen.

Parallel damals neu erhältliche Modelle waren CDX-410 (Einstiegsmodell), CDX-710 (obere Mittelklasse),  CDX-910 (Oberklasse), CDX-1110 (absolutes Spitzenmodell).


DIE VERARBEITUNG

Die 80er gingen zu Ende, und man merkte bei diesem Modell schon, dass die Qualität der Verarbeitung abnahm. Während meine ersten Yamaha-Geräte (Baujahr 1980 bis 83) noch ein Gehäuse samt Frontplatte aus Vollmetall hatten, ist dieser CD-Player beinahe komplett aus Plastik! Einzige Ausnahme ist der Gehäusedeckel aus Blech. Auch die Frontplatte inkl. CD-Schublade ist leider komplett aus Plastik. Außerdem wirkt das Design des CD-Players noch "kantiger" bzw. "klobiger" als bei späteren CD-Playern. Es ist noch sehr an die allerersten CD-Player von Yamaha angelehnt, irgendwie typisch 80er Jahre.

Vorgänger des CDX-510 war der CDX-500 (1987), dessen Vorgänger war wiederum der CD-500 (1986). Beide Geräte hatte ich im vergangenen Jahr mal kurzfristig hier (Flohmarktkäufe), leider war auch bei diesen die Verarbeitung nicht besser! Ebenfalls fast nur Plastik! Dazu muss ich aber auch sagen, dass es bei Yamaha anscheinend gegen Mitte der 80er mal eine kleine Phase gab, in der die Geräte nicht alle so hochwertig waren (siehe Kassettendeck K-320, das ich hier schon mal gesondert vorstellte). Ab Ende der 80er, Anfang der 90er ging es dann wieder aufwärts, ab Anfang der 90er gab es auch CD-Player mit Metallfront.

 

 

DESIGN UND BEDIENUNG

Das Gerät war damals in Schwarz oder Silber erhältlich. Ich entschied mich wegen der restlichen Komponenten für das schwarze Modell. Heute würde ich wahrscheinlich Silber bevorzugen, da es edler aussieht. Aber Schwarz war halt in den 80ern die "Modefarbe", daher ist diese Version auch auf dem Gebrauchtmarkt häufiger zu finden.

Die Abmessungen lauten 43,5 x 10,7 x 34,4 cm, das Gerät wiegt 4,8 kg.

Vom Design her sieht das Gerät recht gut aus, und es passt abgesehen von den schwarzen Gerätefüßen auch noch gut in modernere Anlagenkombinationen. Ganz links unten befindet sich nur der Ein-/Aus-Schalter. Darüber findet man die CD-Schublade, die eine recht dünne Klappe aus Kunststoff hat.
Der rechte Teil der Frontblende besteht aus Display und den übrigen Bedientasten. Die Anzeige des Displays hat eine blaue Farbe, wie ab den späten 80ern allgemein üblich. Im Vordergrund steht die Tracknummer, daneben wird etwas kleiner die abgelaufene Spielzeit des Titels angezeigt (Format mm:ss). Mit einer speziellen Taste kann man die Anzeigeart auch noch ändern. Man kann sich die verbleibende Spielzeit des aktuellen Titels, der kompletten CD und die Gesamtspielzeit der CD (nicht des Einzeltracks) anzeigen lassen.
Unter dem Display befindet sich eine Zehnertastatur, was damals noch selten war und überwiegend nur bei höherwertigen Playern vorhanden. Mit ihr kann man einen bestimmten Titel direkt anwählen, auch beim Programmieren einer bestimmten Titelreihenfolge weiß man den Vorteil der Zehnertastatur schnell zu schätzen.
Unter der Zehnertastatur befinden sich einige großflächige Tasten, die aufgrund ihrer Größe auch gut zu bedienen sind:

OPEN/CLOSE: Öffnet und schließt die CD-Schublade.
PLAY: Beginn der Wiedergabe.
STOP: Ende der Wiedergabe.
PAUSE: Unterbrechung der Wiedergabe. Drückt man nun wieder "PLAY", so wird die Wiedergabe an der Stelle fortgesetzt, wo man diese zuvor angehalten hat.
Im ganz rechten Bereich der Frontblende findet man noch ein paar kleinere, längliche Tasten. Hier kann man z.B. mit "PROGRAM" eine bestimmte Titelreihenfolge programmieren (max. 20 Titel, was für heutige Verhältnisse sehr wenig ist - aber damals hatten die meisten CDs noch eine Laufzeit von 40 bis 60 Minuten, z.B. wurden ältere Alben auf CD herausgebracht, die die übliche Länge von 40-45 Minuten hatten, also 2 LP-Seiten).

Man muss hier aber aufpassen! Liegen zwei programmierte Tracks unmittelbar hintereinander (z.B. Track 2, 3), so hat man trotzdem eine ca. 4 Sekunden lange Leerstelle dazwischen. Ein Beispiel aus der Praxis: Man will das Konzeptalbum "Misplaced Childhood" von Marillion, auf dem alle Titel ineinander übergehen, auf eine C60-Kassette überspielen und programmiert die Titel so lange nacheinander, bis man bei ca. 30 Minuten Spielzeit ankommt. Auf der Kassette wird man nach jedem Track nun eine hässliche Lücke finden, die dort nicht hingehört. Bei Live-CDs ist das ähnlich störend. Diese Tatsache, dass die Lücken zwischen den hintereinander folgenden Titel im Programm-Modus erscheinen, sehe ich als ein Manko an. Schließlich haben die meisten anderen CD-Player dieses Problem nicht. Titel, die im Programm-Modus direkt benachbart sind, sollten schon auch genau so abgespielt werden!


"TAPE" ist auch eine damals hilfreiche Funktion, heute nicht mehr unbedingt, da kaum noch Kassetten aufgenommen werden. Man kann eine Bandlänge vorgeben (z.B. C45, C60, C75, C90), dabei rechnet der Player selbstständig aus, wie die Titel am besten auf die erste Kassettenseite verteilt werden, um so wenig Band wie möglich zu verschwenden. Bei Alben eines einzelnen Interpreten ist das sinnlos, da man die originale Reihenfolge belassen sollte, aber für Sampler, aus denen man ohnehin nicht alle Titel übernimmt, könnte diese Funktion von Nutzen sein. Ich habe sie aber fast nie verwendet.

Dann findet man natürlich noch die üblichen Tasten für SKIP und SEARCH (Sprung zum nächsten/aktuellen Titel, schneller Vor-/Rücklauf). Die REPEAT-Funktion ist natürlich auch vorhanden (Wiederholen des aktuellen Titels/der ganzen CD).
Was bei diesem Gerät fehlt: Zufallswiedergabe, CD-Synchro, Indexwahl.

Alle Funktionen kann man auch über die beiliegende Fernbedienung steuern - übrigens war das eins der ersten HiFi-Geräte mit Fernbedienung (meine Yamaha-Geräte von 1984 und früher hatten noch keine).


ANSCHLÜSSE

Diese sind für heutige Verhältnisse dürftig. Natürlich kann man vorne einen Kopfhörer anschließen (6,3mm-Klinke), dessen Lautstärke auch regelbar ist. Auf der Geräterückwand sieht es mager aus. Einmal kann man das Netzkabel anschließen, welches nicht fest mit dem Gerät verbunden ist. Ansonsten findet man nur zwei Cinch-Ausgänge für die Verbindung mit dem Verstärker. Das war's. Man findet hier keinen Digitalausgang!


KOMPATIBILITÄT MIT VERSCHIEDENEN CD-TYPEN

Das ist das Hauptproblem bei diesem Gerät - und war auch alleiniger Grund, weswegen "wir uns getrennt haben". 1987 dachte natürlich noch niemand daran, dass man eines Tages selbst CDs brennen kann. Als es bei mir 1998/99 so weit war und ich immer mehr CDs selbst brannte (hatte aber inzwischen auch schon einen neueren Player und den Yamaha nur noch als Zweitgerät), musste ich leider feststellen, dass er keine selbstgebrannten CDs annahm. Oder besser gesagt, er spielte vielleicht jede zehnte gebrannte CD, die meisten aber gar nicht oder nur unwillig. Ich habe in erster Linie Markenrohlinge verwendet. Einige habe ich mit meinem Philips Audio-CD-Recorder gebrannt (d.h. Brennen in Echtzeit), andere am PC, damals noch mit nur 2-facher Brenngeschwindigkeit. Ich möchte noch mal betonen, dass ich nicht die wiederbeschreibbaren CDs meine (die können die meisten CD-Player vor Baujahr 2000 auch noch nicht lesen), sondern ganz normale CD-R Rohlinge. Einigermaßen spielbar waren noch die damals erhältlichen TDK-Rohlinge (RX-G) nur für Audio.
Ich wollte auch mal versuchen, den Player mit einer Reinigungs-CD zu säubern. Das gelang mir auch nicht, da das Gerät erst gar keine Reinigungs-CD annahm.

 

Im Jahre 2009 "schoss" ich für sehr kleines Geld noch mal einen CDX-510 auf einem Flohmarkt. Ich wollte dann noch einmal prüfen, ob nur dieses erste Exemplar die CD-Rs nicht annahm, oder ob das allgemein für dieses Modell gültig ist. Tatsächlich habe ich wieder mal nur sehr unbefriedigende Ergebnisse erzielt. Die meisten CD-Rs nahm er nicht an, andere wurden widerwillig erkannt und oft fehlerhaft abgespielt. Beispielsweise findet das Gerät nach einmal betätigter Pausentaste dann die Spur nicht mehr.

Fast zeitgleich hatte ich ebenfalls vom Flohmarkt noch den bereits erwähnten Vorgänger CDX-500 hier. Das Ergebnis war hierbei genau dasselbe! Auch dieser ist für CD-R ungeeignet. Unterschiede zwischen CDX-500 und 510 gibt es auch eher im Design, die beiden erschienen ja nur sehr kurz hintereinander.


Noch eine andere nicht vorhandene Kompatibilität will ich kurz erwähnen: Man bedenke, das Gerät ist von 1988. Damals waren viele Single-CDs nur 8 cm groß: ein ausgestorbenes Format, damals aber populär. Viele kennen dieses Format vielleicht gar nicht mehr (die bis zuletzt übliche Maxi-CD hat ja "Normalgröße"). Ohne weiteres kann man diese CDs auch nicht im CDX-510 abspielen, es sei denn, man verwendet einen speziellen Adapter (dieser ist inzwischen auch sehr rar).


DIE KLANGQUALITÄT

Die Klangqualität ist gut, aber nicht sehr gut. Ich war eigentlich klanglich damit sehr zufrieden, jedoch habe ich festgestellt, dass meine Nachfolgegeräte einen noch besseren Klang haben: dynamischer, noch bessere Höhen, weniger steril. Irgendwie fand ich den Klang des 510 etwas steril, ein bisschen zu analytisch. Allerdings liegt die Zeit der wirklich intensiven Nutzung auch schon ein paar Jahre zurück (die beiden 2009er Testexemplare hatte ich nur kurz), und nicht jede damalige CD-Veröffentlichung (vor allem eines ursprünglich nur auf Vinyl erschienenen Albums vor der CD-Ära) war damals klanglich das Gelbe vom Ei. Außerdem war die Akustik in meinem damaligen Zimmer alles andere als optimal. Damals empfand ich den Klang des 510 auf jeden Fall besser als von Vinyl, aber mein damaliger Plattenspieler war auch nichts Besonderes. Von meiner jetzigen Anlagenkombination ausgehend würde ich sagen, dass meine LPs bei mir heute besser klingen als meine damaligen CDs mit diesem Player.
Der Player besitzt übrigens einen 16-Bit-Wandler und 4-fach Oversampling, was damals recht gute Werte waren.


EIGENE MEINUNG / FAZIT

Es ist ein Yamaha, was normalerweise für Qualität, gute Verarbeitung (na ja, im Zeitraum 1984-88 war das wohl nicht immer so) und Langlebigkeit steht. Hätte er nicht das Problem mit dem Nicht-Erkennen selbstgebrannter CDs, so hätte ich dieses alte Stück sicher noch länger behalten. Zumal meine Geräte zur damaligen Zeit noch einen sehr langen Lebenszyklus hatten, erst in den letzten 5 Jahren wechselten sie öfter (gebrauchte Klassiker sind dank eBay & Co. leichter zugänglich und erschwinglicher geworden). Da ich aber seit den letzten ca. 10 Jahren nun sehr viele "Gebrannte" habe, taugt der CD-Player für mich definitiv nichts mehr.


Bei eBay ist dieses Modell regelmäßig zu ersteigern, und in der Regel findet sich auch meist ein Käufer. Meist wechselt dieses Gerät heute für weniger als 10 € seinen Besitzer, Versandkosten jetzt nicht mitgerechnet. Mein Testexemplar von 2009 brachte mir gerade mal 4 € ein. Es handelt sich aber schon um einen "Oldie", an dem Sammler schon mal Interesse haben, von daher kann ich mir auch Preisschwankungen vorstellen.

Wer ausschließlich originale CDs besitzt, der könnte mit dem Player vielleicht noch was anfangen. Wobei ich jetzt nicht weiß, wie er sich bei den neuen kopiergeschützten CDs verhält - die gab es ja 1999 (letztes Nutzungsjahr) noch nicht, und 2009 habe ich keine meiner wenigen solcher "Un-CDs" ausprobiert.


Insgesamt muss ich sagen, dass man sich besser einen neuen CD-Player der unteren Preisklasse kaufen sollte - und wenn's ein Gebrauchter sein soll, ein jüngeres Modell. Neuere, günstigere CD-Player sind klanglich mindestens genau so gut (oft besser), und vor allem hat man dann diese Kompatibilitätsprobleme mit CD-R nicht mehr.

Ich war in den 11 Jahren der Nutzung sehr zufrieden (bis zuletzt, als die ersten CD-R dazukamen), das Gerät ließ mich nicht im Stich. Damals hätte ich 4 Sterne gegeben, einen Stern hätte ich wegen der störenden Pausen im Programm-Modus abgezogen.

Heute, im Jahre 2009, sind die Bewertungskriterien etwas anders. Der Punkt "Verarbeitung" nimmt an Bedeutung zu, da die Geräte heute erst recht aus Plastik sind! Und 1988 hätte man noch eher eine ordentliche Metall-Verarbeitung erwarten können (Positive Beispiele: In den 90ern hatte ich wieder einige Geräte von Denon und Akai, die allesamt eine Metallfront hatten; bei meinen aktuellen Yamaha CD-Playern CDX-890 und CDX-596 trifft das auch wieder zu). Wegen des Plastiks gibt es einen weiteren Punktabzug.

Und schließlich, weil das "Teil" keine CD-Rs liest, müsste ich eigentlich gleich zwei Punkte abziehen. Dieses Format ist heute wirklich ein Muss für jeden CD-Player, da es inzwischen die Audiokassette ganz verdrängt hat.

Einen Bonuspunkt gebe ich jedoch, da es sich immerhin um einen Yamaha-Klassiker handelt, der für Sammler und Liebhaber interessant sein könnte. Außerdem führt er seinen Job ordnungsgemäß aus, solange man ihn mit Original-CDs füttert.

Das macht nun aus heutiger Sicht eine Gesamtbewertung von zwei Sternen, d.h. eine Empfehlung dieses Gerätes kann ich definitiv nicht mehr aussprechen. Also, Leute, kauft Euch einen anderen (jüngeren) Gebrauchten, die gibt es schon oft zu ähnlich günstigem Kurs.

 

 

Zum Schluss noch meine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile:

 

 

PRO:

  • es ist ein Yamaha, dazu auch noch ein echter Klassiker
  • spielt Original-CDs immerhin zuverlässig und mit ordentlichem Klang ab
  • extrem günstiger Preis
  • hohe Verbreitung
  • Zehnertastatur, Fernbedienung

 

CONTRA:

  • Gerät fast komplett aus Plastik
  • liest keine CD-Rs (oder nur widerwillig/fehlerhaft)
  • störende Pausen zwischen zwei Titeln im Programm-Modus
  • Klangqualität befindet sich etwas unterhalb der aktuellerer Modelle
  • kein Digitalausgang

 

 

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cd, player, yamaha, cdx 510, cd-r, kompatibilität

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Tuner - Yamaha CT-610
von: mg2009 |  16.12.2009 11:11:59

Heute möchte ich einen weiteren HiFi-Tuner vorstellen: den YAMAHA CT-610. Es handelt sich um einen Klassiker aus der Blütezeit von Yamaha - und der Blütezeit des HiFi allgemein.



WOFÜR BRAUCHE ICH EINEN TUNER?

Bei der Gerätegattung „Tuner“ handelt es sich um ein Radio-Empfangsgerät, welches keinen eigenen Verstärker besitzt. Um das Radiosignal also auch hören zu können, muss der Tuner an einen separaten Stereo-Verstärker angeschlossen werden. Das unterscheidet sich vom Receiver, bei dieser Gerätegattung befinden sich Verstärker und Empfangsteil in einem Gehäuse.

 

Tuner sind heutzutage nicht mehr ganz so populär, da heute wieder mehr Receiver auf dem Markt sind – und auch bei den beliebten „Hifi-Klassikern“ stehen Receiver allgemein höher im Kurs und sind auch in höherer Stückzahl auf dem Gebrauchtmarkt zu finden. Dennoch gab es auch in der "goldenen Zeit" des HiFi schon Tuner und Verstärker getrennt, so wie z.B. bei Yamaha: Um einen solchen geht es schließlich in diesem Beitrag!

 

Lange Zeit habe ich Tuner und Verstärker separat betrieben in meinen Anlagen, allerdings bin ich in den letzten Jahren nach und nach komplett auf (klassische) Receiver umgestiegen, aus Platz- und Geldgründen, aber auch weil ich Receiver optisch ansprechender finde als Verstärker. Dieser CT-610 war mein letzter Tuner, den ich hatte. Allein schon deshalb ist dieser CT-610 einen Erfahrungsbericht wert, da dieses Gerät in meiner HiFi-Karriere das Kapitel "Tuner" abgeschlossen hat.

 


DER TUNER "YAMAHA CT-610"

Der Yamaha CT-610 ist einer von vier Tunern (Receiver nicht mitgezählt), die ich insgesamt längerfristig hatte in meiner HiFi-Karriere. Im Frühjahr 2008 fand ich dieses Gerät zufällig auf einem Flohmarkt, wo ich ihn für kleines Geld mitgenommen habe. Interessant war das Gerät für mich, da ich bisher noch kein Yamaha-Gerät aus den 70er Jahren hatte (die jüngsten waren bisher von 1980/81). Außerdem passte der Tuner optisch sehr gut zu einigen bereits vorhandenen silbernen Komponenten.

Wie ich eben schon schrieb, stieg ich ja dann irgendwann ganz auf Receiver um. Die Nutzungsdauer meines CT-610 war daher begrenzt, und zwar betrug sie exakt ein Jahr.

 

Der Yamaha CT-610 wurde in den Jahren 1977 und 1978 hergestellt und war nur mit silberner Front erhältlich (Gehäusedeckel aus Holz). Damals hatte das Gerät einen Neupreis von stolzen 560 DM (umgerechnet ca. 280 €), was aus heutiger Sicht für "nur" ein Radioteil recht teuer ist. Es handelte sich um die Mittelklasse bei Yamaha. Nachfolger wurde 1979 der T-550, der wenig später durch den T-560 (Änderungen: überwiegend nur Faceliftings) ersetzt wurde, letzteren habe ich selbst sehr lange Zeit besessen.

 

Heute sollte man für ein gut erhaltenes Gerät (z.B. bei eBay) etwa 20 bis 30 € einkalkulieren, ohne Versandkosten. Man könnte also etwa sagen, ca. 10% des damaligen Neupreises.

 

Charakteristisch ist, dass das Gehäuse dieses Tuners natürlich noch aus Holz und Metall besteht, so wie für diese Zeit üblich. Überhaupt wurde nicht an Material gespart. So sind sogar die Knöpfe und Drehregler auch noch zu 100% aus Metall (bei den Nachfolgern war der innere Kern schon aus Plastik). Daher wirkt das Gerät sehr wertig.

 

Die Abmessungen des Tuners sind 43,5 x 16 x 34,9 cm, was schon der heute noch üblichen Standardbreite entspricht (wichtig, wenn man das Gerät in einem HiFi-Rack aufstellen will). Das Gewicht beträgt 6 kg, was für einen Tuner recht schwer ist.

 

 



GERÄTEFRONT UND BEDIENUNG/FUNKTIONEN

 

Wie bei Geräten dieses Alters üblich, handelt es sich noch um einen voll analogen Tuner, d.h. mit der klassischen Radioskala und manueller Einstellung des Senders per Drehknopf. Viele mögen nun sagen, das sei altmodisch, aber für mich persönlich muss ein HiFi-Radiogerät eine solche Skala haben, solche Geräte haben wenigstens noch eine "Seele", und das Auge "hört" natürlich auch mit. Das Radio assoziiere ich immer mit einer Skala, ähnlich wie das Telefon mit einem Hörer. Liegt vielleicht auch an meinem Alter bzw. meiner Generation, mit solchen Geräten wurde ich schließlich groß…

Empfangen kann man mit diesem Gerät Mittelwelle und UKW, was auch für diese Generation typisch ist. Manche Geräte hatten damals noch zusätzlich Langwelle, aber wer braucht das schon wirklich? Ich selbst habe damit fast nur UKW gehört. Die Frequenzen bei UKW gehen von 87,5 bis 108 MHz, somit dürfte man kein Problem haben, alle verfügbaren Sender zu empfangen (manche ältere Radios erlauben nur max. 104 MHz).

Der Sender wird von Hand mit Hilfe eines großen Drehknopfes eingestellt. Dieser Knopf lässt sich wirklich butterweich bewegen, dabei gleitet der Skalenzeiger ohne irgendeinen Widerstand über die Skala. Hat man einen Sender gefunden, so hört man dann gleich das Programm des Senders. Entweder gilt das für jeden Sender, sofern die Wiedergabe auf "Mono" steht, oder nur für starke Stereosender (Wiedergabe auf "Stereo" einstellen). Eine Feineinstellung des Senders per Hand wird dem Benutzer durch die beiden weiter unten befindlichen Anzeigeinstrumente (Mitten und Feldstärke) erleichtert. Dabei handelt es sich noch um klassische VU-Meter, während diese Anzeige bei der Nachfolgereihe schon durch LEDs verwirklicht wurde.

 

Die Skala sollte unbedingt noch näher beschrieben werden: Sie ist sehr groß (fast die gesamte Länge der Front) und zweizeilig (Frequenzen UKW und MW). Erwähnenswert sind zwei Besonderheiten: a) Abgedeckt wird die Skala durch eine Scheibe aus echtem Glas - und nicht aus Kunststoff wie bei den meisten anderen Radiogeräten; und b) im Gegensatz zu fast allen Tunern und Receivern aus dieser Zeit ist die Skala nicht beleuchtet! Lediglich der Skalenzeiger ist beleuchtet, inkl. seinem Glas, welches sich ca. 1 cm links und rechts vom eigentlichen Zeiger befindet. Durch dieses Glas soll der Skalenzeiger als eine Art Lupe dienen. Im Dunkeln sieht man also nur diese "Lupe" leuchten und kann somit die aktuelle Frequenz sowie die links und rechts benachbarte Frequenz ablesen.

Diese Art der Beleuchtung findet man bei allen Yamaha Tunern und Receivern der Baujahre 1974 bis 1978. Erst mit den Serien von 1979/80 (CR-240 bis 2040, T-550) wurde wieder die klassische Skalenbeleuchtung eingeführt.

Beleuchtet sind auch die beiden Anzeigeinstrumente. Alle Beleuchtungen sind in einem grünlichen Ton - und leider leuchten diese Yamaha-Geräte nur sehr schwach, bei Tageslicht ist die Beleuchtung kaum zu erkennen. Zum Glück hat das Gerät auch noch ein paar LEDs für Betrieb bzw. Stereoempfang, so dass man tagsüber auch sehen kann, wenn das Gerät eingeschaltet ist.

 

Apropos "einschalten": Dies erfolgt durch einen Kippschalter links unten, welcher aus Metall ist und noch ein entsprechendes Geräusch beim Einrasten macht - da hat man also noch etwas "in der Hand".

 

Eine weitere Funktion ist der Testtongenerator. Wenn man diesen aktiviert (über den Wahlschalter, mit dem man auch MW, UKW und UKW Stereo anwählt), hört man einen konstanten Pfeifton. Dies ist eine Hilfe, um das Tonband- bzw. Kassettengerät optimal auszusteuern, bevor man Aufnahmen vom Radioprogramm anfertigen will.

 

Mit einem weiteren Drehregler kann man die Lautstärke anpassen. Eigentlich verstellt man ja diese am Verstärker, aber dieser Regler soll bewirken, dass man die Stärke des Tonsignals individuell anpassen kann, quasi als eine Art "gehörrichtige Lautstärke". Diese Funktion findet man bei den Nachfolgemodellen nicht mehr.

 

 

DER EMPFANG

 

Nun ein paar Worte zum Empfang bzw. dessen Möglichkeiten. Wie oben schon angedeutet, kann man UKW und MW empfangen.
UKW kann zum einen mit einer mitgelieferten „Wurfantenne“ empfangen werden (war bei meinem Exemplar natürlich nicht mehr dabei, da kein Erstbesitz), jedoch finde ich das nicht optimal. Guten Stereoempfang konnte ich mit meinen bisherigen Radiogeräten nur dann empfangen, wenn sie ans Kabel bzw. eine UKW-Dachantenne angeschlossen waren. Dies ist natürlich beim CT-610 ohne weiteres möglich, da bereits eine heute übliche Buchse für die gängigen Antennenstecker (Koaxial-Kabel) vorhanden ist. Auch das war 1978 noch nicht selbstverständlich, ich hatte z.B. mal Technics-Receiver aus der Zeit, die an dieser Stelle eine Schraubklemme hatten. Und die deutschen Receiver (Grundig, Saba…) hatten damals sowieso noch ihre andere Steckernorm…

 

An der Empfangsqualität hatte ich absolut nichts auszusetzen! Die hier verfügbaren Radiosender wurden so stark wie möglich empfangen, die Anzeige schlug bei "guten" Sendern bis zum Optimum aus, somit war auch Stereoempfang ohne Rauschen möglich. Allerdings nur, wenn der Tuner ans Kabelnetz angeschlossen war. Wie gesagt hatte ich keine Wurfantenne zum Testen, und "ganz ohne Antenne" war kaum ein Empfang möglich. Das ging am ehesten noch bei ein paar noch älteren deutschen Geräten, die ich mal hatte oder zum Teil noch immer verwende.

Ich kann sogar fast behaupten, dass dieser CT-610 mein empfangsstärkster Tuner war (ansonsten hatte ich noch 2x Yamaha und 1x Akai, von Baujahr 1981 bis 1992 - und diverse Receiver).

Auch klanglich überzeugte mich das Gerät. Wobei man im Jahr 2008/09 natürlich keine so gute Bewertung des Klangs mehr durchführen kann, denn das heutige Radioformat, insbesondere die Musik, ist doch meistens nur noch komprimiert!

 

Für Mittelwelle (MW) ist an der Rückseite des Tuners eine Stabantenne angebracht, die fest mit dem Gerät verbunden ist, d.h. nicht abnehmbar (wie bei den Nachfolgern). Der MW-Empfang ist hier allerdings allgemein sehr schwach und jaulend, das hat nichts mit dem Gerät zu tun. Wenngleich der CT-610 hier besser abschnitt als z.B. mein moderner Akai-Tuner, tat ich mir so etwas nicht längere Zeit an. Auf Mittelwelle könnte ich heute auch ganz verzichten.

 

 

ANSCHLÜSSE

 

Erwähnt hatte ich ja schon: Dachantenne/Kabel, Wurfantenne, fest installierte MW-Antenne. Außerdem hat der Tuner noch zwei Cinch-Buchsen für den Anschluss an den Verstärker. Bei den Nachfolgern ist oft das Cinch-Kabel fest mit dem Gerät verbunden. Das ist ein Nachteil, denn so ein Kabel kann auch mal beschädigt werden (besonders an den Steckern). Beim CT-610 kann man das Cinch-Kabel nach Belieben austauschen.

Fest installiert ist lediglich das Netzkabel, was aber auch bei den meisten Geräten der Fall ist. Hierzu muss ich aber sagen, dass es trotzdem leicht auszutauschen ist (Achtung: das sollte man nur tun, wenn man Elektrokenntnisse besitzt). Jedenfalls war das Netzkabel meines Tuners beschädigt, als ich ihn auf dem Flohmarkt kaufte. Vermutlich war es durchgebissen z.B. von einem Haustier. Manche Leute "flicken" so etwas laienhaft, aber davon rate ich dringend ab! Es ist ein enormer Sicherheitsmangel (Gefahr von Stromschlägen oder Brand), außerdem sieht das sehr hässlich aus. Man sollte in solchen Fällen das komplette Netzkabel tauschen. Und das ging hier besonders leicht, da es mit einer Lüsterklemme im Inneren des Gerätes verbunden ist. Man braucht also keinen Lötkolben, wenn man das Kabel wechseln will. Ich ersetzte das Netzkabel durch ein neuwertiges (Standardkabel mit Eurostecker) innerhalb von höchstens zwei Minuten. Die Zugentlastung des Kabels ist dazu auch noch schraubbar und daher fast unverwüstlich.

 

 

DAS "INNERE"

 

Da wir gerade schon dabei sind (Thema Netzkabel tauschen), möchte ich noch etwas näher auf das Innere des Tuners eingehen. Hierzu muss ein "Bastler" an der linken und rechten Geräteseite die Schrauben entfernen und den Gehäusedeckel (komplett aus Holz, nussbaumfarben!) abnehmen. Hier ist mir aufgefallen, dass sich die Elektronik nur auf einem kleinen Raum befindet - und der Großteil im Gerätegehäuse "Luft" ist! Dies täuscht unter Umständen ein mächtiges Innenleben vor, welches in Wirklichkeit gar nicht existiert! Vor allem, weil das Gerät sehr hoch ist (über 16 cm). Optimal passt das Gerät zu den damals aktuellen Verstärkern CA-610, CA-710, CA-810 aufwärts. Ich selbst betrieb den Tuner am ebenfalls silbernen A-760 aus der 1980er-Serie. Das sah zwar nicht schlecht aus, aber dennoch stimmten die Proportionen nicht: Verstärker war flacher als der Tuner!

Anmerkung: Der A-760 gab kurz vor Verkauf des Tuners seinen Geist auf. Ich liebäugelte tatsächlich mit dem sehr wertigen CA-810 als Nachfolger. Allerdings war dieser mir VIEL zu teuer, so dass ich schließlich auf einen kleineren Receiver umstieg. Und danach hatte ich dann diesen CT-610 übrig…

Eine Sache möchte ich noch erwähnen, was das "offene" Gerät angeht: Lämpchenwechsel! Die meisten HiFi-Klassiker haben/hatten bis heute ein paar durchgebrannte Lämpchen, da diese Lämpchen einfach nicht auf so eine lange Lebensdauer ausgelegt waren. Die Yamaha-Geräte gehören leider zu den schwierigeren Kandidaten, was das Ersetzen angeht. Zwar bekommt man Ersatzbirnchen immer noch problemlos im Internet, aber man muss schon Lötkenntnisse mitbringen. Bei meinem Tuner waren 1 Anzeigeinstrument und der Skalenzeiger dunkel. Das Anzeigeinstrument ließ ich so, da man hier nur unter erheblichem Aufwand an das Lämpchen kommt und evtl. noch mehr dabei zerstört (das ist aber bei anderen Fabrikaten wie z.B. Grundig auch so). Daher tauschte ich lediglich das Lämpchen für den Skalenzeiger, das war leicht zugänglich.

 

 

FAZIT

Ich empfehle diesen Yamaha CT-610 auf jeden Fall weiter! Schließlich war das mein bester Tuner in den knapp 28 Jahren, die ich Tuner und Verstärker getrennt nutzte, und außerdem bekommt man einen guten Tuner für kleines Geld! Der Klassiker-Fan kommt voll auf seine Kosten: Holzgehäuse, Alufront und Knöpfe/Regler aus dem Vollen gedreht! Auch ist die klassische Skala noch vorhanden. Besser hätte mir gefallen, wenn diese komplett beleuchtet gewesen wäre (so wie bei den Nachfolgern) und nicht nur der Zeiger, und dazu alles noch heller, aber das ist Geschmackssache. Ansonsten finde ich das Design sehr gelungen: edel und dezent wirkend!

Außerdem zeichnet sich der CT-610 durch besondere Empfangsstärke und leichte Bedienbarkeit aus. Auch ohne die heute übliche Digitalanzeige! Wünschenswert wären vielleicht noch UKW-Stationsspeicher gewesen, technisch war das auch bei analogen Radios möglich (siehe z.B. Grundig, Saba, Telefunken schon in den 60ern). Aber da das Einstellen des Senders sehr leichtgängig von sich geht, ist das nur ein kleines Manko. Die Nachfolger hatten diese Funktion auch noch nicht, bis schließlich die digitalen Tuner die analogen ablösten (1981 ab T-760, ab 1983 auch in der hier beschriebenen Klasse).

Für die gewöhnungsbedürftige Beleuchtung und die fehlenden Stationstasten ziehe ich jeweils einen halben Stern ab, das macht also solide vier Sterne und die Gesamtbewertung "gut".

Weniger empfehlenswert ist dieser Tuner für die Leute, die wirklich ständig Radio hören und oft die Sender wechseln. Da würden sich wiederum Stationsspeicher bezahlt machen - und das RDS-System neuerer digitaler Tuner. Aber ich denke, bei dem heutigen Dudelfunk lässt der CT-610 für normale Ansprüche keine Wünsche offen.

 

Zum Schluss (wie immer) die Vor- und Nachteile:

 

 

PRO

 

  • sehr solide Verarbeitung (stammt schließlich aus der Blütezeit des HiFi)
  • sehr schönes, edles Design
  • sehr gute Empfangsqualität
  • günstiger Preis
  • noch recht hohe Verbreitung
  • gut mit modernen Komponenten kombinierbar (Breite)
  • Netzkabel leicht austauschbar bei Bedarf, Cinch-Kabel nicht fest mit Gerät verbunden
  • Standard-Antennenbuchse

 

 

CONTRA

 

  • eben "nur" ein Analogtuner, was nicht jedermanns Sache ist
  • die Skala wird nicht komplett beleuchtet, sondern nur der Zeiger
  • keine Stationsspeicher
  • recht hohe Bauweise (Optik der Gesamtanlage, Höhe im Rack beachten)

 

Dieser Bericht wurde von mir nur bei preisvergleich.de und typeer.de veröffentlicht.

 

 

Tags: 

tuner, yamaha, ct 610, natural sound, hifi, vintage, 70er

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