Dieser
Text ist all den unbedeutenden Dingen im Alltag gewidmet. Den Dingen, denen man
ansonsten keine Beachtung schenkt. Meist funktionieren sie einfach. Auffallen
würden sie erst, wenn sie einmal nicht funktionieren. Dann sind sie ein
Ärgernis.
Ganz
bewusst ist dieser Text nicht den unbedeutenden Menschen gewidmet. Von ihnen
gäbe es zu viele. Zu viele, die tagein, tagaus mit den gleichen unbedeutenden
Nichtigkeiten beschäftigt sind. Ihnen bedeutet die Akte am meisten, die
Pflicht, der Gehorsam. Diese Menschen bedeuten uns aber nichts.
Zu
viel Ärger, zu viel Frust käme da hoch, wenn wir uns mit ihnen beschäftigen
würden. Sie schaffen nichts weiter, als selbst mit Nichtigkeiten beschäftigt zu
sein. Paragraphen, Vorschriften, Ziele, Maßnahmen sind ihre Mittel. Wenn sie es
nicht tun, dann tut es ein anderer, es ist vollkommen egal, wer es tut.
Bleiben
wir also lieber bei den bedeutungslosen Dingen. Sie kann man wenigstens in die
Ecke stellen, wenn man sie nicht mehr benötigt. Sie nerven dann nur, wenn man sich
den falschen Platz für sie überlegt hat, wenn sie in einer Schublade im Wege
liegen und stören. Ansonsten sind sie bequeme Zeitgenossen. Sie sind da, wenn
man sie braucht und dann sieht man sie gern.
Ganz
im Gegensatz zu den bedeutungslosen Menschen, um die es hier gar nicht gehen
soll. Sie zwingen sich auf, bringen sich ins Gespräch, wollen ihrer
bedeutungslosen Existenz dadurch Bedeutung abgewinnen, indem wir ihnen Zeit
schenken. Nervtötend. Hier soll es sich nicht um diese Menschen drehen. Und doch
kommt man kaum um sie herum, sie stellen sich in den Weg, haben Kommentare in
Momenten parat, in denen Stille den größten Genuss ausmachen würde.
Sie
haben da einmal etwas gehört. Ja, ähnliches haben sie selbst schon einmal
erlebt. Und jenes, das wäre doch auch wirklich kein neues Phänomen. Das hat es
doch alles schon einmal gegeben, argumentieren sie gern. Durch ihre
oberflächliche, nachträgliche Allwissenheit lassen sie locker vergessen, dass
sie es niemals waren, die der Menschheit etwas gänzlich Neues beigesteuert
haben.
Wo
sind nun unsere bedeutungslosen Dinge? Ist es nicht schön, wie wenig sie sich
aufdrängen? Man kann sie in die Ecke stellen, in Schubladen stecken. Sie
gehören nun einmal in Ecken oder Schubladen. Und dort bleiben sie auch, ohne mehr
für sich zu erwarten.
Geduldig
bemerkt man sie (oder ihr fehlen) erst wieder, wenn man sie dringend benötigt.
Dann schlägt ihre Stunde, dann kommt es auf sie an. Einem bedeutungslos wichtig
gewordenen Menschen geht man selbst dann lieber aus dem Weg. Man wird ihn und
die Heldentat seiner einmaligen Stunde nie wieder los.