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Gute Bücher - schlechte Bücher
Meine Meinung zu Büchern, die ich gelesen habe. Bildquelle: Marianne Hauck / Pixelio.de |
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| "Love Story" von Erich Segal
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von: Caillin |  24.05.2009 10:36:24
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Umfang: 160 Seiten Format: Taschenbuch Verlag: Fischer Verlag Preis: Variiert je nachdem wo man es kauft, ich habe 7,90 bei Amazon dafür bezahlt
Handlung: Vielen dürfte die Handlung aus dem brillanten Film bekannt sein. Dabei handelt es sich nicht um eine Romanverfilmung, sondern das Buch wurde zum Film geschrieben. Beides war ein Riesenerfolg. Es geht um die Liebe zwischen Oliver Barret IV und der begabten Musikstudentin Jenny. Die beiden lernen sich in der Bibliothek von Jennys Universität kennen, wo Oliver sich Bücher ausleihen will. Jenny ist auf sehr charmante Weise ehrlich, frech und nimmt kein Blatt vor den Mund. Oliver hingegen wirkt eher ein wenig verbissen, vor allem auf dem Eishockeyfeld. Die beiden verlieben sich ineinander, und als Jenny davon spricht, für ein Stipendium nach Paris zu gehen, macht Oliver ihr einen Heiratsantrag. Das junge Glück könnte perfekt sein - wäre da nicht Olivers Vater. Trotz ihrer Intelligenz und ihres Charmes ist er nicht sonderlich begeistert von Jenny. Als wohlhabender Geschäftsmann würde er es bevorzugen, wenn Oliver eine Frau aus wohlhabendem oder angesehenem Hause heiraten würde - doch Jenny ist "nur" die Tochter eines italienischen Bäckers. Herr Barret verlangt von seinem Sohn, mit der Heirat bis nach Ende seines Studium zu warten - dabei steht er erst kurz vor der Aufnahme bei der Juristischen Fakultät. Oliver weigert sich - es kommt zum Bruch zwischen Vater und Sohn. Dass Jennys liebevoller Vater auf eine Versöhnung drängt, lässt Oliver kalt. Leider ist er nun mittellos - doch mit seinem berühmten Namen erhält er trotz großer Begabung kein Stipendium. Während Jenny als Lehrerin arbeitet, macht Oliver sein Diplom. Als er sein Studium mit Auszeichnung besteht, scheinen endlich bessere Zeiten zu kommen. Oliver bekommt einen gut bezahlten Job, die beiden ziehen in ein schickes Apartement - zum perfekten Glück würde nur noch ein Kind fehlen. Als Jenny nicht schwanger wird, lassen beide sich untersuchen. Dabei kommt eine traurige Wahrheit ans Tageslicht..... Obwohl viele die Geschichte ja kennen, will ich das Ende nicht verraten, falls jemand das Buch tatsächlich lesen möchte.
Perspektive und Schreibstil: Das ganze Buch ist aus der Sicht von Oliver geschrieben. Der Schreibstil ist recht einfach, klar, nüchtern und salopp.
Meine Meinung: Die literarische Umsetzung dieser eigentlich großartigen Liebesgeschichte hat mich nicht angesprochen. Vielleicht hätte sie mir besser gefallen, wenn ich den Film nicht zuerst gesehen hätte, aber ich glaube selbst dann hätte sie mich nicht begeistern können. Und das liegt nicht an der Handlung, die mir sehr zusagt. Ich liebe die Verflimung und muss jedes Mal weinen - doch das Buch lässt mich ziemlich kalt. Das liegt vor allem an dem recht nüchternen und teils sehr saloppen Stil. Hätte ich nicht die Bilder von Jenny und Oliver aus dem Film vor mir gehabt, hätte ich mir die beiden nicht wirklich vorstellen können - für mich ein Mangel, da ich gerne alles vor meinem inneren Auge miterlebe. Ich fühle auch gerne mit den Figuren, was bei Protagonisten, die ich mir nur schwer vorstellen kann, recht schwierig ist. Das traurige Ende hat mich nur berührt, weil ich dabei an die sehr eindrucksvolle Filmszene denken musste. Das Buch liest sich eher wie ein mündlicher Bericht, relativ emotionslos, bis auf wenige Ausnahmen. Ich halte 160 Seiten auch für zu wenig Raum für die Handlung. Immerhin geht es ja doch um einige Jahre, vom Kennenlernen der beiden über das Studium und den sozialen Aufstieg bis zum tragischen Ende. Wo die Verfilmung zu berühren vermag, lässt das Buch durch seine Nüchternheit und das für meinen Geschmack zu schnelle Erzähltempo kaum Emotionen aufkommen.
Fazit: Wen die Hanldung interessiert, sollte sich lieber den Film anschauen, und so etwas empfehle ich selten. Aber dies ist einer der seltenen Fälle, in denen die filmische Variante um Klassen besser ist als die literarische.
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Tags: Love Story, Buch, Literatur
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| "Die Brut" von Thea Dorn
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von: Caillin |  21.05.2009 18:49:45
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Titel: Die Brut Autorin: Thea Dorn Verlag: Goldmann Verlag (zugehörig zur Random House Verlagsgruppe) Umfang: 413 Seiten Genre: Roman/ Krimi?
Kurzinfo zur Autorin: Thea Dorn dürfte einigen als Moderatorin der SWR-Sendung "Literatur im Foyer" bekannt sein. Ihren ersten Roman hat sie im Alter von 24 veröffentlicht. Für ihren Krimi "Die Hirnkönigin" hat sie den Deutschen Krimipreis erhalten.
Klappentext und Umschlagtext
Der Klappentext erzählt kurz von der Hauptfigur Tessa Simon, die auf dem Höhepunkt ihrer Karriere steht und mit ihrer großen Liebe in einem Luxusloft lebt. Es fehlt nur noch das gemeinsame Kind, doch kaum ist Tessa schwanger, entwickelt ihr Leben sich langsam, aber unaufhaltsam in einen Alptraum. Außerdem ist auf dem Buchrücken der Krimipreis der Autorin erwähnt. Ganz oben ist fett ein Satz gedruckt: Der Grat zwischen "Ich liebe mein Kind" und "Ich schmeiß es zum Fenster raus" ist verdammt schmal. Desweiteren gibt es ein Zitat der Frankfurter Allgemeinen, welches Thea Dorn als intelligent und unterhaltsam bezeichnet. Auf der Innenseite des Buchumschlages wird die Handlung noch ein klein wenig mehr beschrieben. So steht dort, dass die Geburt des kleinen Victor Tessas Karriere entgegen ihrer Erwartungen zunächst sogar ankurbelt und sie noch erfolgreicher werden lässt. Doch Tessa ist so sehr mit ihrem Glück beschäftigt, dass sie gar nicht merkt, wie sie auf eine Katastrophe zusteuert. So weit also die Infos, die der Leser hat, bevor er sich näher mit dem Buch beschäftigt.
Die Handlung:
Tessa Simon ist eine erfolgreiche Moderatorin, deren Format "Auf der Couch" von einem Regionalsender auf Kanal ! verlegt werden soll. In ihrer Sendung legen sich bekannte Persönlichkeiten auf die besagte Couch und lassen sich von Tessa im Stil einer Psychoanalyse befragen. Den Verdacht, ihr Freund Sebastian betrüge sie mit seiner Ex, ist schnell vergessen, als sie schwanger wird. Zunächst will sie das Kind abtreiben, doch Sebastian, ein erfolgreicher Schauspieler, überredet sie, das Kind zu bekommen, was ihre Popularitätswerte sogar erhöht. Auch nach der Geburt scheint alles perfekt. Doch dann bekommt Sebastian das Angebot seines Lebens - Regie in einem Film zu führen - und lässt Tessa mit dem Kind allein. Hauptdarstellerin ist ausgerechnet Tessas Schwester Feli(citas), deren Musikkarriere nie wirklich in Gang kam, weswegen sie die meiste Zeit nicht arbeitet und hin und wieder kokst. In Tessas Augen ist Sebastians Verständnis für ihre Schwester gänzlich unangebracht. Und gerade während Sebastian weg ist, schreit Victor nahezu ohne Pause - dabei muss Tessa eine wichtige Sendung vorbereiten, in der sich entscheidet, ob Tessas Sendung aufgrund sinkender Quoten abgesetzt werden soll oder im Programm bleibt...
Meine Meinung zu dem Buch:
Für alle, die sich wundern, dass die Zusammenfassung der Handlung relativ knapp ausfällt: Dies liegt daran, dass lange Zeit auch nicht wirklich viel passiert. Würde ich mehr schreiben, müsste ich mit einbeziehen, was denn nun mit dem kleinen Victor geschieht und das Ende verraten, und das möchte ich dann doch nicht, falls sich jemand das Buch noch zulegen möchte. Empfehlen würde ich dies allerdings nicht. Der "subtile Horror", von dem im Klappentext die Rede ist, muss in der Tat sehr subtil sein - so subtil, dass er auf den ersten 260 Seiten gar nicht zu spüren ist, abgesehen von wenigen Ausnahmen, wie der Beschreibung von Victors Geburt. Knapp die ersten zwei Drittel des Buches erinnern eher an einen Beziehungsroman, gemischt mit einem Familienroman. Denn was zwischen Tessa und Sebastian sowie ihrer Familie (zu der Tessa ein schwieriges Verhältnis hat) geschieht, ist nichts weiter als der sprichwörtliche "ganz normale Wahnsinn", also Unstimmigkeiten, Schwierigkeiten, Auseinandersetzungen und Unverständnis, wie es unter Menschen nun mal üblich ist. Auch mit dem kleinen Victor ist alles in Ordnung, obwohl der Titel, "Die Brut" eigentlich einen anderen Eindruck vermittelt, da das Wort "Brut" doch sehr negativ klingt. Auch hegt Tessa keinerlei Abneigung gegen das Kind, was nach dem fettgedruckten Satz auf dem Buchrücken nahe liegend wäre. Dass sie auf eine Katastrophe zusteuert, empfinde ich als falsch ausgedrückt, denn was letztendlich mit Victor geschieht steht nur in sehr geringem bis gar keinem Zusammenhang zu dem sonstigen Geschehen des Romans, abgesehen von ein paar Kleinigkeiten, die für das Ende wichtig werden. Es sei denn mit Katastrophe ist das aufgrund von Überlastung im Verinbaren von Mutterschaft und Karriere schwächelnde Karriereende gemeint. Titel und Klappentext passen meiner Meinung nach nicht so wirklich zu dem Roman. Und spannend wird es erst ungefähr nach 260 Seiten, wenn es langsam auf die besagte Katastrophe (die ich nicht verraten will) zugeht. Hier kommt tatsächlich Spannung auf, womit ich schon beinahe nicht mehr gerechnet hätte. Im Epilog findet sich dann sogar noch eine richtige Überraschung, die einige (wenn auch nicht wirklich brennende, eher verwirrte) Fragen beim Leser auflöst. Diese werden jedoch zum Schluss auch noch beantwortet und die ganze Geschichte zum Großteil aufgelöst. Leider ist das Ganze meiner Ansicht nach jedoch nicht stimmig geraten, Vieles wirkt einfach zu weit her geholt, was nicht weiter schlimm wäre, wenn es die Autorin geschafft hätte, die Geschichte dennoch überzeugend wirken zu lassen. Doch dies ist Thea Dorn meiner Meinung nach leider nicht gelungen, was ich sehr bedaure, da ich sie als Moderatorin sehr schätze. Als Autorin konnte sie mich leider weder überzeugen noch begeistern.
Fazit: Dieser Roman hat meiner Meinung nach zu viele Längen und hält sich mehr als nötig mit Belanglosigkeiten auf. Die Geschichte wirkt auf mich nicht sonderlich stimmig, und wirklich spannend ist maximal ein Drittel des Buches. Daher kann ich diesen Roman nicht empfehlen. Wer dieses Buch gelesen hat und noch ein anderes von Thea Dorn kennt, das spannender und besser ist, möge mir dies doch bitte mitteilen, dann gebe ich der Autorin noch eine Chance.
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Tags: Krimi, Literatur, Buch, Kritik, Rezension
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| "Der Scheinheilige" von Paul Burke
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von: Caillin |  21.05.2009 09:00:17
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Autor: Paul Burke Verlag: Bastei Lübbe ISBN: 3-404-15295-6 Preis: 7,90 € Seitenzahl: 301
STORY: Eigentlich hat Frank Dempsey nie an Gott oder die Bibel geglaubt. Doch als seine Abgangsnoten nach der High-School ziemlich schlecht sind und die Auswahl der Studienmöglichkeiten daher relativ eingeschränkt, entscheidet er sich für ein Theologie-Studium an der Oxford-University. Immerhin sieht ein Oxford-Abschluss immer gut aus, egal in welchem Fach. Den Gedanken ans Priesteramt hat er zum ersten Mal nach einem Date mit dem begehrtesten Mädchen der Schule. Immer hat er davon geträumt, mit ihr auszugehen, wie jeder andere auch, und wundert sich daher sehr, als sie tatsächlich mit ihm ausgehen will. Doch der Abend geht tierisch daneben. Frank entwickelt die Theorie, dass auffallend schöne Menschen es wohl nicht nötig haben, so etwas wie eine Persönlichkeit zu entwickeln, denn selten hatte er es mit einem langweiligeren Menschen zu tun gehabt. Selbst seine anfänglichen sexuellen Absichten mit ihr vergehen ihm an diesem ihm endlos erscheinenden Abend. Daraufhin denkt er sich scherzhaft, wenn er nicht einmal diese Frau attraktiv finden kann, kann er auch gleich Priester werden. Noch ist es kein ernsthafter Gedanke. Doch das Studium geht schneller vorbei, als er denkt, und noch immer hat er keinen Plan, was er mit seinem Leben anfangen soll. Nachdem er alle ihm offen stehenden Möglichkeiten (und das sind nicht sonderlich viele) gegeneinander abgewogen hat, entscheidet er sich schließlich tatsächlich dazu, Priester zu werden, da ihm dies als das kleinste aller Übel erscheint. Ihm wird eine kleine Gemeinde in einem Randbezirk Londons zugeteilt. Er versteht es, die Gemeinde zu begeistern und für sich zu gewinnen. Auch bringt er sie dazu, gemeinsam ein Gemeinde-Zentrum aufzubauen und motiviert alle, sich kostenlos mit ihrer Arbeitskraft daran zu beteiligen, und sie tun es sogar gern für sie. Alle lieben ihren Pfarrer, auch wegen seiner teilweise außergewöhnlichen Ideen. So bringt er zusätzliches Geld in die Gemeinde-Kasse, indem er in seiner Freizeit Taxi fährt. Dabei hat er ein Schild im Taxi, auf dem steht, dass er kein offizielles Taxi ist, er aber jeden gegen eine Spende für die Kirche, deren Höhe der Fahrgast selbst bestimmen kann, durch die Gegend fährt. Die meisten Leute spenden sogar mehr, als sie für eine gewöhnliche Taxi-Fahrt bezahlen müssten. Frank ist ganz zufrieden mit seinem Leben, und alles geht seinen normalen Gang. Doch eines Tages steigt die bezaubernde Sarah Marshall in sein Taxi und bringt alles durcheinander, denn sie weckt in Frank Gefühle, die er als Priester ganz und gar nicht haben dürfte, und auch sie findet den jungen attraktiven Priester nicht gerade uninteressant. Ihre erste Fahrt mit seinem Taxi bleibt nicht die letzte....
FAZIT Ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert. Paul Burke schreibt ebenso anschaulich wie humorvoll. Die Geschichte des ungläubigen Priesters Frank Dempsey ist ebenso schräg wie komisch. Zwar ist die Handlung spätestens ab dem Auftauchen von Sarah Marshall teilweise vorhersehbar, dennoch ist „Der Scheinheilige“ von Anfang bis Ende lesenswert, wenn auch für meinen Geschmack mit ca. 300 Seiten fast zu kurz.
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Tags: Buch, Literatur, Priester, Humor
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