Gold des Nordens
Eigentlich ist Bernstein erstarrtes und in Jahrmillionen unter Druck geformtes Harz prähistorischer Nadelbäume. Das meist goldgelbe bis braune Material - es kommt auch in den Farben gelbweiß und nahezu schwarz vor - wird weder geschürft oder gefördert. Das Meer übernimmt diese Arbeit und schwemmt, vor allem nach starken Herbststürmen aus dem Boden gelöste Bernsteinklumpen an die Strände. Die Westküste Jütlands ist einer der ergiebigsten Fundorte der Welt, und so laufen Sammler nach Stürmen die Nordseeküste ab und stochern dort, wo die Flut am höchsten gestiegen ist, in Tang und Treibholz. Zunächst ist Bernstein unansehnlich, fühlt sich aber in der Hand warm an. Außerdem ist der Succinit deutlich leichter als Stein und lädt sich beim Reiben negativ elektrisch auf. Eine Bernsteinschleiferei, Ravsliberi, poliert eventuelle Fundstücke gern zu Schmuckstücken oder fasst sie ein.
Übersetzt aus dem Niederdeutschen heißt Bernstein Brennstein. Aus dem zähflüssigen Harz der Bäume ist im Laufe der Zeit eine feste Substanz geworden. Bernstein ist kein Mineral, er zählt jedoch zu den Schmucksteinen. Bernstein der heute an den Küsten gefunden wird ist bis zu 260 Millionen Jahre alt.
Ein berühmtes Kunstobjekt aus Bernstein, ist das Bernsteinzimmer, das seit dem Zweiten Weltkrieg verschwunden ist. Bereits in der Ur- und Frühgeschichte wurde Bernstein zu Schmuck verarbeitet. Im Bereich der Wissenschaft ist Bernstein mit Einschlüssen, den sogenannten Inklusen, von großen Interesse. In dem Bernstein wurden die Einschlüsse, die Fossilien von kleinen Tieren, über Jahrmillionen konserviert.