Hallo,
ich bin Floki. Heute bin ich mit meinen Eltern und meiner kleinen Schwester
Amelie im Zoo. Wir waren schon ganz früh da. Mit unserer Jahreskarte sind wir
an den Kassen vorbei gegangen und haben schnell den Zoo-Eingang hinter uns
gelassen. Nun konnte die Reise beginnen. In dem Prospekt, das wir von der Frau
am Einlass bekommen haben, konnten wir sehen wann die Tiere gefüttert werden
und wann sie eine Vorführung machen.
Mir
gefallen die Löwen am besten. Mama und Amelie wollen sich gleich eine
Vorführung der Pinguine und Robben ansehen. Jetzt fragt ihr euch bestimmt, was
Papa und ich in der Zeit gemacht haben, als Mama und Amelie bei der Vorführung waren.
Ist doch ganz klar, wir waren bei der Fütterung der Löwen.
Wir
haben uns einen Platz gesucht, wo wir den Löwen ganz toll beobachten konnten.
Aber wisst ihr was der Löwe gerade macht? Ja, richtig…. Er schläft. Manchmal
bewegt er sich von der einen auf die andere Seite. Wenn er das macht, sagt Papa
immer: „Floki, jetzt, jetzt steht er auf und wird loslaufen und uns zeigen wie
toll er aussieht. Ich wurde ganz aufgeregt, aber leider war es wieder nur ein
Fehlalarm.
Jeden
Mittwoch und Freitag um 10 Uhr bekommen die Löwen ihr Futter. Jetzt ist es halb
zehn, also noch eine halbe Stunde bis die Löwen gefüttert werden. Leider ist
die Fütterung der Löwen und die Show der Meerestiere zur gleichen Zeit. Denn
wenn Amelie jetzt auch hier wäre, hätte ich gerne mit ihr etwas gespielt, so
wäre die Zeit, bis es 10 Uhr ist, schneller vergangen.
Gerade
fing ich an mich zu langweilen. Ich dachte, dass ich wohl auch besser zu der Show
der Meerestiere hätte gehen sollen, doch dann…. Auf einmal sprang der Löwe auf,
streckte seine Hinterbeine aus, schüttelte seinen Kopf mit den vielen Haaren
und brüllte ganz laut „braaaahhhhh“. Ich habe mich erschrocken und Papa legte
seine Hand auf meine Schulter. Er sagte, hier kriegen wir aber eine tolle
Vorführung, das ist ja spannend wie in einem Krimi. Der Löwe lief zu den
anderen Löwen, sie waren weiblich und hatten längst nicht so eine schöne Mähne
wie der Chef. Sie fauchten ihn an und verteidigten so ihren Platz in der Sonne,
wo sie sich räkelten. Jetzt begann Musik zu spielen, sie war ein wenig
schaurig, fast so wie in einem Dschungel. Man hörte Affen schreien und ich schaute
gleich in den Himmel, ob sie vielleicht über uns in den Bäumen sitzen würden,
oder doch nur in dem Lied vorkommen. Ich rutschte bei Papa auf den Schoß und
schloss die Augen. Ich stellte mir vor das ich ein Löwen-Dompteur bin und die Löwen
auf mein Kommando hören.
Ich
würde eine Peitsche laut in die Luft schlagen und die Löwen auf mein Kommando
auf einer Rolle balancieren oder sogar über mich hinüber hüpfen lassen.
Als
ich meine Augen wieder aufmachte, war es still geworden. Kein Löwe mehr zu
sehen. Statt dessen ein Mann in einem grünen Anzug. Darauf stand „Tierpfleger“.
Er stand hinter einer Glaswand und winkte uns zu. Ich fragte Papa ob das der
Dompteur sei? Nein, sagte er. Das ist der Löwen-Tierpfleger. Tierpfleger sind so
etwas wie die Eltern der Löwen. Sie kümmern sich darum das das Gehege sauber
gemacht wird, geben ihnen das Fressen, oder bauen ihnen etwas zum spielen.
Jetzt hat der Tierpfleger die Löwen in das Innengehege gelockt und macht das Außengelände
sauber, auf dem sie ja eben noch in der Sonne gelegen haben und wir sie
beobachten konnten.
Wann
kommen die Löwen wieder und wann bekommen sie endlich etwas zu fressen? Wollte
ich von Papa wissen. Papa sagte, jetzt kann es nicht mehr lange dauern. Sieh
mal, der Tierpfleger verlässt schon das Gehege. Die Musik wurde jetzt lauter
und zugleich ein bisschen unheimlich. Denn nun kamen sie. Mit lautem Gebrüll
und großen kräftigen Sprüngen schossen sie auf ihr Fressen zu. Jeder schnappte
sich ein großes Stück Fleisch und ging in eine Ecke oder an einen ruhigen Platz.
Wir hatten Glück, der große Löwe, der vorhin noch direkt vor uns geschlafen
hat, kam wieder zu uns und legte sich gleich hinter die Glasscheibe, so dass
wir ihn sehr gut beobachten konnten. Wir konnten seine großen Zähne sehen. Toll
so eine Fütterung. Doch ehe wir uns versahen, war das Fleisch aufgegessen und die
Fütterung schon wieder vorbei. Nun lag der Löwe da und leckte mit seiner Zunge
über sein Fell. Genauso macht Schlopp-Motz das auch. Das ist richtig sagte
Papa, dein Schlopp-Motz ist nämlich auch eine „Raub“-Katze, nur eben kleiner
und deshalb nicht so gefährlich.
Ich wollte jetzt noch mehr Tiere bestaunen und vielleicht sehen wir
Heute ja auch noch eine weitere Fütterung. Ob die auch wieder so ein Erlebnis
wird?