Als Taucher in
Deutschland hat man in der Regel sehr schlechte Aussichten. Und das
meine ich wörtlich. Heimische Seen bieten, wenn überhaupt,
nur in den obersten Wasserschichten etwas Sicht. Bereits in Tiefen
von etwas 3 Metern dringt kaum ein Sonnenstrahl ein, so dass die
Sicht gleich Null ist.
Selbst eine mitgeführte
Tauchlampe bringt den Taucher kaum weiter, denn in den Seen hier
befinden sich sehr viele Schwebeteilchen. Diese reflektieren und
streuen das Licht. Der Effekt ist genau so, als würde man im
Winter bei starkem Schneetreiben das Fernlicht anschalten: Es ist
zwar heller, aber es ist noch weniger zu erkennen als vorher.
Gerade Anfänger oder
auch erfahrene Taucher, die das glasklare Wasser in ausländischen
Tauchrevieren, z.B. auf den Malediven, kennen gelernt haben, sehnen
sich nach diesen Bedingungen.
Einer der wenigen Orte,
an denen man auch in Deutschland das ganze Jahr über beste Sicht
hat und unter Wasser eine Menge zu besichtigen und zu entdecken hat,
ist das Tauchgasometer
in Duisburg.
Der ehemalige Gasturm,
der aufgrund des Strukturwandels im Ruhrgebiet nicht mehr für
seinen ursprünglichen Zweck (Speichern von Gas) benötigt
wird, ist nun das größte Indoor Tauchbecken Europas.
Mit einem Wasserinhalt
von 21 Millionen Litern ist dieses künstliche Tauchbecken
wirklich gigantisch, der Durchmesser beträgt 45 Meter und man
kann eine Tauchtiefe von bis zu 13 Metern erreichen.
Da Tiefe und
Bewegungsfreiheit allein noch kein Garant für einen spannenden
Tauchgang sind, sorgen Unterwasser zahlreiche Attraktionen für
Abwechslung. So gibt es in verschiedene Tiefen
Ausbildungsplattformen, ein künstliches Riff, einen elf Meter
hohen Schilderbaum, einen Kleintransporter, ein Schiffswrack und ein
Flugzeugwrack und weiterer Kleinigkeiten zu entdecken.
Da ist es kein Wunder,
dass auch Berufstaucher, Polizeitaucher, Spezielle Einsatzkräfte
und eben auch die Kameraden der dortigen Feuerwehrtaucher dieses
vielseitige Tauchrevier zur Ausbildung nutzen.