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Die Dreckspatzen-Gang

Autor: secari13
Bewertung: 6,00 | 7 Stimmen
Beschreibung:

Dreck macht Speck...und Abenteuer machen stark

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6. Piranha-Futter
von: secari13 |  12.10.2009 11:02:47

Es war auch zu damaligen Zeiten nicht unbedingt gewöhnlich ein Aquarium im Wohnzimmer zu haben, dass Piranhas beherbergt. Wir allerdings hatten dieses Aquarium also nun im Wohnzimmer, genau genommen direkt gegenüber von meinem Platz. Jede Sekunde wartete ich nur darauf, dass die Piranhas aus dem brodelnden Wasser springen würden um sich an mein Ärmchen zu stürzen und daran herum zu knabbern. Bestenfalls.

Mit meinen 4 Jahren beruhigte es mich nicht, dass das Wasser nicht brodelte und auch nicht, dass die Fische aussahen wir normale Fische, nur etwas häßlicher. Häßlichkeit ist kein Verbrechen, mir am Arm knabbern aber schon. Es musste ein Plan her, ein Notfallplan, vorbeugen ist besser als heilen. Also opferte ich mein Duplo. Ich packte es sorgfältig aus und warf es ins Aquarium. Dort sank es hernieder und blieb unberührt. Nach einigen Minuten begann sich das Wasser leicht zu verfärben. Es brodelte immer noch nicht, das Wasser. Ganz im Gegensatz zu meiner Mutter die mich fragte "Hast du da etwa Duplo reingeworfen." "Jaaaaaaaaaaaaa"."Die Fische können sterben wenn sie an so einer Verpackung knabbern, Kind." "Aber ich habs doch extra ausgepackt!!!!"

Ich habe ziemlich lange gegrübelt, ob ein Piranha (der zumindest gedanklich immer noch an meinem Arm hing) tatsächlich an etwas banalem wie einem Duplopapier sterben könnte. In dem Glauben ließ man mich zumindest. Das Aquarium verschwand auf mysteriöse Weise am darauffolgenden Tag.

Es gibt Momente, da ist man froh noch klein zu sein und nicht alles zu begreifen.

 

Tags: 

Böse Fische, fiese Fische, gruselige Fische, Piranha

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5. Im Sommerschlussverkauf: Stallfliegen
von: secari13 |  05.10.2009 21:27:07

Es war ein harter Sommer. Meine Mutter und ich lebten gemeinsam in einem Zimmer im Haus meiner Großmutter. Meine Mutter und mein Stiefvater hatten sich getrennt, meine Mutter war fertig mit den Nerven und ohne Arbeit. Das Geld fehlte irgendwie überall und so nahm ich mir vor, gemeinsam mit meiner Freundin ordentlich Geld zu verdienen.

Zuerst suchten wir nach den Dingen, die wir im Überfluß hatten. Bei mir war es eindeutig der Einfallsreichtum, bei meiner Freundin waren es die Fliegen im Kuhstall. Also fingen wir etwa 200 Mücken, verstauten sie liebe- und vor allem kunstvoll in einer alten Margarinedose und zogen mit unserem Geldbeutel los.

Dann klingelten wir bei meiner Uroma. "Ja was solle mer dann mit Micke mache? Micke hammer mer als genuch!" "Awer gug mol! Die sin voll "in", musche mo in de zeitung nolese, wenn isch ders san." Nein, meine Argumentation hatte keinen Erfolg. Fliegen hatte in diesem Sommer wahrlich jeder mehr als genug. Man wollte sie nicht, auch nicht im 10er Pack für eine Deutsche Mark. Auch nicht für 50 Pfennig, oder 20. Weder meine Uroma, noch diverse Nachbarn, Dorfbewohner, alte, junge, nette, doofe, kleine, große, niemand wollte auf unseren neu gesetzten Trend eingehen! Nicht einer...

Die hart verdienten 5 DM verdankten wir schließlich meinem Einfall mit den Jagdhunden unseres alten gebrechlichen Nachbars spazieren zu gehen. Natürlich hätten wir auch Mücken fangen können, denke ich mir heute, 20 Jahre später...Aber wir waren jung und es war ein harter Sommer...

 

Tags: 

Geld verdienen, Taschengeld aufbesser, Argumentationen ausprobieren, Verkaufsstrategien verbessern

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4. Die Mutprobe
von: secari13 |  31.05.2009 11:04:01
Unsere erste Ausgehgrenze endete im Gässchen. Das Gässchen zweigte von der Straße ab, in der ich wohnte und führte vorbei an einem Pferde- und Ziegenhof, auf dem wir später noch sehr viel Zeit verbringen sollten. Das Ende des Gässchens wurde rechter Hand von den Koppeln des Hofes und linker Hand von einem kleinen Bach begrenzt. Das Bächlein führte vorbei an den Gärten und mündete schließlich in den Glan.

Wir liebten den Bach, der sich häufiger in ein kleines Rinnsal verwandelte, an sehr heißen Tagen auch mal ganz verschwand. Wenn der klare Bach aber in seiner ganzen Frische sprudelte, dann bauten wir kleine Dämme, ließen Schiffchen schwimmen oder stapften nackten Fußes bis zur tiefsten Stelle.

Es war eine Zeit in der TKKG uns zu neuen Taten beflügelte. Wir waren unser sicher, auch wir hätten das Potential Verbrecher erfolgreich zu jagen und so begannen wir uns Mutproben zu überlegen, deren Testung wir als unsere Pflicht ansahen. 

Die erste Mutprobe war ein Hüpfer über den Bach, an der breitesten Stelle. Ich hatte einen Heidenrespekt vor diesem großen Sprung und landete natürlich auch sofort im Bach, als es darauf ankam. Meine Mutter war wütend. Meine Güte, eine nasse Hose…Ihre Reaktion war für mich unverständlich und führte letztendlich dazu, dass meine Wahrnehmungsgrenze zwischen „sehr schlimm“ und „eigentlich nicht der Rede wert“ verschwamm. Da die Konsequenzen zwischen einem gefühlten „nicht der Rede wert“ und einem gefühlten „sehr schlimm“ sich nicht unterschieden und mir noch die Reife fehlte die Notwendigkeit gewisser Absprachen in ihrer Komplexität zu erfassen, hielt ich es für unwichtig sie weiter zu berücksichtigen. Und dann wurde es spannend….und verdammt gefährlich.

Wie auch bei TKKG, nahmen wir unsere Anfangsbuchstaben zur Zusammensetzung des Bandennamens. „NN“ klang, aber zugegebener Maßen ziemlich unspektakulär. Umso spektakulärer sollten unsere Abenteuer werden.

Als sich schließlich das dritte Bandenmitglied „bewarb“, ein drittes „N“, verabredeten wir uns für einen Ausflug. Jeder hatte einen Rucksack dabei, niemand hatte Bescheid gegeben und dann krochen wir in den kleinen Tunnel.

Es war kein schöner Tag. Die dicken Regenwolken hingen bereits drohend am Himmel und als wir etwa 20m gekrochen waren, begann die Kriechfläche sich langsam mit Wasser zu benetzen. Immer wieder rutschten wir ein Stück zurück, manchmal drückten wir, weil „N3“ ziemlich groß gewachsen war und kaum weiterkam. Das Wasser wurde mehr und wir bekamen es langsam mit der Angst zu tun. Wir waren inzwischen zu weit gekrochen und umdrehen ging nicht weil „N3“ einfach zu groß war. Das Wasser wurde mehr und mehr. 

Ich war bekannt als „Heulsuse“. Leidenschaftlich bezeichnete man mich so, immer, jeden Tag. Aber ich weinte nicht. Die beiden anderen „NN’s“ begannen zu schluchzen.“ Nele war es, die uns schließlich- wohl nur beruhend auf ihre Intuition- in die richtige Richtung lotste. Wir gelangten in einen höheren Tunnel. Eine alte verrostete Leiter führte nach oben. Das Wasser ging uns hier bis zu den Knien. Der Tunnel durch den wir gekommen waren, war zu dem Zeitpunkt an dem wir beschlossen hier nach oben zu klettern, bereits zu einem Drittel mit Wasser gefüllt. 

Eine lange Leiter, das Rauschen unter uns wurde lauter. Da standen wir nun, gefangen. An diesem Tag war ich froh, dass ich so laut schreien und rufen konnte. Ein Passant rief schließlich die Feuerwehr und so verließen wir, begleitet von einem bedrohlichen Donnerschlag und dem rügenden Ton des Feuerwehrmanns kleinlaut das Hauptabwasserrohr.


 

Tags: 

Tunnel, gefährlich, Rettung, Feuerwehr, Gewitter, Mutprobe, Himmel, Arsch und Zwirn

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3. Die dreibeinigen Herrscher…
von: secari13 |  30.05.2009 09:21:20
Als ich zur Schule kam, stand die Sendung „The Tripods- die dreibeinigen Herrscher“ hoch im Kurs. Nicht dass sie für uns geeignet gewesen wäre, aber sie kam immer im Ersten um 14.30 Uhr (und damals hatten die meisten Menschen nur drei Programme). Alle Erst- und Zweitklässler hatten jedoch die damit einhergehende Verschwörung in unserem Dorf schnell entdeckt. Immer wenn wir nach der Schule mit dem Bus alle anderen Kinder nach Hause fuhren, kauerten wir uns hinter die Rückbank sobald jemand „Ich hab einen gesehen“ schrie. Ich war zum Glück immer zu langsam, ich sah sie nie.

Meine beste Freundin Nele machte wenige Zeit später jedoch eine wahnsinnige Entdeckung. Es handelte sich um eine Frau mit weiß-silbrigen Haaren- das Erkennungszeichen, dass jemand bereits „gebrandmarkt“ war. Sie berichtete mir von ihrem Ehemann, der sich schon deswegen erhängt hätte. Oh mein Gott gruselte ich mich.

Zum Glück verschwanden die dreibeinigen Herrscher wieder aus Rheinland-Pfalz, als die Sendung abgesetzt wurde...

Wer mehr darüber wissen möchte, schaut hier:



 

Tags: 

The Tripods, dreibeinigen Herrscher, Dreckspatzen, Abenteuer, Apokalypse

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