1. Allmächtiger GOTT – oder allmächtiger EURO / DOLLAR?
Autor: Loren Cunningham. Der folgende Artikel ist ein gekürzter Auszug aus dem Buch von Loren Cunningham "Winning, God`'s Way".
Geld gehört zu den nützlichsten Gaben GOTTES. Überrascht dich das? Aber ist Geld nicht die Wurzel alles Bösen? Nein, schlag einmal in der Schrift nach. In 1. Tim. 6.10 sagt Paulus: "Die Geldgier ist eine Wurzel alles Übels.“ GOTT hat nie gesagt. Geld sei schlecht. Er gab uns das Recht, materielle Dinge zu besitzen, persönliches Eigentum zu haben. Eines der Zehn Gebote sagt: „Du sollst nicht stehlen.“ Das zeigt. welche Bedeutung GOTT dem Eigentumsrecht gegeben hat.
Manche Sekten verwehren Menschen dieses Recht. Sie verlangen von ihren Mitgliedern, all ihr Hab und Gut „an GOTT“ zu übertragen. Demnach sind sie der Auffassung, daß Eigentum schlecht ist und GOTT missfällt, und daß man ihm nur gefallen kann, wenn man gar nichts besitzt. In jeder Lüge des Teufels ist ein Körnchen Wahrheit. GOTT liebt einen großzügigen Geber, und es hat immer christliche Gruppen gegeben, die alles verlassen haben, um Jesus zu folgen. Aber niemand kann von dir verlangen, daß du allen irdischen Besitz aufgeben musst, bevor du „GOTT folgen" kannst
Auf der anderen Seite kann der Herr dich dahin führen, alles zu geben, was du hast. Aber gerade wenn du immer wieder alles weggibst, lass dir die Freude des Gebens nicht rauben. Gerade wenn du alles gibst, was du besitzt, wird GOTT es dir wiedergeben, so daß du immer wieder die Freude des Gebens erlebst. Er hat das ausdrücklich versprochen in Markus 10, 29-30. Eigentum ist ein Recht und eine Verantwortung, die er dir gegeben hat. Für die meisten Christen ist es nicht schwierig, ihr von GOTT gegebenes Eigentumsrecht zu verstehen. Aus dem Gleichgewicht geraten ist dagegen unsere Bereitschaft, GOTT im Geben zu gehorchen. Anstatt den allmächtigen GOTT anzubeten, beten wir den allmächtigen EURO oder Dollar an. Der Herr hat uns Menschen gegeben, um sie zu lieben, und Dinge, um sie zu gebrauchen, aber zu häufig lieben wir Dinge und gebrauchen Menschen.
Vielleicht kennst du jemanden, der ein schickes Auto fährt. Er verbringt Stunden damit, es zu pflegen und in Schuss zu halten. Er ist beim Parken sehr sorgfältig, stellt sich quer über zwei Parkbuchten, damit niemand beim Öffnen einer anderen Autotür eine Schramme in den Lack seines Superschlittens macht. Nur eine besondere Werkstatt kann mit seinem Auto richtig umgehen, nur ein Spezialunternehmen kann damit beauftragt werden, es zu waschen. Ist dir jemals aufgefallen, daß eher das Auto ihn bewegt als umgekehrt? Es ist leicht, über die Ticks der anderen zu lachen, aber wie steht es mit unseren eigenen? Einer meiner Freunde sagte einmal, daß man am Scheckbuch eines jeden Menschen erkennen kann, wofür er lebt. Jesus stand am Opferstock und beobachtete die Menschen beim Geben. Was sieht er in deinem Scheckbuch? Welches Prinzip bestimmt, was du ihm und seinem Werk gibst?
Manche mögen denken, das gehe sie nichts an. Hat Jesus nicht gesagt, es sei schwieriger für den Reichen, ins Himmelreich zu kommen? Du könntest sagen: "Ich bin immer blank, ich studiere noch.“ Oder: Ich hin arbeitslos - GOTT kann mir gar nicht sagen, ich solle etwas geben." Denk nicht, du könntest mehr GOTT als dem Geld dienen, weil du arm bist. Ich habe genau soviel Bindung an Besitz in Ländern der Dritten Welt gesehen, wo das ProKopf Einkommen unter der Armutsgrenze liegt. Dort mag die Bindung sich eher auf ein Fahrrad beziehen, als auf einen Porsche oder auf ein Transistorradio statt auf einen CD-Player. Für den Armen ist die Lust zu besitzen und die Angst loszulassen genauso stark, wenn nicht stärker. Für den Reichen liegt demgegenüber die Versuchung eher in der Macht, die sein Geld ihm verschafft. Hast du schon einmal erlebt, wie jemand der Gemeinde eine große Spende geben will, aber nur unter der Bedingung, daß sie sich nach seinen Vorstellungen richtet‘?
GOTT möchte nur, daß wir den Griff lockern, mit dem wir unseren Besitz festhalten, daß wir unsere Hände öffnen und ihm erlauben das zu gebrauchen, was er in sie hineingelegt hat. Er gibt uns das Recht, Dinge zu besitzen, und bittet uns dann, ihm freiwillig das zurückzugeben, womit er uns gesegnet hat. Da in Wirklichkeit ohnehin alles GOTT gehört - - das eingeschlossen, was er uns erlaubt hat zu besitzen - haben wir die Wahl, entweder ein guter Verwalter zu sein oder ein Dieb, der ihn bestiehlt. Der Erfinder Le-Tourneau, der zu einem reichen Mann wurde, drückte es so aus: ‚.Es kommt nicht darauf an, wie viel von meinem Geld ich GOTT gebe. Die Frage ist vielmehr, wie viel von seinem Geld ich für mich behalte.“
Erst wenn wir das Recht aufgehen, über unser Geld nach eigenem Ermessen zu verfügen, werden wir GOTT als unseren Versorger erleben. Wenn wir zu GOTT sagen: „Sag mir, was du willst. Alles, was ich habe, gehört dir. Wie möchtest du, daß ich es für dich gebrauche?“ - nur dann werden wir erleben, wie er Wunder tut, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Nur dann werden wir die Sicherheit verstehen, die dann liegt, Kind Gottes zu sein - sie übersteht jede Kündigung, jeden Rückschlag, jede Wirtschaftskrise, sogar jede Hungersnot.
Heute gibt es riesige Not in der Welt. GOTT ist nicht taub für die Schreie von 750 Millionen Menschen, die jede Nacht vor Hunger kaum schlafen können. Er kennt den Namen eines jeden der 20 Millionen Kinder, die heute Nacht auf den Straßen der südamerikanischen Städte schlafen werden. Er weinte über die ausgemergelten Körper der 40.000 Kinder, die gestern vor Hunger gestorben sind. Er sieht die 21 Kinder, die in der Zeit verhungern werden, die du brauchst, um diesen Satz zu lesen. Er kennt die Verzweifelten, die obdachlos sind auf den Straßen, die Familien, die zusammengedrängt in Autos schlafen oder unter Eisenbahnbrücken. Er sieht auf die 900 Millionen in aller Welt, die heute Nacht in Hütten aus Pappe oder Wellblech schlafen werden und die 100 Millionen, die sich einfach irgendwo hinlegen werden, ohne überhaupt ein Dach über dem Kopf zu haben. Er kennt alle, denen es an jeder Gesundheitsfürsorge fehlt, die ihre Nahrung auf den Müllkippen der Welt suchen. Die sterben, weil sie die einfachsten, billigsten Medikamente nicht bekommen, die keine Schule haben, in die sie ihre Kinder schicken, und keine Zukunftsaussichten, auf die sie sich freuen können.
So schrecklich diese Dinge sind, so ist das Problem doch noch größer. Wie sehr muß Christus weinen über die Hunderttausende, die jeden Tag sterben, ohne seinen Namen gehört zu haben. Er kennt den Namen jedes einzelnen unter den 2,5 Milliarden, die darauf warten, das Evangelium zu hören. Warum tut er nicht etwas, um die Aufgabe der Weltevangelisation zu finanzieren? Wenn GOTT Manna schaffen und Nahrung für mehrere Millionen Menschen seines Volkes in der Wüste vom Himmel fallen lassen konnte, kann er dann nicht seinem Volk genug Geld geben, um den materiellen und geistlichen Nöten der heutigen Welt zu begegnen? Ich glaube, er hat das schon getan. GOTT hat den Christen alle Mittel in die Hand gegeben, die sie brauchen, um die Milliarden Menschen in der heutigen Welt zu evangelisieren, die noch nie den Namen Jesus Christus gehört haben. Die Mittel sind schon da. Lasst mich einige Beispiele geben:
Dr. David Barrett, Forscher und Herausgeber der World Christian Enzyklopedia, berichtet, daß es 1,68 Milliarden Menschen gibt, die sich Christen nennen. Sie haben ein Jahreseinkommen von etwa 8,2 Billionen Dollar und verfügen über zwei Drittel der Ressourcen in der Welt. Es würde jeden, der sich Christ nennt, nur einen Dollar kosten, jede Familie in der Welt mit einer Bibel zu versorgen (auf der Grundlage einer Weltbevölkerung von 5 Milliarden, durchschnittlich 5 Personen pro Haus und weniger als 1 Dollar Kosten für eine Bibelausgabe).
Es gibt 2.000 unerreichte Sprachgruppen in der Welt. Wenn nur 40 Millionen Christen im Jahr einen Dollar gäben, könnten wir zwei Missionare für jede Gruppe unterstützen. Das Geld, das man für einen Hund oder eine Katze im Jahr ausgibt, könnte einem Kind in der Dritten Welt eine christliche Erziehung ermöglichen. Nach übereinstimmenden Angaben der meisten Quellen gibt es weltweit etwa 16 Millionen Flüchtlinge. Es würde die 1,6 Milliarden, die sich Christen nennen, nur zwei Pfennige am Tag kosten, alle Flüchtlinge zu ernähren.
Du siehst, daß es buchstäblich wahr ist, wenn ich sage. GOTT hat uns die Mittel gegeben, die Welt zu evangelisieren - sogar ohne große Opfer! GOTT möchte die Bedürfnisse jedes Menschen erfüllen - geistlich und materiell. Er möchte uns daran beteiligen, diesen Bedürfnissen zu begegnen. Er könnte es ohne uns tun. Er hätte Elija ernähren können ohne die Handvoll Mehl und das bisschen Öl der Witwe. Und er hat ihn einmal übernatürlich versorgt, indem er ihm Raben mit Nahrung schickte. Aber GOTT wollte die Frau segnen und ihr das Erlebnis ermöglichen, ein Wunder zu sehen, das um ihretwillen geschah.
Du magst in deinem Herzen den Wunsch haben zu gehen, aber du bist ständig frustriert, wenn du von finanziellen Schwierigkeiten hörst. Vielleicht bekommst du jeden Tag Rundbriefe von Missionaren, die alle berechtigte Bedürfnisse vortragen. Wie sollst du wissen, warum du etwas geben sollst und wie viel? Ich glaube, der Schlüssel zu dieser Frustration liegt einzig und allein darin, auf die Stimme des Herrn zu hören in deinem Geben - lass dich vom Gehorsam zu ihm leiten, nicht von deinen Gefühlen. Oft verpassen wir das Erlebnis des Gebens, weil wir nicht auf den Herrn hören und ihm nicht gehorchen.
Wenn unser Geben von dem Wunsch motiviert wird, unserem himmlischen Vater zu gehorchen und ihm zu gefallen, werden wir frei von Versuchungen, die mit finanziellen Anliegen oft verbunden sind. Einerseits werden wir die Gier vermeiden, die oft angesprochen wird („‚Gib GOTT, und er wird dir mehr zurückgeben!“). Wir können so auch der Falle der Manipulation entgehen (geben, um andere zu beherrschen) wie auch der Geltungssucht (geben, damit unser Name auf einer Tafel am Eingang des Gebäudes eingraviert wird). Andererseits fallen wir keinen Anschlägen auf unser schlechtes Gewissen mehr zum Opfer („‚Wenn du nichts gibst. muß dieser Dienst eingestellt werden und Millionen kommen in die Hölle“). Stattdessen können wir aus einem reinen Herzen geben, indem wir den Anregungen des Heiligen Geistes gehorchen. Dann werden wir GOTT auch als unseren Versorger kennenlernen. In "Jugend mit einer Mission“ haben wir viele finanzielle Wunder bei denen erlebt, die alles gegeben haben. Wir haben ein Motto:
Tu das Mögliche, dann tut GOTT das Unmögliche!
Oft gebraucht GOTT andere Menschen, um unsere Bedürfnisse zu erfüllen. Er tut das, um die wechselseitigen Beziehungen im Leib Christi zu stärken. Wie viele haben Geld, das sie geben könnten, aber sie warten darauf, zuerst noch ein bisschen mehr Sicherheit zu bekommen, ein bisschen mehr zu investieren, noch einige persönliche "Lebensnotwendigkeiten“ zu bekommen?
"Erwirb, soviel du kannst! - Spare, soviel du kannst! – Gib, soviel du kannst!“ - John Wesley
Wie oft sagt uns GOTT, etwas zu geben, aber wir tun es ab, indem wir den Eindruck wegrationalisieren? Vor Jahren sprach ich einmal in Neuseeland vor Jugendlichen, die aus ganz verschiedenen Hintergründen kamen. Neben Teenagern aus den örtlichen Gemeinden gab es dort einige Neubekehrte, die gerade im Entscheidungsprozeß standen, Alkohol oder Drogensucht hinter sich zu lassen und Christus zu dienen, und es waren sogar einige da, die noch nie Jesus als Herrn angenommen hatten.
Nach einem der Treffen machte ich noch einen Spaziergang vor dem Schlafengehen. Ich ging die Landstraße hinunter und freute mich an der Mondschein-Silhouette der Bäume. Ein Eindruck kam in meinen Sinn, und ich erkannte die leise Stimme Gottes: Loren, was hast du in deiner Tasche? Ich griff hinein und holte etwas Geld heraus. „Wirf das Geld auf den Boden!“ sagte die innere Stimme. Ich warf das Geld schnell hin, ging weiter und fragte mich, was in der Welt GOTT mit diesem Geld tun werde. Ich war noch nicht weit gekommen, da überraschte mich GOTT und sprach wieder in meinem Sinn. Geh zurück und hebe das Geld auf, Loren. Ich versuchte, das nicht zur Kenntnis zu nehmen, aber der Eindruck wurde immer stärker. Schließlich ging ich zurück und hob das Geld wieder auf.
Enttäuscht ging ich in das Lager zurück. Als ich das erleuchtete Gebiet betrat, kam eine Gestalt auf mich zu. Ich konnte das Gesicht und strähnige dunkle Haar eines Teenagers erkennen, von dem ich wusste, daß er drogensüchtig war. Wieder kam die Stimme in meinen Sinn: „Gib ihm alles Geld, das du in der Tasche hast.“ Ich stritt mit GOTT gerade so lange, bis der Teenager an mir vorbeigegangen und in der Dunkelheit verschwunden war. Als ich weiterging, wies ich den Herrn darauf hin, daß man dieser Person nicht trauen könne. Er könnte das Geld für Drogen ausgeben. Wie dem auch sei, er war weg. Aber der Herr ließ nicht zu, daß ich seine Weisungen vergaß. „Also gut, Herr", seufzte ich, „wenn das wirklich von dir kommt, dann soll dieselbe Person wieder da sein, wenn ich um dieses Gebäude herumgehe." Ich ging um den Block herum und stieß um ein Haar mit dem gleichen jungen Mann zusammen, der gerade um die Ecke kam. Jetzt endlich gehorchte ich GOTT und gab ihm all mein Geld. Im Licht einer Laterne sah ich, wie er vor Freude zu weinen begann. Dann sagte er ganz ruhig: "Ich habe gerade GOTT gesagt, ich würde in das christliche Drogenzentrum zur Rehabilitation gehen, wenn er mir das Geld gibt. Ich hatte schon etwas. Aber mit dem hier", er schüttelte verwundert den Kopf und betastete die Scheine und Münzen, ist es genau genug, um dahin zu gehen." Strahlend schüttelte er meine Hand und ging.
Ich wäre fast vor Scham in den Boden versunken. Ich war bereit gewesen, mein Geld auf die Erde zu werfen und wegzugehen, aber ich hatte mich daran festgeklammert, als ich Gottes Plan nicht zustimmte, es in diesen jungen Mann zu investieren. Was ist gerade in deiner Tasche? Bist du bereit, dir von GOTT sagen zu lassen, was du damit tun sollst? Bist du bereit, ihn herrschen zu lassen über dich und dein Portemonnaie, oder hältst du zurück, wie ich in jener Nacht in Neuseeland? Wer bereit ist, so zu geben, wie der Herr ihn führt, wird sehen, daß GOTT seine Mittel vervielfacht, um die Welt zu erreichen.
2. Gott - unser Versorger
Autor: Swen Schönheit evangelischer Pfarrer in Berlin und verantwortlicher Redakteur der christlichen Zeitschrift „der Auftrag.“ Bibelzitate mit freundlicher Erlaubnis aus der Einheitsübersetzung, Katholische Bibelanstalt Stuttgart.
Interessiert sich Gott wirklich für Geld? Liegt ihm überhaupt etwas an materiellen Dingen wie Essen und Trinken, Kleidung und Möbel, Autos und Häusern? Dingen, die unser Leben so reich und angenehm machen, uns meistens aber auch in Atem halten? Wie können wir „alle unsere Sorge auf ihn werfen“, wenn wir nicht sicher sind, daß er sich wirklich „um uns kümmert“ (1 Pt. 5,7), - und zwar in allen Bereichen des Lebens?
Es gehört zu den großartigen Vatereigenschaften Gottes, daß er unser Versorger sein möchte. Das ganze Alte Testament macht deutlich, wie Gott sein Volk erwählt, es treu versorgt, aber auch erzieht. Eigentlich verpflichtet sich Gott bereits mit der Erschaffung der Welt, Versorger seiner gesamten Schöpfung zu sein: „Solange die Erde steht, sollen nicht aufhören Aussaat und Ernte, Kälte und Hitze, Sommer und Winter. Tag und Nacht“(1. Mose 8,22). Ausgerechnet nach der Sintflut bekräftigt Gott diese elementare Zusage der Treue. Und Jesus sagt von seinem und unserem Vater im Himmel, daß er „seine Sonne aufgehen lässt über die Bösen und Guten“ (Mt. 5,45). Ein Ausdruck dafür, daß Gott das Leben auf dieser Erde liebt und es gerne schützt und erhält. Es gehört nun einmal zu seinem Wesen, daß er gerne gute Gaben gibt. Nicht nur seinen Kindern, sondern allen seinen Geschöpfen: „Sie alle warten auf dich, daß du ihnen Speise gibst zur rechten Zeit“ (Psalm 104,27). Daß die Erde - trotz Unrecht und Sünde - überhaupt noch besteht, ist in sich bereits ein Ausdruck der erhaltenden und bewahrenden Gnade Gottes. - Aber was lässt sich weiter über seinen Charakter als Versorger aussagen?
1. Seine Freude am Schönen
Gottes eigener „Kommentar“ zu seiner Schöpfung hieß: „Es war sehr gut“ (1. Mose 1,31). Wer wollte dies übersehen! Selbst die tiefgreifenden „Störungen“, die aufgrund des Sündenfalls in die Schöpfung einbrachen (Feindschaft, Zerstörung, Krankheit, Naturkatastrophen und Tod), sind nicht imstande, der Schöpfung ihre Herrlichkeit zu rauben. Letztlich ist es Gottes eigene Freude am Schönen, die sich in Farbenfreude, Artenreichtum und Gegensätzlichkeiten widerspiegelt. Das einmalige Angesicht unserer Erde trägt seine "Handschrift"! Hätte Gott lediglich „Nützlichkeit“ und „Zweckmäßigkeit“ im Sinn gehabt, - warum wären ihm dann wohl Tausende von Tier- und Pflanzengattungen in den Sinn gekommen? Hätte Gott seine Schöpfung allein auf das „Lebensnotwendige“ hin angelegt, warum hieße es dann im Psalm, daß Gott den großen Fisch geformt hat, „um mit ihm zu spielen“ und den Wein deshalb wachsen ließ, um „das Herz des Menschen zu erfreuen“ (Psalm 104,15.26)? Wenn der Prophet Jeremia „die Gaben des Herrn“ aufzählt, über die sich Israel freuen wird, nennt er „Korn, Wein und Öl, Lämmer und Rinder“ (Jer. 31,12) — Symbole des Wohlstands!
Wie sollte der Schöpfer all dieser Dinge „grau“ und ausdruckslos und lebensfern sein, weil er nun einmal der Ewige ist? Ob wir uns nicht in der Ewigkeit wundern werden, wie prächtig und attraktiv die unsichtbare Welt Gottes ist? Schließlich wird das neue Jerusalem beschrieben mit Toren aus Perlen und Straßen „aus reinem Gold, wie aus klarem Glas“ (0ff. 21,11.21). Laßt uns achtgeben, daß wir in unserem Denken nicht „geistlicher“ sein wollen als Gott! Er ist der Urheber alles Schönen und er gönnt es uns von Herzen gerne. Ob es nun unmittelbar aus der „Natur“ stammt oder durch die Hände von Menschen ging. Auch menschliche Kreativität und Produktivität gehört zu den Schöpfungsgaben Gottes. Und auch in ihnen begegnet er uns als liebevoller Versorger.
2. Seine Großzügigkeit
Ein weiterer Wesenszug Gottes, von dem wiederum die gesamte Schöpfung Zeugnis ablegt, ist seine Großzügigkeit. So werden z.B. in einem einzigen Zeugungsakt beim Menschen derartig viele Samenzellen ausgestoßen, daß daraus (theoretisch) die gesamte heutige Bevölkerung von Europa entstehen könnte. Aber nur eine einzige erreicht das weibliche Ei! Und keiner der 5 Milliarden Erdenbewohner gleicht dem anderen. Lauter „Einzelanfertigungen“! Die Schöpfung ist ihrem Wesen nach auf „Überfluss“ angelegt. Ein Ausdruck dafür, daß es im Herzen Gottes keinen Geiz gibt.
Darum fordert Jesus uns heraus, von den „Vögeln des Himmels“ und den „Lilien auf dem Felde“ zu lernen (gemeint ist wahrscheinlich die Kronenanemone, die im Frühjahr zu Tausenden auf den Feldern Israels wächst): Sie gedeihen und werden durch den himmlischen Vater ernährt, ohne daß sie sich sorgen oder Vorratswirtschaft betreiben müssen (Mt. 6,26-28). Dabei sind sogar Blumen prächtiger „gekleidet“ als König Salomo, der mit seinem Reichtum immerhin die Königin Arabiens in Staunen versetzte (V. 29). „Wie viel mehr“ können die eigenen Kinder von ihrem himmlischen Vater eine zuverlässige Versorgung erwarten! Jesus sagt: „Euer himmlischer Vater weiß...“ (V. 30-32). Er kennt unsere Bedürfnisse und er bejaht sie. Nur wenn wir in unserem Herzen davon überzeugt sind, können wir dem üblichen Lebensstil der „Heiden“ entkommen. Jesus nennt dafür beispielhaft zwei Lebensbereiche, an denen sich bis heute nicht viel geändert hat: .‚Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen?“ Wer seine Sicherheit nicht in der Beziehung zu Gott hat, wird immer für Sorgen anfällig sein und der Versuchung erliegen, seine Befriedigung in äußerer Attraktivität oder Gaumengenüssen zu finden.
Selbst unsere eigene Großzügigkeit sollte uns zum Gleichnis werden für den himmlischen Vater: „Wenn nun schon ihr, die ihr (an Gott gemessen) böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten“ (Mt. 7,11).
3. Seine Freude am Schenken
Unser Vertrauen Gott gegenüber wird sich in vertrauensvollen Gebeten ausdrücken. Wie aber sollen wir um materielle Dinge beten? Jesus lehrte uns die Bitte: „Unser tägliches Brot gib uns heute“ (Mt. 6,9-11). Im Kleinen Katechismus erklärt Luther dazu treffend, daß tägliches Brot auch „Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld und Gut“ mit einschließt. Wir können heute gute Luft und reines Grundwasser hinzufügen, aber auch die Vorzüge von Industrie und Technik. Ferner zählt Luther eine gläubige Familie zum „täglichen Brot“ sowie „gute Regierung, gutes Wetter, Friede, Gesundheit, gute Freunde.“ Jesus fordert uns auf: „So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel ...„ Das heißt doch, daß Gott uns geben will, was zu unserem Lebensunterhalt und zu unserer Zufriedenheit dient!
Allerdings nicht auf Vorrat, sondern täglich! Im Urtext ist mit dem Wort “täglich“ die Versorgung gemeint, die wir für einen neuen Tag zum Leben benötigen. Dafür gibt es ein sprechendes Beispiel aus dem Alten Testament: Während der Zeit der Wüstenwanderung lebte das Volk Israel von Manna, einer von Gott gegebenen Speise, die morgens das Lager bedeckte. Versorgung für den neuen Tag! Das Besondere war, daß man Manna nicht konservieren konnte. Gerade durch diesen sensiblen Punkt der Nahrungsmittelversorgung lehrte Gott sein Volk, von ihm abhängig zu bleiben: „Daraus sollst du die Erkenntnis gewinnen, daß der Herr, dein Gott, dich erzieht, wie ein Vater seinen Sohn erzieht“ (5. Mose 8,5).
Der himmlische Vater erfreut seine Kinder gerne mit seinen Gaben. Aber er will, daß sie in der Abhängigkeit zu ihm bleiben. Darum erlaubt Gott manchmal auch Engpässe und vorübergehenden Mangel. Er möchte, daß wir ihn bitten. Nicht, weil er erst von uns überzeugt oder durch Gebete umgestimmt werden müsste. Denn letztlich ist es seine Freude, wenn er uns beschenken kann. Aber alle seine Gaben sollen dazu dienen, daß unser Vertrauen und unsere Liebe zu ihm wachsen. Wir sollen unsere Versorgung auf ihn zurückführen. Dies ist umso wichtiger in einer Kultur, in der durch feste Gehälter, Renten und Versicherungen aller Art eine lückenlose Versorgung gesichert erscheint. Gerade im Blick auf die eigene Intelligenz und Schaffenskraft (eine Schöpfungsgabe!) mahnt Gott sein Volk: „Wenn du gegessen hast und satt geworden bist und prächtige Häuser gebaut hast ... dann nimm dich in acht und denk nicht bei dir: Ich habe mir diesen Reichtum aus eigener Kraft und mit eigener Hand erworben.“ (5 Mose 8,17.12). Auch die Fähigkeit, arbeiten zu können, ist ein Ausdruck der Versorgung Gottes!
4. Sein Weitblick
Zur Versorgung Gottes gehört aber auch, daß er uns Grenzen setzt. Würde er automatisch alle unsere - oft so, kurzsichtigen -Wünsche erfüllen, wäre uns letztlich nicht gedient. Vielmehr möchte er. daß unsere Wünsche immer mehr seinen Zielen entsprechen: „Freu dich innig am Herrn! Dann gibt er dir, was dein Herz begehrt“ (Psalm 37,4). Gott hat unserem Leben ein großartiges Ziel gegeben, das über kurzfristiges, irdisches Wohlergehen weil hinaus reicht. Wir sollen bedeutungsvoll werden in seinem Reich!
Unter diesem Aspekt verzichteten die 12 Apostel für die Zeit ihrer Nachfolge auf einen eigenen Lebensunterhalt. Sie lebten ganz für das Reich Gottes; jede materielle Absicherung schien ihnen überflüssig und hinderlich. Und gerade dabei erlebten sie Gott als ihren Versorger. Rückblickend fragt Jesus seine Jünger: „Als ich euch ohne Geldbeutel aussandte, ohne Vorratstasche und ohne Schuhe, habt ihr da etwa Not gelitten? Sie antworteten: Nein“ (Lk. 22,35).
Gott möchte, daß wir gerade in den „natürlichen“ Bereichen unseres Lebens, wie Zeiteinteilung, Gesundheit, Nahrung, Kleidung, Wohnungseinrichtung und Hobby mit ihm als liebenden Versorger rechnen. Gerade dort, wo es „weltlich“ zugeht, möchte Gott unseren Glauben trainieren, damit wir ihm umso mehr in den „übernatürlichen“ Angelegenheiten seines Reiches vertrauen können.
Laßt uns nie vergessen, wie sehr Gott bereits grundlegend für unser Leben gesorgt hat, weil er nicht nur unser Schöpfer, sondern auch unser Erlöser ist: Wir sind durch Christus heimgekehrt in die Gemeinschaft mit dem Vater. Wir sind dadurch höher gewürdigt worden als irgendein anderes Geschöpf im Universum (vgl. Lk. 15,22.24). Somit hat Gott auch Garantien übernommen, daß er für den Rest unseres Lebens sorgen wird: „Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht“ (Heb 13,5-6).
Zugleich bietet er uns aber auch einen bemerkenswerten Tausch an, der - wenn wir auf ihn eingehen - unsere Denkweise und unseren Lebensstil völlig verändern wird: Wenn wir uns mit aller Kraft für die Ziele seines Reiches einsetzen, werden wir erleben, daß uns „all das andere hinzugegeben“ wird (Mt. 6,33). Wenn wir unsere Prioritäten ganz auf sein Reich ausrichten, dann verpflichtet sich Gott, unser Versorger zu sein.
3. Der Christ und sein Geld
Autor: Eberhard Mühlan, Pädagoge, verheiratet, 6 eigene und 6 aufgenommene Kinder, lebt in Braunschweig und steht in einem vielfältigen Lehr- und Vortragsdienst. Er wurde besonders durch seine Bücher zum Thema Ehe und Familie bekannt. Der vorliegende Artikel ist die gekürzte Bearbeitung eines Seminarvortrags. Die Kassette ist erhältlich beim Missionszentrum Uetzingen, Waisroder Str. 110, D-3036 Bomlitz 3. Bibelzitate mit freundlicher Erlaubnis nach der Schlachter-Bibel.
Irgendwann hat jeder Christ, der Jesus nachfolgt, mit dem Thema „Geld und Besitz“ zu tun. Es ist erstaunlich, wie häufig die Bibel über dieses Thema spricht. Es gibt dazu ja unzählige Bibelstellen. Wenn du unter Gottes Segen und Fürsorge leben willst, dann ist es enorm wichtig, daß du die Besitzprinzipien der Bibel kennst und auch in deinem persönlichen Leben befolgst. Das betrifft deinen Berufs- und Geschäftsbereich genauso wie deinen Familienbereich.
Wie viel Spannungen gibt es doch über Geldausgeben in den Familien! Solche Spannungen sind immer wieder ein Grund für eheliche Mißstimmungen bis hin zu Ehescheidungen!
Wir müssen, auf der Grundlage der Bibel, einen freien christlichen Zugang zu all den Konsumgütern um uns herum finden. Um frei zu sein vom Konsumzwang, müssen wir einen freien christlichen Lebensstil lernen. Wenn wir uns etwas leisten, dann nicht, weil es uns die Werbung einredet, sondern weil wir wissen, Gott gönnt uns das jetzt. Zu meiner Entspannung, zu meiner Freude. Aus der Freiheit des Christenmenschen heraus, aber auch mit einer offenen Hand für alle, die Not leiden.
Dazu brauchen wir auch Reife und Wachstum. Ich halte nichts davon, anderen einen bestimmten christlichen Lebensstil überzustülpen. Gott handelt mit uns individuell. Aber die Prinzipien über unsere Haltung zu Geld und Besitz sind universal, darum müssen wir sie einfach lernen. Und wenn wir Gottes Prinzipien über den Umgang mit Geld dann auch anwenden, werden wir sehen, daß Gott gegen alle Vernunft dieser Welt und alle Erwartungen zu seinem Wort steht! Das zeigen ja immer wieder auch die Erfahrungen und Zeugnisse.
Ich möchte einige Gedanken durchgehen, die wichtig sind, um zu einer biblisch orientierten Einstellung über Besitz zu kommen. Der erste Gedanke klingt zunächst ganz banal, ist aber grundlegend: nämlich, daß wir es lernen, Gott als Eigentümer aller Dinge anzuerkennen. Alles, was du besitzt -du kannst es dir noch so sehr mit deiner Intelligenz oder deinem geschäftlichen Eifer erarbeitet haben - gehört Gott. Wenn das nicht klar ist, werden wir wahrscheinlich unser ganzes Leben lang in einer unguten Haltung zu Geld und Besitz steckenbleiben. Gott hat uns die materiellen Dinge als eine Leihgabe anvertraut, die wir zu verwalten haben - aber die letzten Endes Gott gehört.
Gott ist Eigentümer aller Dinge, und wir sollen treue Verwalter dieser Güter sein. Wir sollen unsere Finanzen in Verantwortung vor Gott, vor unserer Familie und vor der Welt, in der wir leben, einteilen. Zum Beispiel im Familienbereich: Es soll ja Männer geben, die für ihr Hobby oder Auto ganz schnell das nötige Geld bereithaben, aber sehr langsam sind, wenn eine wichtige Küchenmaschine angeschafft werden soll. Oder wenn die Bedürfnisse der Kinder erfüllt werden sollen.
Wir sollen treue Verwalter aller Dinge sein, die Gott uns anvertraut hat. D.h. wir haben aufzupassen, wohin unser Geld fließt. Wie leicht fließt doch das Geld manchmal aus der Tasche. Der Gedanke ist dann: „Nächsten Monat kommt das Geld ja wieder herein.“ Aber es ist nicht unser Geld. Gott ist der Eigentümer, du bist der Verwalter. Es ist nicht schlecht, wenn wir in diesem Bereich ein bißchen „Furcht des Herrn“ lernen.
Der zweite Gedanke ist der, daß wir darauf achten, Gott das zu geben, was ihm gehört. Weil Gott Eigentümer aller Dinge ist und ihm alles gehört, beansprucht er 10% all deines Einkommens für die Arbeit in seinem Reich. Und die Opfer fangen erst nach diesen 10% an. Wenn man das zum ersten Mal hört, kann man vielleicht ins Schlucken kommen. Aber so sind die Maßstäbe der Bibel. Die Maßstäbe dieser Welt sind ja genau umgekehrt. „Jeder ist sich selbst der Nächste.“ Also Sorge für dich, dann wird es dir gut gehen. Oder dieses schlimme, gotteslästerliche Sprichwort: „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.“ Man macht sich quasi selbst zum Gott.
In Lukas 6,38 wird uns der Maßstab der Bibel genannt:
„Gebet, so wird euch gegeben werden: ein gutes, vollgedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man euch in den Schoß geben. Denn mit eben dem Maße, mit welchem ihr messet, wird euch wieder gemessen werden.“
Das ist die Gesetzmäßigkeit der Bibel!
„Mit dem Maß, mit dem ihr meßt, wird euch wieder gemessen werden.“
Mit welchem Maß mißt du, wenn es darum geht, die Dinge im Reich Gottes zu unterstützen?
Dieselbe Gesetzmäßigkeit beschreibt Paulus:
2. Korinther 9,6-7.
„Das aber bedenket: Wer kärglich sät, der wird auch kärglich ernten, und wer im Segen sät, der wird auch im Segen ernten. Ein jeder, wie er es sich im Herzen vorgenommen hat - nicht mit Unwillen oder aus Zwang, denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.“
Und jetzt kommt ein schöner Vers der Verheißung, den mancher gern isoliert in Anspruch nehmen möchte, ohne die Bedingung davor zu lesen:
„Gott aber ist mächtig, euch jede Gnade im Überfluss zu spenden, so daß ihr in allem allezeit alle Genüge habt.“
Hier wird der Maßstab genannt, wie wir zu den Dingen zu stehen haben, die Gott uns anvertraut hat.
Gott bietet uns sogar einen echten Test an. Das klingt ja ganz sympathisch, etwas testen tut ja jeder gern. Und Gott fordert uns zu einem Test heraus, und zwar in
Maleachi 3,10: „Bringt aber den Zehnten ganz in das Kornhaus, auf daß Speise in meinem Hause sei, und prüfet mich doch dadurch, spricht der Herr der Heerscharen, ob ich euch nicht des Himmels Fenster auftun und euch Segen in überreicher Fülle herabschütten werde.“
Ein interessanter Vers, über den man sehr nachdenken muß. Vorher spricht Gott davon, daß wir ihn regelrecht des Zehnten „berauben“. Das bedeutet, daß Gott als der Eigentümer aller Dinge den zehnten Teil unseres Einkommens beansprucht:
„Bringt aber den Zehnten ganz in das Vorratshaus, damit Speise in meinem Haus sei.“
Das müssen wir natürlich erläutern. Im Alten Testament war es so, daß der Zehnte an die Leviten ging, die ja Gott dienten. Der Ausdruck „Speise in das Vorratshaus“ bedeutet, daß finanzielle Mittel hineinkommen in das Reich Gottes, damit die Arbeit im Reich Gottes vorangehen kann. Das „Vorratshaus“ für dich sind einfach die Orte, wo du deine geistliche Nahrung bekommst. Die Gemeinde, auch Konferenzen usw. sind die „Vorratshäuser“ Gottes, von denen er sagt, daß sie gefüllt sein müssen, damit sein Anliegen vorangehen kann. Und dann bringt er diesen Satz: „Prüfet mich doch darin!“ Unterstreich das ruhig in deiner Bibel, dieses Wörtchen „prüfet“. Da wird man ja regelrecht herausgefordert. „Segen die Fülle“, das ist die Verheißung Gottes. Damit ist nicht unbedingt gemeint, daß Geldscheine herabflattern. Sondern daß der Segen Gottes sowohl das Finanzielle wie auch viele andere Bereiche umfasst. Größere Weisheit im Geschäft, neue Möglichkeiten, Lebensfreude, Frieden, Kraft, Gesundheit - alle Arten des Segens Gottes.
Wir haben immer wieder erlebt, wie es funktioniert. Manch einer sagt, weil er im Druck ist: „Ich kann es mir nicht erlauben, Gott den Zehnten zu geben.“ Sag den Satz nie wieder. Formuliere ihn um und sage: „Ich kann es mir einfach nicht erlauben, Gott den Zehnten nicht zu geben.“ Denn dann bleiben „die Fenster des Himmels“ verschlossen, und dann wird es erst recht schwierig.
Ich möchte in diesem Zusammenhang ein bißchen aus meinem Leben erzählen. Meine Haltung ist die: „Gott hat so viel für mein Leben getan, das ist unbezahlbar. Ich kann das nie zurückzahlen. Ich kann nur großzügig sein.“ Ich weiß noch, wie ich als Student jobbte. Mich hat immer das Elend in der Dritten Welt gepackt, und es lässt mich auch heute nicht los. Und ich weiß, wie ich Gott gesagt habe: „Ein Monatsgehalt geht in deine Arbeit, hinein in die Mission.“ Und interessant - am nächsten Ersten holt mich doch der Chef in sein Büro und erhöht einfach meinen Stundenlohn. Und ich sah Zusammenhänge: Wenn ich Gott das gebe, was ihm zusteht, und noch mehr - aus der Dankbarkeit meines Herzens heraus - der Segen Gottes fließt zurück.
Als wir jung verheiratet waren und unsere Kinder noch nicht hatten, führten Claudia und ich einen recht asketischen Lebensstil über knapp zwei Jahre. Claudia war berufstätig und verdiente, und das gesamte Gehalt, ohne daß wir es nur angeguckt hätten, ging sofort in die Missionsarbeit. Wir hatten einige persönliche Freunde auf dem Missionsfeld. Das Geld ging dorthin, und wir lebten von meiner Studienhilfe. Oft saßen wir morgens bei Kaffee-Ersatz und Margarinebrot und waren glücklich in unserem Herzen, etwas für Jesus zu tun. Und diese Haltung haben wir beibehalten. Ich habe mich innerlich immer dagegen gesträubt, Werte in Sparguthaben und anderem anzulegen. Das ist mein Stil; jeder muß seinen Stil finden, bitte.
Und immer, wenn wir etwas mehr hatten, als wir brauchten, habe ich es ins Reich Gottes gegeben. Das ist bis heute so, und Gott hat uns gesegnet. Wenn manche Leute uns besuchen, meinen sie, wir gehören zur Oberschicht. Wir besitzen ein großes Haus - ohne einen einzigen Bausparvertrag. Gott hat alles in die Wege geleitet. Schon damals haben wir viel gelernt für unser zukünftiges Leben. Diese Haltung hat uns enorm geschult für alle späteren Dinge, die in unser Leben hineingekommen sind. Sie hat mein Herz freigehalten von Habsucht und all den Sicherheiten, die man auf dieser Erde sucht.
Ich wusste damals noch nicht, daß Gott mich tatsächlich aus allen Sicherheiten eines wohlsituierten und finanzsicheren Berufes herausnehmen würde. Und wir haben es deshalb so gut verkraftet, weil Gott uns vorbereitet hat. Hinein in ein Leben mit einem Haushalt von 13 Personen ohne monatliche finanzielle Sicherheit Allein im Hinblick auf Gott und das, was er einem zukommen lässt. Das muß man alles erst einmal lernen, das kann man nicht auf einmal. Man muß lernen, Gott das zu geben, was ihm eigentlich zusteht - um dann wirklich die wunderbare Erfahrung zu machen, wie Gott hilft. Ganz gewiß - ich musste Abstriche an meinen Lebensstil machen, Abstriche an mein Anspruchsniveau. Wir haben Zeiten, wo es uns sehr gut geht, wir haben Zeiten, wo wir einfach genug zu essen haben. Gehungert haben wir noch nie, und anzuziehen haben wir immer genug in der westlichen Welt. Man kann es lernen, aus diesem Lebensstil heraus mit dankbarem Herzen Gott gegenüber zu leben.
Aber die Bibel spricht nicht nur vom Zehnten. Der Zehnte ist nur das, was Gott gehört. Darüber hinaus spricht die Bibel davon, daß wir offene Hände haben sollen für bestimmte Personengruppen. Einmal für andere Gläubige, die Not leiden.
1 Johannes 3,17: „Wer aber den zeitlichen Lebensunterhalt hat und seinen Bruder darben sieht und sein Herz vor ihm zuschließt - wie bleibt die
Liebe Gottes in ihm? Kindlein, lasst uns nicht mit Worten lieben noch mit der Zunge, sondern in der Tat und Wahrheit.“
Diese Bibelverse haben mich immer herausgefordert. Durch die Medien wissen wir, wie es den Gläubigen in der ganzen Welt geht - den Gläubigen in Indien, Indonesien, Afrika, in den Ostblockstaaten usw..
Römer 12,13: „Nehmt Anteil an den Nöten der Heiligen.“
Weiter sagt uns die Bibel, daß wir als Gläubige eine offene Hand haben sollen für die hauptamtlichen Mitarbeiter. Für die, die ihr Leben einsetzen, um im Reich Gottes zu arbeiten. Galater 6,6 lesen wir:
„Wer im Wort unterrichtet wird, der gebe dem, der ihn unterrichtet, Anteil an allen Gütern... Denn was der Mensch sät, das wird er ernten.“
Und in 1. Korinther 9,9 werden humorvollerweise die hauptamtlichen Mitarbeiter mit Ochsen verglichen:
„Du sollst dem Ochsen das Maul nicht verbinden, wenn er drischt.“
Eine weitere Gruppe, die uns die Bibel nennt, für die wir ein offenes Auge und offene Hände haben sollen, sind die Armen. Im Buch der Sprüche heißt es:
Sprüche 11,24: „Einer teilt aus und wird doch reicher; ein anderer spart mehr als recht ist, und wird nur ärmer.“
Sprüche 19,17: „Wer sich des Armen erbarmt, der leiht dem Herrn.“
Sprüche 28,27: „Wer dem Armen gibt, hat keinen Mangel; wer aber seine Augen verhüllt, wird viel verflucht.“
Ich glaube, daß diese Verse genug Interpretation in sich haben, daß ich gar nicht viel dazu sagen muß. Und daß man einen Weg finden muß in der Verantwortung vor Gott, wie man das auch im Geschäftsleben tut, bei dem harten Konkurrenzkampf.
Wie kann nun ein biblisch orientierter Lebensstil eines Christen aussehen? Wir kommen ja alle aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten. Der eine hat so viel Geld, daß er sich gar nicht viel Gedanken machen muß, der andere kämpft Monat für Monat, um gerade so über die Runden zu kommen. Ich glaube, daß Paulus zeugnishaft aus seinem Leben heraus einen wunderbaren Maßstab gibt, wie unser Lebensstil in Bezug auf Geld und Besitz aussehen sollte. Und zwar in
Philipper 4,11-13: „Denn ich habe gelernt, mit der Situation zufrieden zu sein, in der ich mich befinde. Ich verstehe mich so gut aufs Armsein wie aufs Reichsein; ich bin in allem und für alles geübt, sowohl satt zu sein als zu hungern, sowohl Überfluss zu haben als Mangel zu leiden. Ich vermag alles durch den, der mich stark macht.“
Das ist Lebensstil. Das steht mir vor Augen. Und trotzdem - so einfach ist das nicht. Selbst Paulus, dieser große Gottesmann, musste das lernen. Es ist ein Lernprozess, und ich möchte dich er mutigen: Las dich in diesen Prozess hineinnehmen. Lerne es, mit der Situation zufrieden zu sein, in der du dich befindest. Die das tun, sind ausgeglichene Menschen. Das vermögen die wenigsten Menschen. Da gibt es die Armen, die immer nur auf die Reichen gucken - neidisch, eifersüchtig. Sie verstehen sich eventuell aufs Armsein und meinen, es sei besonders fromm, arm zu sein. Dann gibt es die, die reich geworden sind - und festhalten an ihrem Reichtum. Und Paulus sagt: „Ich habe es gelernt, in beidem zufrieden zu sein.“ Das ist Lebensstil!
Ich persönlich meine nicht, daß es in der Bibel eine Theologie der Armut gibt bzw. eine Theologie des Reichtums. Es gibt ja diese Haltung: je ärmer du bist, desto frommer bist du. Ich frag mich nur: Wie soll dann das Reich Gottes unterstützt werden? Und dann gibt es die andere Seite, die wir häufig in den USA finden -eine Theologie des Reichtums, die ebenfalls sehr verfänglich sein kann: Der ist gesegnet und geliebt von Gott, der reich ist. Armut und Reichtum hängen sicher auch davon ab, in welcher Zeit und in welchem kulturellen Umkreis wir leben. Unsere Geschwister im Ostblock leben in einer anderen kulturellen Situation als wir im Westen. Wir im Westen haben ganz andere Chancen, weil wir ja mehr Zugang zu den Reichtümern haben. Wir können viel leichter die Christen, die notleidend sind, unterstützen. Aber es können auch Zeiten der Armut über uns im Westen kommen: wirtschaftliche und politische Zusammenbrüche. Da hilft es nur, gut vorbereitet zu sein. Das, was Paulus hier sagt, ist der richtige Stil und der richtige Weg.
In Hebräer 13,5 wird uns noch ein Hinweis gegeben:
„Dein Wandel sei ohne Geiz. Begnüget euch mit dem Vorhandenen, denn er selbst hat gesagt: Ich will dich nicht verlassen noch versäumen.“
Wir sollen zufrieden sein mit dem, was wir haben - und wir sollen vorsichtig sein, was Schulden betrifft.
Römer 13,8: „Seid niemandem etwas schuldig.“
Ich weiß, daß es in unserer komplizierten Zeit sehr schwierig ist, ohne Kredite zu leben. Wie ist es bei Geschäftsgründungen. bei dem Erwerb eines Hauses? Ich meine, daß man vielleicht anfangen sollte, keine Schulden zu machen, was Konsum- und Luxusgüter betrifft. Daß man da eine Grenze zieht. Damit meine ich die extravagante Urlaubsreise, die man sich eigentlich gar nicht leisten kann, ein teures Hobby, etwas, was man in der Werbung gesehen hat und hier noch etwas und da noch etwas. Daß man diesen Maßstab für sich persönlich zieht und sagt: „Hier achte ich darauf, keine Schulden zu machen; das gehört nicht zu meinem Lebensbedarf.“ Das ist eine Überlegung wert, wenn man Maßstäbe finden möchte, dem Anspruch des Wortes Gottes nachzukommen.
Heißt es dann aber jetzt andererseits, wenn Gott für mich sorgt und ich zufrieden und genügsam sein soll, daß ich meine Hände in den Schoß legen soll? Mehr oder weniger lax und faul dahinlebe? Das darf man aus diesen Versen nicht herauslesen.
2. Thessalonicher 10: „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.“
Hier werden wir schon wieder in die richtige Spur gebracht! Die Bibel sagt uns, daß wir fleißig sein sollen, aber uns nichts auf unseren Erfolg einbilden sollen.
Sprüche 13,4: „Der Faule wünscht sich viel und hat doch nichts, die Seele der Fleißigen aber wird reichlich gesättigt.“
Wir sehen, daß zu unserem Lebensstil sehr wohl gehört, daß wir bewährt, fleißig, treu in unserem Beruf sind. Aber unser Fleiß macht es nicht aus. Wir müssen zu der Einsicht kommen, daß letzten Endes nur der Segen des Herrn reich macht.
Sprüche 10,22: „Der Segen des Herrn macht reich, und eigene Mühe fügt ihm nichts bei.“
Psalm 127,1: „Wo der Herr nicht das Haus baut, arbeiten umsonst, die daran bauen.“
Bei all unseren Unternehmungen und all unserer Arbeit haben wir uns vor der Habsucht zu hüten. Da muß man manchmal ganz schön sein Herz erforschen, wie es damit aussieht. Jesus warnt uns dazu:
Lukas 12,15: „Sehet zu und hütet euch vor jeglicher Habsucht. Denn niemandes Leben hängt von dem Überfluss ab, den er an Gütern hat.“
Das ist manchmal nicht so einfach auseinanderzuhalten, wenn das Geschäftsleben vorangeht. Ist es nun Investition im Gehorsam zu Gott, oder ist die Motivation dieses Mehr-haben-Wollen? Es ist interessant, daß Habsucht gleichgesetzt wird mit Unzucht, mit Ehebruch und mit Götzendienst:
Epheser 5,5: „Denn das sollt ihr wissen, daß kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger (der ein Götzendiener ist) Erbteil hat im Reiche Christi und Gottes.“
1. Timotheus 10: „Denn die Geldgier ist eine Wurzel aller Übel.“
Die Habgier = haben; erweitern, besser sein als die anderen. Ich wiederhole noch einmal: Die Bibel spricht nicht gegen Reichtum. Gott macht reich. Aber die Motivation muß stimmen! „Die reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Verstrickung.“ Hüte dich vor der Habsucht und übe dich im Glaubensgehorsam.
Sprüche 22,4: „Der Lohn der Demut und der Furcht des Herrn ist Reichtum, Ehre und Leben.“
Was ist die „Furcht des Herrn“? Die Sünde zu hassen. Und der Lohn ist Reichtum, Ehre und Leben.
Geld und Besitz ist ein ernstes Thema. Es ergreift uns ja in unserer Existenz. Es kann sein, daß jetzt erst einmal dein gesamter Lebensstil durchgeschüttelt und in Frage gestellt ist. Jetzt kommt es darauf an, im Gebet und Gehorsam die richtigen Werte zu finden.
Welches sind die wichtigsten Werte für dein Leben? Es kommt uns sehr schnell über die Lippen: „Jesus, du bist der Wichtigste. Du sollst Herr sein über mein ganzes Leben.“ Wie oft habe ich das schon gesagt im Laufe meines Christsein, und wenn dann der Test kam, wirklich herauszurücken und abzugeben und meine Sicherheit in Gott zu sehen, habe ich so oft gemerkt: Lippenbekenntnisse. Aber ich glaube, der Herr nimmt uns das gar nicht so übel, solange wir auf dem rechten Weg bleiben und da lernen. All diese Äußerungen müssen den Test in der Praxis des Alltags bestehen Dann kommt ja die Frage: Worin suchst du letzten Endes deine Sicherheit? Im krisenfesten Arbeitsplatz, in der Weiterbildung? Berufliche Karriere, ein Polster auf dem Sparkonto, die ständige Geschäftserweiterung? Ich glaube, da sollte keiner dem anderen richtende Vorwürfe machen. Da muß jeder für sich vor seinem Herrn eine Antwort finden. Aber wir sollten uns eines bewusst machen: Daß alles ungesunde Streben nach Sicherheiten und nach mehr Geld letzten Endes aus der Verlorenheit des von Gott getrennten Menschen kommt. Wo soll ein Mensch sonst Ruhe und Sicherheit finden?
Du bist auf dem Weg zu lernen, immer mehr Ruhe, Geborgenheit und auch finanzielle Sicherheit bei Jesus zu finden. Das ist ein Wachstumsprozeß, in dem auch ich mich befinde, seit Jahren. Ich bin dem Herrn sehr dankbar, daß er mich so langsam und behutsam geführt hat. Das kann man oft nicht über Nacht, das ist eine Überforderung. Und nur eine wachsende persönliche Beziehung zu Jesus gibt die Geborgenheit, auf der du dann ganz freimütig sagen kannst - und wirklich ehrlich: „Gott ist mein Versorger, und in ihm habe ich alle meine Sicherheit. Er ist Eigentümer, ich bin Verwalter. Ich werde treu sein in meinen Dingen, aber die Verantwortung ist letzten Endes in den Händen Gottes.“ Und auf diesem Weg geh weiter. Dann kannst du wirklich sagen: „Gott mein Versorger.“
Worin liegen die wichtigsten Ziele für dein Leben? Mein größtes Bestreben ist inzwischen geworden, Gottes Willen über mein Leben zu erkennen. Es gab genauso auch eine Zeit in meinem Leben, da habe ich die Dinge so getan, wie ich es für richtig hielt. Bis dieser Gedanke immer deutlicher wurde: das Wichtigste für mein Leben ist zu erkennen, was Gott vorhat. Und dann, egal wie die finanziellen Sicherheiten sind, die beruflichen Chancen und all die menschlichen Überlegungen - das zu tun, was Gott gedacht hat. Meine Devise ist inzwischen die geworden, daß ich lieber weniger Geld zur Verfügung habe, aber mehr persönliche Freiheit, um Gottes Willen ausführen zu können. Das Leben geht rasant voran. Was willst du in 20, 30, 40 Jahren zurücklassen? Welche Dinge dieser Welt sind wirklich deiner Kraft und deiner Zeit und deiner Arbeit würdig? Wofür lohnt es sich, deine Gesundheit zu ruinieren? Wofür lohnt es sich, dein Leben einzusetzen?
Wenn ich einmal zurückblicke, dann möchte ich wissen, daß ich Gott gedient habe und seinen Willen erfüllt habe. Ich möchte wissen, daß ich eine glückliche, lebenstüchtige Familie hinter mir stehen habe. Und ich möchte wissen, daß ich vielen Menschen auf dieser Erde zu einem Segen geworden bin.
4. Wohlstand ein biblisches Thema?
Autor: John Angelina kam Anfang der 70er Jahr nach Deutschland und gründete 1982 gemeinsam mit seiner Frau Mirjana die „Wort des Glaubens “-Gemeinde in München-Feldkirchen, zu der heute auch eine Bibelschule gehört. - Der vorliegende Artikel ist die bearbeitete Kurzfassung eines Vortrags im Rahmen der „4. Glaubenskonferenz:“ am 17.8.88 in München; Verwendung mit freundlicher Erlaubnis. Bibelzitate nach der Schlachter-Übersetzung.
Wenn wir das Wort „Wohlstand“ hören und nur an Geld denken, haben wir die Fülle von Gottes Segen nicht verstanden, der dahinter steht. Im biblischen Sinne bedeutet der Begriff „Wohlstand“ oder „Wohlergehen“ weit mehr als einfach nur Geld zu haben. Wir Christen sollen erkennen, daß Gott unsere Quelle, unser Versorger ist - und zwar in jedem Bereich unseres Lebens. „Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln...“ (Ps. 23,1). Das ist Wohlstand!
Wahrer Wohlstand beruht darauf, daß wir Gott kennen. Er erwächst aus unserer Beziehung mit ihm. Wir könnten dies ausführlich anhand einer ganzen Reihe von Bibeltexten aufzeigen, von denen ich beispielhaft nur Psalm 1, Psalm 112 und Josua 1,8 erwähnen möchte. Alle diese Abschnitte haben eine gemeinsame Aussage: Wenn die Liebe zu Gottes Wort den ersten Platz in unserem Leben einnimmt, dann erleben wir Gottes Segen. Gott möchte in jedem Bereich unseres Lebens der Herr sein. Natürlich gehört auch der finanzielle Bereich dazu.
Paulus sagte über Jesus: „Denn ihr kennet die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, daß er, obwohl er reich war, um euretwillen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich würdet!“ (2. Kor. 8,9). Gerade hier hört man oft das Argument: „Ja, aber das ist doch nur geistlich gemeint!“ Wenn man jedoch diese Aussage in ihrem Zusammenhang liest, sieht man ganz deutlich: In diesem Kapitel ist die Rede von finanziellen Mitteln, nämlich von der Erhebung eines Opfers. Paulus sprach an dieser Stelle nicht von einem allgemeinen geistlichen Segen, sondern behandelte konkrete Dinge des täglichen Lebens.
Was bedeutet eigentlich das Wort „reich“, das Paulus hier gebraucht? Wir denken vielleicht in erster Linie an viel Geld. Doch Gottes Verheißung umfasst weit mehr als nur irdische Güter. Es kann sein, daß du keine großen Besitztümer hast und trotzdem reich bist, denn „reich sein“ bedeutet, reichlich versorgt zu sein. Wenn wir alles haben, um zufrieden leben zu können, wenn all unserer Not begegnet wird und wir in jedes gute Werk geben können, wie wir wollen, dann sind wir reich. Wohlstand im biblischen Sinne wird an Gottes Wort und nicht an der Rangliste der Milliardäre gemessen.
Der amerikanische Multimillionär Howard Hughes hatte zwar jede Menge Geld und konnte sich alles leisten, was diese Welt zu bieten hat, aber es gibt so vieles, was man mit Geld nicht kaufen kann. Sein Geld konnte ihm keinen inneren Frieden erkaufen, ihm seine Ängste nicht nehmen und natürlich auch seinen kranken Körper nicht heilen. Wohlstand bedeutet im biblischen Sinne geistliches Wohlergehen durch die neue Geburt, seelische Harmonie durch die Erneuerung unseres Sinnes, Heilung und Gesundheit für unseren Körper und Gottes Segen auf allem Werk unserer Hände. Göttlicher Wohlstand erstreckt sich auf jeden Bereich unserer menschlichen Existenz.
Paulus schreibt in seinem Brief an die Philipper: „Ich verstehe mich so gut aufs Armsein wie aufs Reichsein; ich bin in allem und für alles geübt, sowohl satt zu sein, als auch zu hungern, sowohl Überfluss zu haben, als Mangel zu leiden. Ich vermag alles durch den, der mich stark macht“ (Phil. 4,12-13). Paulus erklärt Wohlstand als die völlige und bewusste Abhängigkeit von Gott als seiner Quelle, die ihn unter allen Umständen befähigt, den Willen des Herrn auszuführen. Jedes Kind Gottes sollte in einer solchen Haltung leben.
Gott möchte, daß wir ihn im geistlichen, seelischen, körperlichen und materiellen Bereich als unseren Versorger kennenlernen. Wenn man allerdings den materiellen Bereich erwähnt, stößt man leicht auf Ablehnung. Schließlich sei „das Geld ja die Wurzel allen Übels“. In der Bibel heißt es jedoch, ...... die Geldgier (die Liebe zum Geld) ist eine Wurzel aller Übel“ (1. Tim. 6,10). Und ihr können auch diejenigen verfallen, die nichts besitzen! Die Liebe zum Geld beherrscht uns dann, wenn wir denken, daß Geld die Antwort auf unsere Probleme sei, und es zu unserem Gott machen.
Die Geschichte vom Verwalter
Wir wollen uns nun dem 16. Kapitel des Lukas-Evangeliums zuwenden, einem Kapitel, das oft missverstanden wird:
„Er (Jesus) sagte aber auch zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter; und dieser wurde bei ihm verklagt, da er ihm seine Güter verschleudere. Und er rief ihn zu sich und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Lege Rechnung ab von deiner Verwaltung, denn du kannst hinfort nicht mehr Verwalter sein!“ (Luk. 16,1-2). - Wenn Jesus der Herr deines Lebens ist, dann gehört alles, was du bist und hast, ihm. Du bist jetzt der Verwalter und nicht mehr der Eigentümer. Du bist verantwortlich und musst Rechenschaft darüber ablegen, wie du mit den Gaben Gottes in deinem Leben umgehst.
Weiter heißt es: „Da sprach der Haushalter bei sich selbst: Was soll ich tun, da mein Herr mir die Verwaltung nimmt? Graben kann ich nicht; zu betteln schäme ich mich. Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich, wenn ich der Verwaltung enthoben bin, in ihre Häuser aufnehmen. Und er rief einen jeden der Schuldner seines Herrn zu sich und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Der sprach:
Hundert Bat Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setze dich und schreibe flugs fünfzig!“ (Luk 16, 2-6). Es ist offensichtlich, daß dieser Verwalter seinen Herrn betrog und somit gegen die Gebote Gottes verstieß. Deshalb rechnet Jesus ihn zu den „Kindern dieser Welt“.
Viele Christen wundern sich über Vers 8, wenn sie lesen, daß der Herr den untreuen Verwalter wegen seiner Klugheit lobt. „Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er klug gehandelt habe.“ Die zweite Hälfte des Verses verdeutlicht den Zusammenhang. Jesus sagt hier: „Denn die Kinder dieser Welt sind ihrem Geschlecht gegenüber klüger als die Kinder des Lichts.“
Der Verwalter verfährt nach den Methoden der Welt: „Hole dir, was du kriegen kannst!“ Im Rahmen seiner eigenen Wertvorstellungen hat er sich völlig konsequent und klug verhalten. Die Richtlinien im Reich Gottes sind allerdings völlig anders. Doch anscheinend haben sich viele „Kinder des Lichts“ nicht mit dem Wort Gottes beschäftigt, um diese Richtlinien kennenzulernen und sich entsprechend zu verhalten.
Wenn wir uns nach dem Willen Gottes richten, werden wir auch den Segen Gottes erleben. Aus diesem Grund müssen wir Gottes Wort in unserem Leben an die erste Stelle setzen. Jesus sagt: „Die Kinder der Welt sind klüger...“ (Vers 8). Doch das muß nicht so bleiben; wir sollten dies ändern!
Wohlstand Mittel zum Zweck
Finanzielle Mittel sind nur ein Werkzeug. Man kann sie zu einem Instrument der Bosheit machen; aber genauso kann unser Geld zu einem Werkzeug werden, durch das Gott verherrlicht wird.
In Luk. 16,9 spricht Jesus weiter zu seinen Jüngern: „Auch ich sage euch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn er euch ausgeht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.“
Nachdem er über Verwalterschaft und die Klugheit der Kinder der Welt gesprochen hat, lehrt er nun über den Zweck des Wohlstands. An dieser Stelle gibt es immer wieder Mißverständnisse. Aber biblischer Wohlstand dient nicht luxuriösen Ausschweifungen, für die die Welt ihren Wohlstand gebrauchen würde. Der Herr möchte, daß wir versorgt sind und volle Genüge haben. Er will uns segnen, damit wir ein Segen sein können. Wir sollen unser Geld dazu gebrauchen, uns ..Freunde“ zu machen!
Sollen wir nun den nächstbesten Leuten Geld geben, damit sie uns mögen? Nein. Vielmehr lautet die Schlüsselfrage: Wer ist für uns Christen ein wahrer Freund? Jesus sagte: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr altes tut, was ich euch gebiete“ (Joh. 15,14). Jesu Freunde sind unsere Freunde, und er spricht hier von einem Leben in der Nachfolge. Wir sollen die finanziellen Mittel dazu benutzen, Nachfolger und Freunde für Jesus zu gewinnen. Der .... ungerechte Mammon“ ist ein Mittel zum Zweck, um im natürlichen Bereich dazu beizutragen, das Reich Gottes aufzurichten und Menschen mit dem Evangelium zu erreichen.
Im Philipperbrief schreibt Paulus, nachdem ihm die Gemeinde in Philippi einen Gruß übersandt hatte: „Ich habe alles, was ich brauche, und habe Überfluss; ich bin völlig versorgt, seitdem ich von Epaphroditus eure Gabe empfangen habe, einen lieblichen Wohlgeruch, ein angenehmes Opfer, Gott wohlgefällig“ (Phil. 4,18). Hatte man ihm etwa Weihrauch oder einen Blumenstrauß geschickt? Nein, er hatte eine finanzielle Unterstützung für seinen Dienst bekommen, damit er das Werk des Herrn erfüllen konnte. Nun wird auch verständlich, warum der Teufel uns vom richtigen Umgang mit Geld ablenken will.
Auf dem Weg in das verheißene Land wies Gott sein Volk auf die Gefahr hin, die sich einschleichen kann, wenn die Segnungen Gottes sich im natürlichen Bereich offenbaren und wir fleischlich mit ihnen umgehen: „Denn der Herr, dein Gott, führt dich in ein gutes Land, ... davon du dich nicht kümmerlich nähren musst, worin es dir an nichts mangelt; ... darum, wenn du gegessen hast und satt geworden bist ... hüte dich, daß du des Herrn, deines Gottes, nicht vergessest ... daß, wenn du nun gegessen hast und satt geworden bist, und schöne Häuser erbauest und darin wohnest,... dein Herz sich alsdann nicht erhebe und du vergessest des Herrn, deines Gottes, ... und daß du nicht sagest in deinem Herzen: Meine eigene Kraft und meine fleißigen Hände haben mir diesen Reichtum verschafft. Sondern du sollst des Herrn, deines Gottes, gedenken; denn er ist es, der dir Kraft gibt, solchen Reichtum zu erwerben ...„ (5. Mose 8, 7f). Wenn wir die Verheißungen Gottes in Anspruch nehmen, ihm die Ehre für die Versorgung geben und sie zur Errichtung seines Reiches gebrauchen, entgehen wir diesem Fallstrick.
Säen oder verzehren?
Finanzielle Mittel für die Verbreitung des Evangeliums zu geben, wird in der Schrift mit Säen und Ernten verglichen.
Dazu ein Beispiel: Vor einigen Wochen hatten wir in unserer Gemeinde einen finanziellen Engpass. Unsere Bankkonten sahen recht mager aus, und ich fragte den Herrn: „Was sollen wir jetzt nur tun?“ Wir brauchten innerhalb kürzester Zeit eine beachtliche Summe für Drucksachen. Der Herr trug mir auf: „Der Mann, der zur Zeit in der Bibelschule unterrichtet, hat einen Dienst in der Dritten Welt. Hebe alles ab, was noch auf den Bankkonten ist, und gib es ihm.“
Nur wenn wir mit dem Wort Gottes vertraut sind, können wir seine Weisheit erkennen, wenn er uns solche Dinge sagt. Als Gott mir dies auftrug, sprang mein Herz vor Freude, weil ich mich an Gottes Richtlinien erinnerte: „Wer sich des Armen erbarmt, der leiht dem Herrn; und er wird ihm seine Wohltat vergelten“ (Spr. 19,17). Wir müssen Gott immer in dem festen Bewusstsein vertrauen, daß er sein Wort halten wird.
Neben diesem Wort aus dem Buch der Sprüche kam mir folgende Zusage Gottes in den Sinn: „Er aber, der dem Sämann Samen darreicht und Brot zur Speise, der wird auch euch die Saat darreichen und mehren und die Früchte eurer Gerechtigkeit wachsen lassen.“ (2. Kor. 9,10). Ich begriff, daß das Geld, das ich weggeben sollte, wie ein Saatgut war.
Als ich der Gemeinde mitteilte. was der Herr mir aufgetragen hatte, freuten sich alle mit mir. Das war am Mittwochabend. Donnerstag war ein Feiertag, und am Freitag bekam ich die Mitteilung. daß auf unserem Konto ganz genau der Betrag eingegangen war, den wir als Saatgut weggegeben hatten. Und dann geschah ein Wunder nach dem anderen: Innerhalb weniger Wochen kam weit mehr als die benötigte Summe zusammen!
Wenn wir Gottes Prinzipien nicht beachten, liegt die Versuchung nahe, das Saatgut nicht auszusäen, sondern zum Verzehr zu verbrauchen. Saatgut muß aber ausgestreut werden, wenn es sich vermehren und reiche Frucht hervorbringen soll. Vielleicht ist dein Problem, daß du das Saatgut, das du hättest säen sollen, immer wieder für dich selbst verbraucht hast. Wer aber das zurückhält, was er großzügig säen sollte, wird Mangel erleben. Wenn ich Gottes Wort nicht gekannt hätte, hätte ich wahrscheinlich das Geld nicht weggegeben. Am Freitag hätte ich mich über die Spende gefreut und an den folgenden Tagen vergeblich auf den dringend benötigten Rest gewartet.
Leider begegnet man manchmal auch Christen, die eine Predigt über göttlichen Wohlstand gehört haben und es als eine „Methode zum schnellen Reichtum“ verstehen. Anstatt sich an den ganzen Ratschluss des Wortes zu halten, folgen sie dubiosen „Eingebungen“ oder greifen sogar „im Namen des Herrn“ auf unlautere Mittel zurück. Gerade solche Vorkommnisse sind der Grund. warum das Thema „Wohlstand“ immer wieder in Misskredit gerät.
Wenn ich einmal reich wäre .....
Du denkst vielleicht, daß es die Aufgabe der wohlhabenden christlichen Geschäftsleute ist, die Verbreitung des Evangeliums zu unterstützen, oder daß der Pastor mit seiner Frau die Miete für die Gemeinderäumlichkeiten aufzubringen hat. Doch es ist Gottes Wille, daß jedes Glied seiner Gemeinde Anteil hat am Bau seines Reiches.
Wir können mit Paulus davon ausgehen, daß Gott uns mit Saatgut versorgt (2. Kor 9,10), das wir dann wiederum in sein Erntefeld säen können, um vielfältige Frucht zu empfangen. In den Augen Gottes ist keine Gabe zu klein oder unbedeutend, und du kannst mit dem anfangen, was du jetzt hast. Erweise dich im Kleinen treu!
„Wer im Kleinsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Kleinsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht. Wenn ihr nun in dem ungerechten Mammon nicht treu wart, wer wird euch das Wahre anvertrauen?“ (Luk 16,10-11). An dieser Stelle kommt die große Herausforderung auf uns zu: Laßt uns treu sein als Verwalter unserer materiellen Güter, lasst uns treu sein im „Kleinsten“, in unserem Geben, damit Gott uns das wahre Gut, seine übernatürliche Kraft, anvertrauen kann und wir durch sie viele Menschen zu Freunden Jesu machen können.
Überfluss
Paulus sagt: „Gott aber ist mächtig, euch jede Gnade im Überfluss zu spenden, so dass ihr in allem allezeit alle Genüge habet und überreich seiet zu jedem guten Werk...“ (2. Kor 9,8). Gott möchte, daß du selbst gesegnet wirst und in ihm völlig frei und versorgt bist, so daß du für jedes gute Werk so viel geben kannst, wie du geben möchtest. Wie zu Abraham sagt er zu dir: „So will ich dich segnen ...und du sollst ein Segen sein“ (1. Mose 12,2).
5. Geld und Besitz was sagt die Bibel dazu?
Autor: Zusammengestellt von Rolf-Dieter Braun. Benutzte Literatur (neben den genannten Literatur-Empfehlungen): O.Michel, Art. „Arm“ in: F.Grünzweig u.a. (Hg.), Biblisches Wörterbuch, Wuppertal 2. Auflage 1986, S.23ff -B.Weidner, Art. „Armut“ in: aaO., S.25ff.- K.H. Michel, Art. „Besitz:“ in: aaO.,S.48ff.
1. Privatbesitz ja...
Privatbesitz wird von Gott bejaht und durch seine Gebote geschützt (2. Mose 20,15.1 7). Dieses Besitzrecht ist stets verbunden mit der ausdrücklichen Pflicht, daß die Besitzenden für die Armen sorgen (Lk. 3,10.11; 14,12-14).
2.... aber nicht als Eigentum
Israel kannte kein Eigentum im modernen Sinn der vollen Verfügbarkeit. Landbesitz galt als Leihgabe, die Gottes Eigentum bleibt. Zur Erinnerung daran gab es einschneidende Regelungen: Im Sabbatjahr durfte das Land nicht bebaut werden (3. Mose 25, 3-5). Im Jubeljahr wurde der Besitz neu verteilt (3. Mose 25,10-13). Erbbesitz durfte nicht verkauft werden (3. Mose 25,23-28). Da alle guten Gaben von Gott kommen (1 Chr. 29,12-16), soll sich der Mensch grundsätzlich als Verwalter („Haushalter“) seines Besitzes und aller anderer Gnadengaben verstehen und sie für andere einsetzen (1. Petr. 4,10).
3. Die Ursachen für Wohlstand
Besitz kann die Folge von Fleiß und Sachverstand sein (Spr. 10,4). Gottes Segen, der den Gehorsam belohnt, umfasst auch Wohlstand (5. Mose 11,13-15). Besitz kann aber auch unrechtmäßig erworben sein (Jes. 3,14.15; Jer. 22,13-19; Mi. 2,2). Gottes Gericht ist die Folge davon (Jak. 5,1-6; Jes. 5,8.9; Am. 5,10-13). Das gilt auch für die scheinbare Legalisierung von Ausbeutung durch entsprechende Gesetze (Jes. 10,1-3).
4. Gefahren des Besitzes
Gedankenlosigkeit und Undankbarkeit (5. Mose 8,10-14.17.18), trügerisches Selbstvertrauen (1 Tim. 6,17), Verfehlung des Lebensziels (Lk. 12,15-21) und Bindung an den Besitz (Mt. 6,19-21).
5. Der Zusammenhang von Gehorsam, Segen und Wohlstand
Gottes Segnungen umfassen auch wirtschaftlichen Erfolg. Trotzdem kann man vom Maß des Wohlstands keinesfalls auf Gehorsam oder Ungehorsam, Glaube oder Unglaube schließen: Gott lässt zu, daß auch der Gottlose Erfolg hat (Ps. 73,3-12). Auch Gerechte und Glaubenshelden leiden Not (Ps. 10; 2. Kor. 11,24-27).
Der von Gott verheißene Zusammenhang von menschlichem Handeln und göttlicher Belohnung bzw. Bestrafung (5. Mose 28) wird also zunächst immer wieder durchbrochen - nicht zuletzt wegen der Geduld und Güte Gottes (Mt. 5,45). Erst nach dem Endgericht wird es ein Leben in umfassender Fülle für alle „Gerechten“ (bzw. Gerechtfertigten!) geben (Mt. 25,31-46; Offb. 20,11.12; 21,27).
6. Die Ursachen für Armut
Ungerechte Wirtschaftspraktiken (Am. 8,4-7; Jer. 5,26-31), ausbeuterische Rechtsverhältnisse (Jak. 2,6), mangelnde Fürsorge der Besitzenden (Lk. 16,19.21) und Faulheit (Spr. 6,9-11).
7. Armut und Demut
Die hebr. Begriffe für „arm“ haben z.T. auch die Bedeutung „demütig“ und bezeichnen die richtige Haltung des Beters vor Gott (Ps. 25,9). Als Gegensatz zur Armut wird manchmal der Reichtum, häufiger jedoch die Gewalttätigkeit genannt. Die Armen sind in diesem Sinn wegen ihres demütigen Gottvertrauens von Gott erwählt (Jak. 2,5; 1. Kor. 1‚26-29). Ihnen gelten Gottes Verheißungen (Jes. 61,1.2).
8. Wieso Fürsorge für die Armen
Am Anfang von Gottes Geschichte mit seinem Volk Israel stehen Heilstaten, durch die er sein Wesen und seinen Willen grundlegend offenbart: Er befreit Israel aus der ausbeuterischen Sklaverei in Ägypten und erwartet, daß Israel seinerseits keine Ausbeutung betreibt (3. Mose 19,13). Er gibt Israel Landbesitz und erwartet dessen gerechte Verteilung (4. Mose 33,53.54). Diese Heilstaten setzen die Maßstäbe; deshalb erinnert Gott Israel immer wieder an sie (5. Mose 8,14; 10,18.19; 15, 13-15).
9. Gottes Eintreten für die Bedürftigen
Es gehört zu seiner Treue und Königsherrschaft, daß er sich selbst für die Armen einsetzt (Ps. 146,5 -10). Er identifiziert sich sogar mit ihrem Schicksal (Spr. 14,31; Mt. 25,35-40). Die Hilfe für den Nächsten in wirtschaftlicher Not ist deshalb ein Ausdruck der Liebe zu Gott selbst (1. Joh 3,17.18). Ihre Vernachlässigung ist Hochmut und Sünde gegenüber Gott (Ez. 16,49). Gott bezieht sein Volk in diese Fürsorge ein, indem er sie ausdrücklich befiehlt (5. Mose 15,11) und im alttestamentlichen Gesetz verankert:
10. Soziale Regelungen im Alten Testament
Wer in Schuldsklaverei geraten ist, muß im Sabbatjahr (jedes siebte Jahr) freigelassen werden (5. Mose 15,12-14). Die Armen bekommen einen Teil der Ernte (5. Mose 24 ‚19-22; 3. Mose 19,9.10) und den Ertrag der Felder im Sabbatjahr (2. Mose 23,10.11). Alle 50 Jahre werden die Grundbesitzverhältnisse wieder ausgeglichen (3. Mose 25,10-13). Gegenüber verarmten Mitbürgern besteht Leihpflicht (5. Mose 15,7-10) und Zinsverbot (3. Mose 25,35-38).
11. Hilfe für Arme im Urchristentum
Die Jerusalemer Gemeinde versorgte die Armen in ihren Reihen (Apg. 6,1-3). Die Grundlage dafür war der Verkauf von Haus- und Grundbesitz (Apg. 4 ‚32-37). Vor der Versuchung, Reiche zu bevorzugen, wurde eindringlich gewarnt (Jak. 2,1-7). Als die Jerusalemer Gemeinde selbst in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, organisierte Paulus für sie eine Geldsammlung (1. Kor. 16,1-3; Kor. 8;9).
12. Perspektiven des Reiches Gottes
Nachdem die Königsherrschaft (das „Reich“) Gottes in Jesus angebrochen ist, haben sowohl Genügsamkeit (Phil. 4,11-13) als auch scheinbare „Verschwendung“ (Mt. 26,6 -13) und Festfreude (Lk. 5,27-29; Apg. 16,34) einen Platz im Leben der Nachfolger Jesu Christi.
Gottes Berufung in die Nachfolge führt zu unterschiedlichen Lebensformen: Sie kann einen radikalen Besitzverzicht einschließen (Mt. 6,19-21; Lk. 12,33; 14,33; 18,28). Daneben gab es aber auch Nachfolger Jesu, die Besitz und Berufstätigkeit beibehielten (Lk. 19,8.9; 1 Tim. 6,1 7-19). Die Jerusalemer Gemeinde praktizierte z.T. radikale, aber freiwillige Gütergemeinschaft (Apg. 2,44.45.
13. Wieso Besitzverzicht?
Unsere Lebensperspektive orientiert sich am Vorbild des Gottessohns, der für andere arm wurde (Phil. 2,4-11; 2. Kor. 8,9). Der freiwillige Besitzverzicht seiner Nachfolger ist ein Zeichen für den Vorrang der Gottesherrschaft (Mt. 6,33; Lk 6.20). Wer Gott und den „Reichtum seines Erbes“ erkannt hat, kann auf Festhalten und Absicherung verzichten (Eph. 1,17.18; Phil. 4 ‚18.19). Weil der Nachfolger weiß, daß die „Gestalt dieser Welt vergeht“, und von der Zukunft die Wiederkunft seines Herrn erwartet, gewinnt Distanz zu den „Schätzen hierauf der Erde“ (Mt. 6,19-21; 1. Kor. 7,29-31).
14. Der Lebensstil der Nachfolge
Zu einem Lebensstil der Nachfolge Jesu Christi gehören u.a. folgende Elemente: Arbeit. die u.a. auch dazu dient, Mittel für die Armenunterstützung zu beschaffen (Eph. 4,28). Bereitschaft zum Verzicht und maßvolle Lebensgestaltung (1 Tim. 6,8-10). Großzügigkeit im Geben (1 Tim. 6,18; 1. Kor. 16,2). Treue im Umgang mit unserem Besitz, die eine Voraussetzung für wachsende Verantwortung ist (Lk. 16,10-12). Vertrauen auf Gottes Fürsorge (Mt. 6,25-34).
Literatur-Empfehlungen:
Artikel von Eberhard Mühlan in dem weitere Bibelstellen zur Sprache kommen.
Ronald Sider, Der Weg durchs Nadelöhr, Wuppertal: Aussaat Verlag, 5. Auflage 1985.
Rainer Riesner, Formen gemeinsamen Lebens, Gießen: Brunnen Verlag, 2. Auflage 1984.
Klaus Bockmühl, Evangelikale Sozialethik, Theologie und Dienst Nr. 9, Gießen: Brunnen Verlag, 1975.
Martin Hengel, Eigentum und Reichtum in der frühen Kirche. Aspekte einer frühchristlichen Sozialgeschichte, Stuttgart: Calwer Verlag, 1973.
J.H.Yoder, Die Politik Jesu- der Weg des Kreuzes, Maxdorf: Agape Verlag, 1981.
Barbara und Ulrich Weidner, Alternativer Lebensstil, Wuppertal: Aussaat Verlag, 5. Auflage 1983.
6. Der Zehnte
Autor: Frank Weigert, von Beruf Goldschmied, verheirate!, 5 Kinder, erlebte 1972 aus der Hippie- und Drogenbewegung heraus eine Begegnung mit dem lebendigen Gott. Er leitet heute die Agape-Gemeinschaft in München. Der vorliegende Artikel wurde mit freundlicher Erlaubnis gekürzt übernommen aus „Wiederherstellung“ Nr. 27/1987. Bibelzitate nach der Rev. Elberfelder Bibel.
Das Thema „Zehnter“ ist nicht unumstritten. Ich glaube, daß der Zehnte deshalb so umstritten ist, weil er geistlich von sehr großer Bedeutung ist. Ich glaube, daß dort, wo nicht der Zehnte gegeben wird, die Ausbreitung von Gottes Reich ernsthaft behindert ist. Es ist für mich kein Zufall, daß gerade in einer Zeit, in der wir immer mehr erleben, wie das Reich Gottes wächst, auch vermehrt vom Zehnten gesprochen wird. Wir leben in Zeiten der Wiederherstellung, wo viele Wahrheiten, die lange verschüttet waren, wieder ausgegraben und ans Licht gebracht werden. Wo Reich Gottes gebaut werden soll, muß auch der Zehnte wiederhergestellt werden. Deshalb ist es wichtig, dazu ein klares Verständnis vorn Wort Gottes zu bekommen.
Der Ursprung des Zehnten
Viele Christen verbinden den Zehnten mit Gesetzlichkeit. Sie sagen: „Der Zehnte ist ein Teil des alttestamentlichen Gesetzes und Christus ist doch das Ende des Gesetzes und deshalb hat der Zehnte für uns in der neutestamentlichen Zeit keine Gültigkeit mehr.“ Diese weitverbreitete Auffassung beruht auf einem tiefen Missverständnis. Wißt ihr, wo in der Schrift das Prinzip des Zehnten eingeführt wird? Keineswegs bei Mose unter dem Gesetz, sondern Jahrhunderte zuvor bei Abraham.
Ihr kennt die Geschichte, wie Abraham Lot aus der Hand der fünf Könige befreite und reiche Beute machte. Lesen wir, was dann auf dem Heimweg geschah:
„Und als er zurückkehrte, nachdem er Kedor-Laomer und die Könige, die mit ihm gewesen, geschlagen hatte, zog der König von Sodom aus, ihm entgegen, in das Tal Schawe, das ist das Königstal. Und Melchisedek, König von Salem, brachte Brot und Wein heraus, und er war Priester Gottes, des Höchsten. Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram von Gott, dem Höchsten, der Himmel und Erde geschaffen hat! Und gesegnet sei Gott, der Höchste, der deine Bedränger in deine Hand ausgeliefert hat! - Und Abram gab ihm den Zehnten von allem (1. Mose 14,17-20).
Dies ist das erste Mal, daß in der Bibel vom Zehnten die Rede ist. Wichtig ist, daß der Zehnte vor Mose und vor dem Gesetz gegeben wurde. Außerdem war Abraham zu diesem Zeitpunkt noch nicht beschnitten. Er handelte hier also nicht aufgrund des Gesetzes oder der Beschneidung, sondern aufgrund des Glaubens. Der Ursprung des Zehnten liegt weder im Gesetz noch in der Beschneidung, sondern allein im Glauben.
Wir alle, die wir im neuen Bund stehen, sind Kinder Abrahams. Die Herausforderung an uns ist, in den Fußstapfen Abrahams zu wandeln, der der Vater aller Gläubigen ist. Und Abraham hat den Zehnten an denjenigen gegeben, der ihn gesegnet hat. Das war eine Tat des Glaubens und nicht des Gesetzes. Ich kann das nicht genug betonen. Den Zehnten zu geben, hat nichts mit Gesetzlichkeit zu tun, sondern mit dem Glauben.
Die Ordnung Melchisedeks
Bezugnehmend auf die angesprochene Stelle im 1. Mose heißt es im Hebräerbrief:
„Dieser Melchisedek, König von Salem, Priester Gottes, des Höchsten, - der Abraham entgegenging und ihn segnete, als er von der Niederwerfung der Könige zurückkehrte, dem auch Abraham den Zehnten von allem zuteilte - er bleibt Priester auf immerdar. Schaut aber, wie groß dieser ist, dem Abraham, der Patriarch, den Zehnten von der Beute gab. Ohne jeden Widerspruch wird aber das Geringere von dem Besseren gesegnet. Und hier zwar empfangen sterbliche Menschen die Zehnten, dort aber einer, von dem bezeugt wird, daß erlebt. ... So ist Jesus auch eines besseren Bundes Bürge geworden.“ (Hebr 7,1.3.7-8.22)
Es gibt zwei priesterliche Ordnungen -eine zeitliche und eine ewige. Die zeitliche war jene Priesterschaft der Leviten unter dem Gesetz, die ewige ist die Priesterschaft nach der Ordnung Melchisedeks. Und ihr seht, der Zehnte ist Teil der ewigen Ordnung. Weiter heißt es, daß die Priesterschaft Melchisedeks mit der Priesterschaft Jesu identisch ist. So wie Abraham von Melchisedek mit Brot und Wein gesegnet wurde, werden wir durch Jesu Tod, durch seinen Leib und sein Blut gesegnet. Und ebenso wie Abraham als Antwort darauf den Zehnten gab, sollen wir dem, der uns gesegnet hat, Jesus, den Zehnten geben. Dies ist nicht Teil der vergänglichen Ordnung der Leviten, sondern Teil der ewigen Ordnung, die auch unter Jesus nach wie vor Gültigkeit besitzt.
An wen geht der Zehnte?
Melchisedek, der Priester des höchsten Gottes, brachte Abraham Brot und Wein und segnete ihn. Melchisedek stand über Abraham. Und an ihn gab Abraham den Zehnten. Das Prinzip, das hier deutlich wird und das sich durch die ganze Schrift hindurchzieht, lautet: Der Zehnte geht immer „nach oben“ und nicht „nach unten“. Ich gebe meinen Zehnten dahin, wo ich Brot und Wein empfange und nicht dahin, wo die Bedürfnisse am größten sind.
Der Zehnte ist ein Ausdruck von Bündnis und Unterordnung. Brot und Wein waren Bündniszeichen und das Bündnisangebot geht immer von oben nach unten. Gott bietet uns einen Bund an und nicht wir ihm. Aber wir dürfen auf den Bund eingehen und ein Ausdruck davon ist der Zehnte. Unser Zehnter soll dorthin gehen, wo wir Brot und Wein empfangen, im Bündnis stehen, am Leib Christi angegliedert und geistlicher Autorität untergeordnet sind. Der Zehnte gilt natürlich in erster Linie für den Herrn selbst:
„Und der ganze Zehnte des Landes, vom Samen des Landes, von der Frucht der Bäume, gehört dem Herrn; es ist dem Herrn heilig.“ (3. Mose 27,30).
„Und der Herr sprach zu Aaron: In ihrem Land sollst du nichts erben und sollst keinen Anteil in ihrer Mitte haben; Und siehe, den Söhnen Levi habe ich den gesamten Zehnten in Israel zum Erbteil gegeben für ihre Arbeit, die sie verrichten“ (4. Mose 18,20-21).
In dem das Volk den Zehnten den Leviten brachte, ehrte es Gott und brachte gleichzeitig zum Ausdruck, daß es sich der gottgegeben Autorität und geistlichen Leiterschaft der Leviten unterordnete. Genau dasselbe Prinzip finden wir auch im Neuen Testament wieder. Im ersten Brief an die Korinther schreibt Paulus. daß diejenigen, die im geistlichen, priesterlichen Dienst stehen, von Gott her ein Anrecht auf materielle Anerkennung hatten:
„Wenn wir euch das Geistliche gesät haben, was ist es da Großes, wenn wir von euch das Irdische ernten? Wißt ihr nicht, daß die, welche die heiligen Dienste tun, aus dem Tempel essen, daß die, welche dem Altar tätig sind, Anteil am Altar haben? So hat auch der Herr denen, die das Evangelium verkünden, verordnet, vom Evangelium zu leben" (1. Kor. 9,11.13-14).
Wer von Gott zum geistlichen Dienst berufen und eingesetzt ist, wer des Altars wartet, hat auch Anteil an den Gaben des Altars, sprich: dem Zehnten. Man kann durchaus sagen, daß geistliche Leiter im Neuen Bund die gleiche Art von Verantwortung tragen wie die Priester des Alten Bundes. Wir sehen, wie sich dieses Prinzip durch die ganze Schrift hindurchzieht: Der Zehnte geht „nach oben“ und nicht „nach unten“. Für die Nöte und Bedürfnisse gibt es Spenden und Almosen.
Wie viel beträgt der Zehnte?
Die entscheidende Aussage finden wir wiederum bei Abraham und Melchisedek: „Und Abraham gab ihm den Zehnten von allem“(1. Mose 14,20). Wenn Gott über den Zehnten spricht, dann meint er damit immer den ganzen Zehnten, also volle zehn Prozent von allem. Wir finden in der Bibel immer wieder, daß Gott dies sehr ernst nimmt. Lesen wir aus Maleachi:
„Ein Sohn ehrt den Vater und ein Knecht seinen Herrn. Wenn ich nun Vater bin, wo ist meine Ehre? Und wenn ich Herr bin, wo ist meine Furcht? spricht der Herr der Heerscharen zu euch, ihr Priester, die ihr meinen Namen verachtet. Doch ihr sagt: ‚Womit haben wir deinen Namen verachtet?‘ Ihr, die ihr unreine Speise auf meinem Altar darbringt. Doch ihr sagt: ‚Womit haben wir dich unrein gemacht?‘ Indem ihr sagt: Der Tisch des Herrn, den kann man verachten. Auch wenn ihr Blindes darbringt, um es als Opfer zu schlachten, ist es (für euch) nichts Böses, und wenn ihr Lahmes und Krankes darbringt, ist es (für euch) nichts Böses. Bringt es doch dem Statthalter! Wird er Gefallen an dir haben oder dein Angesicht erheben? spricht der Herr der Heerscharen“ (Mal. 1,6-8).
Es geht um die Gaben auf dem Altar, also um den Zehnten. Gott ist deshalb so zornig gegen das Volk, weil sie nicht das Beste, sondern das Schlechteste zum Zehnten gegeben haben. Er sagt:
„...und bringt Geraubtes herbei und das Lahme und Kranke; so bringt ihr die Opfergabe. Soll ich Gefallen haben an dem, was von eurer Hand kommt? spricht der Herr. Aber verflucht sei, wer betrügt: Da gibt es in seiner Herde ein männliches Tier, und er gelobt es, schlachtet aber dann für den Herrn ein verdorbenes!...“ (V. 13-14)
Das Volk hat zwar seinen Zehnten gegeben, aber es war ein schlechter Zehnter. Doch mehr noch als dem Volk Israel gilt Gottes Zorn den Priestern, die solche Opfer angenommen haben:
„Und nun für euch ihr Priester, dieses Gebot! Wenn ihr nicht hört und wenn ihres euch nicht zu Herzen nehmt, meinem Namen Ehre zu geben, spricht der Herr der Heerscharen, dann sende ich den Fluch unter euch und verfluche eure Segensgaben; ja, ich habe sie schon verflucht, weil ihres nicht zu Herzen nehmt. ...So habe denn auch ich euch verächtlich und niedrig gemacht für das ganze Volk, weil ihr meine Wege nicht beachtet und die Person anseht, wenn ihr Weisung gebt“ (MaI. 2,1.2.9).
Ich glaube, dies ist eine genaue Beschreibung dessen, was wir heute in der Kirche vielerorts erleben: Weil die Leiter nicht mehr Gottes Bestimmungen verkünden und nicht mehr das verlangen, was Gott verlangt, werden sie in den Augen ihrer Leute verächtlich und gering geachtet. Wie spöttisch wird oft über Geistliche geredet. Ich glaube, die Schuld liegt nicht zuerst beim Volk, sondern bei den Geistlichen, weil sie mehr auf Menschen schauen als auf Gott.
„Ihr aber sagt: ‚Worin sollen wir umkehren?‘ Darf ein Mensch Gott berauben? Ja, ihr beraubt mich! -Ihr aber sagt: ‚Worin haben wir dich beraubt?‘ Im Zehnten und im Hebopfer. Mit dem Fluch seid ihr verflucht, mich aber beraubt ihr weiterhin, ihr, die ganze Nation! Bringt den ganzen Zehnten in das Vorratshaus, damit Nahrung in meinem Haus ist! Und prüft mich doch darin, spricht der Herr der Heerscharen, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels öffnen und euch Segen ausgießen werde bis zum Übermaß!“ (Mal. 3,8-10)
Auch hier spricht Gott wieder von dem ganzen Zehnten. Gott nennt es „Raub“, oder in einer anderen Übersetzung „Betrug“, wenn wir für uns behalten, was ihm zusteht. Wir dürfen Gott nicht berauben. Der Zehnte gehört ihm - der ganze Zehnte. Wenn Gott unser Vater ist, dann lasst uns ihn ehren und ihm geben, was ihm gehört, und wir werden erleben, wie Gott die Fenster des Himmels öffnet und uns nach seinen Verheißungen über die Maßen segnet.
Unsere Motivation
Wie bei allem, was wir tun, ist auch im Bezug auf den Zehnten unsere Motivation entscheidend. Wenn wir glauben, daß wir durch Gabe des Zehnten Gott besser gefallen oder gerechter vor ihm sind, dann ist dies Gesetzlichkeit. Es gibt Fälle, wo Gott sagt: „Ich verabscheue eure Opfer“ (vgl. Jes. 1,11; Jer. 6,20). Das Problem war in diesen Fällen immer, daß die Herzenshaltung der Israeliten falsch war; es heißt aber nicht, daß es grundsätzlich falsch war, Opfer zu geben. Gott hat auch gesagt, daß er die Gebete, den Lobpreis und die Feiern seines Volkes hasst, weil sie aus einer falschen Herzenshaltung kommen (vgl. Am. 5,21ff). Das bedeutet aber genauso wenig, daß Gott grundsätzlich gegen Gebet und Anbetung ist. Alles, was ich sagen möchte ist, daß unsere Motivation entscheidend ist.
Dankbarkeit für Gottes Rettung
Gehen wir .wieder zu unserer Schlüsselstelle im 1. Mose, 14 und lesen noch einmal die Verse 19 und 20:
„Und er segnete ihn und sprach: „Gesegnet sei Abram von Gott, dem Höchsten, der Himmel und Erde geschaffen hat! Und gesegnet sei Gott, der Höchste, der deine Bedränger in deine Hand ausgeliefert hat!‘ - Und Abram gab ihm den Zehnten von allem.“
Abraham hat den Zehnten gegeben aus Dankbarkeit für Gottes Schutz und Rettung vor seinen Feinden. Dies ist ein guter Grund, den Zehnten zu geben. Ich glaube, jeder Christ sollte von Herzen sagen können: „Ich danke Gott, daß er mich gerettet hat.“ Gott hat einen sehr hohen Preis dafür bezahlt - er hat seinen eigenen Sohn geopfert, damit wir Rettung erfahren können. Laßt uns dies nicht selbstverständlich nehmen, sondern immer dankbar dafür sein. Und ein Ausdruck von Dankbarkeit ist es, Gott den Zehnten zu geben.
Dankbarkeit für Gottes Bund
Von Jakob lesen wir:
„Wenn Gott mit mir ist und mich behütet auf diesem Weg, den ich gehe, und mir Brot zu essen und Kleidung anzuziehen gibt und ich in Frieden zurückkehre zum Haus meines Vaters, dann soll der Herr mein Gott sein. ...und alles, was du mir geben wirst, werde ich dir treu verzehnten“ (1. Mose 28,20-22).
Gott hatte ein Bündnis mit Jakob geschlossen. Er hatte versprochen, ihn zu beschützen, zu versorgen und seine Verheißungen in Erfüllung zu bringen. Und Jakobs Antwort war: Wenn du dies tust. werde ich dir den Zehnten von allem geben. Den Zehnten zu geben ist ein Ausdruck von Bündnis.
Dankbarkeit für Gottes Versorgung
Als das Volk Israel kurz davor stand, das verheißene Land einzunehmen, gab Gott konkrete Anweisungen, wie es sich dort verhalten sollte:
„Und es soll geschehen, wenn du in das Land kommst, das der Herr, dein Gott, dir als Erbteil gibt, und du hast es in Besitz genommen und wohnst darin, dann sollst du von den Erstlingen aller Frucht des Erdbodens nehmen, die du von deinem Land einbringst, das der Herr, dein Gott, dir gibt, und sollst sie in einen Korb legen und an die Stätte geben, die der Herr, dein Gott, erwählen wird, um seinen Namen dort wohnen zu lassen“ (5. Mose 26,1.2).
Und wenig später sagte er den Israeliten, wie sie beten sollten, wenn sie den Zehnten darbrachten:
„... Und du sollst anbeten vor dem Herrn, deinem Gott. Und du sollst dich an all dem Guten freuen, das der Herr, dein Gott, dir und deinem Haus gegeben hat“ (5. Mose 26,10-11).
Das ist die Haltung, die Gott sich von uns wünscht, wenn wir den Zehnten geben. Es soll eine fröhliche Sache sein, ein Teil unserer Anbetung und ein Ausdruck dafür, daß wir Gott danken für all das Gute, das wir von ihm empfangen haben.
Gott Ehre geben
Im Buch der Sprüche heißt es:
„Ehre den Herrn mit deinem Besitz, mit den Erstlingen all deines Ertrages! Dann füllen deine Speicher sich mit Vorrat, und von Most fließen über deine Keltern“ (Spr. 3,9.10).
Es ist so wichtig, daß wir neu lernen, Ehre auszudrücken. Doch Gott zu ehren muß mehr sein, als nur zu sagen: Ich ehre dich. Gott ehren muß sich auch in dem ausdrücken, was wir tun. Und ein biblischer Weg, dem Vater Ehre zu erweisen, ist es, den Zehnten zu geben.
Den Geist des Mammon bekämpfen
Ihr alle kennt den Spruch: Geld regiert die Welt. Ich glaube, daß dieser Satz ein großes Stück Wahrheit enthält. Eine der stärksten Mächte gerade in unserer westlichen Welt ist der Geist des Mammon. Wir müssen verstehen, daß dies eine wirkliche geistliche Macht ist und jeder von uns steht in Gefahr, in diesen Sog hineingezogen zu werden. Doch Jesus hat gesagt:
„Kein Haussklave kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhangen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“ (Luk. 16,13).
Wir alle müssen darauf achten, daß wir von ganzem Herzen Jesus dienen und nicht Sklaven des Geistes des Mammon werden, und ich sage euch eines: den Zehnten zu geben ist eine Kampfansage an diesen Geist. Vielleicht kann ich es auch so ausdrücken: Es ist gut, wenn es ein bißchen schmerzt, den Zehnten zu geben; es ist gut, wenn es dich etwas kostet. Dies ist die beste Medizin gegen den Geist von Mammon. Jedes Mal, wenn du deinen Zehnten gibst, ist dies ein Glaubensschritt, mit dem du bekennst: Ich vertraue auf Gott! Er wird mich versorgen, denn ich diene ihm allein.
Das Reich Gottes fördern
Wie gesagt, ich glaube, daß dort, wo kein Zehnter gegeben wird, die Ausbreitung von Gottes Reich behindert ist. Dies hat geistliche und praktische Gründe. Die geistlichen Gründe haben wir eben ausführlich besprochen. Und, ganz praktisch gesehen, ist es einfach so, daß der Zehnte eine Voraussetzung dafür ist, daß Menschen zum Dienst für Gott freigesetzt werden können. Ohne Zehnten keine Diener, ohne Diener keine Dienste.
So einfach ist das. Die Frage ist: Haben wir wirklich Vertrauen in das Reich Gottes? Glauben wir, daß unsere Zukunft im Reich Gottes ist, und daß letztlich nur sein Reich Bestand hat? Man investiert nur in etwas, von dem man glaubt, daß es Zukunft hat. Wenn wir glauben, daß das Reich Gottes Zukunft hat, dann sollte uns dies anspornen, darin zu investieren.
7. Armut und Reichtum teilen
Autoren: Claudia und Hans-Georg Filker. Claudia Filker, Theologin, z.Z. Familienfrau. 31 Jahre; Hans-Georg Filker, Jugendpfarrer, hauptamtlich im Kirchenkreis Wuppertal-Barmen, 38 Jahre. 3 Kinder. Dieser Artikel ist die stark gekürzte Fassung des von den Autoren gehaltenen CHRISTIVAL'88-Bibelseminare. Das ganze Bibelseminar ist in dem CHRISTIVAL-Buch „Gott kennen ist Leben" zu finden.
Am späten Vormittag des 19. Juni 1988. Wir waren dankbar für drei intensive Bibelarbeiten, die wir mit CHRISTIVAL-Teilnehmern haben konnten. Die letzte Bibelarbeit lebte von Fragen, die die Teilnehmer uns am Tag vorher hereingereicht hatten. Auf einem Zettel stand: „Ihr habt jetzt die ganze Zeit vom Paulus geredet, der in 2. Kor. 8+9 vom verantwortlichen Umgang mit dem Geld redet. Aber wie sieht das denn in eurem Leben ganz konkret aus?“ So, jetzt konnten wir uns nicht mehr drücken. Mit etwas flauem Gefühl im Bauch haben wir ein wenig von uns erzählt. Mit flauem Gefühl -weil wir selber uns keinesfalls als persönliche Spezialisten in dieser Sache empfinden. Und weil konkrete Schritte, die wir tun, für den anderen kein Maßstab sein müssen. So versuchten wir‘s auszudrücken.
Und dann war es doch passiert. Eine junge Frau kam am Ende dieser Bibelarbeit auf uns zugestürmt. Eine innerer Erregung war ihr ins Gesicht geschrieben. Äußerst zornig schleuderte sie uns entgegen: „Wieso meint ihr eigentlich, Christen dürften keinen Mercedes oder BMW fahren? Und sich auch keinen Neuwagen kaufen. Und überhaupt, das klingt ja furchtbar gesetzlich, was ihr da eben gesagt habt!“ Wir waren etwas verdattert. Wer von uns beiden hatte denn eben eine bestimmte Automarke genannt? Und hatten wir nicht sehr deutlich unterstrichen, daß wir eben nur von uns erzählen wollten, ohne Richtlinien für andere geben zu wollen? Wieso hatte die junge Frau Dinge gehört, die wir nicht gesagt hatten?
Mit diesen Schwierigkeiten lebt die Christenheit seit ihren Anfängen. Gott hat uns in seiner Bibel konkrete Gebote für unsere Lebensgestaltung gegeben. Aber die Umsetzung in die jeweilige Lebenssituation muß von uns geleistet werden. Gerade das Thema „Armut und Reichtum teilen“ macht dies deutlich. Die ganze Bibel ist durchzogen von Gottes scharfen Worten zum ungerechten Umgang mit dem Geld. Aber wir müssen überlegen: „Was heißt das ganz konkret?“
Dazu nun einige Auszüge aus dem genannten Bibelseminar. Wir empfehlen sehr, die Texte zunächst einmal in der Bibel zu lesen: 2. Kor. 8+9. Ohne Scheu greift der Apostel Paulus in den beiden Kapiteln ein Thema auf, das wir meist dezent übergehen: das Geld. Präziser: die Erinnerung an die versprochene Geldsammlung der Korinther für die Jerusalemer Gemeinde. Das ging schon den Korinthern so. In Sachen Geldgeben sind die guten Vorsätze der Umsetzung meist weit voraus. Aber die Not brannte in Jerusalem. Die Gemeinde war materiell total verarmt. Aber nach Ratschluss der Apostel war nun die internationale Christenheit beauftragt (Apg. 15). Fürsorgepflicht sprengt nationale Grenzen! Paulus durchdringt in seiner Argumentation die Finanzangelegenheit der Gemeinde und natürlich jedes einzelnen Christen geistlich. Er erinnert an die Christusgeschichte. Im Vers 9 sind wir im Zentrum der Argumentation des Paulus. Die Fragen um Armut und Reichtum müssen mit dem Fundament unseres Glaubens in Verbindung gebracht werden: Jesus Christus.
„Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, damit ihr durch seine Armut reich würdet.“
In dieser Kollektenrede geht es um mehr als 20 Cent, die sich bei uns vielleicht seit Kindergottesdienst-Zeiten als Kollektengabe eingefleischt haben. Paulus nennt eben keine konkreten Zahlen. Aber er wirbt. Denn: Liebe kann man nicht befehlen. Natürlich könnten wir jetzt eine flammende Rede über die Armut in der Welt halten. Ihr würdet einen Moment erschüttert gucken Und vielleicht haben wir das auch immer wieder einmal nötig, uns von konkreten sehr nackten Tatsachen der Armut (Armut ist immer konkret!) wachrütteln zu lassen, Aber mit Appellen kann man eine Menge Stimmung erzeugen, die schnell verpufft.
In Jesus Christus begegnet uns die persönliche Liebe Gottes, die unser Gewissen schärfen will und uns bei konkreten Schritten begleitet.
Aber Achtung! Vorsicht geboten. Paulus wirbt in Vers 9 so intensiv mit Jesus Christus, daß sich hier schnell die Vorstellung eines ‚.Jesus-Christus-Vorbild-Glaubens“ einschleicht. „Laßt uns doch so leben wie Jesus Christus gelebt hat“ - diese Vorstellung ist auch bei Menschen attraktiv, die wenig inhaltliche Kenntnis vom biblisch bezeugten Christus haben. Einer, der wie Jesus leben will, orientiert sich an einer historischen Gestalt - bis ihm die Puste ausgeht. Paulus redet von einem Leben mit Jesus, der uns schon jetzt bereichern will (V. 9) - und auch unseren Geldbeutel aufknöpfen kann. In der Apostelgeschichte wird der Auswirkung der geistgewirkten Herzensveränderung in punkto „money“ bei der ersten Christenheit breiter Raum gegeben (z.B. Apg. 2,37-47). Welch ein Pfingstwunder: Der Geist öffnet Herzenstüren, Haustüren und Geldbeutel!
Eigentlich ist doch alles klar: Jesus Christus ist der Herr unseres Lebens. Und ich kann nun die Gaben, die er mir anvertraut hat, verwalten. Schön wär‘s, wenn die gehorsamen Schritte der Nachfolge so ganz von alleine, automatisch kämen. „Ihr hattet doch den guten Willen!“ so erinnert Paulus auch seine Gemeinde in Korinth (2. Kor. 8,12). Unser Lebensstil und unsere Lebensziele sind eben nicht neutraler Boden oder Niemandsland der Nachfolge. Die guten Taten der Liebe kommen nicht automatisch. Aber wenn wir mit einem fest rechen können, dann damit: Wenn wir uns kritiklos den Gesetzmäßigkeiten und Sachzwängen überlassen, die uns umgeben in Familie, Schule, Beruf, so werden automatisch konsumorientierte, karriereorientierte, geldorientierte Lebensstile und -ziele entstehen.
Jesu Liebe hat uns reich gemacht - so reich, daß wir immer wieder sehr selbstkritisch unser Leben auf die so selbstverständlichen Fremdeinflüsse überprüfen können. Übrigens - was für den einzelnen Christen gilt, hat gleiche Bedeutung auch für das Finanz verhalten einer Gemeinde.
Die Bibel entlässt uns nun für die Suche nach konkreten Weisungen in einen relativen, prinzipienfrei en Raum. Gut - wir haben die alttestamentliche Weisung, den Zehnten zu geben. Aber gegenüber dem Wort Jesu an den reichen jungen Mann „Verkaufe alles, was du hast, gib‘s den Armen, ... und komm, folge mir nach“ (Mk. 10,21) klingt die Zehnten- Weisung ja recht harmlos. „Gebt alles“ als biblisches Prinzip. Wär‘s so, wir könnten uns wenigstens entscheiden. Sicher, die meisten von uns gingen hinter dem reichen jungen Mann her. Aber wir haben eben dieses biblische Prinzip nicht. Die Sache mit Jesus und Zachäus verlief ganz anders - obwohl es auch da in der Armenkasse kräftig klingelte (Lk. 19,1-10).
Paulus geht in dieser Frage der Konkretion mit den Korinthern sehr seelsorgerlich um: „Jeder gebe, wie er‘s im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb“ (2. Kor. 9,7).
Wer gibt, soll auch aus Freiheit geben - Freiheit gegenüber meinem Geldbeutel, die mir Gott vielleicht erst schenken muß.
Es geht also nicht um prinzipielle Armut. Es geht um Mit-Teilung des Besitzes. Und jetzt denken wir ruhig schon an mehr als nur an Besitz in Schein- und Münzform. Das Auto als Besitz, die Wohnung als Besitz, die Zeit als Besitz ..... Unter der Wirkung des Heiligen Geistes wird der Besitz zur mitgeteilten Gabe. Das war auch immer ein Kennzeichen der geistlichen Erweckungen. Wo Menschen zu einem lebendigen Glauben fanden, war das verbunden mit einer reichen diakonischen Tätigkeit, mit politischem Engagement. Und dies ist auch sicher ein Maßstab für die Beurteilung neuer geistlicher Aufbrüche in unserer Kirche.
Ob uns die Kollektenrede des Paulus dabei helfen kann? Gott kann es geben!
8. “Ihr habt mich gespeist”
Autor: Ralph Winter, Stark gekürzter Auszug aus: Ralph Winter; „ Perspective on the World Christian Movement‘, Kap. „State of World Need in the 80‘s“, World Relief Corporation, 450 Gundersen Dr. Carol Stream, 1160187. USA.
„Dann wird der König zu denen an seiner Rechten sprechen: Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters, nehmt das Reich in Besitz, das euch seit der Grundlegung der Welt bereitet ist. Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.“ Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann sahen wir dich hungrig und haben dich gespeist, oder durstig und haben dich getränkt? Wann sahen wir dich als Fremdling und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich bekleidet? Wann sahen wir dich krank oder im Gefängnis und haben dich besucht? Und der König wird ihnen antworten: Wahrlich ich sage euch: Was immer ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“
(Matthäus 25,34-40)
Jesus und die Armen sind untrennbar. Die Bedürftigen versammelten sich um ihn, wo immer er hinging. Zehnmal berichtet das Neue Testament davon, daß Jesus von „Mitleid bewegt war“ - immer dann, wenn er eine Begegnung mit leidenden Menschen hatte.
„Ich war hungrig, und ihr habt mich gespeist“
Ricardo ist fünf Jahre alt. Sein kurzes Erdenleben, ist ein einziger Kampf gegen einen verzehrenden Feind gewesen, den Hunger. Seine Streichholzarme und Beine strecken sich auf dem Boden der einfachen brasilianischen Hütte aus, geben Zeugnis von der lebenslänglichen Schlacht.
Der Kampf ist vorbei. - Der Tod hat gewonnen.
Ricardo ist nur einer von zwischen 400 Millionen und einer Milliarde Menschen auf der Welt, die chronisch unterernährt sind. Sie sind ständig hungrig. Einundzwanzig Kinder wie er sterben jede Minute.
Für die Hälfte bis zwei Drittel aller lebenden Menschen ist Hunger nicht nur ein gelegentliches Unbehagen kurz vor dem Mittagessen, sondern ein Lebensstil. Mahatma Gandhi nannte es „das ewige, zwangsweise Fasten“. Was können wir tun, um das Elend abzuwenden? Vielleicht sollten wir die Nahrungsproduktion erhöhen, den Viehbestand aufstocken und mehr brachliegendes Land kultivieren? Wenn über die Hälfte der gesamten Weltbevölkerung chronischen Hunger leidet, dann muß es wohl nicht genug zu essen geben. Stimmt das?
Falsch.
Die bittere Wahrheit ist, daß es genug Nahrung auf der Welt gibt, um jeden zu ernähren. Sie wird nur nicht gleichmäßig verteilt. Das Ungleichgewicht in der Nahrungsverteilung ist der vorrangigste Grund, warum es heute in der Welt ein Hungerproblem gibt. Die entwickelten Nationen leeren den Futternapf fast ganz, bevor sie die Krümel an die Entwicklungsländer weiterreichen. Die reichen Industrieländer bilden die Frontlinien der Verantwortlichkeit. Aber auch die wohlhabende Elite der armen Länder trägt ein Teil der Verantwortung.
In großen Teilen Afrikas, Lateinamerikas, Asiens und des Mittleren Ostens liegt die Lebenserwartung bei 30 bis 40 Jahren. Mehr als die Hälfte der in Afrika geborenen Babys sterben, bevor sie fünf werden. Und allein in Asien sind 300 Millionen unterernährt.
Ironischerweise gibt es auch ein Ernährungsproblem für die reichen Länder. Es heißt Überernährung. Überernährung verursacht die Hälfte aller Todesfälle in den USA. Nach Schätzungen sind 25 -45% aller erwachsenen Amerikaner mehr als 20% übergewichtig. Die Amerikaner essen sich also buchstäblich zu Tode.
„Ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben“
Eine Drehung des Handgelenks oder ein Zwei-Meilen-Weg. Was würdest du vorziehen?
In den meisten entwickelten Ländern ist eine kurze Drehung des Handgelenks alles, was du tun musst, um eine reiche Wasserzufuhr zu erhalten. Du drehst nur den Wasserhahn auf.
In Entwicklungsländern gehen Frauen oft Meilen zu Fuß, um einen einzigen Krug Wasser aus einem Brunnen zu holen. Manch mal dauert dieser Weg einer halben Tag. Und in vielen Ländern führt nicht einmal ein Zwei Meilen-Weg zu Wasser. Es gibt dort einfach keins.
Wasser ist der kostbarste aller Vorräte. Eine absolute Notwendigkeit zum Leben. Ein menschliches Wesen kann keine zehn Tag ohne Wasser leben. Zehn Millionen Menschen sterben pro Jahr obwohl sie Wasser haben, weil ihr Wasser verschmutzt ist. Verschmutztes Wasser ist direkt für ihr Sterben verantwortlich, und die Hälfte der Toten sind Kinder.
Verseuchtes Wasser ist der Hauptüberträger von Typhus, Cholera und Ruhr, vorherrschende Krankheiten in den Entwicklungsländern. Andere Krankheiten, die durch verschmutztes Wasser übertragen werden, sind eine ansteckende Augenentzündung und verschiedene Hautausschläge. Die verbreiteste Todesursache in den Entwicklungsländern ist die Durchfallerkrankung, die oft durch ungereinigtes Wasser entsteht.
„Ich war ein Fremder, und ihr habt mich eingeladen“
Oktober 1979. Es war, als würde ein menschlicher Damm brechen. Eine Flut von Menschen ergoss sich von der Grenze Kambodschas her nach Thailand. Ihre eingefallenen Gesichter und strohhalmdünnen Glieder zeugten von dem unmenschlichen Lebenskampf im Dschungel. Mit wenig Nahrung und noch weniger Wasser fielen sie um wie Fliegen. Die Aufmerksamkeit der Welt war auf die Not dieser heimatlosen Menschen gerichtet.
In einfachsten Worten sind Flüchtlinge Menschen, die sich genötigt fühlen oder gezwungen werden, ihre Heimat zu verlassen. Unfähig oder nicht gewillt zur Rückkehr, bleiben sie in einer heimatlosen Hölle.
„Ich war nackt, und ihr habt mich gekleidet“
Stell dir vor, daß du dich eines Abends zum Abendessen hinsetzen willst und das Peitschen von Schüssen, Schreie und Lärm in dein Esszimmer dringen. Beim Hinausschauen siehst du Häuser brennen und blutende Nachbarn auf der Straße liegen. Eine Gruppe zornig schreiender Männer bewegt sich auf dein Haus zu. Die einzige Chance zu entkommen ist sofortige Flucht. Alles, was dir gehört, lässt du hinter dir - Haus, Auto, Nahrung, Kleidung - und rennst um dein Leben.
Solche Ereignisse unterbrechen den Lebensrhythmus in Ländern auf der ganzen Welt, wo Katastrophen wie Krieg eine ganze Nation in Unruhe bringen.
Neben solchen von Menschen verursachten Katastrophen machen andere gewaltsame Ereignisse Tausende von Menschen heimatlos: Mehr als 90% der Verluste an Menschenleben sind das Ergebnis von vier natürlichen Bedrohungen: Dürre, Überschwemmungen, tropische Wirbelstürme und Erdbeben.
Die völlige Wiederherstellung nach einer Katastrophe erfordert oft Hilfe von außen, die über die Anfangshilfe hinausgeht. Das Mindestziel sollte sein, die „normalen“ Verhältnisse wiederherzustellen. Aber in Entwicklungsländern schließen „normale“ Bedingungen oft Unterernährung, Krankheit und Armut ein.
„Ich war krank, und ihr habt euch um mich gekümmert“
Josef Mwangi maß dem Biss der Schwarzen Fliege auf seinem Arm nicht viel Beachtung bei. Wanzen und Fliegen waren üblich in der Sahara-Zone, wo er lebte, und er hatte keine Ahnung, was für ein grausames Schicksal in diesem Biss der Schwarzen Fliege lag.
Es dauerte nicht lange, um das herauszufinden. Larven, die die Fliege in seinen Arm eingespritzt hatte, entwickelten sich zu langen spagettiartigen Würmern. Buchstäblich unter seiner Haut schwimmend durchbohrten sie das Zellgewebe und erreichten schließlich ihr Hauptziel, die Hornhaut des Auges. Sie raubten ihm sein Sehvermögen. Es gibt keine heilende Behandlungsmethode für Josefs Krankheit. 30 Millionen Menschen werden jährlich damit infiziert. Fachleute nennen die Krankheit „Flußblindheit“.
Flußblindheit ist nur eine der Krankheiten, die Entwicklungsländer im Würgegriff halten. Malaria, Tuberkulose und parasitäre Infektionen zerstören jährlich das Leben von Millionen.
„Ich war im Gefängnis, und ihr habt mich besucht“
Eine 5O-jährige russische Gläubige, Valeriya Makeeva, wurde 1979 für unbestimmte Dauer zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Ihr Gefängnis? Eine Anstalt für kriminelle Geisteskranke. Ihr Verbrechen? Die Herstellung und der Verkauf von Gürteln, auf denen die Worte des Psalm 91 aufgestickt waren. Sie wurde gegen ihren Willen intensiv mit Medikamenten behandelt.
In den Jahren 1929 bis 1973 wurden mindestens 45.000 Geistliche in Russland, der Tschechoslowakei, Polen, Rumänien und Bulgarien verhaftet. Allein in zwölf Jahren starben 22.000 in grausamen Gefängnissen und Gefangenenlagern.
Georgi Vins, ein russischer Pastor, wurde 1979 aus einem Gefangenenlager in Sibirien entlassen. Während der langen Jahre, die er um seines Glaubens willen inhaftiert war, fielen die Temperaturen oft auf 50 Grad unter Null. Seine Gesundheit nahm Schaden. Nach seiner unerwarteten Entlassung dankte er denjenigen im Westen, die für ihn im Gebet eingetreten waren. „Immer, wenn es im Westen unterstützende Aktionen gab, wurde ich von den Gefängniswärtern besser behandelt. Wenn keine Unterstützung kam, wurden die Bedingungen schlechter.“
Was können wir tun?
In einer Welt voll unermesslicher Nöte fragen wir uns, was wir tun können. Zu oft geben wir uns auf diese Frage nur die stille Antwort: „Nichts. Ich kann nichts ändern an dem Leid dieser Welt.“
Es ist leicht für uns, uns vom Handeln abzuhalten. Wir lullen uns in die Überzeugung, daß die Probleme außerhalb unserer Reichweite liegen. Die Nöte der Armen - und Reichen - gehen über das Körperliche und Seelische hinaus. Sie sind auch geistlich. Die effektivsten Pläne wenden sich daher an die Nöte der ganzen Person - an die körperlichen, psychischen und geistlichen. Gemeinsam können einzelne in bedeutender Weise auf die Nöte reagieren. Auch wenn du oder ich nicht in der Lage sein dürften, die Probleme allein zu lösen, müssen wir so reagieren, wie Gott uns auffordert.
Was wir wirklich glauben, sollten wir tun. Alles anderes ist nur religiöse Rhetorik. Und wir glauben. daß es niemals Gottes Wille für die Christen war, untätig herumzusitzen, während die ruhelosen Armen ums Überleben kämpfen.
„ .... das hast du mir getan“
Eine halbe Milliarde leidet an Unterernährung. Hunderte von Millionen plagen sich mit parasitären Krankheiten, Millionen sterben an Krankheiten, denen man andernorts auf dieser Welt leicht vorbeugen kann. Über 15 Millionen sind Flüchtlinge, die aus ihren Ländern vertrieben wurden. Tausende sterben in Katastrophen. die über Städte, Häuser und Länder hereinbrechen. Die meisten Menschen auf der Welt haben kein sicheres Trinkwasser. Millionen leiden in Gefängnissen, viele davon wegen ihrer religiösen oder politischen Überzeugung.
Die Worte Jesu durchschneiden den düsteren Zustand der Welt: „Was du einem dieser geringsten meiner Brüder getan hast, das hast du mir getan.“ Die Probleme sind weltweit, aber individuelle Reaktionen sind von ewiger Bedeutung. Ein Laib Brot. Eine Tasse sauberes Wasser. Ein Dach. Diese Dinge besitzen einen unermesslichen Wert für jemanden, der hungrig, durstig oder heimatlos ist.
9. Haben Christen eine Antwort?
Autor: Tom Sine, Politologe und Futurologe an der Universität von Washington, ist Autor mehrerer Bücher (The Mustard Seed Conspiracy; Why Settle for more and Miss the Best). Er arbeitet als Berater christlicher Organisationen und Gemeinden in Bezug auf Zukunftsplanung und -forschung, vor allem mit World Concern, dem Lausanner Komitee für Weltevangelisation und YWAM. Er lebt in Seattle, USA.
Man schätzt, daß gegenwärtig etwa 70 Millionen Menschen am Rande des Hungertodes stehen. 800 Millionen leben in sogenannter absoluter Armut. Das bedeutet, sie verdienen nicht mehr als 100 € pro Person im Jahr. Die Hälfte ihrer Kinder wird unter diesen Verhältnissen nicht älter als fünf Jahre.
David Barrett, Herausgeber der World Christian Encyclopedia, teilt eine andere erschütternde Zahl mit: 195 Millionen derjenigen, die in absoluter Armut leben, sind unsere Brüder und Schwestern in Jesus Christus. Sollen reichere Länder sich schuldig fühlen angesichts dieser düsteren Tatsachen? Sollten diese Länder ihr riesigen Vorräte an Butter, Käse und Getreide zu den ärmeren Nationen bringen? Was ist unsere Verantwortung als Christen?
Die Marxisten sagen, alles Leid sei eine direkte Folge des Kapitalismus. Die politische Rechte hingegen sagt, die westlichen Nationen hätten keine Verantwortung für die Armut in der Welt. Aber die Probleme sind viel zu kompliziert für einseitige Schuldzuweisungen. Wir alle sind beteiligt an dieser weltweiten Tragödie, die täglich schlimmer wird.
Welche Verantwortung haben wir als Wohlstandsländer? Was ist unsere Verantwortung als Christen, deren Wohlstand zunimmt?
Westliche Regierungen haben aus menschlicher Betroffenheit und weltweiter Verantwortung heraus versucht, den ärmeren Nationen zu helfen. Sie haben immer mehr Mühe, Mittel aufzutreiben, um die sozialen Nöte ihrer eigenen Länder zu stillen. Es ist unwahrscheinlich, daß sie ihre Auslandshilfe in großem Umfang verstärken können, um den wachsenden Nöten zu begegnen.
Wegen ihrer Verschuldung werden die Länder der Dritten Welt vielleicht noch nicht einmal in der Lage sein, ihren gegenwärtigen Entwicklungsstand zu halten. Die Zukunft sieht nicht gut aus für die Armen der Welt.
Ein Blick auf die Kirche
Ich glaube, es ist Zeit, daß die Kirche eine viel größere Verantwortung für die Welt übernimmt, in die Gott uns gesetzt hat. Und ich glaube nicht, daß wir unsere Verantwortung erkennen werden, indem wir über rechte oder linke Ideologien streiten.
Um unsere Verantwortung zu verstehen, müssen wir zur Schrift zurückgehen und fragen: „Wessen Welt ist es denn überhaupt?“ Die Schrift sagt: „Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt“ (Psalm 24). Zu erklären, „die Erde gehört dem Herrn‘, ist kein Konzept im Sinne der Marxisten oder Kapitalisten.
Im Buch Genesis lesen wir, daß Gott der Menschheit die Verantwortung gab, Bewahrer, nicht Eigentümer seiner Schöpfung zu sein - sie so zu verwalten, wie er es beabsichtigt hatte.
Später setzte Gott das Jubeljahr und das Sabbatjahr ein, um damit sicherzustellen, daß seine Schöpfung gerecht verwaltet würde. Er hat offenkundig die Absicht, daß sowohl der Arme als auch der Mächtige die Möglichkeit haben, sich an seiner guten Schöpfung zu freuen.
Die Propheten sagen uns mehrfach, daß Gott aus drei Gründen Gericht über die Kinder Israels bringen musste: Götzendienst, Unzucht und Unterdrückung der Armen. Unglücklicherweise werden von konservativen Christen die ersten beiden anerkannt, der dritte aber ignoriert. Aber die Schrift sagt immer und immer wieder, daß das Herz des Vaters für die Armen schlägt. „Wenn du den Hungrigen dein Herz finden lässt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen und dein Dunkel wird sein wie der Mittag" (Jes. 58,10). Der Dienst Jesu und der frühen Kirche war ganz klar darauf gerichtet, den materiellen wie geistlichen Nöten der Armen und Entrechteten zu begegnen.
Zu einer neuen Theologie der Verwalterschaft
Um eine neue biblische Theologie der Verwalterschaft zu entwickeln, genügt es nicht zu sagen, daß „die Erde dem Herrn gehört“ und daß Gott seine Schöpfung auf gerechte Weise verwaltet sehen möchte.
Wir müssen uns daran erinnern, daß wir ein Teil der internationalen Bewegung sind, die der „Leib Christi“ genannt wird. Und Gott hat seiner Kirche eine bestimmte Menge an Gütern anvertraut. In dem Maße, wie wir mehr als einen gerechten Anteil daran für uns selber verbrauchen, in demselben Maße ist nicht genug da, um mit andern im Leib Christi zu teilen oder das Reich Gottes auf der Erde voranzubringen.
Ich glaube, es ist eine schwerwiegende Anklage gegen den Leib Christi, daß einige von uns im Überfluss leben (vor allem amerikanische Christen) und Christen in anderen Teilen der Welt nicht in der Lage sind, ihren Kindern satt zu essen zu geben. Unsere gegenwärtige Sicht der Verwalterschaft ist offensichtlich unangemessen.
In amerikanischen Gemeinden werden wir gelehrt, den Zehnten zu geben. Aber der Durchschnitt des Gebens liegt bei 2,3%, und nur ein winziger Teil davon wird investiert, um den Nöten in der Dritten Welt zu begegnen, für Evangelisation oder Hungerhilfe.
Natürlich unterstützen viele Europäer ihre Gemeinden automatisch durch ihre Steuern. Ich habe aber den Eindruck, daß westliche Christen vielfach meinen, was sie mit dem Rest ihres Geldes machen, sei ihre Privatsache und gehe niemanden etwas an. Eine solch gespaltene Sicht der Verwalterschaft ist aber nicht biblisch. Im Neuen Testament ist sie nicht zu finden. Dort geht es vielmehr um Verwalterschaft als Lebenshaltung. Christus zu folgen ist eine Perspektive für das ganze Leben. Unser Geben auf das zu beschränken, was wir übrig haben oder an Steuern zahlen müssen, entspricht nicht dem, was wir im Neuen Testament sehen.
Wenn man im 1. Jahrhundert ein Jünger wurde, hatte das einen Einfluss auf das ganze Leben, insbesondere auf die Verwendung des Geldes.
Wenn wir akzeptieren, daß „die Erde dem Herrn gehört“, dann geht es nicht mehr um die Frage: „Wie viel von meinem Eigentum soll ich weggegeben?“ Die Frage ist eher: „Wie viel von dem, was Gott gehört, soll ich für mich behalten?“ Noch genauer: „Wie viel von dem, was Gott gehört, soll ich für mich behalten in einer Welt. in der es nicht genug zum Leben gibt, in der auch Christen Schwierigkeiten haben zu überleben?“
Du siehst, in einer Welt mit wirklichen Beziehungen gibt es so etwas wie eine private Entscheidung über den Lebensstil nicht. Jede Entscheidung, die wir treffen. hat direkte oder indirekte Auswirkungen auf jeden, mit dem wir diesen Planeten teilen. Deshalb leben die Marienschwestern in der Nähe von Frankfurt einfach, so daß Mittel freigesetzt werden, um mit anderen in Not zu teilen. Und es gibt eine Gruppe von gutsituierten Christen in München, die in Gemeinschaft leben und ihren Lebensstil vereinfachen, um mit anderen zu teilen, die in weniger günstigen Umständen sind. Sie glauben, daß Jesus uns zu einer Lebenshaltung der Verwalterschaft ruft.
Ich bin überzeugt, daß wir ernsthaft unterschätzen, was Gott mit unseren Leben, unserer Zeit und unserem Geld tun könnte, um mit seinem Königreich eine wirkliche Alternative zu der wachsenden Herausforderungen der Welt zu schaffen. Es gibt eine große Zahl von christlichen Werken, die dein Leben in Kurzzeit-Einsätzen oder dein Geld in langfristigen Projekten für das Reich Gottes unter den Armen verwenden könnten. Viele Werke leisten eine ausgezeichnete Arbeit in der Dritten Welt. Aber sie alle leiden unter dem Mangel an Mitteln für Barmherzigkeitsdienste.
Was in den ärmeren Ländern am meisten gebraucht wird, sind nicht Schiffsladungen von Nahrungsmitteln und Überschüssen, es sei denn in extremen Notsituationen. Nötig ist wirtschaftliche Stärkung in Partnerschaft mit den Kirchen der Dritten Welt.
So habe ich beispielsweise an einem Projekt mit World Concern (einem christlichen Hilfs- und Entwicklungsdienst in den USA) in Partnerschaft mit Kirchen in ländlichen Gebieten Haitis mitgearbeitet. Wir lehrten die Leiter der Gemeinschaft, wie sie die wirtschaftliche Entwicklung fördern können.
Sie zeigten, was sie gelernt hatten, indem sie eine landwirtschaftliche Genossenschaft gründeten. Sie kauften ihren eigenen Lastwagen und fuhren ihren eigenen Kaffee auf den Markt. Indem sie den Zwischenhandel umgingen, steigerten sie ihren Gewinn im ersten Jahr um 250%.
Heute versorgt sich diese Gemeinschaft nicht nur selbst, sondern steigert auch ihren Lebensstandard allmählich. Das heißt, daß Unterernährung wesentlich zurückgegangen ist, daß viel mehr Kinder in die Schule gehen, daß ein elementares Gesundheitssystem existiert und daß die Gemeinde wächst, teilweise deshalb, weil sie es sich leisten können, ihre Pastoren zu bezahlen. Dieses Projekt ist ein sehr starkes Zeugnis für das Evangelium von Jesus Christus.
Wir können nicht länger nur unsere eigene Karriere verfolgen, unseren Zielen nachgehen und uns mit Sonntagschristentum begnügen. Wir können nicht länger nur den amerikanischen oder europäischen Traum träumen mit ein bißchen Jesus-Verzierung. Wir sind nicht nur gerufen, Jesus in unser Herz aufzunehmen, sondern unser ganzes Leben und alle unsere Mittel auf ihn auszurichten, um sein Königreich der Liebe in Wort und Tat zu demonstrieren. Wenn wir Verwalter mit unserem ganzen Leben werden, werden wir staunen, wie Gott unsere Saatkörner benutzen wird, um sein Liebesgebot und seinen Missionsbefehl als Antwort auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts voranzubringen.
Das wahre Geschenk macht einen reicher, obwohl man etwas hingibt. (Knut Hamsun)
10. Verantwortlich geben
Autor: William Mac Donald, Abdruck mit freundlicher Genehmigung aus dem Buch von William Mac Donald „ True Discipleship“, S. 83-85. Send The Light (STL Books), P.O.Böv 48. Bromlev, Kent, England BRI 3JH. (Die deutsche Ausgabe „Wahre Jüngerschaft“ (Hänssler) enthält das vorliegende Kapitel ..Giving“ nicht).
Wie entscheidest du, wohin du dein Geld geben sollst, um die Arbeit des Herrn zu unterstützen? Das ist heute wirklich ein Problem, weil so viele Stimmen nach Hilfe rufen. Von Rundfunksprechern, niedlichen Waisenkindern, evangelistischen Veranstaltungen, treuen Missionaren und Pionieren, die in ihrem Heimatland arbeiten, kommen nur einige der dringenden Rufe, die uns täglich erreichen.
Es muß nicht besonders erwähnt werden, daß unser Geben vom Heiligen Geist geleitet sein sollte als Antwort auf ernstliches, glaubensvolles Gebet. Ebenso muß nicht gesagt werden, daß wir zuerst uns selbst dem Herrn geben sollten und dann unser Geld (2. Kor. 8,5).
Doch darüber hinaus gibt es einige hilfreiche Richtlinien, die uns die Gedanken Gottes in dieser Frage aufzeigen.
1. Als erstes haben wir eine grundsätzliche Verpflichtung gegenüber unserer eigenen lokalen Gemeinde. Wenn wir an ihren Vorteilen teilhaben, sollten wir auch bereit sein, uns an ihren Kosten zu beteiligen und ebenso an ihren evangelistischen Einsätzen im In- und Ausland. Einige meinen sogar, daß all unser Geben durch die lokale Gemeinde geregelt werden sollte. Vielleicht ist diese Position zu extrem, aber genauso extrem ist es, das jemand bei jeder evangelistischen Sonderveranstaltung gibt und die eigene Gemeinde vernachlässigt.
2. Wir haben eine spezielle Verpflichtung gegenüber denen, die gemäß den Prinzipien des Neuen Testaments versuchen, einheimische Gemeinden zu bauen. Wenn wir wirklich glauben, daß die Gemeinde Gottes Einheit auf Erden ist, um die Kirche auszubreiten, sollten wir denen gegenüber treu sein, die gemäß diesem Vorbild bauen.
Vor einigen Jahren besuchte ein wohlhabender Bruder auf seiner Urlaubsreise einen sich abmühenden Pionierarbeiter. Nachdem er die noch kleine Gemeinde gesehen hatte, sagte er: Lieber Bud, du hast hier aber eine wenig bedeutsame Arbeit. Ich gebe mein Geld vorzugsweise an erfolgreiche Unternehmen wie ... wobei er eine dieser christlichen Jugendunterhaltungen nannte. Bud sagte, daß dies eine der entmutigendsten Erfahrungen seines gesamten Dienstes war. Wenn wir an die Prinzipien der Kirche im neuen Testament glauben, dann lasst uns diejenigen unterstützen, die diese praktizieren.
3. Als nächstes, scheint mir, haben wir eine spezielle Verantwortung gegenüber denen, die im Glauben vorwärtsgehen - ohne finanzielle Sicherheiten, nur auf den Herrn vertrauend, ohne ihre Nöte bekanntzugeben. Das christliche Bitten ist zu einer hochentwickelten Wissenschaft geworden. Adreßlisten leichtgläubiger Interessenten werden ge- und verkauft. Gefühlsappelle werden geplant, um die Herzen und dann den Geldbeutel zu erreichen.
4. Wenn du Geld an christliche Werke gibst, hast du ein Recht zu wissen, wie viel von deiner Spende von den „oberen Zehntausend“ aufgesogen wird und wie viel tatsächlich die hungernden Eingeborenen erreicht. Einige prominente Evangelikale, die herzzerreißende Appelle machen. leben in großem Glanz und bewegen sich von einem Luxushotel zum anderen. Und das alles in dem Namen des Herrn Jesus Christus, der freiwillig arm um unseretwillen wurde.
5. Ebenso hast du ein Recht zu wissen, ob dein Geld verantwortungsbewußt und wirkungsvoll eingesetzt wird. Manchmal werden dem Volk Gottes sehr sinnlose Projekte untergeschoben. Selbst Dinge, die in sich selbst gut sind, sind oft ein Feind des Besten.
6. Bestimmte christliche Unternehmen versprechen, die Namen der Geber zu veröffentlichen. Das sollte Grund genug sein, nicht zu geben. „Wenn du nun Almosen gibst, lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, so daß dein Geben verborgen bleibt. Dein Vater, der alles Verborgene weiß, wird dich belohnen“ (Mt. 6, 3-4).
7. Ein anderer wichtiger Punkt: Ich halte es nicht für sinnvoll, an Angehörige aus unterprivilegierten Ländern zu geben, die durch die Gemeinden unseres Landes reisen, um finanzielle Unterstützung zu erhalten. Zu oft werden sie für den effektiven Dienst unter ihren eigenen Leuten durch ihre außergewöhnlich gute finanzielle Situation verdorben. Nationale Arbeiter sollten von ihrer eigenen nationalen Kirche unterstützt werden. Wenn wir helfen wollen, können wir unsere Gabe immer über bekannte vertrauenswürdige Missionare leiten, die die örtlichen Verhältnisse am besten kennen.
8. Das Absetzen von der Einkommensteuer ist kein geeignetes Motiv zum Geben. Aber wir sollten uns über die gesetzlichen Möglichkeiten in Bezug auf steuerfreie Spenden im Klaren sein. Es ist keine Tugend. dem Finanzamt etwas zu zahlen, das es nicht fordert und das als ewiger Segen für andere verwendet werden kann.
Diese acht Punkte erschöpfen sicherlich nicht das ganze Thema des christlichen Gebens. Aber vielleicht können sie ein neues Bewusstsein unserer Vorrechte und Verantwortungen auf diesem Gebiet in uns wecken.
11. Tipps für die praktische Finanzplanung
Autor: Volker Embgen, verheiratet, 2 Kinder, war Iangjährig bis 1985 leitender Mitarbeiter bei JMEM in Hurlach, Altensteig und Tübingen. Heute ist er selbständiger EDV-Berater in Tübingen und Vorsitzender von M.U.T. e.V. (Missions-Unterstützungs-Team).
Beim Geld hört nicht nur die Freundschaft auf, sondern oft auch der Glaube und die Moral. Das muß aber nicht sein. Wenn Geld als Mittel zur Verbreitung von Ziel- und Wertvorstellungen verstanden wird, kann es einen sehr positiven Dienst leisten. Nicht das Geld regiert die Welt, sondern Menschen durch das Machtmittel Geld. Es erscheint durchaus sinnvoll, daß Christen versuchen, dieses Mittel zu sammeln, um damit verantwortungsbewußt ihrem Glauben und der Nächstenliebe zu dienen.
In diesem Sinne will auch der Rat verstanden sein, den uns John Wesley gibt:
· „Verdiene was du kannst.
· Spare was du kannst.
· Gib, was du kannst."
Dieses einfache Grundprinzip soll uns freisetzen, mit unseren Fähigkeiten auch wirtschaftlich unser Bestes zu geben, ohne diesen Bereich gering zu schätzen, aber auch ohne darin lediglich die Möglichkeit der persönlichen Bereicherung zu sehen.
Verdiene, was du kannst!
Wir finden in der Bibel keine generelle Diskriminierung des Reichtums, aber eine deutliche Parteinahme für die Armen. Das Alte Testament verheißt, daß der Gerechte die Früchte seiner Arbeit genießen darf, daß Gottes Segen seine Scheuer füllen wird. Die Lebensgeschichten Abrahams, Salomos, Hiobs und anderer biblischer Gestalten zeigen dies eindrucksvoll. Wir finden in ihnen nichts von verschämtem privatem Genuss des Reichtums, wohl aber immer wieder Hinweise auf die Gerechtigkeit des von Gott gesegneten Glaubensmenschen, der im Umgang mit seinen Besitztümern einem höheren Grundsatz als seinem Eigennutz diente.
Christliche Unternehmer könnten einen großen Einfluss ausüben, indem sie Arbeitsplätze schaffen, christliche Unternehmensführung prägen und die erwirtschafteten Finanzen in sinnvolle, den Bedürftigen gewidmete Projekte investieren.
Spare, was du kannst!
Nicht der Vielverdiener, sondern der Sparsame wird wohlhabend. Denn auch nichtmaterielle Gesichtspunkte wie verbleibende Zeit für Entspannung. Weiterbildung, Familie und gemeindliches Engagement müssen mit in Betracht gezogen werden, um herauszufinden, wie lohnend eine Tätigkeit wirklich ist. Wir müssen daher lernen, mit den zur Verfügung stehenden Finanzen verantwortlich umzugehen.
Um mir einen Überblick zu verschaffen. wie ich mit meinen Mitteln umgehe, sollte ich meine Ausgaben aufschreiben und dann prüfen, ob es Unverhältnismäßigkeiten gibt.
Es ist günstig, wenn ich regelmäßig. am besten per Dauerauftrag. eine bestimmte Summe fest anlege und sie damit dem unmittelbaren Zugriff entziehe. Dadurch bin ich gezwungen, mich um günstige Einkaufsbedingungen zu bemühen. Je nach möglicher Sparsumme sollte man dann zwischen kurz- und mittelfristigen Anlagemöglichkeiten variieren.
Am besten unterhält man sich darüber mit erfahreneren Freunden, die selbst über genügend Geld und Sparsamkeit verfügen.
Gib, was du kannst!
Sowohl Geben als auch Nehmen will gelernt sein. Dem einen fällt das Geben leichter, und es kann sein, daß der Grund dafür Stolz ist. Der andere nimmt lieber, weil er sich damit „unnötigen“ Erwerb erspart. Für das "Geben vom Herzen“ verheißt das Neue Testament Gottes Segen, und es lohnt, dies näher zu betrachten.
Es gibt verschiedene Arten des Gebens:
· das regelmäßige Spenden an bestimmte Einrichtungen oder Menschen
· das gelegentliche Geben aufgrund aktueller Bedürfnisse
· das Teilen
· das Schenken
· das Weitergeben
· das Opfern
Das regelmäßige Spenden
Dies ist die beste Art, um eine Gemeinde, ein Werk oder einen Missionar zu unterstützen, die langfristig und kontinuierlich arbeiten und auch so unterstützt werden müssen. Um diesen das Vorausplanen zu erleichtern, ist es sinnvoll, einen Dauerauftrag bei der Bank einzurichten, damit das Geld immer zum gleichen festen Zeitpunkt eintrifft.
Als Grundregel sollte gelten: Langfristige Projekte und ihre Mitarbeiter sollen auch langfristig und regelmäßig unterstützt werden, zeitlich begrenzte Projekte durch einmalige Spenden.
Das gelegentliche Geben
Sollte sich keine sinnvolle Möglichkeit der regelmäßigen Unterstützung in oben genannter Form ergeben, ist eine andere sinnvolle Möglichkeit die Einrichtung einer Spendenkasse, aus der man bei sich bietenden Gelegenheiten Gaben entnehmen kann. Z.B. bei Spendenaufrufen in der Gemeinde, um durchreisende Missionare oder Bedürftige zu unterstützen. Auch dabei sind gewisse Grundregeln zu beachten.
Wenn man Missionare unterstützen möchte, sollte man dies nicht verschämt tun, sondern klar ausdrücken, ob das überreichte Geld zur persönlichen Verwendung gedacht ist oder ..für die Mission“. Diese Formulierung wird häufig gebraucht und lässt den Missionar mit dem Gewissenskonflikt zurück, wie er das Geld verwenden soll. Oft hat er den Eindruck, daß man ihm die Gabe persönlich zukommen lassen wollte, aber ihn nicht beschämen wollte. Vom Wortlaut her muß er den Betrag dann aber „für die Mission“. d.h. für dienstliche Zwecke verwenden.
Bei der Unterstützung Bedürftiger sollte man prüfen, ob nicht öffentliche Stellen geeigneter sind, dies wahrzunehmen. Besonders wo eine langfristige Hingabe notwendig ist, können sonst Abhängigkeitsverhältnisse entstehen, die für beide Seiten dauerhaft untragbar sind. Da ist manchmal eine Hilfestellung bei der Behörde ein besserer Dienst. Andererseits gibt es viele Gelegenheiten, hier zu helfen, „ohne daß die Linke weiß, was die Rechte tut“.
Das Teilen
Das Teilen ist eine Form des Gebens, bei der wir unseren Besitz anderen zur Verfügung stellen. Das kann unsere Wohnung zu Zwecken der Gastfreundschaft sein, bestimmte Luxusgüter, um zu sparen, die Früchte unseres Gartens, um Beziehungen zu bauen. Wir können auch unseren Überfluss mit denen teilen, die im Mangel leben, um dem Auftrag Jesu nachzufolgen. So können wir z.B. Kleidung oder Haushaltsgegenstände mit Asylanten teilen, die oft fast nichts haben.
Das Schenken
Das Schenken ist eine schöne Art, anderen Aufmerksamkeit zu erweisen und ihnen mitzuteilen, daß wir an sie denken, nicht nur bei Gelegenheiten der Hochzeit oder Geburt, sondern auch im ganz normalen Leben. Es schafft Beziehungen und Freundschaften, auch wenn es nur ein kleines Geschenk ist.
Das Weitergeben
Manchmal möchte der Herr uns bewegen, etwas, was uns selbst lieb und wert geworden ist, an jemanden weiterzugeben, dem dies eine besondere Freude oder Hilfe wäre. So kann manchmal ein und derselbe Gegenstand (oder Geldschein) mehrere Menschen, die ihn als Gabe Gottes empfangen, segnen.
Das Opfer
Eine besondere Form des Gebens ist das Opfer (nicht zu verwechseln mit der sonntäglichen Kollekte). Opfern bedeutet, mehr als das eigentlich Mögliche oder Vernünftige zu geben. Das sollte man nicht jeden Tag oder gar jedes Jahr tun. Aber einige Male im Leben mag eine Situation eintreten, die ein Opfer abverlangt. Manchmal wird ein solches Opfer aus einem besonderen Anlass versprochen. Entweder, um Gott um etwas zu bitten, für etwas zu danken oder weil man sich Großes vorgenommen hat. Um z.B. Gott eine besonders schöne Stätte der Anbetung zu bauen, haben oft ganze Gemeinden jahrelang Finanzlasten auf sich genommen, die nur mit Gottes Hilfe realisierbar waren.
Wie viel soll ich geben?
In Freikirchen, die ja keine Kirchensteuer erhalten, ist es üblich, daß die Gläubigen den zehnten Teil ihres Einkommens an die Gemeinde geben. Oftmals ist allerdings mit dieser „pflichtgemäßen“ Überweisung dem persönlichen Mitdenken und -beten Genüge getan.
Für Glieder der Volkskirchen stellt sich dies anders dar. Ihr Beitrag zur Erhaltung der Kirchengemeinschaft wird ja über den gesetzlichen Abzug der Kirchensteuer geregelt, der durchschnittlich 8% der Lohnsteuer, also 1 % - 2% des Bruttogehalts beträgt. Da bleiben den meisten Christen noch 8 % - 9% ihres Gehalts frei, wenn sie auf einen Spendenbetrag von 10% kommen wollen.
Selbstverständlich sollte jedes Gemeindemitglied seine Gemeinde auch finanziell mittragen - in welcher Größenordnung dies auch immer notwendig ist.
Die eigene Verantwortung des Gläubigen vor Gott kommt jedoch mehr zum Tragen, wenn er selbst herausfindet, wo und wie er seine Spenden platziert, denn das verpflichtet ihn stärker zur Informiertheit und zum Gebet. Er ist dann in der Lage, in eigener Verantwortung zu entscheiden, wie er sein Spendenaufkommen verteilt.
Geben mit Gottes Hilfe
Die Geschichte eines Mannes, der den aufrichtigen Wunsch hatte, einmal in seinem Leben eine Million für christliche Zwecke zu spenden, soll uns anspornen. Sein Verdienst reichte nicht, um große Gelder zu sparen, sondern lediglich, um seine Familie zu versorgen und ein Stück Land zu erwerben, auf dem einmal der Bau eines Eigenheims geplant war. Dazu reichte trotz sparsamer Lebensweise das Geld jedoch nie aus. Nach 20 Jahren aber war das Land durch Verschiebung der Stadtgrenzen so teuer geworden, daß beim Verkauf dieses Grundstückes eine Million erzielt werden konnte. Diese Summe stellte der Mann einem Missionswerk zum Bau eines großen Missionszentrums zur Verfügung.
12. Ein Bund mit Gott
Autor: Berthold Becker, verheiratet, 2 Kinder, war 15 Jahre im Management eines industriellen Großbetriebs tätig. Er ist Initiator der Aktion „Fürbitte für Deutschland“ (FFD) und lebt jetzt als freier Unternehmensberater in Altensteig.
Das Thema Geld und Besitz bewegt die meisten Menschen ihr ganzes Leben lang, und leider bleibt dieser Bereich auch bei Christen oft zeitlebens mit Problemen behaftet. Dabei will Gott jedoch auch im materiellen Bereich seinen Namen verherrlichen.
Meine Frau und ich haben die Erfahrung gemacht, daß Gott uns durch Prozesse laufen lässt, durch die seine Vorstellungen in Bezug auf Geld und Besitz in uns Gestalt annehmen.
Als erstes lernten wir, daß Gott wirklich für uns sorgt, und zwar in einer Zeit, als wir unsere eigene Existenz aufbauten, ohne auf große Ersparnisse zurückgreifen zu können. Gott beschenkte uns immer wieder auf wunderbare Weise und zeigte uns, daß wir ihm vertrauen können und sollen.
In dieser Zeit lernten wir auch zu geben. Zunächst ging es um den Zehnten, obwohl unser monatliches Budget knapp war. Dann zeigte der Herr, daß wir auch mehr geben dürfen und keine Sicherheitsreserven brauchen, weil er für uns sorgt. Wer den Zehnten gibt, bekommt natürlich den Segen des Zehnten. Wer sich aber als Verwalter der ihm überlassenen Güter betrachtet und frei gibt, wie der Herr ihn führt, lebt in der neutestamentlichen Dimension.
Was war so besonders an Paulus? Ich glaube, es war sein Verhältnis zu Gott. Als Jude verstand er etwas von dem Gott der Bündnisse. Bei seiner Bekehrung nannte er Jesus seinen Herrn und stellte sich in seinen Dienst. Der Herr nannte ihn ein auserwähltes Werkzeug, seinen Namen vor die Nationen zu tragen. Demzufolge war es für Paulus selbstverständlich, daß Gott für das Materielle sorgen würde. Paulus hatte einen Bund mit Gott.
Ich glaube, Gott sucht auch heute wieder Menschen mit einem Bundesbewußtsein. Das sind Menschen, die nicht nur Gottes Hilfe für ihr Leben erwarten, sondern die ihm ihr ganzes Leben zur Verfügung stellen. Solchen Menschen wird er auch Verantwortung für materielle und menschliche Ressourcen übergeben. Gott will keine arme Gemeinde, sondern eine reiche - reich zum Geben.
Schon im alten Testament können wir lesen, daß der Reichtum der Welt den Gläubigen zur Verfügung stand. Joseph, Mose, Nehemia, Esra u.a. bezeugen, daß die Reichtümer Ägyptens, Babylons und Persiens der Gemeinde gegeben wurden, wenn sie glaubte und gehorsam war. Auch im Neuen Testament sehen wir, daß als Nebeneffekt der Ausgießung des Heiligen Geistes viel Geld und Besitz der Gemeinde gebracht wurde, um für das Reich Gottes Früchte zu tragen.
Was will Gott uns heute hier in Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt, sagen? Ich glaube zweierlei:
1. Gott erwartet, daß wir mit ihm einen Bund machen und unsere Reichtümer auf seinen Altar legen.
Wenn wir bereit sind, uns in neue Dimensionen des Gebens hineinführen zu lassen, werden wir Gottes Segen ebenfalls in einer neuen Dimension erleben. Wir brauchen Freisetzung von unserer Bindung an die materielle Sicherheit unserer wirtschaftlichen und politischen Systeme. Wenn wir lernen, zu geben und füreinander zu sorgen, wird das Gott ehren und viele Menschen dem Herrn zuführen.
2. Gott will in der Endzeit gewaltige Mittel an materiellen Gütern und Macht in die Hand der Gemeinde legen. Das kann er nur, wenn wir weder weltfremd und unmündig, noch macht- und geldgierig sind.
In Haggai 2,6 steht:
„Denn so spricht der Herr der Heerscharen: ... ich werde den Himmel und die Erde und das Meer und das Trockene erschüttern. Dann werde ich alle Nationen erschüttern, und die Kostbarkeiten aller Nationen werden kommen ... Mein ist das Silber und mein das Gold .... Größer wird die Herrlichkeit dieses künftigen Hauses sein als die des früheren, spricht der Herr der Heerscharen ..."
Diese Prophetie, die sich zuerst für den Wiederaufbau des Tempels unter Esra erfüllte, soll in der vor uns liegenden Zeit neu in Erfüllung gehen.
Die Endzeit wird von erheblichen Erschütterungen begleitet sein, in denen die Gemeinde Salz und Licht sein soll. Die Gemeinde soll die Problemlösungen anbieten und nicht das Feld den Okkultisten, Anthroposophen, Humanisten u.a. überlassen. In dem Maße, wie die Gemeinde diese Aufgabe wahrnimmt, werden ihr auch die Reichtümer der Welt zufließen, um den geistlichen Tempel Gottes zu bauen und „Josefdienste“ zu tun. Das, was zu Pfingsten begann, soll in der letzten Zeit in noch größerer Herrlichkeit und Kraft sichtbar werden.
Deshalb darf der Bereich Geld, Besitz und Macht nicht einfach dem Teufel überlassen bleiben, sondern es gilt auch hier: „Dein Reich komme!“ Gott sucht nach einer Gemeinde und Menschen, die bereit sind, sich der Herausforderung zu stellen.
13. Treffen Sie eine klare Entscheidung! – Autor: Uwe Melzer
Nehmen Sie Gottes Wort ernst und starten Sie zumindest einen Versuch mit Ihm. Fangen Sie an täglich und regelmäßig Gottes Wort = die Bibel zu lesen. Machen Sie dies zu einer Ihrer wichtigsten Aufgaben. Ich empfehle Ihnen beginnen Sie zu lesen im Neuen Testament und zwar im Johannes-Evangelium. Danach beginnen Sie die Bibel von vorne bis hinten. Sie können sich ruhig ein Jahr Zeit dafür lassen. Wenn Sie in einem Jahr die Bibel ganz gelesen haben sind Sie ein anderer Mensch als heute.
Irgendwann beim Lesen stellt sich für Sie die Frage, ob Sie die Einladung von Jesus Christus annehmen wollen, dann empfehle ich Ihnen folgendes Gebet:
Lieber Herr Jesus Christus,
ich nehme Deine Einladung an und komme zu Dir mit allen meinen Sünden, Problemen und Abhängigkeiten. Ich wende mich ab von allem Bösen und wende mich zu Dir, Herr Jesus. Ich setze mein Vertrauen ganz auf Dich. Du bist der Sohn des lebendigen Gottes. Ich glaube von ganzem Herzen, was ich jetzt mit meinen Worten bekenne: „Du bist mein Erlöser, mein Herr und mein Gott. Ich danke Dir, daß Du mich als Dein Kind angenommen hast. Ich öffne mich für Deinen Heiligen Geist und will Dir alle Tage meines Lebens nachfolgen. Ich vertraue Dir und überlasse mich Deiner Führung.“ In Jesu Namen! Amen
Wenn Sie sich zu diesem Gebet nicht entschließen können, dann beachten Sie bitte, daß jeder Mensch entweder Gott dient oder dem Teufel/Satan dient. Jesus Christus sagt in Matthäus 12,30: „Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.“ Wer nicht mit Jesus ist dient dem Satan, ob er das glaubt oder nicht, ob er es wahrhaben will oder nicht, es ist dennoch so auch wenn Sie es nicht sehen und nicht akzeptieren können. Das ändert an dieser Tatsache nichts. Satan ist der Fürst dieser Welt. Er hat ein Anrecht auf alle Menschen, die nicht Jesus Christus gehören. (Lese hierzu auch das Buch Hiob, Kapitel 1 in der Bibel.) Alle Menschen die nicht an Jesus Christus glauben werden unweigerlich mit dem Teufel in der Hölle landen. Bitte bedenken Sie, daß sie persönlich und Ihr Leben auf dieser Erde und in der Ewigkeit gerettet werden muß. Sie dürfen nicht verloren gehen und in der Ewigkeit in der Hölle landen. Es ist besser krank zu sein und errettet, als gesund zu sein und verloren zu gehen, denn die Ewigkeit ist weit mehr, als das Leben auf der Erde. Das bezeugt auch das Neue Testament 3 x mit folgenden Bibelstellen: Matthäus 5,29 und 18,9 sowie in >>
Markus 9, 43-48
Wenn aber deine Hand dich zum Bösen reizt, so haue sie ab! Es ist besser für dich, daß du verstümmelt zum Leben eingehst, als daß du zwei Hände hast und in die Hölle fährst, in das Feuer, das nie verlöscht. Wenn dein Fuß dich zum Bösen reizt, so haue ihn ab! Es ist besser für dich, daß du lahm zum Leben eingehst, als daß du zwei Füße hast und in die Hölle geworfen wirst. Wenn dein Auge dich zum Bösen reizt, so reiß es heraus! Es ist besser für dich, daß du einäugig in das Reich Gottes gehst, als daß du zwei Augen hast und in die Hölle geworfen wirst, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht verlöscht.
Ein kleines Beispiel für die Ewigkeit:
Wenn der höchste Berg der Erde, der Mount-Everest im Himalya-Gebirge aus Diamant wäre und jedes Jahr kommt ein Vogel geflogen und wetzt seinen Schnabel an diesem Berg Mount-Everest und der Berg Mount-Everest aus Diamant ist komplett abgewetzt, dann ist 1 Sekunde in der Ewigkeit vergangen!
Was sind dann 60 - 120 Jahre auf dieser Erde?
Die Bibel sagt ganz klar, daß es einen Himmel, eine Hölle und Gericht gibt. Nachzulesen zum Beispiel in folgenden Bibelstellen:
Matthäus 12,36-37
Ich sage euch aber, daß die Menschen am Tage des Gerichts Rechenschaft geben müssen von jedem nichtsnutzigen Wort, das sie geredet haben. Aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden.
Hebräer 9,27-28
Und wie es dem Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben und danach gerichtet zu werden, so ist Christus auch einmal geopfert worden, um die Sünden vieler auf sich zu nehmen; zum weiten Mal wird er nicht der Sünde wegen erscheinen, sondern denen, die auf ihn warten, zum Heil. (Anmerkung: den anderen aber zum Gericht.)
Lukas, 16, 19-31 „Das Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus“
Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbare Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag voll von Geschwüren vor seiner Tür, und ihn verlangte, seinen Hunger mit dem zu stillen was von dem Tisch des Reichen fiel; es kamen sogar noch die Hunde und leckten an seinen Geschwüren. Als aber der Arme starb, wurde er von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Der Reiche aber starb auch und wurde begraben. Als er nun in der Hölle war, hob er in seiner Qual die Augen auf und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. Und er rief: Vater Abraham, erbarme dich über mich und sende Lazarus, damit er seine Fingerspitze ins Wasser taucht und mir die Zunge kühlt; den ich leide Pein in diesen Flammen. Abraham aber sagte: Denke daran, mein Sohn, daß du dein Teil an Gutem schon in deinem Leben empfangen hast; in gleichem Maß hat Lazarus nur Böses empfangen; jetzt wird er hier getröstet, und du wirst gepeinigt. Und darüber hinaus ist zwischen uns und euch eine tiefe Kluft, damit niemand, der von hier zu euch hinüber will, dorthin kommen kann und auch niemand von dort zu uns herüber. Da sagte er: so bitte ich dich,. Vater, daß du ihn in das Haus meines Vaters sendest; denn ich habe noch fünf Brüder. Die soll er warnen, damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen. Abraham sagte: Sie haben Mose und die Propheten; auf die sollen sie hören. Er aber sagte: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen käme, so würden sie Buße tun. Er sagte zu ihm: Hören sie nicht auf Mose und die Propheten, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten aufersteht.
Offenbarung 19, 20
Und das Tier (Antichrist) wurde ergriffen und mit ihm der falsche Prophet, der mit seiner Zustimmung Zeichen getan hatte, wodurch er alle irreführte, die das Zeichen
des Tieres angenommen und das Bild des Tieres angebetet hatten (siehe 1. und 2.
Gebot Gottes.) Lebendig wurden diese beiden in den feurigen Pfuhl geworfen, der mit
Schwefel brannte.
Offenbarung 20, 10
Und der Teufel, der sie verführte, wurde in den Pfuhl von Feuer und Schwefel geworfen, wo schon das Tier und der falsche Prophet waren; dort werden sie gequält werden Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Offenbarung 20, 11-15 (Das jüngste Gericht)
Und ich sah einen großen, weißen Thron und den, der darauf saß; und vor seinem Angesicht flohen die Erde und der Himmel, und ihr Platz fand sich nicht mehr. Und ich sah die Toten, große und kleine, vor dem Thron stehen, und Bücher wurden aufgetan. Und ein anderes Buch wurde aufgetan, das ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben steht, nach ihren Werken. Und das Meer (Völkermeer) gab die Toten heraus, die darin waren, und der Tod und sein Reich gaben die Toten heraus, die darin waren; und sie wurden gerichtet, jeder nach seinen Werken. Und der Tod und die Todenwelt wurden in den feurigen Pfuhl geworfen. Und wen man nicht im Buch des Lebens aufgeschrieben fand, der wurde in den feurigen Pfuhl geworfen.
Offenbarung 21,8
Aber feige, ungläubige und verabscheuenswerte Menschen, Mörder und Unzüchtige, Zauberer und Götzendiener und alle Lügner - deren Los wird der Pfuhl sein, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.
Nun leider ist es so, daß Menschen oft auf Drohungen z.B. in die Hölle zu kommen nicht reagieren. Siehe Probleme bei den eigenen Kindern in der Kindererziehung. Manchmal muß auf die Drohung tatsächlich die Strafe folgen, um Veränderungen zu erreichen. Auch Gott benutzt dieses Mittel der Züchtigung.
Sie können dies vermeiden, wenn Sie jetzt Gottes Einladung annehmen. Deshalb dürfen Sie jetzt beten:
Lieber Herr Jesus Christus,
ich nehme Deine Einladung an und komme zu Dir mit allen meinen Sünden, Problemen und Abhängigkeiten. Ich wende mich ab von allem Bösen und wende mich zu Dir, Herr Jesus. Ich setze mein Vertrauen ganz auf Dich. Du bist der Sohn des lebendigen Gottes. Ich glaube von ganzem Herzen, was ich jetzt mit meinen Worten bekenne: „Du bist mein Erlöser, mein Herr und mein Gott. Ich danke Dir, daß Du mich als Dein Kind angenommen hast. Ich öffne mich für Deinen Heiligen Geist und will Dir alle Tage meines Lebens nachfolgen. Ich vertraue Dir und überlasse mich Deiner Führung.“ In Jesu Namen! Amen
Wenn Sie sich zum Herrn Jesus Christus bekehrt haben, dann sollten Sie wissen, daß Christen manchmal auch arm dran sind, denn Sie können die eigenen Sünden nicht genießen. Sie haben ein anderes Gewissen. Sie sind eine neue Kreatur geworden. Deshalb lassen Sie die Sünden gleich, denn es lohnt sich nicht, obwohl für Gott die Sünde nicht das Problem ist, sondern der Unglaube an ihn, besonders hier in Deutschland. Alle großen Männer der Bibel von Mose, Abraham, Jakob, David bis hin zum Paulus waren große Sünder und Gott hat Ihnen Ihre Sünden vergeben und hat Weltgeschichte mit ihnen geschrieben. Auch mit dir will Gott Geschichte schreiben. Das Abenteuer mit Gott zu leben ist unendlich größer als alles was die Welt geben kann.
Im Namen des Herrn Jesus Christus wünsche ich Ihnen
viel Erfolg und Segen - Ihr Uwe Melzer
Mit biblischen Wahrheiten möchten wir in Zukunft Unternehmern und Führungskräften noch mehr dienen, damit Menschen gerettet werden, neue Arbeitsplätze in Deutschland entstehen und eine große Erweckung stattfindet. Aus diesen 50 biblischen Grundlagen im Geschäftsleben entsteht ein Buch mit ca. 280 Seiten und eine komplette Seminarreihe.
WISSEN Agentur Mittelstandsberatung Uwe Melzer
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