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Der Bücherwurm

Autor: Federling
Beschreibung:

Meine unwichtige Meinung über diversen Lesestoff

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Allgemein
von: Federling |  15.08.2009 15:34:04
Hier bin ich also!

Ich, 18 Jahre jung, Weibchen & Bücherwurm!

Vielleicht wäre ich gar kein Bücherwurm geworden, hätte meine Mutter mich nicht im zarten Alter von sechs Jahren dem Fernseher entwöhnt (auf gut deutsch gesagt: Die Glotze kam in den Müll).
Seitdem war ich gezwungen zu lesen, wenn ich nicht vor lauter Langeweile eingehen wollte.

Hier schreibe ich über alle möglichen Bücher, vom Klassiker zum Schundroman, vom Krimi bis zur Fantasygeschichte!
Lesen macht Spaß, wenn man es tut umd Spaß zu haben. Sonst nicht.
Wer lesen will um gebildet zu sein macht genau das Richtige, wer lesen will um anzugeben mach das Falsche.

Ich hoffe, dass ihr alle Spaß haben werdet!

 

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Mansfield Park oder wie der langweilig Landadel liebt
von: Federling |  15.08.2009 16:54:17

So, hier das erste Buch, 'Mansfield Park' von Jane Austen, 1814 anonym veröffentlicht:




Inhalt (Achtung, ein wenig spoilerisch!):

Es geht um ein kleines, in ärmlichen Verhältnissen aufwachsendes, Mädchen namens Fanny, dass von seinen reichen Verwandten aufgenommen wird um seiner Familie ein Last abzunehmen.
Bei den reichen Verwandten (Die 'Bertrams': Tante, Onkel, der älteste Sohn Tom, der jüngere Sohn Edmund, die Schwestern Julia und Maria sowie eine weitere Tante namens Mrs Norris) fühlt sich Fanny zuerst sehr unwohl, bis Edmund sich ihrer annimmt.
Im Laufe der Jahre verliebt sie sich in Edmund, aber er weiß nichts davon.
Dann kommen zwei Geschwister aus der Stadt zu ihrer Schwester in die Pfarre von Mansfield Park, die Crawfords. Henry Crawford ist ein Schwerenöter und bändelt zuerst mit der eigentlich schon verlobten Maria an, Mary Crawford verzaubert Edmund.
Nach der Hochzeit von Maria bemerkt Henry jedoch, dass er unsterblich in Fanny verliebt ist, die ihn jedoch nicht ausstehen kann.
Jetzt weiß sie nicht, was sie tun soll: Edmund ihre Liebe gestehen oder Henry heiraten?


Die Protagonistin:

Fanny ist treu, gläubig, moralisch korrekt und ein wenig langweilig. Man versteht es fast, dass Edmund sich zuerst in eine Andere verliebt und dass, obwohl er fast genauso ist.
Zu Anfang wird sie eher als unauffällig beschrieben, doch im laufe der Geschichte entwickelt sie sich vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan.
Erst nach und nach gewinnt sie die Liebe und Anerkennung ihres Onkels und ihrer Tante, nur ihre anderen Tante, Mrs Norris macht ihr weiterhin das Leben schwer.

Ihre große Liebe:

Edmund ist der jüngere beider Brüder. Weil er Mansfield Park nicht erben wird, muss er einem Beruf nachgehen und so will er Pfarrer werden. Fanny versucht er all seine moralischen Werte zu vermitteln und weil sie ihn vergöttert formt er sie ohne große Probleme nach seinem Wunsch.

Stil & Sprache:

Mansfield Park erschien 1814, ist also von der Sprache her nicht mehr gaaaaaaanz so aktuell. Wenn man sich allerdings ‚reingelesen’ hat, macht es richtig Spaß und man muss aufpassen, dass man nicht selbst anfängt zu sprechen wie Fanny oder Edmund.

Zur Geschichte:

Manchmal möchte man die Heldin einfach nur anschreien. Ist so gut zu jedem und beschwert sich nie, egal was man ihr antut. Umso wohltuender ist das Happy-End. Die 'Bösen' werden bestraft, wie sich das gehört und die 'Guten' leben glücklich bis an ihr Lebensende...
Die meiste Zeit über unterhält das Buch aber ganz gut, es passieren immer neue Dinge, die die Spannung bis zum Ende mehr oder weniger halten.

DAS FAZIT:

Drei von fünf Bücherwürmern: Eigentlich lesenswert, allerdings nervt die Heldin manchmal und es dauert sehr lange bis zum Happy-End.

 

Tags: 

Mansfield Park, Jane Austen, Klassiker, Liebe, Roman

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Canal Grande - Fünf Finnen in Venedig
von: Federling |  15.08.2009 20:58:27

Hannu Raittila: Canal Grande; erstmals erschienen in Finnland 2001




Inhalt:

Ein Expertenteam bestehend aus fünf Finnen, zusammengestellt von der UNESCO, wird nach Venedig geschickt um es vor dem Versinken zu retten. Hoch motiviert reist die Gruppe an und versucht zu arbeiten, doch schon bald merken sie, dass daraus nichts wird, denn die Venezianer haben natürlich ihre ganz eigenen Vorstellungen, wie das Thema zu behandeln ist...

Die Protagonisten:

Da aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird, gibt es nicht nur eine Hauptfigur, sondern gleich mehrere. Jeder der fünf Finnen erlebt eine andere Geschichte, aber nicht jede wir direkt von demjenigen erzählt, der sie auch erlebt. Das ist am Anfang leider ein wenig verwirrend.

Marasjärvi, der Ingenieur der Gruppe ist der Einzige, der wirklich etwas für die Rettung Venedigs tun will und zügig zu einem guten Ergebnis kommen möchte. Er denkt logisch und hat keinerlei Gespür für soziale Strukturen, was im letztendlich zum Verhängnis wird.

Kulturrätin Snell, eine dickliche Dame, die das Projekt leiten soll, interessiert sich vor allem für den kulturellen Ruf Finnlands und setzt die Rettung Venedigs erst an zweite Stelle. Stolz präsentiert sie den Venezianern irgendwelchen Designer-Ramsch und hofft auf ein gutes finnisch-venezianisches Verhältnis.

Saraspää, ein Mann Mitte sechzig mit einem Drogenproblem, schreibt während des ganzen Projekts über Tagebuch. Er ist eher jemand, der sich gerne treiben lässt und das Leben genießt.

Heikkilä, Dozent für allgemeine Geschichte, der sich Marasjärvi anschließt und für ihn dolmetscht, obwohl er nur Latein kann, aber kein Italienisch. Er referiert gerne vor anderen Menschen und ist ein Kulturliebhaber.

Tuuli, eine junge Finnin, die allerdings schon ein Weilchen in Italien lebt, spielt die Dolmetscherin der Gruppe.


Stil & Sprache:

Wie man schnell bemerkt, schreiben erzählen verschiedene Personen aus ihrer jeweiligen Sicht. Meistens sind das Marasjärvi oder Saraspää. Da die beiden ziemlich verschiedene Typen sind, erzählen sie auch anders. Saraspää schreibt Tagebucheinträge mit Datum, Marasjärvis Berichte dagegen sind einfach nur mit römischen Zahlen durchnummeriert.
Jeder Erzähler hat dabei seinen ganz eigenen Stil.

Zur Geschichte:

Die Geschichte beginnt im wahrsten Sinne des Wortes nebulös: Die Finnen kommen während eines undurchdringlichen Nebels in Venedig an, und genauso wenig weiß der Leser auch über das, was passiert.
Erst im Laufe der Geschichte, während man immer tiefer in die dunklen Geheimnisse der Figuren eintaucht und sie besser zu verstehen beginnt, lichtet sich der Nebel.
Währendessen hat man aber durchaus seinen Spaß, denn wegen der verschiedenen kulturellen Mentalitäten kommt es immer wieder zu amüsanten Missverständnissen und absurden Situationen.

DAS FAZIT:

Vier von fünf Bücherwürmern, ein Wurm Abzug wegen der anfangs verwirrenden Perspektivwechsel.


 

Tags: 

Canal Grande, Venedig, Finnen, Hannu Raittila

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