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Chutney

Autor: Buecherjule
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Beschreibung:

Mirabellen-Chutney

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Mirabellen-Chutney
von: Buecherjule |  01.06.2009 15:10:19

Vor einem Jahr hatte ich einen Mirabellenüberschuss, im Gegensatz zu diesem Jahr – da habe ich gar keine. Die Früchte sollten verarbeitet werden und nur Marmelade kochen, war langweilig. Also kam ich auf die Idee, Chutney zu probieren. Ich schrieb mir etliche Rezepte aus dem Netz ab und experimentierte damit. Was ist nun eigentlich Chutney? Hier die Erklärung:

 

Ein Chutney ist eine würzige, häufig süß-saure, mitunter auch nur scharf-pikante Sauce der indischen Küche mit musartiger Konsistenz. Es gibt auch Variationen mit Frucht- oder Gemüsestücken.

 

In Indien werden viele Chutneys zu jeder Mahlzeit frisch zubereitet und geben den meist sehr scharfen Currys eine zusätzliche Geschmackskomponente; gekühlt halten sie sich dann etwa eine Woche.

 

Die Engländer brachten Chutneys während der Kolonialzeit nach Europa, wo es üblich wurde, Chutney in Gläsern eingemacht mit langer Haltbarkeit herzustellen. Ein Chutney, so wie es in Europa und in den USA zubereitet wird, besteht aus Gemüse oder Früchten. Häufig werden Mango, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Kokos oder Korianderblätter als Hauptzutat verwendet, aber auch andere Sorten oder Kombinationen sind möglich. Durch entsprechende Zugabe von Salz, Zucker, Chili, Pfeffer, Ingwer, Kreuzkümmel, Kurkuma sowie Zitronen-/Tamarindsaft oder Essig wird die gewünschte Geschmacksrichtung erreicht.

 

Chutneys werden, abhängig von den verwendeten Zutaten, entweder ähnlich wie Marmelade gekocht oder kalt püriert. Bei der kalten Variante ähnelt die Zubereitung der des Relishs.

 

Chutneys passen gut zu kurz gebratenem Fleisch, Fisch, kaltem Braten und Käse.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Chutney

 

Auf jeden Fall passt es zu Gegrillten und da wir sehr gern Grillen, musste ich das ausprobieren.

Hier nun mein Favorit, die noch verbliebenen Gläser hüte ich wie einen Schatz.

 

 

Zutaten – ergibt ca. 4 Gläser:

 

900 Gramm Mirabellen

200 Gramm Zwiebeln

4 Zehen Knoblauch

daumengroßes Stück Ingwer

1 Teelöffel gemahlener Koriander

1 Esslöffel Curry

3 frische oder getrocknete kleine Chilis

1 Esslöffel grobes Meersalz

300 Gramm brauner Zucker

200 Milliliter Weinessig

 

 

Zubereitung:

 

Die Früchte verlesen und entsteinen! Man sollte bei den Früchten darauf achten, dass sie schön reif sind, also keinen unreifen oder gar grünen verwenden. Unschöne Stellen schneidet man einfach raus!

Dann werden die Mirabellen vorsichtig gewaschen und dann abtropfen lassen und halbieren.

Die Zwiebel wird in Scheiben geschnitten und diese dann geviertelt. Den Knoblauch nach dem Pellen in Stifte schneiden. Der Ingwer wird ebenfalls gepellt oder mit dem Schäler geschält und in kleine Würfel geschnitten. Die Chilis gibt man mit dem Meersalz in einen Mörser und zerstößt sie dort.

 

Schließlich kommen Früchte, Zwiebel, Knoblauch, Ingwer und die Chilis zusammen mit dem Zucker und dem Weinessig sowie den Gewürzen in einen Topf. Dort bringt man die Masse unter Rühren zum Kochen und lässt sie bei reduzierter Temperatur ca. eine Stunde köcheln. Vorsicht – nicht überkochen lassen.

 

Ich nutze die normalen Schraubgläser, die wir immer aufheben. So brauche ich keine zu kaufen. Nach dem Gang in der Geschirrspüler werden sie kurz vor dem Zubereiten der Marmelade noch mal ausgekocht – dient der Hygiene und sorgt dafür, dass mir die Marmelade nicht schlecht wird.

 

Schließlich fülle ich die Fruchtmasse mit Hilfe eines kleinen Trichters in die Gläser, säubere den Rand, drehe sie zu und stelle sie für 5 Minuten auf den Kopf. Vorsicht heiß!!!

Wird ein Glas einmal nicht ganz voll, stelle ich es als sofortige Kostprobe in den Kühlschrank oder koche es nochmals gesondert zu.

 

Das wars! Sind die Gläser abgekühlt, beschrifte ich sie!

 

 

Tipps:

 

Man muss hierfür nicht unbedingt Mirabellen verwenden, genauso gut gehen Pflaumen oder Mango oder was man gerade hat.

Ich nahm reichlich Knoblauch und trotzdem schmeckte unser Chutney nicht wie eine Ajoli. Keine Angst mit den Chilis, das Chutney braucht eine gewisse Schärfe. Ich nahm frische Schoten, nicht die ganz scharfen und entfernte die Kerne. Natürlich kann man auch weniger verwenden.

 

 

Geschmack:

 

Dieses Chutney ist fruchtig und süß und dabei auch pikant und leicht scharf. Es schmeckt ganz besonders zu Kurzgebratenem und zu Geflügel. Bei uns kam es zum Grillen auf den Tisch und sorgte für Begeisterung! Die Mischung ist einfach mal was anderes und leicht asiatisch angehaucht. Die Kombination zwischen Frucht und Schärfe kommt einfach gut!

 

Variante:

Warum komme ich gerade jetzt auf die Idee, dieses Rezept vorzustellen? Letzten Sonntag nahm ich mir vor, das angefangene Glas Mirabellen-Chutney vom letzten Grillen zu verarbeiten.

Ich nahm also Hähnchenbrust, schnitt sie in schmale Streifen und briet sie in Olivenöl portionsweise an. Zur letzten Ladung gab ich dann fein in Ringe geschnittene Frühlingszwiebeln dazu und löschte mit Milch ab, so dass das Hähnchenfleisch knapp bedeckt war. Nachdem alles kurz aufgekocht war, gab ich mein fast volles Glas (ca. 150 Gramm) Chutney dazu und rührte es gleichmäßig unter. Sofort machte ich den Herd aus, damit das Fleisch zart blieb und verpasste dem Gericht den letzten Schliff mit einem Löffel Creme fraiche. Dazu servierte ich in Ermangelung von Reis Zartdinkel, dem bekannten Ebly ähnlich.

Meine Familie war begeistert von diesem einfachen, selbst ausgedachten, würzigen und sehr exotischem Gericht. Ihr könnte mir glauben, sie haben sogar die Teller abgeleckt! Das mache ich wieder!

 

 

Fazit:

 

Marmelade kochen ist keine Kunst, Chutney kochen auch nicht. Man sollte sich aber auch mal trauen, etwas zu experimentieren und neue Geschmackserlebnisse schaffen. Damit setzt man sich dann erst richtig von der zu kaufenden Masse ab.

Hier lassen sich ganz unkompliziert mal Früchte verarbeiten, die Herstellung ist kinderleicht, die Zutatenliste überschaubar. Jedes Rezept kann man ganz nach eigenem Empfinden abändern und auch mal, so wie ich es getan habe völlig anders verwenden und neue Gericht kreieren. Natürlich eignen sich Chutneys auch sehr gut für Fonduegerichte!

 

Ich vergebe 5 Sterne und spreche eine Nachkochempfehlung aus!!!

 

 

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