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Babys erste Kost

Autor: Netty
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Nach dem sechsten Monat reicht Muttermilch allein nicht aus. Was Babys dann am besten bekommt, verriet Diätassistentin Sabrina Herbst.

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Babys erste Kost
von: Netty |  16.04.2008 12:00:37

Was koche ich für mein Kind, wenn nach dem sechsten Lebensmonat Mutter- oder Flaschenmilch nicht mehr ausreichen? Lassen sich selbst gemachte Babybreie konservieren? Wie wichtig ist die Vielfalt der Gemüsesorten? Wie gelingt das Umstellen auf feste Nahrung?

 

Diese und andere Fragen zur Kost von Kleinkindern beantwortete die Falkenseer Still-Beraterin und Diätassistentin Sabrina Herbst im Eltern-Kind-Café des Nauener Mehrgenerationenhauses. Den 20 Müttern, die sich seit fast einem Jahr jeden Freitagvormittag dort treffen, gab sie darüber hinaus viele kleine, aber wertvolle Ratschläge. Beispielsweise sollten Fertigprodukte immer ohne Zucker sein. „Der versteckt sich aber auf dem Zutatenverzeichnis der Fertiggläschen oft hinter Begriffen wie Saccharose, Dextrose oder Fruchtmark.“

Statt dem Brotkanten, der viel Weizen und somit Zucker enthält, eignen sich Reiswaffeln und Dinkelstangen besser für die kleinen Beißer. Auf Soja, Fisch und kalt gepresste Öle sollte man demnach im ersten Lebensjahr besser verzichten. Ein Löffel raffiniertes Öl gehöre aber in den Brei, so Sabrina Herbst. Beim Obst und Gemüse seien Früchte der Saison am besten geeignet. „Reine Kuhmilch vertragen Babys erst nach dem zehnten Lebensmonat. Auf süße Getränke können sie auch verzichten,“ empfahl Herbst. Denn Wasser sei der ideale Durstlöscher.

Genauso überflüssig wie Säfte sind Speziallebensmittel. „Die über Einjährigen brauchen keine Extrawürste. Sie essen bei Ihnen mit und Sie sind das Vorbild für eine gesunde Ernährung“, unterstrich die Beraterin, die selbst Mutter von drei Kindern ist. „Mittags essen wir uns an Gemüse satt. Auf der anderen Hälfte des Tellers liegt eine kleine Portion Reis und etwas Fisch.“ Um Übergewicht vorzubeugen rät die Expertin zudem: „Nie einem Kind mehr geben als es braucht. Esser werden erzogen.“

 

Hier noch einige Babybreirezepte + noch mehr wertvolle Tipps (Basics von der Expertin):

Grundrezept für einen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei

Zutaten:
90-100 Gramm Gemüse

50-60 Gramm Kartoffeln

20-30 Gramm Fleisch

8-10 Gramm Öl

Zubereitung:

Fleisch im Stück weich kochen und pürieren. Gemüse und Kartoffeln putzen, in grobe Stücke schneiden und garen. Danach pürieren und mit Fleisch und Öl verrühren.

Verträgliche Gemüsesorten sind: Karotten, Brokkoli, Blumenkohl, Kürbis, Kohlrabi, Zucchini, Pastinaken und Fenchel.

Eine Sorte ist in den ersten Wochen genug. Babys brauchen nicht viel Abwechslung beim Essen. 

Nicht verzweifeln, wenn das Baby den Brei nicht isst. Vielleicht liegt es am Geschmack der Gemüsesorte, an Form und Material des Löffels, an der Atmosphäre und Laune beim Füttern oder nur daran, dass es noch Zeit braucht, um sich von Brust oder Flasche zu trennen.

Bei Fertigbreien mit Gemüse:

-       beim Kauf auf Etikett achten und Kost mit einfacher Zusammensetzung und ohne Salz wählen

-       besser ohne Milch oder Milchprodukte

- wenn weniger als 8-10 Gramm Öl drin ist, auf diese Fettmenge ergänzen

-       den Brei nicht nachwürzen

Wichtig für allergiegefährdete Babys:

-       pro Woche höchstens ein neues Lebensmittel einführen

-       eine Gemüseart im Brei reicht

-       Sellerie, Tomaten und Paprika meiden

-       auf Hühnereier, Schweinefleisch, Fisch und Soja verzichten

-       kein kaltgepresstes Öl und keine Weizenerzeugnisse mit Ei (z.B. Nudeln) im ersten Lebensjahr

-       mit Getreide-Obstbrei mit Reisflocken beginnen

-       Hafer nicht vor dem 8., Weizen nicht vor dem 10. Lebensmonat

-       Brei mit einer Obstsorte bevorzugen

-       im ersten Jahr Zitrusfrüchte, exotische Früchte und Erdbeeren meiden

-       auf Zutaten wie Nüsse (auch Mandeln), Kakao, Schokolade, Aromen und Gewürze verzichten

 

Grundrezept für Gemüse-Getreide-Brei:

20g Reisschleim oder Hirse (ab dem 8. Monat Haferflocken)

90ml Wasser

150g Gemüse

10g Öl

Zubereitung:

Gemüse putzen in grobe Stücke schneiden und in wenig Wasser kochen, anschließend pürieren. Die Hafer- oder Hirseflocken mit kochendem Wasser aufkochen, kurz quellen lassen, dann Gemüse und Öl zugeben.

 

Der dritte Brei ist der Getreide-Obst-Brei am Nachmittag.

Das Grundrezept:

20g Reis oder Hirseflocken (ab dem 8. Monat Haferflocken)

90ml Wasser

100g Obstpüree

5g Fett (Rapsöl oder Butter im Wechsel)

Zubereitung:

Die Instantflocken mit heißem Wasser verrühren. Andere Getreideflocken mit Wasser aufkochen. Anschließend püriertes Obst und Butter oder Öl unterrühren.

Wichtig:

-       Breie nicht mit Zucker oder Süßstoff süßen

-       Fertigprodukte sollten auch zuckerfrei sein

-       Zutatenverzeichnis beachten, denn Zucker verbirgt sich auch hinter Begriffen wie Saccharose, Dextrose, Maltodextrin, Honig, Glucose (Sirup), Ahornsirup, Apfeldicksaft oder Fruchtmark

-       Fertigbreie mit Vollkorngetreide bevorzugen

-       Gut sind Breie, die Jod enthalten (Kaliumjodid, Kaliumjodat)

-       Fertigbreie nicht mit Milch, sondern mit Wasser anrühren

 

Nun hat das Baby drei Breie und zwei Mahlzeiten mit Muttermilch oder Flaschennahrung. Gegen Ende des ersten Lebensjahres braucht es nicht mehr fein pürierten Brei zu essen. Jetzt gibt es Stückiges wie beispielsweise Gemüse und Kartoffeln im Stück, Obst ohne Schale und in Spalten geschnitten oder Brotstücken.

 

Getränke: Mit der Einführung fester Nahrung benötigt das Kind mehr Flüssigkeit, zu den Mahlzeiten und auch zwischendurch sind zuckerfreie Getränke, am besten Wasser, ideale Durstlöscher. Das Kind braucht 50ml/kg Körpergewicht/Tag zu trinken.

Worauf man im ersten Jahr verzichten sollte:

 

- kleine harte Lebensmittel wie Johannisbeeren und Nüsse

- stark blähende Speisen wie Kohl, Zwiebeln und Lauch

- kurz gebratenes Fleisch und Geflügel

- stark gesalzene und scharf gewürzte Lebensmittel und Speisen

- mit Alkohol abgeschmeckte Speisen

- rohes Getreide, Honig, kalt gepresstes Öl

- mehr Milch oder Milcherzeugnisse (z.B. Jogurt, Quark) als empfohlen

- Fisch, Hühnereier, Nüsse, (auch Erdnüsse) bei Allergierisiko erst nach dem 2. Lebensjahr

 

Brei auf Vorrat

 

Fertiger Brei lässt sich portionsweise gut in Gefrier-Kochbeutel abfüllen und einfrieren. Im Gefriergerät kann er bis zu zwei Monaten aufbewahrt werden. Im Kühlschrank hält er sich nur bis zum nächsten Tag. Man kann den Brei auch in Gläsern abfüllen und vakuum verschließen. Das pürierte Fleisch lässt sich gut im Eiswürfelbehälter einfrieren.

 

Wichtig:

 

Einmal aufgewärmte Breikost kein zweites Mal aufwärmen. Es können sich sonst Keime vermehren und Nährstoffe verloren gehen.

 

Vegetarische Ernährung:

 

Eine streng vegetarische (vegane) Ernährung ohne Fleisch, Milch und Eier ist für Säuglinge und Kleinkinder völlig ungeeignet. Eine Ernährung ohne Fleisch, dafür aber mit viel Vollkorn- und Milchprodukten, Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst ist aber für Kinder selbst als Dauerkost kein Problem. Zur Verbesserung der Eisenaufnahme, sollten eisenreiche pflanzliche Lebensmittel, wie Vollkorn, mit Obst oder Obstsaft ergänzt werden.

 

Für die wertvollen Tipps bedanke ich mich bei Diätassistentin Sabrina Herbst!!!

 

Tags: 

Breie, Grundrezepte, Fertigbreie, Ernährungsberaterin, Getränke, Muttermilch

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