Themenseite  

www.amazon.de

Aus der Region (Hannover)

Autor: Alexander-Hassberg
Bewertung: 6,00 | 3 Stimmen
Beschreibung:

Entdecken Sie die Region Hannover: Lebenswert und lesenswert

Themenmitglied werden?  
 
Lebst du noch oder beißt du schon? – ein Musical im Rahmen des Sommerkonzertes des Gymnasiums Lehrte
von: Alexander-Hassberg |  20.06.2008 17:25:43

Ich habe mir gestern (19.06.2008) das Sommerkonzert des Gymnasiums Lehrte angeschaut. Ich bin wirklich beeindruckt von dem, was die Schüler mit ihren engagierten Lehrern auf die Beine gestellt haben.

 
Ihr Stück „Lebst du noch oder beißt du schon?“ basiert auf der Grundlage von Roman Polanskis Film „Tanz der Vampire“ und dem daraus entwickelten, gleichnamigen Musical.

 
Ihre verkürzte Fassung gibt nicht alle Szenen des Originals wieder. Dennoch ist die Handlung schlüssig und auch für Nicht-Kenner des Originals zu verstehen.

Alle am Stück beteiligten Personen haben ganze Arbeit geleistet, darunter die Visagisten, die beeindruckende Vampire und einen an Jar Jar Binks aus Star Wars erinnernden Professoren geschaffen haben. Ich möchte ihre Leistung nicht als geringer darstellen, wenn ich jetzt einige Darsteller und ihre Rollen herausgreife.

 
Herausragend besetzt war die Rolle der Magd Magda. Die Stimmgewalt der Darstellerin ist mit der des Originals mindestens gleichzusetzen. Ihre Mimik und Gestik verliehen der Rolle ein authentisches Leben. Die Interaktion mit den anderen Darstellern verlief reibungslos. War Magda auf der Bühne, war sie Kraft ihrer Ausstrahlung außerordentlich präsent.

 
Die Darstellerinnen von Sarah und Alfred überzeugten ebenfalls mit ihrer Stimmgewalt und der fließend ineinander greifenden Duette und Handlungen.

 
Auch im Original ist die Rolle des Vampirs Graf von Krolock die anspruchsvollste. Einerseits muss hier einem untoten Wesen nicht nur Leben, sondern eine allseits gegenwärtige Aura der Übermacht durch Mimik und Gestik verliehen werden. Andererseits sind die Gesangseinlagen von einer großen Bandbreite von Tonlagen und Stimmungen geprägt. Es ist der Darstellerin (!) nicht anzulasten, dass sie ihre Stimme zu verstellen versuchte, um tiefer zu klingen und wegen ihrer Vampirzähne an manchen Stellen auf eine niedliche Art und Weise etwas lispelte.

Stattdessen zolle ich ihr großen Respekt, dass sie sich auf diese schwierige Rolle eingelassen hat und sie trotz aller Barrieren überzeugend gespielt hat.

 
Es passt zu den Klischees einer Schulaufführung, dass der Großteil der Rollen von Darstellerinnen besetzt war, da Jungs in diesem Alter anscheinend Mangelware für solche Projekte sind. Aber es wirkt nur an wenigen Stellen etwas grotesk, wenn z.B. Alfred und der homosexuelle Vampir Herbert miteinander tanzen und diese beiden Rollen von Mädchen besetzt sind.

 
Denkwürdige Assoziationen ergeben sich, wenn die Aussage des Musicals „Tanz der Vampire“ in Verbindung mit den letzten Tagen an der Schule, den vielleicht letzten Sommerferien und dem baldigen Einstieg ins Berufsleben gesetzt wird: Die Passage „Sei ein Schwein oder man macht dich zur Sau…“ lässt anklingen, wie man sich in unserer Ellenbogen Gesellschaft heutzutage durchzusetzen hat. Oder was jeden erwartet, der dies nicht vermag.

 
„[…]die Welt gehört den Lügnern und den Rücksichtslosen[…]“ - auch aus den Reihen dieses Jahrganges werden wieder Bank- oder Versicherungskaufleute hervorgehen, die als (Finanz-)Vampire ihr Unwesen treiben werden…

Oder doch lieber in die Politik, bzw. ins mittlere Management („[…]die Welt gehört den Kriechern und den Gnadenlosen[…]“)?

 
Letztendlich vermittelt das Stück die Erkenntnis, dass die Wissenschaft eben nicht immer für Wahrheit und Klarheit sorgt und dass nicht zu erwarten ist, dass sie jemals gegen alle bösen Mächte dieser Welt siegen wird. Wo die Sonne scheint, da gibt es Schatten und auf jeden Tag folgt eine Nacht. Im Stück beginnt die Herrschaft der Vampire.

 
Für die Abgänger von 2008 beginnt ein Leben jenseits des Schulalltages. Wahrscheinlich haben sie ihre Lebensentwürfe für „die Zeit danach“ bereits fertig oder tüfteln sie gerade aus. Eine schwierige Entscheidung, die das ganze Leben prägen wird. Es bleibt zu hoffen und ihnen zu wünschen, dass sie den Mut besitzen, auch eigene Ziele zu verwirklich, statt den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen und lediglich die Anforderungen eines zukünftigen Arbeitgebers erfüllen zu wollen. Ein bisschen Vampirsein kann hier nicht schaden, wenn man es als Widerstand gegen Unterdrückung und Assimilation gleichsetzt.

Dass sie in der Lage sind, eigene Projekte erfolgreich umzusetzen, haben die DarstellerInnen des Musicals eindrucksvoll bewiesen. Vielleicht gibt Ihnen das die Kraft, an das eigene Schaffen zu glauben und eigene kreative Werke auch zukünftig umzusetzen.

Dass sich mit Kreativität, mit künstlerischem und geistigem Schaffen allgemein, berufliche Zukunftsperspektiven und Verdienstmöglichkeiten ergeben, zeigen u.a. Web-Seiten wie typeer.de und fileboom.de.
 

Tags: 

gymnasium, lehrte, konzert, sommer, 2008, schule, beruf, theater, kreativ, geld, verdienen

Kommentare (2)
 

Aktuelle Beiträge

Lebst du noch oder be...


Archiv

Mehr vom Autor

Ähnliche Themen

Thema bewerten
Sie können diesem Thema 1-6 Punkte geben:
           
Punkte: 1
Aktuelle Wertung:
6,00 | 3 Stimmen
 

Autoren
Mitglieder
----
 

Über Typeer | FAQ | Presse | AGB | Impressum | Team | Datenschutz | Mitglied werden | Themen von A - Z | Beiträge von A - Z