Was waren das noch Zeiten, als Musik noch Melodie und Text
hatte und noch mit echten Instrumenten gespielt wurde. Als ein solches
Musikstück unter Umständen wochenlang in der Hitliste war (damals hieß das noch
nicht Charts) und irgendwann zum Evergreen wurde.
Heute (ich schrieb
diesen Beitrag schon 2003 in der ursprünglichen Version, von daher
Momentaufnahme: damals war diese Coverwelle besonders "in") werden
meistens solche Evergreens von jungen, kaum bekleideten Damen mit guter Figur
und nur mittelmäßiger Stimme nachgesungen, die Damen sind in der Regel jünger als
das Lied, und die Begleitung erfolgt komplett vom Computer. Die schönen
Originale kennen viele gar nicht mehr, insbesondere die jüngeren Musikfans.
Das ist auch kein Wunder, denn die sind oft käuflich nicht
mehr oder nur noch schwer zu erwerben. Schade! Da bleibt nur eine einzige
Möglichkeit. Damit meine ich nicht den illegalen Download, da ich kein Freund
von so etwas bin. Erstens ist so etwas heute sehr riskant wegen der Rechtslage,
und zweitens ist die Qualität gerade bei älteren Titeln meist alles andere als
optimal. Die Möglichkeit, die ich meine, ist der Gebrauchtkauf von Tonträgern,
speziell geht es hier nun um Schallplatten (Vinyl).
Außerdem hat die Schallplatte viel mehr das gewisse Etwas
als eine CD, von Musikdateien will ich erst gar nicht sprechen. Bei der sich
drehenden Platte sieht man noch, wie die Musik abgespielt wird. Außerdem haben
LPs ihren eigenen ganz speziellen Klangcharakter.
Ich muss jedoch dazu sagen, dass ich noch mit der
Schallplatte aufgewachsen bin!
Ich kenne gleich Hunderte von ehemals bekannten Liedern aus
den 60ern, 70ern und 80ern, die bis heute NIE den Weg auf eine Original-CD
gefunden haben. Manchmal trifft das sogar auf komplette Alben zu.
Aber es gibt auch viele 60er-, 70er- und 80er-Alben, die als
CD „re-released“ wurden. Nicht alle davon sind heute noch im Handel. Und meine
persönliche Meinung ist, dass gerade solche älteren Re-Issues auf CD häufig nicht
so gut klingen wie Originale oder Nachpressungen auf LP. Für mich bleibt die LP
der bevorzugte Tonträger. Gerade diese alten Alben aus der
"Prä-CD-Ära" klingen nach meinen Geschmack "original" am
besten.
Aber wie kommt man an so ein Format, das nicht mehr (oder
kaum noch) neu erhältlich ist?
Die übliche Möglichkeit ist der Gebrauchtkauf. Fast alle
Platten, die heute noch mal den Besitzer wechseln, wurden schon mehr oder
weniger häufig gespielt. Und leider weiß man nicht, was die Platten schon
hinter sich haben. Wie oft sie gespielt wurden, und vor allem mit welchen
Plattenspielern bzw. Tonabnehmern. Oder auch wie der/die Vorgänger damit
umgegangen ist/sind. Deshalb wird der Plattenkauf oft zum Glückskauf.
Wo bekommt man nun noch gebrauchte Schallplatten?
Zum einen gibt es die Schallplattenbörsen, die zu bestimmten
Terminen in größeren Städten stattfinden. Ich selbst war nur selten auf
solchen, da ich nicht aus der Großstadt komme, bei uns waren nur alle paar
Jahre mal welche (die letzte war 2000). Hier werden oft Platten in großer Menge
angeboten, und manchmal kann man auch ein Schnäppchen machen.
Andererseits gibt es auch Anbieter, die ihre Platten
generell teuer anbieten. Hier muss man also schon aufpassen.
Aber auf den traditionellen Flohmärkten (Trödelmärkten) ist
das sehr ähnlich. Auf fast jedem Flohmarkt gibt es diverse Anbieter, die (auch)
Vinyl in ihrem Programm haben.
Mit der Übersichtlichkeit ist das aber so eine Sache! Längst
nicht jeder Anbieter hat seine Platten gut sortiert (z.B. nach Interpreten oder
zumindest von A bis Z). So ist es schon eine Glückssache, wenn man gerade eine
bestimmte Platte sucht. Das ganze erinnert oft an den sog. Wühltisch in
Warenhäusern. Und oft stehen die Kartons mit den LPs auch noch auf dem Boden,
so dass die Suche sehr unbequem werden kann.
Meine Erfahrung ist, dass die Mehrheit der Flohmarkt-LPs aus
den Bereichen Schlager und Volksmusik stammt. Schade!
Außerdem hat man nicht immer die Möglichkeit, den Zustand
der Platte zu überprüfen. Darauf gehe ich später noch mal ausführlicher ein. Anhören
kann man sich die Platten auf einer Börse in der Regel nicht (auf Flohmärkten
schon mal gar nicht), und eine optische Begutachtung gelingt nur dann am
besten, wenn man die Platte unter eine gute Lampe hält, und das ist hier auch
nicht gut möglich.
Eine ähnliche Gelegenheit bietet der Second-Hand-Laden für
Platten. Solche findet man meist auch nur (noch) in größeren Städten. Einer
dieser Läden ist mir besonders bekannt, da ich dort Stammkunde bin (na ja, verglichen mit 2003 ist das Angebot
auch nur noch bescheiden, obwohl nach wie vor recht OK). Zumindest in der
Ferienzeit, da eine längere Anfahrt nötig ist.
Oft sind die „Bedingungen“ ähnlich wie auf Börsen. Nicht
immer sind die Platten leicht zu finden (keine Sortierung, „Wühltische“), und
die Preise sind sehr unterschiedlich. Ich habe sogar schon im selben Laden
dasselbe Album einmal zu einem niedrigeren und einmal zu einem höheren Preis
gesehen. Da muss man also schon mal aufpassen. Man kann schon einige
Schnäppchen machen.
Die Lichtverhältnisse lassen in der Regel keine optimale
optische Qualitätsbeurteilung zu. Trotzdem sollte man die Platten vor dem Kauf
aus der Hülle nehmen und so gut wie möglich optisch begutachten, vor allem wenn
sie teurer sind. Viele Second-Hand-Shops stellen auch Plattenspieler mit
Kopfhörer zur Verfügung, auch wenn diese Plattenspieler oft nicht gerade die
besten sind. Hier kann man sich in „Selbstbedienung“ die Platten vor dem Kauf
anhören. Das kann zum einen vorteilhaft sein, wenn man die Musik nicht kennt
und nicht die Katze im Sack kaufen will, zum anderen kann man sich aber auch
ein Bild machen, ob die Platte klanglich den Anforderungen entspricht.
Eine andere Möglichkeit sind die Gebraucht-Versandhändler.
So etwas findet man heute im Internet, ich selbst habe noch Zeiten kennen
gelernt, als es das Internet noch nicht gab und solche Händler z.B. in
damaligen Magazinen wie „Musik-Flohmarkt“ inserierten. Es ist aber heute
dasselbe geblieben, nur haben sich die Transaktionen durch das Internet
beschleunigt. Das Prinzip bleibt dasselbe: der Händler stellt den Interessenten
eine Liste mit allen derzeit erhältlichen Titeln zur Verfügung, der Käufer
bestellt wie aus dem Katalog.
Das ist ein großer Vorteil, denn so kann man schnell
feststellen, ob ein bestimmtes gesuchtes Stück dabei ist. Die Nachteile sind
aber auch groß:
Viele im Katalog bzw. auf der Website aufgeführte Platten
sind nur einmal oder in geringer Stückzahl verfügbar. So ist die
Wahrscheinlichkeit hoch, dass der gesuchte Titel ausverkauft ist. Vielleicht
war es ausgerechnet der am meisten gesuchte Titel, für die man extra die
Bestellung mit diesem sehr hohen Mindestbestellwert aufgegeben hat!
Nicht jeder Händler gibt Auskunft über den Zustand der
Platten. Meine Bestellungen waren die reinsten Überraschungen. Von der
ungespielt aussehenden Platte bis zu einer stark beschädigten (die die Nadel
des Plattenspielers ruinieren kann) war alles schon dabei!
Manche Händler verlangen auch Wucherpreise, die nicht immer
gerechtfertigt sind. So sind 20 Euro für eine alte LP keine Seltenheit, LPs aus
den 90ern werden oft sogar mit 30-60€ gehandelt. Ich hatte auch mal bei einem Händler
bestellt (noch zu DM-Zeiten), der die Preise nach dem Alter der Platte bildete,
egal ob Single oder LP. Jedes „Lebensjahr“ der Platte bedeutete 1 DM. Sagen wir
mal, die LP „Crime Of The Century“ von Supertramp (1974) würde heute 36 DM
(bzw. 18 Euro) kosten. Egal, wie viele unter Umständen minderwertige Nadeln
diese schon wiederholt abgetastet haben. Die Single „Juliet“ von Robin Gibb
(1983) würde 27 DM bzw. 13,50 Euro kosten, obwohl es ein kleineres Format ist.
In meinem bevorzugten Second-Hand-Shop kostete sie (2003) 25 Cent, sofern mal
vorhanden. Heute wird bei uns eine Standard-Single aus den 80ern für etwa 1€
gehandelt. Bei solchen Händlern ist Vorsicht geboten. Häufig sind die Preise
hier maßlos überzogen. Besonders ärgerlich ist es dann auch noch, wenn die
Platte vom Zustand her nicht mehr so gut oder sogar enttäuschend ist. Häufig
gibt es keine Garantie und kein Rückgaberecht, zum einen weil es Gebrauchtware
ist, und zum anderen weil man ja rein theoretisch auch eine Kopie der LP machen
und diese dann zurückschicken könnte.
Und heute ist natürlich eBay eine besonders beliebte Anlaufstelle,
vor allem auch für diejenigen, die keine Möglichkeit haben, Börsen und/oder
Gebrauchtläden zu besuchen.
Platten werden hier schon oft ab 1 Euro angeboten, und so
kann man manchmal schon ein Schnäppchen machen, wenn man bedenkt, dass doch
mehr Leute die CD-Version vorziehen, sofern es eine gibt oder gab.
Aber auch bei eBay gibt es mittlerweile sehr viele
gewerbliche Vinyl-Händler, so dass die Zeit der Schnäppchen bald vorbei ist.
Auch weiß noch nicht jeder, dass es Spezialkartons gibt, mit denen man eine LP
oder Maxi als Warensendung für 1,65€ versenden kann. Die meisten verlangen 4
bis 8€ für den Versand einer LP (als Paket), also Vorsicht!
Desweiteren besteht auch bei eBay das Hauptproblem wie beim
Online-Versandhandel, dass man vor dem Kauf die Platte weder optisch noch
akustisch begutachten kann. Man muss sich auf die Qualitätsangaben des Verkäufers
verlassen.
Und gerade hier habe ich schon die übelsten Überraschungen
erlebt. Hier ein paar Beispiele:
Verkäufer hat eine 23 Jahre alte LP als ungespielt
angeboten. Ich bot für dieses „Sammlerstück“ ein kleines Vermögen und gewann
die Auktion.
Die Platte war garantiert wiederholt gespielt. Das kann man
als „Kenner“ leicht feststellen, auch wenn die Platte noch gut aussieht. Am
besten geht das, wenn man die Platte unter eine Lampe hält (keine Neonröhre,
sondern normale Glühbirne oder Halogenlampe).
Erst einmal, hat die Platte leichte Haarkratzer und/oder
Fingerabdrücke?
Dann betrachtet man das Mittelloch und das Label
(Plattenetikett). Wenn sich rings um das Mittelloch „Kratzer“ oder „Streifen“
befinden, dann IST die Platte GARANTIERT gespielt worden. Das sind
Zentrierspuren! Der Benutzer hat beim Auflegen nicht sofort die Mittelachse des
Plattentellers getroffen, sondern landete mit dem Label auf der Spitze der
Mittelachse.
Der Kenner weiß sofort, ob eine LP wirklich ungespielt ist
oder nicht. Bei Singles ist das etwas schwieriger, aber sofern das Vinyl einer
Single „Ringe“ oder feine Kratzer in sehr regelmäßigen und engen Abständen
aufweist, stammt diese aus einer Musikbox (Jukebox). Durch den automatischen
Greif- und Auflegemechanismus dieser Automaten hat das Vinyl oft gelitten.
Außerdem besteht erhöhte Gefahr, dass diese Singles mit einer Nikotinschicht
überzogen sind (Betrieb in Gaststätten). In den 80er Jahren war es mal in der
„Mode“, dass solche Musikbox-Singles neu verschweißt und dann als Wühltischware
in Warenhäusern angeboten wurden.
Dann hat mir mal jemand eine LP in „sehr gutem Zustand, kaum
gespielt“ verkauft. Das kann ja stimmen, aber die Platte wurde dann wohl auf
zwei, drei Feten gespielt, und Gäste stießen an den primitiven Plattenspieler
mit Tonabnehmer Marke Balkennagel!
Eine neuwertige LP war auch mal mit Wasser gereinigt.
Nachher klebten an meiner Nadel feinste innere Verschmutzungen der Rillen, die
nur schwer zu entfernen waren.
Aber überwiegend habe ich mit eBay recht gute Erfahrungen
mit gebrauchten Platten gemacht, so dass man durchaus hier mal sein Glück
versuchen kann.
Zum Preis kommen natürlich noch die Versandkosten. Eine
einzelne LP kann oft als Warensendung verschickt werden (Geheimtipp!). Ab 2 LPs
oder 1 Doppel-LP gilt das teurere Paketporto (hier ist Hermes besonders günstig
als Anbieter). Päckchen ist seit einiger Zeit generell nicht mehr möglich. Eine
Single kann nur als Maxibrief verschickt werden.
Natürlich ist beim Versand einer Schallplatte immer auf eine
stabile Verpackung zu achten.
Um Enttäuschungen zu vermeiden, sollten eBay-Käufer generell
eine schlechtere Bewertungsstufe erwarten, d.h. also:
„Ungespielt“: sofern nicht in der Produktbeschreibung noch
mal extra vermerkt, sollte man eine gebrauchte, aber nur wenig gespielte LP
erwarten.
„mint“: Die Platte ist wiederholt gespielt worden und hat
bereits Haarkratzer, klingt aber noch gut.
Bei „very good“ sollte man schon eine etwas schlechtere
Abspielqualität einkalkulieren.
Und so weiter. Hier habe ich noch mal eine allgemeine
Aufstellung der Zustandsbewertung, welche ich in dieser Form bei meinen eigenen
Plattenverkäufen angebe:
new (n)
Die Platte ist absolut neu und ungespielt. Das Cover ist
noch eingeschweißt.
mint (m)
Die Platte ist absolut neuwertig, sie wurde zwar (wenig)
gespielt, ist aber frei von Kratzern und Fremdgeräuschen. Das Cover ist
neuwertig und hat keinerlei Gebrauchsspuren.
very good (vg)
Die Platte wurde wiederholt gespielt, hat aber kaum
akustische Gebrauchsspuren. Das Cover ist zwar allgemein noch gut erhalten, hat
aber Gebrauchsspuren wie Knicke, abgestoßene Ränder, leichte Etikettenabrisse
etc.
good (g)
Die Platte wurde oft gespielt, hat schon mal hörbare
Kratzer, läuft aber noch einwandfrei durch ohne zu springen. Das Cover hat
stärkere Gebrauchsspuren wie Etikettenabrisse, Reparaturstellen, Risse etc.,
ist aber noch vollständig.
worn (w)
Die Platte wurde überdurchschnittlich oft gespielt, hat
stark hörbare Kratzer und evtl. auch mal Sprünge. Das Cover hat starke
Gebrauchsspuren wie große Reparaturstellen, Wasserschäden, evtl. nicht ganz
vollständig etc.
fair (f)
Die Platte ist akustisch völlig ohne Wert (auch Sprünge und
Hänger). Das Cover hat sehr starke Gebrauchsspuren und/oder ist unvollständig
bzw. zerrissen.
lost (l)
Das Cover ist nicht (mehr) vorhanden.
Häufig werden auch Auf- und Abwertungen mit + und – gemacht,
wie bei den Schulnoten. Eine mit „vg+“ bewertete Platte ist in einem für den
gebrauchten Zustand überdurchschnittlich guten Erhaltungszustand, aber hat
trotzdem einige Gebrauchsspuren, so dass es für die Bewertung „mint“ nicht ganz
ausreicht.
Zum Schluss noch mal zusammengefasst ein paar allgemeine
Tipps und Tricks zum Plattenkauf, damit der Kauf keine Enttäuschung wird:
Wenn
möglich (z.B. bei mehrfach verfügbaren Platten) Preise vergleichen, es
können manchmal bis zu 20 Euro Preisunterschied beim gleichen Titel (aber
verschiedenen Anbietern) sein.
Beim
Besuch eines Second-Hand-Shops oder einer Plattenbörse viel Zeit
mitbringen, da die Platten nicht immer geordnet sind.
Wenn
möglich, im Geschäft die Platte Probe hören.
Wenn
das nicht möglich ist, die Platte aus der Hülle nehmen und ins (Lampen-)
Licht halten, um die Oberfläche zu begutachten.
Zentrierspuren
rund ums Mittelloch weisen auf einen wiederholt gespielten Zustand hin.
Singles,
die Gebrauchsspuren im festen Abstand haben, sind in Musikboxen gespielt
worden und oft in einem sehr schlechten Erhaltungszustand.
Nie
zu sehr hohen Preisopfern bereit sein, wenn Ihr Euch bezüglich der
Seriosität des Anbieters nicht sicher seid. Eine als ungespielt angegebene
Platte ist nicht immer ungespielt, und „mint“ ist nicht immer gut.
"Guter Zustand" kann tatsächlich die schon eher schlechte Note
"good" bedeuten.
Beim
Kauf von z.B. Klassik-LPs aus den 50ern und 60ern, die wie neu aussehen,
möglichst auch Probe hören, denn damals waren die Tonabnehmer noch nicht
gut, und so kann eine Platte schlechter klingen als sie aussieht. Ich sage
nur "Musiktruhen", die hatten in der Regel schwere Tonarme mit
Kristallsystem.
Beim
Kauf bei eBay und Online-Händlern am besten noch eine „Note“ schlechter
einkalkulieren als in der Beurteilung der Platte angegeben, denn jeder
beurteilt die Platten anders.
Bei
mehrfach auftretenden Titeln bei eBay gut vergleichen: Preis,
Auktionsende, beschriebener Zustand der Platte, Bewertung des Verkäufers.
Waren frühere Kunden mit seinen Platten zufrieden, oder gab es
Beanstandungen?
Gebrauchte
Platten vor dem Anhören grundsätzlich reinigen (Kohlefaserbürste). Bei
hoffnungslosen Fällen wirkt warmes Wasser mit Spülmittel und
anschließendes Abspülen mit normalem Wasser schon mal Wunder (ich gehe mal
davon aus, dass Otto Normalhörer sich keine Plattenwaschmaschine leisten
kann).
Sollte
eine ersteigerte Platte wirklich defekt oder zu schlecht erhalten sein,
versucht trotzdem mal eine Kontaktaufnahme mit dem Verkäufer. Einige
zeigen sich kulant, einige auch nicht.
Seriöse
Verkäufer, bei denen z.B. ungespielte Platten wirklich ungespielt sind,
merke ich mir, um unter Umständen später mal erneut bei ihnen zu
bestellen.
Nun hoffe ich, Euch ein paar Tipps zum Kauf gebrauchter
Platten mitgegeben zu haben, damit Ihr auch Freude an den neu erworbenen
Platten habt und Enttäuschungen vermeiden könnt. Leider sind Platten natürlich
viel empfindlicher als CDs, so dass sich Gebrauchsspuren viel schneller
bemerkbar machen.
Übrigens geht seit wenigen Jahren der Trend wieder dahin,
dass man auch schon mal nagelneue LPs mit zum Teil ganz aktuellen Alben kaufen
kann. Das ist aber ein teures Vergnügen, zwischen 20 und 30 Euro sollte man pro
LP schon einkalkulieren. Außerdem kann man die LPs nicht gerade in der
"Provinz" kaufen, sondern in Großstädten, z.B. bei Saturn. Und
natürlich für jedermann im Internet bei gewerblichen Händlern (auch eBay).
Es werden aber bei weitem nicht mehr alle Neuerscheinungen
auf Vinyl gepresst. Einige Künstler wie z.B. Madonna, Meat Loaf, Placebo, U2,
The Cure, R.E.M., Pearl Jam, Depeche Mode, Mando Diao, Jack Johnson und noch
etliche andere haben in der letzten Zeit ihre neuen Alben auch auf Vinyl
herausgebracht, natürlich nur in kleiner Auflage.
Und nun wünsche ich noch viel Spaß beim Plattenhören!
Tags:
schallplatte, vinyl, lp, plattenbörse, second hand, flohmarkt, ebay, händler, zustand
Diesen Beitrag schrieb ich ursprünglich 2003 für ciao.de
(damals noch unter anderem Namen). Es geht um Tipps und Tricks zum Aufnehmen
von Musik mit Hilfe eines Audio-CD-Recorders. Damals war dieser Gerätetyp noch
weiter verbreitet als heute. Trotzdem möchte ich diesen Beitrag nun hier bei typeer.de
wiederveröffentlichen, denn auf dem Gebrauchtmarkt sind solche Geräte immer
noch gefragt.
Es ist noch gar nicht so lange her, da hat man für seine
eigenen Aufnahmen noch fast ausschließlich Audiokassetten eingesetzt, das war
noch einfach. Etwa 30 Jahre lang war das „der“ Tonträger für Eigenaufnahmen.
Ganz schnell wurde die Kassette dann aber in den letzten ca. fünf Jahren durch
modernere, digitale Medien verdrängt. Zum einen war mal die MiniDisc (MD) recht
populär, aber am meisten verbreitet ist wohl die selbst bespielbare CD.
Ganz besonders aus zwei Gründen ist die CD-R wohl etwas
populärer als die MD geworden. Zum einen ist dieses System um einiges günstiger
(Hardware und Leermedien), zum anderen existierten einfach schon so viele
CD-Player – und sofern der CD-Player nicht zu alt ist (ich hatte lediglich
Probleme mit einem Gerät aus den 80er Jahren, sowie mit einem Autoradio aus den
90ern), kann man seine selbst aufgenommenen CDs auch mit den älteren bereits
vorhandenen Abspielgeräten anhören.
Hier soll es nun um einige Tipps und Tricks gehen, wie die
Aufnahme auf CD-Rohlinge am besten gelingt und auch professionell wirkt.
Speziell geht es hier um die Verwendung eines stationären Audio-CD-Recorders
für die HiFi-Anlage, mit so einem Gerät bin ich schließlich auch angefangen.
Dabei bin ich nach langem Experimentieren zu dem Schluss
gekommen, dass man am besten nur CD-RWs (wiederbeschreibbare Rohlinge) mit so
einem Gerät verwenden sollte, damit man eventuelle Fehler korrigieren kann.
Außerdem ist auf diese Weise noch eine Nachbearbeitung am PC möglich, wenn man
dies wünscht (ich empfehle so etwas grundsätzlich).
„Warum denn ein Standalone-CD-Recorder? Ich habe doch einen
PC mit Brenner!“
Am schwierigsten ist es, wenn in dem Raum, in dem die Anlage
(samt Aufnahmequellen) steht, sich kein PC befindet. Das war nämlich bei mir noch
der Fall, als ich die Erstversion dieses Berichtes schrieb (2003). Ich möchte
jedenfalls keinen PC im Wohnzimmer stehen haben. Wozu auch? Schließlich habe
ich dafür mein Arbeitszimmer. Aber dort hatte ich anfangs noch keine Anlage mit
Plattenspieler, von der ich Musik von Schallplatten direkt in den PC
überspielen konnte.
Nicht jeder hat Platz in seinem Arbeitszimmer, und auch
nicht jeder sieht es ein, sich eine zweite Anlage dafür zu kaufen. Obwohl man
die bei eBay oft nachgeschmissen bekommt, z.B. eine Plattenspieler-Verstärker-Kombi
aus den 70ern. Spezielle günstige neue Plattenspieler, die besonders fürs
Digitalisieren ausgelegt sind, erfüllen nur ihren Zweck, sind aber qualitativ
meistens nicht hochwertig, also für den echten HiFi-Freak weniger geeignet.
Aber es gibt ja Audio-CD-Recorder, das sind vom Computer
unabhängige HiFi-Bausteine, mit denen man eigene Aufnahmen auf CD-Rohlinge
anfertigen kann. So ein Gerät wird im Prinzip wie ein Kassettendeck bedient:
mit Start, Stop, Aufnahme, Pause, sogar Aussteuerung (bei analogen Aufnahmen).
Auch wenn ich schon oft gelesen habe, dass Audio-Brenner als „sinnlose
HiFi-Komponenten“ angesehen werden, „da man ja PC-Brenner hat“, halte ich so
ein Gerät für sehr sinnvoll. Zumindest für all diejenigen, die keinen PC im
Wohnzimmer stehen haben wollen und auch keine zusätzliche Plattenspieler-Anlage
irgendwo zwischen Drucker, Tastatur und Monitor stehen haben wollen oder können.
Anmerkung: Mittlerweile gibt es diese Audio-CD-Recorder fast
nur noch gebraucht, z.B. bei eBay, dort kostet so ein Gebrauchter meist
zwischen 30 und 100 Euro, einwandfreier Zustand vorausgesetzt.
Aber – da gibt es einen großen Nachteil! Ich schrieb oben
schon, CDs kann man nicht löschen. Hier nenne ich nun einige Beispiele für
typische Fehler bei Aufnahmen mit dem Audio-Brenner:
Man nehme einen speziellen Audio-Rohling (CD-R), der im
Schnitt das Doppelte kostet wie ein „normaler“ Rohling (man kann keine
„normalen“ Rohlinge im Audio-Brenner verwenden, da sie anders formatiert sind)
und inzwischen nicht mehr von jedem Elektronikhändler geführt wird. Wir legen
den Rohling ein, drücken die „Pause“-Taste, der CD-Recorder ist nun in
Aufnahmebereitschaft.
Beispiel 1:
Nehmen wir mal an, wir wollen ein Lied von einer LP mit dem
Audio-Brenner auf CD aufnehmen. Wir positionieren die Nadel kurz vor das
gewünschte Lied, hören noch den Rest des vorigen Liedes, und sobald Stille
erscheint, starten wir die Aufnahme.
Nun hört man schon mal ein leises Knistern auf der CD, bevor
das Lied beginnt – Schönheitsfehler Nr. 1.
Nach ein paar Takten passiert es: Knack, Knack, Knack – na
ja, damit kann man gerade noch leben, aber nun springt die Nadel, den Sprung
hat man also auch auf der CD. Aber angesichts des teuren Preises für den
Rohling schluckt man diesen Schönheitsfehler Nr. 2.
Aber dann, das Lied läuft erst eine Minute – und es klingelt
das Telefon. Man nimmt ab, führt ein kurzes Telefongespräch. Man legt den Hörer
wieder auf und geht zurück in Richtung Anlage. Was ist passiert? Es ist bereits
ein Stück des nächsten Liedes auf der CD, und das will man gar nicht haben. Wir
brechen die Aufnahme ab und schmeißen den „verbrannten“ Rohling in die Tonne!
Auch bei ständiger Überwachung der Aufnahme muss man damit
rechnen, dass Platten springen oder hängen, sowie Kassetten leiern, aussetzen
oder durch Verunreinigung der Tonköpfe dumpf klingen können.
Beispiel 2:
Interessant vielleicht gerade für die jüngeren Leser, die
mit Schallplatten nichts mehr am Hut haben. Man kann aktuelle Charthits von Musik-TV-Sendern
aufnehmen (zum Eigengebrauch versteht sich, das ist dann auch legal). Und das
klingt besser als MP3. Egal ob nun direkt vom Fernsehen oder besser von einem
bereits mit DVD- bzw. HiFi-Videorecorder aufgezeichneten Programm (ich empfehle
generell letzteres) – wir nehmen ein aktuelles Lied auf den CD-Rohling auf.
Es kommt schon mal oft vor, dass man den Anfang nicht
präzise auf die CD bekommt – Schönheitsfehler Nr. 1.
Am Ende des Liedes angekommen: der Moderator labert hinein,
und ein Stückchen von seiner Stimme hat man also auf CD verewigt!
Gleiches gilt für Aufnahmen vom Radio, was für einige
vielleicht auch noch interessant sein könnte.
Das sind nun die Dinge, die man als Besitzer eines teuren
CD-Recorders in Kauf nehmen muss. Oder doch nicht?
Abhilfe:
Wenn man auch noch einen PC mit Brenner hat, der aber nicht
im selben Raum wie die Anlage steht, könnten sich doch beide Brennersysteme
prima ergänzen!
Wie macht man das nun?
Die Antwort ist einfach, ich sage nur CD-RW. CD-RW für
Audio-Brenner. So etwas gibt es auch, wenngleich auch leider nicht mehr in
jedem Elektronikgeschäft, aber sicher bei eBay oder in einigen
HiFi-Fachgeschäften. Leider sind diese etwas teurer, sie haben vielleicht den
Preis wie früher eine Audio-Leerkassette, aber dafür kann man sie immer wieder
neu bespielen.
Bei diesen Rohlingen kann man entweder nur das
„verunglückte“ Lied löschen (das geht nur, solange die CD noch nicht
finalisiert ist), oder die ganze CD.
Und man braucht sich auch keine Sorgen zu machen, wenn der
ältere CD-Player keine RWs liest. Das braucht er auch nicht, denn wir
überspielen anschließend die Aufnahme auf einen normalen Rohling für PCs – und
jetzt kommt’s – bei der Gelegenheit verleihen wir der CD-Aufnahme noch den
letzten Schliff, um sie ganz professionell klingen zu lassen!
Was man braucht, ist ein PC mit einem neueren CD-Brenner
(oder einem beliebigen Brenner und einem neueren CD-ROM-Laufwerk). Wichtig ist
nur, dass das Laufwerk CD-RWs lesen kann. Die meisten Laufwerke dürften das
inzwischen.
Als Software braucht man zum einen ein Programm, mit dem man
Audio-CDs in WAV-Dateien umwandeln kann. Vertreter hierfür sind z.B. „CDex“, „CD-Mate“
oder „Audiograbber“, man findet hier wohl so einiges an Shareware im Netz. Dann
braucht man noch ein WAV-Bearbeitungsprogramm. Ich habe bis jetzt mit dem
„Creative Wave Studio“ von Creative Labs gearbeitet, welches den meisten
Soundblaster-Karten beiliegt. Obwohl simpel, ist es ein gutes Programm zum
Nachbearbeiten. Natürlich vermisst man hier Rauschfilter etc., aber ich lasse
den Klang sowieso lieber originalgetreu – ich muss ehrlich sagen, dass ich mich
nicht so mit MP3 anfreunden kann – ich habe da schon einige Überraschungen
erlebt, was „nicht optimalen“ Klang angeht.
Als erstes finalisieren wir die nun bespielte Audio-CD-RW in
unserem Audio-Brenner. Erst nach dem Finalisieren kann diese CD von anderen
Laufwerken gelesen werden.
Wir gehen nun mit der finalisierten CD zu unserem PC und
legen sie ins CD-ROM-Laufwerk oder den Brenner.
Wir starten die Software, die die Audio-CD ins WAV-Format
überträgt. Dadurch haben wir gegenüber denjenigen, die ein analoges
Wiedergabegerät neben dem PC stehen haben, einen Zeitverlust von max. 7 – 8
Minuten, je nach Systemleistung. Das ist zu verschmerzen!
Nun haben wir alle aufgenommen Lieder als WAV-Datei auf
unserer Festplatte. Im „Rohformat“, versteht sich. Die „Feinarbeit“ kommt erst
jetzt!
Starten wir also unser WAV-Bearbeitungsprogramm und laden
die mit „Track_01.wav“ oder ähnlich betitelte Datei.
Am Monitor kann man die Aussteuerung der Aufnahme nun sehen.
Am linken Monitorrand sehen wir schon mal ein freies Stück, evtl. mit einigen
„Unebenheiten“, die vom Knistern der Platte kommen. Dieses Stück markieren wir
mit der Maus, und zwar genau bis dahin, wo das eigentliche Lied beginnt, und
löschen den markierten Bereich. Dasselbe machen wir auch am Ende der WAV-Datei.
Somit sind schon mal die störenden leeren Zwischenräume fort, egal ob mit oder
ohne Knistern.
Sehen wir nun in der Aufnahme einen senkrechten Strich, der
sich deutlich von der übrigen Aussteuerung abhebt, so ist das ein Knackser von
der Platte. Wir zoomen diese Ansicht und markieren nur (!) diesen Strich ganz
vorsichtig mit der Maus. Ist dies geschehen, „Entf“-Taste drücken, und der
Knackser ist weg! Da es sich nur um einen Bruchteil einer Sekunde handelt,
hören wir die „Fehlstelle“ nachher bei der endgültigen „Version“ nicht mehr.
Haben wir die Aufnahme am Audio-Brenner zu hoch oder zu
niedrig ausgesteuert, korrigieren wir das auch noch (entweder „Lautstärke
bearbeiten“ oder „Normalisieren“).
Ist das Lied bearbeitet, speichern wir es, und machen uns
ans nächste, und so weiter und so fort.
Haben wir diese Arbeit beendet, geben wir den WAV-Dateien
sinnvolle Namen, und zwar die Liedtitel. Mit diesen Angaben kann das
Brennprogramm nachher schon automatisch die Beschriftung des Inlays etc.
erledigen.
Nun können wir eigentlich schon die endgültige CD brennen –
auf einen PC-Rohling versteht sich.
Ich verwende für meine wertvollen Musikaufnahmen gern die
etwas teureren PC-Rohlinge von namhaften Herstellern, da ich sie auch gern im
Auto höre (mein Autoradio ist da sehr wählerisch) – und sie in der Regel auch
zu dauerhaften Archivierungszwecken brenne.
Die Zwischenräume zwischen den Liedern stelle ich persönlich
immer auf 0 Sekunden ein, denn mir gefallen CDs ohne Leerstellen noch besser.
Musik quasi nonstop!
Unter diesen Voraussetzungen hat man nun schon eine perfekte
CD. Einen weiteren Tipp habe ich aber doch noch:
Ich „sammle“ erst mal einige nachbearbeitete WAVs auf meiner
Festplatte, bis es sich lohnt, mehrere endgültige Audio-CDs in einem „Schub“ zu
brennen.
Warum das? Mir tut es einfach weh, wenn auf meiner CD direkt
nach den Beatles ein Lied von Nelly Furtado oder Robbie Williams kommt. Das
passt einfach nicht! Die Musikstile und –richtungen müssen schon zusammen
passen. So stelle ich z.B. eine CD mit nur aktuellen Hits zusammen, dann eine
nur mit Oldies, nur mit Schlagern etc., und bei „allgemeinem“ Pop ordne ich die
Lieder nach Alter. Ich habe es gern so, dass die ältesten Lieder vorne und die
jüngsten hinten sind, z.B. betitele ich eine solche CD mit „Hits 1982 – 1984“.
Auf so einer CD haben Songs von heute oder auch Songs aus den 60ern nichts zu
suchen.
Auch Aufnahmen von uralten, schlecht klingenden Kassetten,
oder (notfalls) wirklich von MP3s aus dem Netz, „sammelte“ ich lange Zeit, und
für solche nahm ich (wenn ich nun gar nicht auf die Lieder verzichten kann)
dann einen Billig-NoName-Rohling. Sobald ich mehrere dieser Lieder wirklich mal
in optimaler Qualität bekam, kam dieser Rohling dann doch in die Tonne, wobei
der finanzielle Verlust minimal blieb. Mittlerweile habe ich diese
zweifelhaften Aufnahmen alle durch hochwertige ersetzen können.
Apropos Tonne: Ich habe immer eine Reihe von Audio-CD-RWs
hier liegen, die habe ich alle durchnummeriert. Somit wird die Nr. 1 am
häufigsten bespielt. Die Nr. 1 ging mir mal im Alter von ca. 2 Jahren kaputt
und wurde ersetzt, da kann man auch nicht meckern, was die Lebensdauer dieser
oft neu bespielten RWs angeht.
Ich hoffe nun, den Besitzern eines Audio-Brenners nützliche
Tipps gegeben zu haben. Nun kommen noch ein paar allgemeinere Tipps:
„Kein Audio-Brenner vorhanden, aber auch keine Anlage neben
dem PC?“
In vielen Haushalten ist ja mittlerweile auch schon ein
Notebook vorhanden. Dieses kann man selbstverständlich auch als Aufnahmegerät
einsetzen. Man braucht dazu eine externe USB-Soundkarte. Diese verbindet man
mit dem TAPE- Ein- und Ausgang der Stereoanlage und kann somit Musik aufnehmen
(Programm wie z.B. Creative Wave Studio, siehe oben).
„Nichts ist besser als die gute alte Kassette.“
Es gibt immer noch Fans, die auf die alte Kassette schwören.
Ich habe meine Kassetten leider etwas zu früh komplett entsorgt. Meine klangen
jedenfalls äußerst miserabel. Jetzt im Nachhinein weiß ich auch, was ich damals
alles falsch gemacht hatte. Ich will auch gar nicht das Gegenteil behaupten,
wenn mir jemand sagen will, dass eine Kassettenaufnahme gleich gut klingt wie
eine CD-R. Das liegt vor allem am verwendeten Aufnahmegerät. Und hier waren die
Decks der Spitzenhersteller in den 70er und frühen 80er Jahren weit oben. Am
besten kombiniert mit einer guten Chromdioxid-Kassette aus derselben Zeit. Mit
so einer Konfiguration habe ich selbst mal kurze Zeit gearbeitet und war nur
begeistert!
Aber: Wer hat noch so ein altes Deck (in funktionstüchtigem
Zustand) und so alte wertvolle Kassetten zur Verfügung? Wohl kaum jemand! Und
ich empfehle weiterhin die CD-R, zumal sie die Kassette in Sachen Popularität
und Verfügbarkeit längst überholt hat.
Aber es wird allgemein gesagt, dass eine (gute)
Aufnahmekassette eine CD-R überlebt.
Auch da habe ich einen Tipp zur Abhilfe!
Ein moderner PC hat inzwischen eine große Festplatte. Von
daher empfehle ich einfach, die frisch auf CD gebrannten Audiodateien (wie oben
erklärt) nicht zu löschen, sondern einfach in einem separaten Verzeichnis auf
der Festplatte zu lassen. Je nach Größe der CD-R-Sammlung kommen die Formate
WAV (verlustfrei) oder MP3 in Frage. Das WAV-Format ist natürlich erste Wahl.
Wer aber einen großen Bestand an CD-Rs haben, muss momentan noch auf das Platz
sparende MP3-Format ausweichen. Ich hoffe, mit den kleinen Klangeinbußen kann
man notfalls leben. Das Ganze soll auch nur eine Sicherung für den Notfall
sein. Denn wenn mal eine geliebte CD-R ihren Geist aufgeben sollte (oft sind
sie dann überhaupt nicht mehr lesbar), dann brennt man sich mit Hilfe dieser
Datensicherung einfach eine neue!
Und nun wünsche ich Euch noch viel Spaß beim Brennen – und
möglichst wenig Ausschuss!
Tags:
audio cd recorder, audio cd brenner, standalone, cd-r, cd-rw, philips, pioneer, for music only
In diesem Bericht geht es um ein aussterbendes Produkt,
welches ich in den letzten Jahren auch schon nicht mehr "wirklich"
genutzt habe, sondern nur noch aus nostalgischen Gründen und des Spaßfaktors
wegen: die gute alte Audiokassette! Dieses Medium war ca. 30 Jahre lang
Standard für eigene Musik- und Sprachaufnahmen, fast jeder hatte in den 80er und
90er Jahren mindestens einen Kassettenrecorder im Haushalt.
Zu einem Sammlerobjekt wurde die Kassette aber erst in den
letzten ca. 10 Jahren, nachdem sie zum einen vom CD-Rohling und vom MP3-Format
abgelöst wurde, und zum anderen weil die besonders frühen Leerkassetten-Modelle
immer knapper werden.
Ich selbst habe optisch ansprechende Markenkassetten
seinerzeit gern benutzt, irgendwie habe ich sie auch „gesammelt“, aber mehr als
Mittel zum Zweck. Der „Hardcore-Sammler“ sieht dagegen ganz anders aus, er
sammelt Kassetten gleich in hohen Stückzahlen und möchte gern von jeder
exotischen und raren Ausführung mindestens ein Exemplar in möglichst gutem
Zustand besitzen. Nur eins macht er nicht immer damit: hören, was darauf
aufgenommen ist. Dass es doch einige Sammler solcher Audiokassetten gibt, das
habe ich festgestellt, als ich Anfang dieses Jahrzehnts meine Kassettensammlung
(gelöscht natürlich) nach und nach bei eBay abgestoßen habe.
Anmerkung: Dieser Bericht stammt ursprünglich aus dem Jahre
2004, wurde von mir damals unter meinem früheren Account bei ciao.de und
yopi.de erstmals veröffentlicht. Diese neu überarbeitete Version von Ende 2009
erscheint ausschließlich bei typeer.de. Mittlerweile habe ich mir auch wieder
eine kleine Kassettensammlung zugelegt, mit den wichtigsten Exemplaren aus den
70er und 80er Jahren. Neu bespielt, mit Musik die mir gefällt, und gleichzeitig
dienen diese Kassettenaufnahmen als Sicherheitskopien meiner CD-Rs, denen ich
keine 30 Jahre Lebensdauer zutraue.
Viele jüngere Leser, die eine moderne Kompaktanlage mit
Kassettenteil besitzen, mögen auch noch einige Kassetten haben, die aber in den
seltensten Fällen tauglich als Sammlerobjekt sind. Ein Sammlerstück ist in der
Regel älter als 20 Jahre, Ausnahmen sind nur bestimmte Sonderausführungen wie
z.B. Reineisenband im schweren Gehäuse. Die in den letzten ca. 15 Jahren
erhältlichen „Standardkassetten“ haben ein so langweiliges Design wie auch die
CD-Rohlinge. Früher war das anders, es wurde noch Wert auf Design des „Labels“
der Kassette gelegt, und vor allem in der ersten Hälfte der 80er Jahre war das
Material der Kassetten auch noch deutlich wertiger.
Ich möchte jetzt mal ein paar beliebte Kassettentypen
vorstellen, natürlich auch mit meinen persönlichen (Langzeit-) Erfahrungen.
VOR MEINER ZEIT: ENDE
60ER, ANFANG 70ER JAHRE
1963 wurde die Kompaktkassette von Philips auf den Markt
gebracht. Zuerst als Medium für Diktiergeräte oder sonstige einfache
Sprachaufnahmen gedacht, schaffte sie erst um 1970 den Durchbruch im
HiFi-Bereich. Es war nun möglich, qualitativ hochwertige Musikaufnahmen auf
einem kleinen Tonband im kompakten Gehäuse zu speichern (vgl. Tonbandgerät mit
großen, offenen Spulen als Vorgänger der Kassette). Auch wenn der Klang nicht
ganz die Qualitäten einer teuren Bandmaschine erreichte, so setzte sich die
Kassette wegen ihres handlichen Formats und mobilen Einsatzbereiches durch.
Um 1970 dominierten in Deutschland zwei Hersteller: BASF und
AGFA. Beide Standardkassetten, die BASF LH hifi und AGFA Low Noise
„Magnetonband“ (mit einem „t“) hatten ein hellgraues Gehäuse. Eigentlich waren
das nur „graue Mäuse“, aber heute sind sie begehrte Sammlerobjekte mit
Kultstatus, denn all zu viele davon existieren nicht mehr.
Als ich noch sehr klein war, waren diese grauen Kassetten
schon in meiner Verwandtschaft im Einsatz, abgespielt auf Toplader-Kassettenrecordern
(aber schon Stereo), meist an ein großes Steuergerät (frühe Bezeichnung für
Receiver) angeschlossen. In unserem Haushalt gab es bis dahin noch keinen
Kassettenrecorder.
Etwa 15 Jahre später kam die graue AGFA-Kassette zurück in
meine Erinnerung, da eine solche mal auf einem Schulausflug im Bus gespielt
wurde. Die Besitzerin hatte sie wohl von ihren Eltern oder so bekommen. Ich war
mehr als erstaunt, dass eine Kassette, die älter war als ich, noch funktionierte!
Schließlich war ich „Weltmeister“ im Verschleißen von Kassetten aus meiner
Anfangszeit, meine ersten beiden Kassettenrecorder behandelten das Band nicht
gerade schonend!
Schließlich kaufte ich kurz vor Ende meines Kassettenhobbys
(ca. 2000) schon mal gebrauchte Bänder aus der damaligen Zeit, welche ich für
weniger wichtige Aufnahmen einsetzte. Das war schließlich sehr billig (ein
Audio-Rohling kostete da noch 2 bis 4 Euro umgerechnet, einen Karton mit alten
Leer-Tapes bekam man für ’ne Mark bei eBay). So kam ich in den Besitz einiger
AGFA und BASF der ersten Generation. So ein „Magnetonband“ bespielte ich auch
mal neu, mit einem modernen Kassettendeck, aber es kamen kaum noch Töne heraus.
Die BASF klangen besser, wenn auch um Längen von HiFi entfernt.
Ab 2007 machte ich dann noch einen weiteren Anlauf. Im
Rahmen meines kleinen "Neueinstiegs" ersteigerte ich mir erneut (u.a.)
ein paar graue AGFA und BASF, diesmal klangen die aber sehr gut. Wahrscheinlich
sind die uralten Kassettengeräte (ich verwendete nun einen Grundig CR 485 von
etwa 1979) besser auf diese alten Bandtypen eingemessen, die neuen
Kassettendecks kamen jedenfalls mit diesen Bändern nicht mehr zurecht.
Wahrscheinlich waren die zuletzt ersteigerten Kassetten aber auch besser
erhalten.
DIE 70ER JAHRE
Ab etwa 1972 kam Farbe ins Spiel: Sowohl BASF als auch AGFA
boten ab jetzt ihre "Standardkassetten" (also Typ Ferro) in poppigen
bunten Farben an. Das Standardband von BASF hieß weiterhin „LH hifi“, aber die
60er-Länge hatte ein rotes Gehäuse, 90er waren grün und 120er blau.
Chromdioxidbänder, damals noch eher für gehobene Ansprüche, gab es auch schon,
die waren sowohl von BASF als auch AGFA lange Jahre im schwarzen Gehäuse mit
silbergrauem Label.
1976 hatte ich meinen ersten Kassettenrecorder und fing mit
AGFA an. „Low Noise“ hieß die erste farbige Generation, die zu dem Zeitpunkt
schon ein paar Jahre auf dem Markt war und zum Ende der Produktion lediglich
ein kleines Facelifting erhielt. Anders als bei BASF war die Farbe für jede
Bandlänge gleich, allerdings konnte man zwischen drei Farben wählen.
Beispielsweise orange (erste Serie: rot) für aktuelle Hits, lila für Klassik und
gelb für Jazz. Dieses System ist einigen Jüngeren vielleicht auch bekannt, denn
in den 90ern war das nicht viel anders bei bestimmten Computerdisketten.
Unter anderem nahm ich im Januar 1977 zwei Sampler auf eine
orangefarbene AGFA auf. Diese habe ich sehr gern gehört, aber leider löschte
ich sie Anfang der 80er (habe die Sampler aber mittlerweile wieder als LPs,
dank eBay und Flohmarkt). Ich benutzte dann diese orangefarbene Kassette für
erste Mix-Versuche (2 Quellgeräte zusammen geschaltet, 1 Aufnahmegerät). Ende
der 80er hatte ich mal aktuelle Hits vom Radio darauf aufgenommen, und
schließlich war das Fischer-Z-Album „Red Skies Over Paradise“ die letzten ca.
12 Jahre auf dieser schon historischen Kassette!
An dieser Erzählung merkt man, dass mir zu bestimmten
Leerkassetten regelrechte Geschichten einfallen – und das war nicht nur bei
diesem einen Exemplar so!
Bei AGFA wurde in der zweiten Hälfte der 70er Jahre Farbe
und Design überarbeitet – und das Kind bekam einen anderen Namen. Die „Super
Color“ und den Nachfolger „Ferro Color“ gab es in Gelb, Rot und Blau. In der
Chromklasse gab es die „Stereo Chrom“, sowie die „Super Ferro Dynamic“ in der
gehobenen Normalklasse (mit dieser erzielte ich bessere Ergebnisse als mit der
„Stereo Chrom“). Die BASF-Normalkassette (LH) hatte in allen Längen ein
orangefarbenes Label, die gehobene Version (LH super) ein rotes, allerdings
quietschten die "Roten" sehr gern. Die silbergrauen „BASF
chromdioxid“ waren meiner Meinung nach die besten, die BASF jeweils gefertigt
haben. Die Nachfolger in den 80ern und 90ern verursachten leider auch dieses starke
Quietschen auf mehreren Abspielgeräten, wodurch das Band leierte und ständig
stehen blieb. Die Chromkassetten aus den 70ern waren robuster, hatten einen
klaren Klang, und bei mir gab es nur relativ wenig Ausschuss.
ENDE 70ER, ANFANG
80ER JAHRE
Nun war der absolute Höhepunkt erreicht. Als es um AGFA
schon etwas ruhiger wurde (bunt waren beim Typ I nun nur noch die Labels, das
Gehäuse war schwarz), gab es immer noch die bereits erwähnten „BASF
chromdioxid“, aber sie bekamen Konkurrenz von den Japanern! Die legendäre „TDK
SA“ setzte sich bei uns durch, damals mit weißem Label und in einer besseren
Verarbeitung als heute. Mein Favorit war allerdings die „Maxell UDXL II“ bzw.
die baugleiche „Hitachi EX“. Ein paar "XL II-S" der ersten Generation
hatte ich damals auch. Die alten Maxell sind bis heute unverwüstlich, und in
Kombination mit einem gleich alten Kassettendeck braucht man heute beinahe kein
digitales Aufnahmemedium. So einen guten Klang (wohl ziemlich nah an einer
Bandmaschine) habe ich von einer Kassette noch nie gehört, und selbst nach über
20 Jahren ließ sich kein Unterschied zum Original feststellen. Das funktioniert
natürlich nur mit einem hochwertigen Kassettendeck der späten 70er oder frühen
80er Jahre. Ich benutzte das Yamaha K-560 aus dem Jahr 1980/81. Sicher gab es
damals noch andere Kassettendecks dieser Güte. Ich selbst habe aber nur
Erfahrungen mit Yamaha gemacht (das kleinere K-350 war auch nicht schlecht).
Allerdings klangen dagegen schon Aufnahmen mit dem nur drei
Jahre jüngeren Yamaha K-320 (stammt aus einer allgemein schwächeren Periode bei
Yamaha) wie das Rauschen eines Sandsturms! Aber stabil liefen die Kassetten
natürlich auch auf allen anderen Recordern, lediglich konnte man mit einem
alten Spitzen-Deck das Maximum an Klang herausholen.
MITTE UND ENDE DER
80ER JAHRE
BASF hatte noch eine gute Marktposition, leider waren die
Kassetten bei mir aber sehr kurzlebig. Spätestens in den 90ern hatten alle
(z.B. CR-S II, LH-E I, Chrome Extra II) dieses Quietschen. Zufriedener war ich
mit dem Nachfolger der eben erwähnten Maxell-Kassette, der XL II. Und hierbei
war die mit dem komplett goldenen Label mein Favorit! Ebenfalls unverwüstlich
(die spätere XL II ab 1988 war schon billiger konstruiert, aber noch gut). Es gab auch noch die XL II-S,
welche ab 1986 in einem schweren, hitzebeständigen Gehäuse ausgeliefert wurde.
Und dabei machte manch schwächerer Kassettenspieler (Walkman, Portable, auch
Yamaha K-320) regelrecht schlapp. Deswegen bekam die XL II den Vorzug bei mir.
Aber auch TDK mit ihrer SA und SA-X waren sehr beliebt.
Zuerst im überwiegend schwarzen Gehäuse, später dann mit goldfarbenem Label,
und am Ende der 80er schließlich mit besonders großem Sichtfenster. Die TDK war
bei mir auch eine unproblematische Kassette (zumindest bis Ende der 80er),
jedoch fand ich die Maxell noch solider. SONY war ein weiterer recht
erfolgreicher Kassettenhersteller in den 80er Jahren.
Dann gab es auch noch „That’s“, eine Edelmarke von Taiyo
Yuden, Kennzeichen: dreieckiges Sichtfenster. Sehr gutes Bandmaterial, auch
nahezu unverwüstlich, aber schnell war diese Marke aus den Regalen
verschwunden.
MEINE ERFAHRUNGEN MIT
GEBRAUCHT-KASSETTEN
Für mich galt immer, je älter, desto schöner von der Optik. Und
bei mir hatte das Auge doch wesentlich mehr, wenn die Musik von einer „BASF
super ferro LH“ kam anstatt von einer neuen, „langweiligen“ EMTEC (Nachfolger
von BASF), vorausgesetzt natürlich ein älteres Kassettendeck noch mit
sichtbarem Kassettenfach.
Aber meine Erfahrung war lange Zeit, je schöner (also älter)
die Kassette, desto mehr auf der Strecke blieb der Hörgenuss. Ausnahmen mögen
vielleicht die Maxell und TDK der frühen 80er sein, die können durchaus heute
noch in modernen Tapedecks verwendbar sein (bei entsprechender Pflege).
Mit den 70er-Jahre-Kassetten machte ich aber überwiegend
schlechte Erfahrungen. Aufgefallen war mir schon, dass in den ersten 5 Jahren
die wenigsten überlebt hatten (wie ich oben schon schrieb, lag das an meiner
damaligen Gurke von Recorder), und so eine Kassette im Hochsommer im Auto zu
lassen, ist meist das Ende der Kassette. Die Gehäuse (speziell AGFA) neigen
doch sehr zur Verformung, was den Bandtransport teilweise unmöglich macht. Ein
altes sehr hochwertiges Tapedeck (speziell denke ich da z.B. an Revox, ich habe
nämlich mit diesem mal eine schon viele Jahre alte „AGFA Super Color“ gehört,
als meine ersten schon längst das Zeitliche gesegnet hatten) ist vielleicht
noch am ehesten in der Lage, diese mechanischen Probleme auszugleichen.
Ich jedenfalls hatte (als ich die Erstversion dieses Textes
schrieb) zuletzt Tapedecks der Oberklasse aus den 90ern von Yamaha, Akai und
Denon, und diese alten Kassetten hatten allesamt die Angewohnheit, Bandsalat zu
verursachen. Sehr häufig rissen dabei die Bänder auch.
Sollten Mechanik und Band dieser alten Kassetten noch intakt
sein, so bleibt aber in der Regel der Klang auf der Strecke, wenn man das Band mit
solchen Geräten neu bespielt. Alle von mir getesteten Exemplare neigten nach 25
Jahren zu einem sehr rauen Klangbild. Auch wenn sie vorher noch nie oder nur
einmal bespielt wurden. Automatische und manuelle Einmesshilfen haben bei mir
den Dienst verweigert. Vor allem die mehrfach schon bespielten Kassetten wiesen
kontinuierlich Dropouts auf. Die besten Ergebnisse bei Neubespielung erzielte
ich (Stand: Erfahrungen bis 2004) ebenfalls mit dem Yamaha K-560, damals waren
die Kassetten ca. 15 Jahre alt. Nachtrag von 2009: Wieder sehr gut klingen
diese alten Kassetten nun auch mit meinen jetzigen Kassettendecks: Grundig
CR-485 und Yamaha K-350, beide aus der guten alten Zeit. Nur das ebenfalls
verwendete Grundig CN 510 von 1978 fällt da doch stark ab, was die
Aufnahmequalität angeht. Vielleicht liegt es auch daran, dass es wohl schon so
einige "Kilometer" auf dem Buckel hat.
Und so komme ich auch schon zu der Erfahrung, dass der Kauf
unbenutzter 70er-Jahre-Bänder (Restposten, Lagerfunde) nicht der richtige Weg
ist, wenn man Musik pur genießen möchte. Zumindest nicht, wenn man
Kassettendecks aus den 90er bis 2000er Jahren besitzt, die sind wohl eher auf
neuere Kassetten eingemessen. Das Material der Alt-MCs ist auch durch die lange
Lagerung schlechter geworden, das Band kann zum „Kleben“ neigen, Andruckfilze
können sich lösen, so dass man sie im Kassettenschacht des Recorders wieder findet.
Ich persönlich würde davon abraten, wenn man nicht gerade ein Vintage-Fan ist.
Lediglich der Kauf unbenutzter oder zumindest gepflegter Maxell-Tapes
aus den 80ern könnte sich noch lohnen, da dieser Typ über fast 30 Jahre hinweg
nahezu keine Ermüdungserscheinungen bei mir zeigte. Aber besser und billiger
sind immer noch CD-Rohlinge! Und diese sind für mich auch weiterhin erste Wahl,
während ich aus heutiger Sicht die Kassette nur noch als Ergänzung sehe, mehr
als Liebhaberei alter Technik.
Sammler sind tatsächlich bereit, horrende Summen für
unbenutzte historische Kassetten zu zahlen. Mehr als den Neupreis lassen sie
sich das schon schnell kosten, aber ich habe auch schon besonders seltene
Kassetten für 10 bis 20 Euro pro Stück weggehen sehen (z.B. die guten alten
Maxell). Während man bespielte alte Kassetten auch heute meist noch zu
Tiefstpreisen bekommt. Wobei jede dieser Kassetten natürlich heute eine
"Wundertüte" ist! Nach meinem kleinen Wiedereinstieg flog auch bei
mir so manche Kassette in den Mülleimer, weil sie sich nicht mehr verwenden
ließ. Nur die besten habe ich behalten.
Man muss mit einer erhöhten Störanfälligkeit rechnen, wenn
man „veraltete“ Kassetten einsetzt. Man kann sie auch noch so gut gepflegt
haben. Gleiches gilt für die Kassettendecks. Wenn man als Sammler auch noch
ernsthaft Musik von diesen Kassetten hören will, sollte man schon ein darauf
abgestimmtes gebrauchtes Kassettendeck ersteigern, sofern nicht vorhanden. Und
die sind inzwischen auch nicht mehr ganz so billig, zumindest nicht die
Topgeräte von damals. Man muss auch davon ausgehen, dass Verschleißteile wie
Tonköpfe, Andruckrollen und Antriebsriemen nach mehr als 20 Jahren nicht mehr
frisch sind.
FAZIT
Die Kassetten der 70er und 80er Jahre waren optisch zwar
ganz schön anzusehen, aber sie heute noch zu sammeln bzw. zu benutzen, empfiehlt
sich nur für Fans. Vom bloßen Anschauen habe ich persönlich überhaupt nichts.
Ich sehe mir meine paar alten Exemplare zwar auch ganz gern mal an, aber für
mich gehört dazu, dass ich sie jederzeit ins Kassettendeck einlegen kann und
dann was Vernünftiges höre (Inhalt, Aufnahmequalität). 2001-03 löste ich ja
meine ursprüngliche Sammlung auf. Ich hätte nämlich dringend in andere Hardware
investieren müssen. Das war mir damals zum einen finanziell nicht möglich, zum
anderen war die Klangqualität meiner vorhandenen Aufnahmen größtenteils zu
schlecht. Was damals auf den Kassetten war, habe ich heute auf CD, CD-R oder LP
in feinster Qualität. Daher bereue ich diesen Schritt nicht, zumal ich mir ja
später wieder eine kleine Sammlung mit den wichtigsten Kassettentypen von
"damals" zugelegt habe. Heute höre ich im Schnitt vielleicht noch 1
bis 2-mal im Monat Kassetten. Für den wirklichen Musikgenuss bevorzuge ich nun
CD oder LP.
Die "Urversion" dieses Beitrages veröffentlichte ich schon ab 2004 unter ähnlichem Benutzernamen in den Verbraucherportal „ciao.de“ und „yopi.de“, wo ich allerdings nicht mehr Mitglied bin. Natürlich habe ich nun diesen Text den aktuellen Gegebenheiten angepasst.
In diesem Beitrag geht es um Tipps und Tricks, wie man Musik von seinen alten Kassetten (MC) auf CD (oder MP3/WAV) übertragen kann, um diese dauerhaft zu sichern und dann ohne weitere Klangverluste weiterhin zu hören.
Entstanden ist die Erstversion dieses Beitrages kurz danach, als ich mich nach fast 30 Jahren ganz von der Kassette als Musikmedium verabschiedet hatte. Zumindest vorläufig. Aktuell habe ich zwar wieder ein paar Kassetten, aber die spielen keine große Rolle mehr bei meiner Musiknutzung.
WARUM ABSCHIED VON DER KASSETTE?
Seit meiner Kindheit war sie ein treuer und selbstverständlicher Begleiter für mich, ich habe viele Stunden Arbeit hineingesteckt und auch viel Geld (neue Aufnahmegeräte), sie hat mir viel Freude bereitet in all den Jahren. Dennoch habe ich mich schweren Herzens für die Trennung entschieden. Die Gründe:
• 450 Kassetten (Stand: kurz vor meiner Entscheidung, das Format aufzugeben), das ist eine ganze Menge. Somit waren darunter auch jede Menge Aufnahmen, die klanglich nicht gut genug waren oder die ich aus Geschmacksgründen irgendwann nicht mehr mochte. Da ich inzwischen (2001) CDs selbst brennen konnte, fand ich es unsinnig, diese Kassetten neu zu bespielen. • Kopieren von ein paar guten Liedern auf eine andere Kassette ist nicht empfehlenswert, da die Qualität jedes Mal schlechter wird (auch allein schon technisch bedingt). • Sehr viele Kassetten stammten aus den 70er und 80er Jahren. Optisch zwar sehr schön und mit Nostalgie-Effekt, aber für Neubespielungen praktisch unbrauchbar. • Immer öfter hatte ich Bandsalat, die Kassetten leierten, quietschten laut (vor allem die BASF aus den 80er und frühen 90er Jahren), der Bandtransport setzte aus, manchmal rissen die Bänder sogar, so dass ich sie kleben musste. • Zum Schluss klang jede Kassette dumpf. Da ich als HiFi-Fan „allergisch“ gegen schlechte Musikaufnahmen bin, fand ich das nachher unzumutbar. Noch schlimmer wurde es, wenn ich die Kassetten mit einem anderen Gerät abspielte (Azimutprobleme). • Der Zugriff auf einzelne Titel war unbequem. • Ich war arbeitslos, hatte somit viel Zeit, somit nahm ich schließlich das gleich weiter unten beschriebene „Projekt“ in Angriff. • Ich war arbeitslos, das bedeutet auch „kein Geld“. An mindestens einem meiner Kassettendecks wären aber Wartungsarbeiten notwendig gewesen – und unsere Werkstatt ist teuer (Anmerkung: Seit 2006 gibt es diese Werkstatt nicht mehr)! Der Verkauf meiner Kassetten und Kassettendecks versprach dagegen eine kleine Finanzspritze. • Das schwächste Kassettendeck musterte ich schließlich zuerst aus – somit hatte meine Zweitanlage gar keins mehr. Außerdem hatte ich im Auto längst schon ein CD- anstelle eines Kassettenlaufwerks. Somit konnte ich meine Kassetten längst nicht mehr überall hören. • Wenn die Kassetten jetzt schon leiern und dumpf klingen, sind sie in ein paar Jahren mit Sicherheit noch schlechter enthalten als jetzt.
So entschied ich mich im Herbst 2001, die Kassettensammlung nach und nach aufzulösen, indem die Aufnahmen auf CD gebrannt werden. Das kann natürlich auch Minidisc (war zur Erstellung der Erstversion noch aktuell) oder MP3/WAV sein, je nachdem, was man wünscht und/oder zur Verfügung hat. Ich habe mich für die CD entschieden, da entsprechende Hardware schon im Haus war und ich dieses Medium auch am flexibelsten einsetzen kann (Auto, Zweitanlage…). Da ich keine neue Hardware brauchte (z.B. MD-Recorder), war das auch die kostengünstigste Lösung für mich.
DIE BENÖTIGTE TECHNIK
Meine Hauptanlage verfügt über einen reinen Audio-CD-Brenner, da sich kein PC im Wohnzimmer befand (2001). Selbstverständlich kann man auch ein Kassettendeck an die Soundkarte des PC anschließen und direkt auf Festplatte aufnehmen. Ich habe aber ausschließlich den Audio-Brenner verwendet (somit brauchte ich keine Geräte zu transportieren und nichts umstöpseln), deswegen gehe ich hier verstärkt drauf ein.
Für eine solche Aktion braucht man ein HiFi-Kassettendeck, ein digitales Aufnahmegerät (CD-, MD-Recorder oder PC), ggf. einen WAV-Editor und einen CD-Brenner. Das Kassettendeck sollte einen guten Gleichlauf und eine gute Wiedergabequalität bieten, sprich es sollte nicht schon „abgenudelt“ sein, und ein Walkman oder Ghettoblaster ist als Quelle auch nicht so empfehlenswert.
ABLAUF DER KONVERTIERUNG
Wenn alles korrekt angeschlossen ist, macht man das Aufnahmegerät startbereit. In meinem Fall heißt das: man legt einen CD-RW-Rohling (!) in den Audio-Brenner, schaltet dieses Gerät auf „Analog“ und auf Aufnahmebereitschaft. Der Verstärker der Anlage wird auf „Tape“ geschaltet.
Man legt die Kassette ein und spielt sie ab. Nun kann man die Qualität begutachten und ggf. gleich optimieren. Ich habe mein bestes noch vorhandenes Kassettendeck hierzu verwendet, und zwar ein Yamaha KX-690 mit Play Trim. Mit dieser Funktion kann man die Höhen fremdbespielter Bänder optimieren. In den meisten Fällen waren bei mir die dumpfen Höhen verschwunden, und die Kassetten klangen wieder (fast) wie neu. Und in solcher Qualität soll die Aufnahme auf der CD schließlich auch bleiben! Sollte das vorhandene Kassettendeck kein „Play Trim“ besitzen, dann geht das oft auch anders. Unterhalb des Kassettenfachs befindet sich häufig ein kleines Loch, durch das man mit einem kleinen Schraubenzieher eine kleine Schraube erreichen kann. Bei spielender Kassette (am besten mit eingeschaltetem Dolby wie bei der Aufnahme verwendet) wird so lange an dieser Schraube gedreht, bis der Klang sehr klar wird und man die Höhen kräftig hören kann. Oft ist dieser Vorgang bei der nächsten Kassette zu wiederholen. Es empfiehlt sich auch, vor der ersten Aufnahme den Tonkopf zu reinigen.
Hat man nun das Optimum an Klangqualität erreicht, spult man die Kassette an den richtigen Liedanfang, und nun kann man den Kopiervorgang starten. Natürlich kann man jedes gewünschte Lied einzeln aufnehmen, bei Liedende stoppt man dann die Aufnahme. Somit hat man gleich schon alles in einzelne Tracks zerlegt. Da sich aber ohnehin eine Nachbearbeitung empfiehlt (daher auch unbedingt nur CD-RW beim Audio-Brenner), kann man sehr viel Zeit sparen, indem man einfach die ganze Kassettenseite auf einmal aufnimmt. In der Zeit kann man sich mit anderen Dingen beschäftigen (sogar kurz in die Stadt…) und muss nicht immer dabei sein während der Aufnahme. Ist die CD-RW voll, muss sie noch finalisiert werden.
Jetzt kann man die CD-RW ins CD-ROM-Laufwerk des PC legen und die aufgenommene Musik mit Hilfe einer geeigneten Software (z.B. CDex) in WAV-Dateien umwandeln. Ist das geschehen, braucht man einen WAV-Editor, um die Dateien nachzubearbeiten. Mein Lieblingsprogramm ist das „Creative Wave Studio“, das den meisten Soundblaster-Karten von Creative Labs beiliegt. Das bekannteste Freeware-Programm ist „Audacity“, aber solange mein altes Schätzchen noch unter neuen Betriebssystemen läuft, behalte ich dieses bei. Auf Klangoptimierer und Rauschfilter verzichte ich (auch aufgrund nicht so guter Erfahrungen), ich lasse die Aufnahme (auch bei Schallplatten) lieber originalgetreu. Optimiert habe ich schon genug durch diesen „Play Trim“-Regler.
Hat man eine ganze Kassettenseite aufgenommen und somit ein riesiges WAV-File erzeugt, kann man die Lücken zwischen den einzelnen Songs auf dem Bildschirm erkennen. Man markiert so ein Lied und schneidet es aus. Achtung: der PC kann dabei durchaus eine Viertelstunde oder so blockiert sein, denn hier ist hohe Rechenleistung erforderlich. Ich hatte einen Pentium 4 mit 1,4 GHz und 512 MB RAM, da musste ich schon mal warten. Zum Schluss verwendete ich einen PC mit doppelter Leistung (2,8 GHz/1 GB), und das machte das Arbeiten schon effizienter. Als Minimum empfehle ich einen PC mit 1 GHz und 256, besser 512 MB RAM. Die Festplatte sollte mindestens 60 GB groß sein. Meldet der PC sich wieder, so erzeugt man eine neue, leere Datei und kopiert das Ausgeschnittene hinein. Nun zoomt man den Liedanfang und entfernt den weißen Raum vor Aufnahmebeginn. Dadurch fängt nachher der CD-Track auch exakt mit der Musik an, und das nervende Rauschen der leeren Bandzwischenräume ist auch beseitigt. Am Ende des Liedes macht man das genau so. Hier hat man auch noch andere Möglichkeiten. Man kann z.B. ein abruptes Liedende (z.B. wenn ein Lied am Ende der Kassettenseite nicht mehr ganz passte) dezent ausblenden – und auch den Radiosprecher am Ende des Liedes endlich verschwinden lassen. Wurden die Kassetten von Schallplatten aufgenommen, lassen sich auch noch große, störende Knackser vorsichtig von Hand entfernen (zoomen, nur! den Knackser markieren, Entf-Taste drücken, fertig). Das gilt natürlich auch, wenn man direkt von Schallplatte ein Lied digitalisiert. Wichtig ist auch, zum Schluss das Lied zu normalisieren, um später bei der CD Lautstärkeunterschiede der einzelnen Lieder zu vermeiden.
Ist das Lied ausreichend nachbearbeitet, so speichert man es als WAV-Datei in ein bestimmtes Verzeichnis ab. In der Regel ist es der Name des Interpreten und des Titels, z.B. „ABBA – Dancing Queen.wav“ Was ich persönlich hasse ist, wenn die CD-Zusammenstellung keinen Bezug zueinander hat, z.B. hinter „Dancing Queen“ hören wir Mark van Dale mit „Water Verve“ und danach direkt Connie Francis mit „Schöner fremder Mann“. Danach vielleicht Marillion mit „Kayleigh“? Verschiedenste Musikrichtungen, verschiedenste Jahrzehnte – das sollte nicht sein. Deswegen füge ich, sofern bekannt, die Jahreszahl hinzu, und zwar unbedingt an den Anfang des Dateinamens, damit die Dateien im Verzeichnis schon sofort nach Alter sortiert sind: „(1976) ABBA – Dancing Queen.wav“ So kann ich z.B. leicht eine CD nur mit Titeln aus z.B. 1976 bis 1978 zusammenstellen. Ist die CD gebrannt, so verschiebe ich die 1976er bis 1978er-Titel in ein Unterverzeichnis namens „sicher“ oder „erledigt“, damit ich sie nicht versehentlich ein zweites Mal brenne. Schließlich gebe ich dem Dateinamen noch einen Zusatz. Ich mische meine Zusammenstellungen gern auch mit Aufnahmen aus höherwertigen Quellen, sprich Platte oder CD. Um zu kennzeichnen, welches Lied von Kassette stammt, setze ich noch ein „[Tape]“ dahinter, also: „(1976) ABBA – Dancing Queen [Tape].wav“
Und so weiter, und so fort. Irgendwann hat man immer mehr Kassetten bereits digitalisiert, und schon befindet sich eine Menge an Songs auf der Festplatte. Jetzt kann man anfangen, CDs zu brennen. Bei eigenen Zusammenstellungen brenne ich die ältesten Lieder zuerst, im weiteren Verlauf werden sie immer jünger. So harmonieren die Zusammenstellungen am besten. Nehmen wir an, unsere erste CD mit Hits von 1976 bis 1978 hat Platz für 21 Titel. Das sind knapp 80 Minuten. Wir markieren nun Track 2 bis 21 (ich verwende Nero), gehen dann auf Eigenschaften und ändern bei „Leerstellen zwischen den Titeln“ die „2“ in eine „0“. So klingt die CD am professionellsten. Musik nonstop, ohne Leerstellen. War die Kassettenaufnahme noch brauchbar, und hat man auch alle Leerstellen im WAV-Editor gelöscht, erinnert nichts mehr daran, dass die Vorlage mal eine Kassette war. Musik nonstop mit ganz präzisen Liedanfängen und ohne knisternde und rauschende Zwischenräume, das macht für mich eine gute Qualität des CD-Samplers aus.
Langsam aber sicher hat man schon eine stattliche Anzahl an Liedern auf CD, die man früher nur auf Kassette hatte. Und das Anhören der CDs macht richtig Spaß: einigermaßen gute, nicht mehr schlechter werdende Qualität, keine Leerstellen mehr (die früher für den Musiksuchlauf mal wichtig waren), keine abgeschnittenen Lieder, kein Vor- und Zurückspulen, kein Leiern, kein dumpfer Klang und kein Bandsalat!
ALLGEMEINE TIPPS & TRICKS
Damit diese Aktion nicht zum Frust wird, möchte ich noch ein paar Tipps geben!
• Man muss für diese Aktion sehr, sehr viel Zeit mitbringen, je nach Größe der Kassettensammlung. Dem Berufstätigen, der jeden Tag sehr viele Überstunden machen muss, empfehle ich so etwas weniger (höchstens für einen Teil der Sammlung) – eher könnte man sich noch auf dem Gebrauchtmarkt nach sehr guten Tapedecks umsehen, die (2009) gar nicht mehr teuer sind. Schon ab 15€ bekommt man ein damaliges Spitzengerät z.B. von Yamaha. • Die Kassetten sollten schon zumindest mit einem mittelmäßigen HiFi-Kassettendeck in Stereo aufgenommen sein und nicht in all zu schlechtem Zustand. Wenn in den 70ern die Hitparade von Mittelwelle mit eingebautem Mikrofon auf minderwertiges Band aufgenommen wurde, sind die Rohlinge dafür zu schade. Meine Meinung: weg damit. • Nie erst nach Überspielung der kompletten Sammlung erst brennen. Erstens haben die Festplatten begrenzte Kapazität, und zweitens können nach einem Virus, einem Festplattencrash oder einer Fehlinstallation unter Windows sehr viele Stunden harter Arbeit umsonst gewesen sein! Besser nach ca. 10 – 15 Kassetten schon mal alles bis dahin auf CD brennen. • Die alten Kassetten und das Verzeichnis „sicher“ werden erst dann gelöscht, wenn man die neuen CDs einmal gehört hat. (Update 2009: Heute sind die Festplatten so groß, dass man oft die Möglichkeit hat, die Dateien als Sicherheitskopie auf dem Rechner zu belassen). • Die alten Kassetten MÜSSEN komplett gelöscht werden, wenn man diese bei z.B. eBay veräußern möchte. Ansonsten kann man enorme Probleme in Sachen Urheberrecht bekommen. Es ist nämlich nicht erlaubt, bespielte Ton- oder Datenträger zu verkaufen, sofern es keine Originale sind. Aber dem Verkauf gelöschter Kassetten steht nichts im Wege – viele aus den 70ern sind gesuchte Sammlerstücke, und die hochwertigsten aus den 80ern (z.B. Maxell) werden heute oft noch gut bezahlt von Analog-Fans. • Ist das zu viel Aufwand, so findet man auch schon mal öfter bei eBay ein magnetisches Kassetten-Löschgerät, durch das die Kassette lediglich ein paar Mal „gezogen“ wird. • Gleiches gilt für den Verkauf des letzten Kassettendecks. Bitte erst dann, wenn alle neu gebrannten CDs komplett abgehört wurden. • Es ist auch manchmal von Vorteil, die Festplatte zu defragmentieren. • Es ist zwar etwas teurer, aber man spart sich eine ganze Menge Arbeit, wenn man komplette Alben auf Kassette nicht digitalisiert. Es gibt in manchen Großstädten Second-Hand-Shops – und vor allem eBay! Oft für wenig Geld findet man dort die Original-Alben. Ich habe mir die aufgenommenen Alben alle als gebrauchtes Original besorgt – natürlich wenn möglich als Vinyl-LP! Wobei letzteres bei eBay wegen der weggefallen Formate „DHL Päckchen“ und „Warensendung“ inzwischen (2009) ein teurer Spaß geworden ist. Bekannte Alben der 60er bis 80er bekommt man auf CD dagegen billig. • Immer nur gute Markenrohlinge verwenden! Nicht jeder moderne Rohling ist mit jedem älteren CD-Player kompatibel. Das sollte zuerst mal getestet werden.
Ich selbst bin im Herbst 2001 mit dieser Aktion angefangen. Bei knapp 500 Kassetten war das natürlich eine Menge Arbeit. Erst im Juli 2003, also 2 Jahre später, war diese Aktion komplett beendet.
FAZIT: ABSCHLIEßENDE KURZÜBERSICHT VOR- UND NACHTEILE
VORTEILE
• kein weiterer Verschleiß mehr, langfristige Sicherung der Aufnahmen • oft besserer Klang als früher bei der Kassette (Nachbearbeitung) • direkter Titelzugriff • moderneres Format • gerade bei CD sehr hohe Verbreitung an Abspielgeräten • bringt Geld, wenn man noch gute Kassettendecks und viele gute/seltene Kassetten hat • man hat ein Format weniger (Kompatibilität mit Zweit- oder Auto-Anlagen) • bei der Gelegenheit „entledigt“ man sich endlich auch einiger Titel oder schlechter Aufnahmen, die man gar nicht mehr mag • Kassette stirbt langsam aus (Bedarf an neuem Kassettendeck oder Ersatzteilen?) • man hat wieder mehr Platz (Wegfall von Kassettendeck, Kassettensammlung) • bessere und professionellere Zusammenstellungen als vorher • man spart sich den Kauf besserer Kassettendecks, wenn das alte nicht mehr so will
NACHTEILE
• man muss sehr viel Freizeit haben • manchmal fällt der Abschied von diesem alten Medium etwas schwer
• es gibt, vor allem in Audio-Internetforen, viele weniger tolerante Zeitgenossen, die kein Verständnis für das „Entsorgen“ von Kassetten haben
• hohe Rechnerleistung empfohlen, wenn Nachbearbeitung perfekt sein soll • Rohlinge gehen ins Geld • gleiches gilt für den Kauf von kompletten Original-Alben • Löschen der Kassetten evtl. aufwändig
• Haltbarkeit der CD-Rs nur begrenzt (Sicherung auf Festplatte empfohlen)
UND WAS DANACH?
Nun sind alle Kassetten auf CD oder einem anderen Format. Man braucht sie nicht mehr. Jetzt kann alles bei z.B. eBay verkauft werden (aber bitte die Kassetten zuerst löschen!). Ein Kassettendeck der höheren Preisklasse (z.B. Akai GX-75, Yamaha KX-670/690) kann durchaus noch um die 80 Euro und mehr bringen, sofern es technisch einwandfrei ist. Da es kaum noch gescheite Leerkassetten neu zu kaufen gibt, freuen sich einige Analog-Fans sicherlich, wenn sie gut erhaltene gebrauchte Chrom- oder Reineisenkassetten ersteigern können. Und selbst die bunten „Agfa Low Noise“, „Magnetonbänder“ oder „BASF super ferro LH“ aus den 60ern und 70ern können noch so abgenudelt sein, und kein Ton kommt mehr heraus, trotzdem gehören sie nicht in die Mülltonne, sondern in eBay. Ihr glaubt gar nicht, wie viele Leute solch alte Kassetten noch sammeln, egal ob funktionstüchtig oder nicht. Die Schätzchen sind zu Sammlerobjekten geworden! Obwohl mittlerweile (2009) der Trend auch hier rückläufig ist.
PERSÖNLICHE MEINUNG
Wem etwas an seinen alten Kassettenaufnahmen liegt und wer auch noch etwas Zeit mitbringen kann, dem ist es auf jeden Fall zu empfehlen, seine Kassetten zu digitalisieren – bevor es zu spät ist. Bevor noch mehr Höhen schwinden, bevor das Band der Lieblingskassette reißt, bevor es keine Ersatzteile für das Kassettendeck mehr gibt oder eine Reparatur/ein Neukauf zu teuer wird.
Selbst bei noch gut erhaltenen Kassetten ist es eine Überlegung wert, denn bei mir ging es nach ca. 20 Jahren der Nutzung auch auf einmal rapide abwärts, und immer weniger Kassetten waren hörbar.