|
|
|
|
| Alles Lüge
|
|
von: viertelvordrei |  03.02.2009 09:32:50
|
|
|
Hallöle
Ich fange dieses, doch eigentlich sehr ernste Thema, wie gewohnt recht lustig an. Stellt Euch einmal vor. Ihr würdet nachfolgende Reportage in einer bekannten Zeitung finden. Natürlich mit einer reißerischen Überschrift versehen. Ich möchte vorab darauf hinweisen, dass der Artikel in der, na nennen sie wir mal einfach „Plont-Zeitung“, fiktiv ist. Das Mittel gibt es nicht und wird es auch nie (???) geben.
Sensation – Neues Mittel gegen Internetismus entdeckt Lesen Sie unbedingt den Bericht von unserem Reporter Harry Plont
Plont-Zeitung/Harry Plont: Deutschland ist wieder Forschungsstätte Nr. 1. Die Entwickler der Pharma-Gruppe P.L.O.N.T. in Pezehhausen haben das weltweit erste Mittel gegen die von vielen Krankenkassen schon anerkannte Krankheit Internetismus (lat. Geldus wieweggus) entwickelt. Beginnen wird diese Krankheit immer mit dem Kauf eines handelsüblichen PC’s. In diesem frühen Stadium, so die Meinung vieler Fachärzte, ist die Krankheit noch mit verhältnismäßig einfachen Mitteln Heilbar. Doch leider wird in den meisten Fällen kurz nach dem Kauf eines PC’s der Chat entdeckt. Erste Suchterscheinungen (Schlaflosigkeit, Genickstarre) stellen sich ein. Für die meisten Nutzer eines Chats sind auch die ersten äußerlichen Anzeichen (blau gehämmerte Fingerkuppen) kein Grund mit dem Chatten aufzuhören. Im Gegenteil – seit geraumer Zeit ist ein neuer Suchtanreiz auf dem schwarzen Markt erschienen – Typeer. Für die URL von Typeer werden auf den schwarzen Markt teilweise schon Euronen für eine Lesung bezahlt. Der Bundesgesundheitsminister hat schon in der letzten Sitzung (life bei Chat und Typeer) angeregt beide Systeme mit einer Plakette zu versehen. „Chat und Typeer fördern, ähhh gefährden Ihre Gesundheit“. Ohne Erfolg. Selbst in der wöchentlichen Chat-Runde wurde er von Dauer-Usern auf die möglichen Konsequenzen im Flate-Rate-Bereich angesprochen. Hier musste der Gesundheitsminister klein beigeben und rückte gegen Morgen sogar noch die E-Mail-Adresse seines Hundes heraus.
Wie wirkt jetzt aber „Chattinet“ – das Mittel gegen Internetismus? Dazu ein Sprecher von P.L.O.N.T.: Chattinet wirkt sich in erster Linie auf das Surfverhalten der User aus. Durch die Wirkstoffe HTML und http wird der Botenstoffzufluß FTP unterbrochen und die Cookies können ungehindert von SCSI den PPP über ISDN erreichen. Mittels DFÜ wird dann das TCP/PCP automatisch ausgeschaltet.“ – Aha
Auf Nachfragen von „Plont-Zeitung“ wurde uns versichert, dass das Mittel schnellstmöglich auf den Markt kommt. Spätestens wenn die ersten User den Chat verlassen haben.
Zurück zur Realität: Kann es so etwas geben? Darf es so etwas geben? Muss es so etwas in absehbarer Zeit geben? Wie gesagt, der Artikel ist fiktiv.
Wer kennt das nicht. Man will abends nur noch schnell mal die E-Mails abrufen und wundert sich dann, dass die Kinder morgens in die Schule müssen. Mit den E-Mails fängt es meistens an. Erst werden sie täglich abgerufen dann schon öfter, dann stündlich. Man könnte ja etwas verpassen. Irgendjemand könnte einem ja noch etwas ungeheuer Wichtiges sagen wollen. Puh, jetzt kommt die Telefonrechnung. Na und? Dann ist der Anschluss eben 2 Wochen gesperrt – bis man wieder zahlen kann. Und dann??? Was ist in der Zwischenzeit passiert? Wer ist neu in den Chat gekommen? Sind noch alle da? Die Schlange beißt sich unweigerlich in den Schwanz.
Freunde??? Haben die ne E-Mail-Addi??? Wie, ich möchte mal wieder richtig guten Sex mit Dir haben. Klar doch. Moment, Ich schau nur noch mal schnell bei Typeer nach ob die neue Stellung auch mit sehr hilfreich bewertet worden ist.
Sicher werden jetzt ein ige schmunzeln – wenn nicht sogar laut lachen. Aber bitte – in jedem Witz steckt auch ein Körnchen Wahrheit. Man kann stundenlang in den unbequemsten Stühlen sitzen. „Ich komme gleich“ man dreht sich schon weg vom PC – will nur noch schnell... In dieser Stellung kann der geübte Internet-User stundenlang verbringen. Einkaufen gehen kann ich später immer noch. Ich will doch nur noch schnell... Hunger hab ich jetzt keinen – ich brauch bloß noch...
Ja, um es ganz deutlich zu sagen. Internetsucht ist eine ernstzunehmende Krankheit. Noch wird sie teilweise totgeschwiegen. In jeder größeren Stadt gibt es Suchtberatungsstellen. Einige von uns sollten ruhig mal Kontakt aufnehmen. Aber ich – was soll ich jetzt machen? Soll ich Euch die Internetadressen von einigen dieser Suchtberatungsstellen hier mitgeben? Damit Ihr wieder surfen könnt. Ich weiß es nicht. Ich lass es. Schaut ins Telefonbuch.
Ach, noch etwas. Online-Banking ist eine tolle Sache. Man kann aber auch mal zur nächsten Bank „laufen“. Da kommt man dann nämlich mal an die frische Luft. Ist auch nicht so ganz verkehrt. Vielleicht schreibt Ihr auch mal wieder einen Brief – per Hand. Huch, geht das? Ja, ich weiß. Der Computer ist aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Im Gegenteil. Die Nutzung der so genannten „Neuen Medien“ wird sich zwangsweise noch verstärken. Richtig und gut. Trotzdem – bitte, bitte – nicht das soziale Umfeld dabei vergessen. Ich jedenfalls hab mir ganz fest vorgenommen. Heute Abend geh ich mit meiner schwupsy (meine Frau) spazieren – nach der E-Mail-Abfrage???
Ich hab heute übrigens was ganz tolles rausgefunden. Man braucht nicht ins Internet um zu wissen was für ein Wetter draußen ist – man kann aus dem Fenster schauen.
Ich gebe es gerne zu. Dieser ganze Artikel ist erstunken und erlogen. Er ist es nicht wert hier überhaupt abgedruckt zu werden. Er ist völlig falsch und aus der Luft gegriffen. Eine Phase.
Es gibt gar keine Internet- oder Chatsüchtigen – nur ein paar zehntausend Leute, die nicht mehr davon los kommen.
In diesem Sinne – bis denne – viertelvordrei
|
|
|
Tags: Satire, Internet, Humor, Sucht, Gesundheit
|
| Kommentare (3) |
|
|
|
|
|
|
|
|