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Alles Gute kommt von oben!

Autor: Buecherjule
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Kind

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Alles Gute kommt von oben!
von: Buecherjule |  10.05.2009 21:03:08

Als meine Tochter noch im Kleinkindalter war, kündigte sich jede Erkältung oder Erkrankung durch Erbrechen an.

Eines Nachts hörte ich meine Kleine jämmerlich weinen, stürzte ins Kinderzimmer und roch schon beim Öffnen der Tür den Grund: sie hatte sich mal wieder übergeben. Ist diese Tatsache, neben der mütterlichen Sorge um das Wohlbefinden des Kindes schon nicht erfreulich, so kam erschwerend hinzu, dass sie seit kurzem in einem Hochbett schlief. Dieses schöne, neue Bett mit der tollen MickeyMouse-Bettwäsche wollte sie um keinen Preis der Welt beschmutzen, so erklärte sie mir später und "außerdem Mutti, sollst Du nicht wieder mitten in der Nacht meine Mickey Mouse waschen müssen"!

 

So hob sie also bei herannahender Rückbeförderung des Abendbrotes ihr kleines blondes Lockenköpfchen über die Umrandung des Bettes und erbrach sich auf den Fußboden. Dank der lichten Höhe des Bettes von 1,50 m war die Wirkung verheerend: Fußboden sowieso, Tisch und Stühle, Spielzeugkisten und herumliegendes Spielzeug, Puppen und Teddys, Heizung und Fenster, Schrank und Wände wiesen deutliche Spuren des farbintensiven Abendbrotes auf: Spagetti mit Tomatensauce.

 

Da half nur eine nächtliche Generalreinigung. Flugs das Kind mit Schüssel zum Papa ins Bett gesteckt und die Ärmel hochgekrempelt, bevor erst alles antrocknet. Mein Putzmittelschrank gab Gott sei Dank einiges her und sorgte auch für einen veränderten Duft. Den Glasreiniger für das Fenster, den Universalreiniger für Schränke und abwaschbares Spielzeug, den Powerreiniger, wenn gar nix mehr hilft....Teddys und textiles Spielzeug mit Vorwaschspray behandelt und ab in die stets arbeitsbereite Waschmaschine. Als sehr hartnäckig erwiesen sich die Tomatenflecken an der weißen Tapete. Hier verschlimmerte jedes Putzmittel nur, statt zu reinigen.

 

Was soll’s, wir wollten sowieso renovieren und ich finde weiße Wände eh langweilig. Die halbe Nacht verbrachte ich auf dem Boden kniend in Gesellschaft eines Schwammes und eines Teppichreinigers. Gemeinsam besiegten wir die Spuren des Abendbrotes. Hatte ich nicht ein glückliches Händchen, als ich mich für dunkelbraune Auslegware entschied? Da fallen Tomatenflecken eigentlich gar nicht auf. Zufrieden und todmüde kroch ich 2 Stunden später zu meinem lieb schlafendem, eine Schüssel innig umarmendem Kind ins Bett.

 

Der nächste Morgen begann für uns ungewöhnlich spät, aber gut, meine Tochter hatte gut geschlafen, keine weiteren Magenverrenkungen und Mordshunger.

 

Nur der erste Besichtigungsgang ins Kinderzimmer verhagelte mir die Stimmung. Ich hatte die meisten Flecken erfolgreich besiegt, die Wand war halt leicht rot besprenkelt, aber der Geruch erinnerte nur zu deutlich an die Vorkommnisse der Nacht.

 

Also es half nichts, die nächste Putzrunde war eröffnet, diesmal mit Hilfe eines Essigreinigers. Der und gutes Lüften besorgten den Rest! Abends drückte ich meiner Tochter die Buntstifte in die Hand und wir zeichneten in mühevoller Kleinarbeit um jeden roten Fleck auf der einst weißen Wand ein paar Blütenblätter. Meine Lütte freute sich riesig über die kunterbunte Wand, meinte zwar eine Blumenwiese würde anders riechen (nicht nach Essig) und tröstete ihre Mama mit dem Spruch: alles Gute kommt von oben!   

 

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