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| 4.Teil
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von: Abaton |  03.10.2009 05:15:57
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Je weiter es auf den Morgen zu ging, um so größer wurden die Pausen, bis er den nächsten Brand löschte und auch dass Erbrechen ließ immer mehr in seiner Heftigkeit nach. Draußen begann es langsam zu dämmern und heller zu werden. Da wir uns alle wie gerädert fühlten und kaum einer etwas sagte, konnte man den Auftakt zum all-morgendlichen Vogelkonzert ganz genau mitverfolgen.
Es begann mit dem leisen, zu uns dringenden, zögernden Gesang einer Amsel, die nicht lange auf Antwort warten musste. Nach und nach stiegen immer mehr Sänger mit ein, bis dass Vogelcrescendo mit dem ersten Tageslicht, seinen Höhepunkt erreicht hatte.
Obwohl wir alle drei, immer noch in der Küche sitzend, mehr oder weniger geschafft aussahen, hatte dies etwas beruhigendes. Auf jedem Gesicht zeichnete sich plötzlich ein Lächeln ab, was bedeutete :"So..., dass Schlimmste scheinen wir hinter uns zu haben" und mein Freund sagte, immer noch leicht zitternd:" Ich fühle mich, als wenn ich heute Morgen noch einmal geboren wurde. "Und die Wehen hast Du gleich mit übernommen", ergänzte seine Mutter ironisch.
Es war schon beachtlich, das diese Frau immer noch ihren Humor behielt, wo manch Anderer, schon längst keine Nerven mehr besessen hätte.
Ich holte dann alle mit der Frage, ob er es nicht mal mit dem Bett versuchen wolle, in die Wirklichkeit zurück.
"Ja, wenn dass ginge", warf seine Mutter ein, "das wäre schön. Denn ich darf gar nicht daran denken, was ich heute noch alles zu erledigen habe und ich könnte mich dann auch noch schnell etwas aufs Ohr legen".
"Ja, machen Sie dass mal", sagte ich. "Ich werde schon zusehen, dass er ins Bett kommt und ich werde auch den Tag über noch hier bleiben und etwas auf ihn aufpassen".
Es kam nur ein kurzes, "bis dann ihr beiden" und schon war sie verschwunden.
Wir hörten sie noch so für eine Viertelstunde Schranktüren öffnen und schließen, in den Nebenräumen hin und her laufen und plötzlich war Stille.
"Was meinst du", begann ich, "sollen wir beiden Hübschen auch unsere Kojen aufsuchen?"
"Gute Idee, und hoffentlich klappt`s. Dann auf zum nächsten Akt", meinte er ansagend.
"Ich hoffe doch, dass Du nichts Falsches meinst", sagte ich grinsend.
"Du Blödmann", erwiderte er auf gleicher Wellenlänge und begann sich unbeholfen, von der Bank zu erheben. Seinen Krug nahm ich sicherheitshalber und ließ ihn dann zum Gästezimmer vorlaufen.
Im Normalfall hätte ich ihn mit ein paar Sprüchen belegt, so unwirklich sah die Situation aus, wie er da mit seinem Bettlakenumhang vortaperte, unter dem seine etwas zu dünnen Beine hervorschauten. "Sag nichts", zischte er mich an und öffnete das Gästezimmer. Ja, wir kannten uns eben schon einige Jährchen.
Vor Kopf des Raumes war ein Fenster, quer darunter das Gästebett, links eine Anrichte mit Regalen und Bücher, und auf der rechten Seite hatte seine Mutter noch schnell ein zweites Bett gebaut, dass aus Sofasitzkernen und Kissen bestand, alles schön bezogen. Er wollte mir schon das normale Bett anbieten, aber ich sagte ihm, dass ich das wohl nett fände, aber dass es wohl für seinen Zustand, dass geeignetere für ihn wäre.
"Macht es dir etwas aus, wenn wir etwas Tageslicht lassen?", fragte er mich, als er sich bereits zudeckte, "denn ich wäre schon froh, dass ich sofort weiß wo ich bin, wenn sie wieder hinter mir her sind und ich die Augen aufmache".
"Ist schon OK. Eigentlich will ich ja nur etwas ruhen. Aber sollte ich doch einschlafen und dir wird komisch, oder sonst irgend etwas..., dann versprich mir, dass du mich sofort wach machst, OK?"
"Ja, ist versprochen", gab er zurück.
Es dauerte keine 15 Minuten, da hörte ich ihn plötzlich laut fluchen. "Verdammter Mist, was ist dass für eine Seuche?" Im gleichen Moment saß ich auch schon aufrecht in meinem Bett und fragte besorgt, was los sei?
"Es ist nicht zu glauben", begann er aufgeregt, "aber mal fühle ich mich, als wenn ich in einem Eisschrank liege und friere ohne Ende und dann mit einem mal, der totale Hitzeschwall, dass ich fast koche. Dabei spüre ich dann, wie mir der Scheiß in Rinnsalen am Körper herunter läuft. Alles ist hier klatsch-nass. Das Laken, was ich noch um habe, dass Kopfkissen, eigentlich das ganze Bett. Und damit nicht genug. Denn jedes mal, wenn ich die Augen schloss, taucht aus dem Nichts ein Gesicht auf, das mich anstarrt. So als wenn man aus dem Fenster schaut und jemand auf der anderen Seite steht und einen provozierend ansieht.
Beruhigend sprach ich auf ihn ein, dass ich ihm erst mal neues Bettzeug holen würde, was seine Mutter bereits in weiser Voraussicht, im Bad deponiert hatte. Dazu brachte ich ihm noch einen ganzen Stapel Handtücher mit und empfahl ihm, sie so wie er es bräuchte, immer wieder frisch um und unter den Oberkörper zu legen. So läge er dann immer wieder ganz schnell im Trockenen. Gesagt, getan. Ruckzuck tauschte ich alles aus, so dass er schnell wieder in´s Bett zurück konnte.
"Wir können ja mal schauen ob es klappt", meinte er. "Wenn ich so viel schlafen kann, wie ich mich kaputt fühle, dann stehe ich vor einer Woche nicht mehr auf".
Wie Recht er haben sollte.
Es mussten Stunden vergangen sein, als mich seine Mutter leise rufend weckte und meinte, dass jetzt wohl dass Schlimmste vorbei wäre, wie es aussähe und dass sie jetzt wieder übernehmen würde.
Es war bereits später Samstag-Nachmittag geworden und auf mich warteten bei mir zu Hause ja auch noch meine üblichen Aufgaben.
Beim Verabschieden bat ich sie noch, mich auf jeden Fall anzurufen, egal zu welcher Zeit, wenn sich etwas Unvorhergesehenes ereignen sollte und dass ich am nächsten Tag wieder vorbeischauen würde.
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Tags: Alkohol.Sucht,Abhängigkeit,Therapie,Delirium,Entzug,
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