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| 2. Teil
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von: Abaton |  03.10.2009 05:35:45
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Ja, bei einer Flasche 54%igen Rum war ich stehen geblieben, oder besser gesagt..., Er.
So weit - so schlecht! Da er eines Tages dazu übergegangen war, was er sonst in Reichweite am Tisch stehen hatte, nun in einem Schränkchen zu verstauen, bekam ich nur noch den Stand der Dinge durch Nachfragen gewahr. Auch kam es mir langsam schon wie eine Ewigkeit vor, dass wir beide mal raus waren. Noch vor einem Jahr, verabredeten wir uns regelmäßig zum Billardspiel, gingen zu Veranstaltungen, oder in die Disco.
Seit Beginn seiner Schmerzen und seinen Alkoholexperimenten, war das alles schlagartig vorbei gewesen. Er hatte sich total abgekapselt und ging nur noch zum Einkaufen nach draußen, oder wenn Behördensachen anstanden. Da er bereits schon arbeitslos war, bevor das alles begann, saß ihm auch kein Krankenschein und kein Amtsarzt im Nacken. Aber seine Mutter fing an, sich immer mehr Sorgen um ihn zu machen. Ich kannte sie natürlich eben so lang und sie behandelte mich, als gehöre ich mit zur Familie. Sie gab mir immer das Gefühl, als sei ich der ältere Sohn, der auf seinen kleinen Bruder acht geben soll. Er hasste das immer, wenn sie so ermahnend mit uns sprach, was ich aber verstehen konnte, da er dass einzigste Kind war und der Vater schon früh verstarb.
Ich Glaube, dass es auch ihre Anrufe waren, die sich plötzlich mehrten und eine Vorahnung in mir hervorriefen, dass sich etwas zusammenbraute. Er sah auch mittlerweile alles Andere als Gesund aus. Sein Gesicht war aufgedunsen und er Muss auch stark an Gewicht verloren haben. Als ich ihn mal fragte, was denn eigentlich die Schmerzen machen, antwortete er, dass er das nicht wüsste. Als ich ihn erstaunt ansah, erzählte er weiter, dass es schon längst zu einer Routine geworden wäre.
Sobald er wach würde, müsse er sich dass Zeug in kleinen Schlückchen reinzwingen und sofort immer Saft hinterher kippen, damit der Geschmack weg ginge. Denn sonst, so sagte er, könnte es passieren, dass ihm alles wieder im hohen Bogen herausgeschossen käme. Und das er in der letzten Zeit starke Angstgefühle bekäme, wenn er morgens wach würde und das sie erst mit dem Trinken wieder verschwinden.
Ich sagte ihm, dass sich seine Mutter sehr große Sorgen mache, dass er eines Tages tot in der Wohnung liegen könnte und dass es mir mittlerweile auch nicht anders ginge. Als er darauf antwortete: "Frag mich mal", da wusste ich, wie ernst die Sache geworden war. Wohl aus Scham und weil er sich selbst keinen Rat mehr wusste, hatte er seinen wahren Zustand verschwiegen. Aber jetzt merkte ich, war er wohl an einem Punkt angekommen, wo er reden wollte und so drängte ich ihn weiter, die Karten mal auf den Tisch zu legen, wie schlimm es wirklich wäre? Und um es ihm leichter zu machen, begann ich: "So wie Du das geschildert hast, mit den Angst- gefühlen und dem Hineinzwingen von dem Zeug, dass hört sich für mich so an, als wenn Du inzwischen Abhängig davon geworden bist? Das ist doch richtig, oder?"
"Ich Glaube schon", begann er, "es sieht alles danach aus. Letzte Tage stellte ich mir selbst diese Frage und ich sagte mir, das es ja nicht Schaden könne, wenn ich mal damit anfangen würde, es langsam zu reduzieren. Das war dann der Beginn dieser morgendlichen Angstzustände. Ich dachte mir, das sich das mit der Zeit wieder geben würde. Statt dessen kamen noch Albträume hinzu. Aber das war irgendwie komisch, denn ich wusste einmal nicht, ob ich es geträumt hatte, oder ob es wirklich passiert war?"
"Was soll man sich denn darunter vorstellen?", fragte ich ihn.
"Das hört sich vielleicht jetzt etwas seltsam an in dem Zusammenhang, aber ich habe zwei Hausmäuse auf dem Teppich herumlaufen sehen und zum ersten Mal in meinem Leben, konnte ich später nicht sagen, ob ich das träumte, oder ob es Wirklichkeit war", erzählte er. Scherzhaft gab er noch hinzu, das es keine Weißen gewesen wären und wir mussten beide lachen.
"Eigentlich ist mir gar nicht zum Lachen zu mute", sagte er dann und fuhr fort, "das Zweite dieser Art, war dann schon heftiger. Da weiß ich wohl das ich es träumte, es war aber irgendwie viel intensiver und ich war schweißgebadet als ich aufwachte. Der Traum fing eigentlich ganz lustig an, denn es sah schon komisch aus, wenn ca. 30cm lange und fingerdicke, rosa Würmer auf zwei Beinen durch die Wohnung laufen. Plötzlich waren die Würmer weg und dicke, fette, behaarte Spinnen tauchten dann dafür auf und ich versuchte mich vor ihnen in Sicherheit zu bringen. Ich kletterte im Traum auf einen Sessel, doch nun kamen auch noch gläserne Spinnen durch die Luft geflogen, mit rhythmischen Bewegungen, so wie Quallen im Wasser schwimmen und versuchten mich mit ihren spitzen Beinen in den Kopf und die Arme zu stechen. Und wie ich schon sagte, schweißgebadet wachte ich dann erleichtert auf".
"Das hört sich gar nicht gut an", sagte ich zu ihm und dass ich von so was schon mal gehört hätte, aber im Zusammenhang mit einem Delirium, in dass der jenige gefallen war. Er bestätigte es und meinte, dass er davon auch nur das kennen würde, was man mal hier und da so gehört hätte.
Ich weiß noch, dass es an diesem Abend über seine Erzählungen spät geworden war und ich mich mit einem unguten Gefühl von ihm verabschiedete.
Es sollten noch zwei, drei Tage vergehen, als dann der Anruf von ihm kam, der dann alles veränderte. Es war an einem Samstag so gegen Mittag und er redete fast ohne Pausen auf mich ein.
Es wäre wieder geschehen, aber dieses Mal als er eigentlich noch wach war, oder er müsse kurz eingeschlafen sein, er wüsste es nicht genau. Er hätte gesehen, dass sich unter dem Stoff, vom Rückteil seines Sofas, plötzlich etwas ruckartig und heftig bewegte. In dem Moment, als er genauer hingesehen hätte, wäre der Stoff aufgeplatzt und ein Rattenkopf, von der Größe eines Hundekopfes, wäre zum Vorschein gekommen. Dann wäre das Tier mit einem gewaltigen Satz heraus gesprungen und hätte ihn mit riesigen, gefletschten Zähnen und funkelnden Augen angeknurrt und bedroht.
Er hätte dann schnell nach einer Flasche gegriffen und sich das aggressive Tier, mit schlagenden Bewegungen, vom Hals gehalten. Und dann plötzlich, als wenn jemand mit den Fingern geschippt hätte, wäre der ganze Spuk wieder vorbei gewesen.
Das hätte ihm jetzt so sehr zugesetzt, dass er eine riesen Angst bekommen hat, dass so was noch Mal auftauchen könnte und er dann vielleicht nicht aufwachen würde.
Er hätte sich geschworen, jetzt und heute, mit dem Mist aufzuhören und dass er bei seiner Mutter wäre. Das sie ihn angefleht hätte, dass er zu ihr kommen soll und dass so dann auch jemand da wäre, wenn mal was passieren sollte.
Sie wohnte nur einen Katzensprung von mir entfernt. So kam ich dann auch gleich der Bitte von ihr nach, doch auch vorbei zu kommen, dass sie sich dann wohler fühlen würde. Das war dann der Auftakt zum Finale und für mich nun das Ende des zweiten Teils.
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Tags: Alkohol,Abhängigkeit,Sucht,Therapie,Delirium,Entzug
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