David Nagel aka CHEF_KOCH : ehemaliger Counter-Strike Spieler, u.a. für Team Alternate Attax heute Co-Moderator für ESL TV
JH: Wie bist du vom Gaming zur Moderation gekommen?
David Nagel: Moderiert hab ich schon während des
Spielens. Da hat man untereinander den ein oder anderen Spaß gemacht
und plötzlich wurde ich von Sven Hoffmann, dem ESL TV Mitbegründer
angesprochen. Als Co-Moderator konnte ich plötzlich mit viel Euphorie
mein Hobby und insbesondere Counterstrike auch den Leuten näher
bringen, die sich nicht damit beschäftigen. Dabei versuche ich nicht zu
sehr auf einzelne Details einzugehen, so einfach und informativ wie
möglich zu kommentieren.
JH: Moderator als Hauptberuf könntest du dir also auch vorstellen?
DN: Ja natürlich. So etwas hauptberuflich zu
machen ist doch ein Traum. Dabei müsste es auch nicht immer das
Kommentieren von Counter Strike sein. Hinter dem Mikrophon zum Beispiel
bei einem richtigen Fußballspiel zu stehen, das wäre auch ein geiler
Job.
JH: Wobei man beim Computerspielen ja
tatsächlich auch Geld verdienen kann. Geldgewinne werden dann in neue
Tastaturen investiert oder eher direkt verprasst?
DN: Das hängt vom Charakter jedes Einzelnen ab.
Ich für meinen Teil habe es aber eher schnell ausgegeben. Ich
interessiere mich für Technik und Multimedia Schnickschnack, also habe
ich mir einen neuen Fernseher gekauft. Computerartikel allerdings habe
ich meist gesponsort bekommen. Mit einer Reise in Begleitung einer
Person, die einem sehr am Herzen liegt kann man zum Beispiel Geld für
eigentlich unbezahlbare Erlebnisse ausgeben. Richtig sparen werde ich
das erste Mal in meinem Leben für ein Auto. Zusammenfassend finde ich
es also nicht schlimm, wenn man als junger Mensch lebt und sein Geld
auch ausgibt.
JH: Zurück zum PC. Was erwiderst du Leuten die dich als Computerfreak abhaken?
DN: Manchmal reagiere ich wütend darauf, denn das
Wort Freak ist auf den ersten Blick kein positives. Allerdings finde
ich, dass man um irgendwo gut zu sein auch ein Freak sein muss. Und da
sind wir wieder beim Fußball. Wer erfolgreich Fußball spielen möchte
muss genauso regelmäßig trainieren und ist in gewisser Weise ein
Fußballfreak. Manchen Leuten muss man einfach nur genauer erklären was
man tut, um sich selbst wieder ins rechte Licht zu rücken.
JH: Und wie erklärst du älteren Menschen was du tust?
DN: Gar nicht. Es sei denn sie fragen mich danach
und dann sehe ich lauter Fragezeichen über ihren Köpfen. Es ist sehr
schwierig Außenstehenden zu vermitteln, dass man mit Computerspielen
Geld verdienen kann.
JH: Nehmen wir an du vermittelst erfolgreich.
Wie erklärst du dann älteren Menschen, dass ein Kopfschuss bei
Counterstrike dich dem Sieg näher bringt?
DN: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ältere
Menschen, sobald sie verstanden haben, dass ich meinem Gegner in der
virtuellen Welt in den Kopf schießen muss damit er schneller stirbt, es
einfach hinnehmen. Wenn das so sein muss, dann ist das so. Sowas habe
ich oft gehört. Junge Menschen die nichts mit Counterstrike zu tun
haben zeigen da weniger Einsicht.
JH: Und es ärgert dich, dass Computer spielen in der breiten Masse eher skeptisch betrachtet wird.
DN: Überhaupt nicht! Computerspiele sollten weiter
ein großes Thema sein, solange kontrovers diskutiert wird. Ich bin
gegen eine Hetzjagt und falsches Licht. Sobald Computerspiele
allerdings auf das reale Leben Einfluss nehmen, was zum Teil bei dem
Spiel WarCraft passieren kann, muss der Alarmknopf gedrückt werden.
Wenn man seine besten Freunde verliert, wird das Ganze kriminell.