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Nachtgedanken

Autor : basti
Bewertung : 5,13 | 8 Stimmen
Beschreibung:

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Verbietet endlich Ballerspiele?!


von : basti |  13.03.2009 16:09:57

Alle Amokläufer, von denen ich bisher erfahren habe, verbindet eine Gemeinsamkeit: Sie waren ambitionierte Spieler von Killerspielen. In diesen so genannten Ego-Shootern versetzt sich der Spieler in die Rolle eines Soldaten / Killers / Mörders / Gangsters und tötet alles, was ihm vor die Flinte kommt.


Manchmal sind es Außerirdische, die auf abstrakte Weise die zu erschießenden Feinde verkörpern. Viel öfter jedoch sind die Gegner sehr realistisch als Menschen dargestellt. Der Realismus geht bei einigen Spielen so weit, dass nur Treffer in bestimmte Körper-Regionen tödlich sind, Treffer der Beine beispielsweise lassen den Gegner nur verletzt zu Boden sinken oder er leistet geschwächt Gegenwehr. Gestik, Mimik, Stöhngeräusche beim Sterben: Alles der Realität nachempfunden.


Diese Computerspiele simulieren Situationen, wie sie auf Kriegsschauplätzen zu finden sind. Nur kaum unterscheiden sich die am PC erzeugten Bilder von den Szenen eines Amoklaufs. Ein einsamer Außenseiter benötigt nur wenig Phantasie, um sich auszumalen, es seien ganz bestimmte Menschen, derer er sich auf diese Weise entledigt.


Counterstrike ist einer der beliebtesten Ego-Shooter, gerade auch, weil es dafür so viele „Mods“ gibt, von anderen Fans des Spiels gestaltete Karten und Figuren. Schulgebäude gehören zu den gerne nach gebauten Szenerien.


Offiziell, weil es ein besonderes Spielerlebnis ist, sich im Spiel durch ein Gebäude zu bewegen, dessen reale Vorlage die Mitspieler auf Netzwerk-Partys aus dem Alltag kennen. Der Gestalter der Karte kann sich daran messen lassen, wie nah er dem Original hinsichtlich einzelner Details gekommen ist.


Welchen Kick es einem potentiellen Amokläufer bereitet, sich virtuell ballernd durch ein Gebäude zu bewegen, das er mit Mitschülern verbindet, die ihn schmähen und mit Lehrern, von denen er sich erniedrigt fühlt, sei einmal dahingestellt. Der Trieb, es allen zu zeigen und Macht über andere auszuüben, kann am Computer mit diesen Spielen ausgelebt werden.


Ist ein Amoklauf also der nächste Schritt, wenn das Spielen am PC nicht mehr ausreicht, um die entwickelten Gewaltphantasien zu befriedigen?


Es steht außer Frage, dass Computerspiele sich dazu eignen, einen Amoklauf vorzubereiten. Schießreflexe können trainiert und Hemmungen abgebaut werden. Ist die Karte dem Zielgebäude nachempfunden, dann kann der beabsichtigte Weg eines Massakers genau einstudiert werden.


Nicht ohne Grund bilden Armeen einiger Nationen ihre Soldaten an Ego-Shootern aus.12 Ihnen sollte das Töten überlassen werden. Es ist eine berechtigte Forderung, das spielerische Morden zu verbieten.


Weiter zu Teil II: Verbote sind der falsche Weg





 

Tags :

amoklauf amok schule schulsystem waldorf spiel pc waldorf verbot verbit schüler hilfe vorbeugen soli

Kommentare

Wenn man seine besten Freunde verliert, wird das Ganze kriminell.

Von : Julian-Hermes | 27.07.2009 17:28:48

David Nagel aka CHEF_KOCH : ehemaliger Counter-Strike Spieler, u.a. für Team Alternate Attax heute Co-Moderator für ESL TV

JH: Wie bist du vom Gaming zur Moderation gekommen?

David Nagel: Moderiert hab ich schon während des Spielens. Da hat man untereinander den ein oder anderen Spaß gemacht und plötzlich wurde ich von Sven Hoffmann, dem ESL TV Mitbegründer angesprochen. Als Co-Moderator konnte ich plötzlich mit viel Euphorie mein Hobby und insbesondere Counterstrike auch den Leuten näher bringen, die sich nicht damit beschäftigen. Dabei versuche ich nicht zu sehr auf einzelne Details einzugehen, so einfach und informativ wie möglich zu kommentieren.

JH: Moderator als Hauptberuf könntest du dir also auch vorstellen?

DN: Ja natürlich. So etwas hauptberuflich zu machen ist doch ein Traum. Dabei müsste es auch nicht immer das Kommentieren von Counter Strike sein. Hinter dem Mikrophon zum Beispiel bei einem richtigen Fußballspiel zu stehen, das wäre auch ein geiler Job.

JH: Wobei man beim Computerspielen ja tatsächlich auch Geld verdienen kann. Geldgewinne werden dann in neue Tastaturen investiert oder eher direkt verprasst?

DN: Das hängt vom Charakter jedes Einzelnen ab. Ich für meinen Teil habe es aber eher schnell ausgegeben. Ich interessiere mich für Technik und Multimedia Schnickschnack, also habe ich mir einen neuen Fernseher gekauft. Computerartikel allerdings habe ich meist gesponsort bekommen. Mit einer Reise in Begleitung einer Person, die einem sehr am Herzen liegt kann man zum Beispiel Geld für eigentlich unbezahlbare Erlebnisse ausgeben. Richtig sparen werde ich das erste Mal in meinem Leben für ein Auto. Zusammenfassend finde ich es also nicht schlimm, wenn man als junger Mensch lebt und sein Geld auch ausgibt.

JH: Zurück zum PC. Was erwiderst du Leuten die dich als Computerfreak abhaken?

DN: Manchmal reagiere ich wütend darauf, denn das Wort Freak ist auf den ersten Blick kein positives. Allerdings finde ich, dass man um irgendwo gut zu sein auch ein Freak sein muss. Und da sind wir wieder beim Fußball. Wer erfolgreich Fußball spielen möchte muss genauso regelmäßig trainieren und ist in gewisser Weise ein Fußballfreak. Manchen Leuten muss man einfach nur genauer erklären was man tut, um sich selbst wieder ins rechte Licht zu rücken.

JH: Und wie erklärst du älteren Menschen was du tust?

DN: Gar nicht. Es sei denn sie fragen mich danach und dann sehe ich lauter Fragezeichen über ihren Köpfen. Es ist sehr schwierig Außenstehenden zu vermitteln, dass man mit Computerspielen Geld verdienen kann.

JH: Nehmen wir an du vermittelst erfolgreich. Wie erklärst du dann älteren Menschen, dass ein Kopfschuss bei Counterstrike dich dem Sieg näher bringt?

DN: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ältere Menschen, sobald sie verstanden haben, dass ich meinem Gegner in der virtuellen Welt in den Kopf schießen muss damit er schneller stirbt, es einfach hinnehmen. Wenn das so sein muss, dann ist das so. Sowas habe ich oft gehört. Junge Menschen die nichts mit Counterstrike zu tun haben zeigen da weniger Einsicht.

JH: Und es ärgert dich, dass Computer spielen in der breiten Masse eher skeptisch betrachtet wird.

DN: Überhaupt nicht! Computerspiele sollten weiter ein großes Thema sein, solange kontrovers diskutiert wird. Ich bin gegen eine Hetzjagt und falsches Licht. Sobald Computerspiele allerdings auf das reale Leben Einfluss nehmen, was zum Teil bei dem Spiel WarCraft passieren kann, muss der Alarmknopf gedrückt werden. Wenn man seine besten Freunde verliert, wird das Ganze kriminell.

 

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