Stress schlägt auf den Magen, das weiß schon der Volksmund. Psychische Anspannung kann sich in der Tat auf verschiedene Organe auswirken und in diesem Fall ist der Magen der Leidtragende. Man spricht dann von einem Streßmagen. Symptome sind dann ein Unwohlsein oder Schmerzen im oberen Bereich des Bauches, sowie ein Völlegefühl.
Der Stressmagen wird durch die Psyche hervorgerufen. Diese wirkt sich auf das Soma, den Körper, aus. Man zählt den Stressmagen daher auch zu den psychosomatischen Beschwerden. Mehr als 100 Millionen Nervenzellen ümhüllen den Magen - Darm - Trakt; kein Wunder also, dass der Bauch mitfühlt. Das enterische Nervensystem steht mit dem Gehirn im Austausch.
Bei dem gesunden Magen werden täglich etwa zwei Liter Magensaft produziert, um die eingehende Nahrung verdauen zu können. Der Saft besteht unter anderem aus Magensäure und Magenschleim. Die aggressive Magensäure, eine etwa 0,5%ige Salzsäurelösung, würde die Magenhaut angreifen, wäre da nicht ihre funktionstüchtige Schicht aus Schleim. Bei dem Stressmagen hingegen steht das enterische Nervensystem im Magen - Darm - Trakt unter Anspannung. "Durch den Stress produziert der Magen zum einen vermehrt Magensäure, zum anderen verschlechtert sich die Qualität des schützenden Schleims, so dass dieser den Angriff der Säure auf das Magengewebe nicht mehr verhindern kann. Die Balance zwischen dem Aggressor Söure und dem Verteidiger Schleimschicht gerät somit aus dem Gleichgewicht.
Für den Laien ist es schwer, zwischen einem Stressmagen und anderen Beschwerden im Magen - Darm - Trakt zu unterscheiden. Die entscheidende Frage ist daher: löst Stress die auftretenden Bauchschmerzen aus? Denn die Magenbeschwerden könnten auch auf andere, schlimmere Krankheiten, wie etwa ein Magengeschwür hinweisen. Ein Schmerztagebuch kann helfen, den Zusammenhang zwischen Stess und Schmerzen zu erkennen. Es führt die jeweilige Situation, in der die Bauchschmerzen auftreten, sowie Dauer, Intensität und Zeitpunkt auf. Kommt Stress als Auslöser für die Magenbeschwerden nicht eindeutig in Frage oder halten die Schmerzen länger als ein bis zwei Wochen an, sollte man in jedem Fall den Arzt aufsuchen, um mögliche andere Ursachen ausschließen zu können. Aufschluß gibt neben einer ausführlichen Anamnese eine Magenspiegelung.
Das beste Rezept gegen den Stressmagen ist aber natürlich, sich gar nicht erst stressen zu lassen. Hier ein paar kleine, aber effektive Tipps:
- Beim Essen bewusst eine Pause einlegen. Das klappt in der Mittagspause besser, wenn man dazu den Schreibtisch verlässt und sich mit Kollegen zum Essen verabredet.
- Entspannungstechniken wie Yoga, autogenes Training, aber auch ein regelmäßiger Spaziergang an der frischen Luft oder Sport helfen beim Abschalten. Solche Auszeiten lassen sich am besten einhalten, wenn man für sie täglich einen festen Termin einplant.
- Auch kurze Pausen zwischendurch, etwa beim Arbeiten, sind hilfreich; einfach mal kurz am Fenster tief Luft holen.
- Auf die Ernährung zu achten, kann auch einen positiven Einfluß haben. Scharfe Gewürze oder Aklohol kann der Körper nun einmal deutlich schwerer verdauen, als etwa gedünstetes Gemüse oder eine Tasse Tee.
