In den eigenen vier
Wänden ist es zu langweilig oder, im Gegenteil, es herrscht zu
viel Trubel, um sich konzentrieren zu können? An diesen Orten
kann kreativ gearbeitet werden!
Ikea, der perfekte Ort,
zum Schreiben?
Autoren ziehen sich oft
und gerne in ihr stilles Kämmerlein zurück, um konzentriert
neue Ideen auszuarbeiten.
An manchen Tagen braucht
man aber auch Orte, an denen ein bisschen Trubel herrscht, an denen
man Menschen beobachten kann. Dort werden einem neue Ideen nur so
zufliegen und Konzepte aus der Schublade werden reifen.
Für mich ist ein
Ikea-Möbelhaus ein solcher Ort.
Die großen, blauen
Warencontainer mit den vier gelben Buchstaben ziehen die
verschiedensten Menschen an. Kaum eine Bevölkerungsschicht oder
Altersgruppe, die hier nicht vertreten wäre: Singles, Rentner,
Kleinfamilien, Großfamilien, Pärchen, Handwerker, alle
ziehen sie durch den Laden auf der Jagd nach neuen Möbeln.
Einrichtungsideen. Einem günstigen Imbiss oder einer Mahlzeit.
So kann man beobachten,
was in den Einkaufstüten landet. Einkaufswagen und
Einkaufstaschen lassen vermuten, wie es in deutschen Wohnungen
derzeitig ausschaut. Streit und Ehekrisen lassen sich live
miterleben. Ebenso wie die Erziehungsmethoden von Eltern. Darf die
kleine nun mit den Elchnudeln spielen oder sind die nur zum Essen?
Wird dem Zwergenaufstand mit Härte begegnet oder geben die
Eltern klein bei und das Stofftier Ratta wird neuer Bewohner des
Schlafgsund Kinderbettchens?
Das Restaurant und der
Hot-Dog-Stand offenbaren Essgewohnheiten. Ein regelrechtes
Verkehrschaos herrscht regelmäßig auf dem
Großraumparkplatz.
Zu einem wirklich
einmaligen Ort für Autoren wird Ikea durch die Tatsache, dass es
Schreibmaterial und Kaffee kostenlos gibt.
Notizzettel und Bleistift
sind eigentlich dafür gedacht, um sich die Waren zu notieren,
die man sich später im Warenlager zusammensuchen muss. Ideen für
Texte finden darauf aber auch einen guten Platz.
Wer in den kostenlosen
Ikea family Club eintritt, der braucht an der Kasse des
Ikea-Restaurants lediglich seine Mitgliedskarte vorzuzeigen und kann
sich so viel Kaffee, Cappuccino oder Kakao in seine Tasse zapfen wie
er möchte.
Wer hier keine Ideen
findet, der sollte sich für immer in seinem Kämmerlein
einschließen. Und am besten nichts mehr von sich hören
lassen.
Koffein in Massen, Papier,
Bleistift, das Elend der Nation vor Augen: Autorenherz, was begehrst
du mehr?